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H. Spruck, Kramer. H. Jacob Herbert, Zimmermann. H. Rathschef Seib, Becker. H. Adoph Muhl, Metzger. (Hier ist wohl Möhl zu lesen.) H. Schneider, Schneider. H. Phillipp Reiber, Maurer. H. Henrich Noll, Becker. H. Balser, Buchbinder. H. Friedrich Lony, Metzger. H. Andres Sack, Rothgerber. H. Müller im Löwen. H. Hörring, Becker. H. Rathschef Schneider, Condit.

H. Daniel Steinberger u. H. Christian Ferber im Einhorn sind Beygeoxthner des Burgermeisters Gaill.“

Aus dieser Notiz geht hervor, daß die Gie⸗ ßener Bürger, als sie zum ersten Male be⸗ rufen waren, einen Gemeinderat zu wählen, ausschließlich Männer gewählt haben, die im Erwerbsleben standen und durch ihre Fa⸗ milienbeziehungen mit der Stadt innig ver⸗ wachsen waren. Wohl keiner unter diesen Ge⸗ meinderatsmitgliedern war auswärts ge⸗ boren, alle haben auch hier ihr Leben be⸗ schlossen. Es ist anzunehmen, daß diese Män⸗

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ner sehr orts- und sachkundig waren, na⸗ mentlich über die städtischen Grundstücke gut orientiert waren und ihr kommunales Amt ruhig und besonnen zum Nutzen des Ge⸗ meinwesens ausgeübt haben.

Diese Notiz ist zugleich die letzte, die von Johann Henrich Schaffstädt herrührt. Es folgen noch zwei Einträge aus späterer Zeit, die wohl von seinem Sohne Georg Schaff⸗ städt herrühren. Diese Einträge lauten: „Dienstag, den 28ten Juny 1842 des Nach⸗ mittags brach zu Steinbach Feuer aus und verbrannten 34 Gebäude.“„Den 15. Feb. 1845 sind 2 hingerichtet worden aus Freien⸗ steinau Namens Nicolaus Fehl und Tobias Franz.“

Georg Henrich Schaffstädt scheint vor sei⸗ nem Abscheiden nicht lange krank gewesen zu sein, denn er macht noch einen Eintrag über die am 3. Februar stattgehabte Gemeinde⸗ ratswahl und stirbt am 15. Februar 1823

Wie in der Einleitung zu dieser Ver⸗

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mann ein feierlicher Tag gewesen sei, als man den Sieg von Waterloo feierte. Die patriotische Empfindung klingt auch durch die Bemerkung, daß Blücher ein deutscher Held sei.

Bei der Niederschrift seiner Notizen hatte dieser Gießener Bürger nur an seine Kin⸗ der und Nachkommen gedacht, denen er das, was ihm von den Zeitereignissen bemerkens⸗ wert erschien, überliefern wollte, unsere Leser werden es aber dem Urenkel des Verfassers zu Dank wissen, daß er diesen Familien⸗ besitz einem größeren Kreise zugänglich ge⸗ macht hat. Im Anschluß an die Chronik seines Urgroßvaters wird Herr Kommer⸗ zienrat Schaffstädt in der nächsten Nummer unseres Gemeindeblattes die Zustände in der Stadt Gießen um die Mitte des vorigen. Jahrhunderts schildern. Den zwischen den Jahren 1823 und 1850 liegenden Zeitab⸗ schnitt hat ja unser Mitarbeiter Herr Louis Frech in anschaulicher und fesselnder Weise vorgeführt, so daß unsere letzten Veröffent⸗ lichungen lokalgeschichtlicher Art sich über ein Jahrhundert, die Zeit von 1776-1870, erstrecken.

Erhörungen. Und ob es währt bis an die Nacht

doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen.

Wie oft wohl fragen wir uns, warum wir so wenig Gebetserhörungen erfahren! Gerade jetzt, da alle menschliche Hilfe uns verlassen hat, sehnen wir uns mehr denn je nach der Verbindung mit dem Ewigen, Unwandelbaren. Das Irdische, die täglichen Sorgen nehmen unsere Zeit und unsere Kräfte sehr in Anspruch; wir dürfen das Irdische nicht außer Acht lassen, uns aber

und wieder an den Morgen, ö

auch nicht von ihm beherrschen lassen; wir

würden alsdann das Endziel unseres Lebens dann verlieren. Wert für uns hat allein das Suchen und Finden dessen, das unsre See⸗ len dem näher bringt, der uns helfen kann und will über Bitten und Verstehen. Kürzlich las ich folgendes:„Jesus ist bei

öffentlichung schon ausgeführt worden ist, so uns alle Tage und Stunden, und wir kön⸗

tritt uns in dem Verfasser unserer Chronik ein geistig bedeutender Mann entgegen. Er⸗ staunlich ist, daß Schaffstädt durch einen Zeitraum von 47 Jahren seine Aufzeichnun⸗ gen durchgeführt hat. Viele Tatsachen lo⸗ kaler Art, die schon längst vergessen waren, hat er auf diese Weise der Nachwelt über⸗ liefert. Am bemerkenswertesten ist wohl seine Aufzeichnung über das Reformations⸗ fest des Jahres 1817, an keiner anderen Stelle, weder in der Kirchenchronik, die

übrigens erst im Jahre 1858 begonnen wor⸗

den ist, noch in einer Gießener Zeitung war darüber etwas zu lesen. Daß unser Chronist auch ein deutschgesinnter Mann war, geht aus mancher Notiz hervor, so aus der Aeuße⸗ rung, daß es für jeden deutschen Bieder⸗

nen und sollen ihn bei allen, auch den klein⸗ sten Dingen im Gebet um Rat fragen und dessen gewiß sein, daß ihm, wie nichts zu groß, so auch nichts zu klein sei, uns zu raten und zu helfen. Selig, wer sich von 170 in allen Dingen leiten und führen 6 3.

Wer das gelernt hat, sich ganz von Jesus führen zu lassen, sich seiner Leitung anzuver⸗ trauen, der wird Gebetserhörungen erfahren, die ihn immer tiefer in die Ewigkeitsgedanken Gottes einführen werden. Seien wir uns be⸗ wußt, daß Gottes Segen immer ein Geheim⸗ nis ist. Auch müssen wir uns bemühen, die teuren Bibelworte nicht zu uns herabzu⸗ ziehen, sondern uns von ihnen emporziehen zu lassen.