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sorgenvoll inen Blick! Herr

t beschwert m uns, be⸗ it ruhigem, r eine er n, die ge⸗ em Bangen Zukunft zu

gericht, das

ründen kön⸗ r, nicht dem Menschen Macht, die d die allein ag, das die tan unsag⸗ zt. Sind wir der himm⸗ Heimsuchung achsen lassen ten und auf met her zu beladen seid, aronin R.

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Dienstag jr: Frauen⸗ t 26. März, enst. Pfar⸗ ärz, abends ierten weib id Markus⸗

nittags Vormit⸗ die Lukas⸗ heimer.

Steindruckedel

onntagsgruß

Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen

Nr. 3 Gießen, Latäre, den

30. März 1919 8. Jahrgang

der schweigende Jesus. Evangelium des Matthäus 26, 62 und 63. Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Aber Jesus schwieg still.

Es ist i er Leidensgeschichte des Hei⸗ W f 5 Es ist in der Leidensgeschichte des Hoi stens werden die Engländer sagen, daß wir uns noch zu Tode protestieren. Im Unglück und dem Unrecht gegenüber würdig schwei⸗

landes sehr bemerkenswert, daß er auf die heftigsten Anklagen seiner Feinde kein Wort erwidert. Ob sie ihn einen Gotteslästerer oder einen Tempelschänder oder einen Re⸗ bellen nennen, Jesus schweigt. Er schweigt im Bewußtsein, daß alle Macht der Sünde und alle Hinterlist ihm nichts anhaben kön⸗ nen, zugleich in der Gewißheit, daß sein himmlischer Vater seine Sache zum Siege führen wird. Daß die Seinen das Unrecht schweigend ertragen sollen, hatte er schon früher gesagt. Das von vielen als sehr merk⸗ würdig aufgefaßte Wort aus der Bergpre⸗

digt, daß man dem, der uns einen Streich auf den rechten Backen gibt, auch den andern

bieten soll, will allerdings in sehr zu⸗ gespitzter Form sagen, daß es besser ist,

Unrecht schweigend zu ertragen, als laut da-

gegen Protest einzulegen. 5 . Die Deutschen der Gegenwart handeln in dieser Beziehung weder nach den Worten

noch nach dem Beispiel Jesu. Das politische

Leben dieser Tage erschöpft sich fast im Pro⸗

testieren gegen die Rachepläne der Feinde.

Protestversammlung auf Protestversamm⸗ lung wird abgehalten,energischer,flam⸗ mender Protest wird gegen die Bedingan⸗ gen erhoben, die der Feind uns bei dem künftigen Friedensschlusse stellen will. Selbstverständlich haben diese Versammlun⸗ gen auch ihr gutes Recht, aber ihre unge⸗ heuere Häufigkeit macht sie allmählich wir⸗ kungslos. Einst nannte man uns das Volk der Dichter und Denker, dann waren wir das Volk der Soldaten und Techniker, jetzt laufen wir Gefahr, bei unseren Gegnern in den Ruf zu kommen, ein Volk von Schwätzern zu sein. Oft reden jetzt am lautesten die, die im Kampfe wahrlich nicht vorn gestanden haben. Es gibt Menschen genug, die sich bei diesen Versammlungen äußerst wohl fühlen. Wenn das Versammlungslokal gut gefüllt ist, so berichten sie das mit derselben Genugtuung, als wenn unsere Diplomatie einen großen Erfolg errungen hätte. Abend für Abend lassen sie sich erregen, anstatt daß sie arbei⸗ ten, endlich einmal innerlich zur Ruhe zu kommen, und zusehen, daß unser Volk sich ge⸗ schlossen hinter die Heerführer und Diplo⸗ maten stellt, die in diesen traurigen Zeiten

seine Sache zu führen haben. Welchen Nutzen haben seither die Versammlungen gehabt, in

denen man die Rückgabe der deutschen Kriegsgefangenen gefordert hat? Man muß unsere Gegner kennen, um einzusehen, daß sie weder nachenergischen noch nach

flammenden Protesten etwas fragen. Höch⸗

gen, ist größer als sich in leeren Deklama⸗

tionen ergehen. H.

Johann henrich Schaffftädts Gießener Chronik 1770 1825.

(Fortsetzung.) Anno 1790 d. 20ten Febr. ist unser

bester teuscher Keißer Josep der zweitte mit

tod abgegangen.

Anno 1790 d. ten April ist unser durch⸗ lauchstiger Landgraf Ludwig der IXte in Pirmasens mit tod abgegangen.

Anno 1790 d. Aten May sind die Ecks⸗ cusions Truppen wieder von Bißhofheim in Gießen ein gerückt.

Anno 1790 d. 28ten May hat sich der Feld Webel Hoffmann in das hut macher chmalen hauß auf dem lintenblatz tod⸗ geschossen.

Anno 1790 d. Aten Juny hat sich ein Spenglergesell aus Memmingen so in Ar⸗ beit bey dem spenckler linck wahr, von des H. Profesor Schmitten haus in der Wagen⸗ gaß zu tod gefallen. Im Kirchenbuch der Stadtkirche steht:Johann Georg Gabler, ein Spenglergesell von Memmingen, siel sich zu Tode, da er die Dachrinne anschlagen wollte, seines Alters 24 Jahr. Er wurde am 3. Juni begraben.

Anno 1790 d. 21ten Septem ist der landgraf von Hessen Cassel mit seinen Trup⸗ pen an 6000 Mann durch unser Stadt nacher Bergen bey Frankfurt ins lustlager wegen der Kaiserkrönung den Eten Octoper ist des Keiser Josep Bruder der Leopold in Frank⸗ furt zum Keiser gekrönt worten. d. 19 ten Octoper sind die hessen wieder zurück durch unser Stadt. den selbigen tag hats in gro⸗ ßen Buseg gebrannt 4 ganze häußer und 6 scheuern ab.

Anno 1790 d. Zten July haben die Schwädischen Mattrosen nach verlohrner Seeschlacht mit den Russen dies lied(ge⸗

fungen:

1 0 1 40 70

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