Ausgabe 
26.1.1919
 
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Es ist eine stattliche Reihe von Kindern, die nach dieser Uebersicht dem Professor Lieb⸗ knecht beschert wurde, das jüngste Kind wurde geboren, als der Vater schon im 63. Lebensjahre stand. Aber dieses Haus muß ein rechtes deutsches und christliches Haus gewesen sein; denn die Kinder, die die Eltern glücklich über die ersten Jahre hinausbrachten, gelangten alle in angesehene Lebensstellungen und scheinen tüchtige Men⸗ schen gewesen zu sein. Auffallend ist, daß die Söhne allesamt Beamte oder Offiziere wur⸗ den und daß die Töchter sich nur mit Be⸗ amten verheirateten. In der alten Zeit aber boten die praktischen Lebensberufe wenig Aussichten, Fabrikanten im heutigen Sinne gab es in Gießen nicht, und Handwerk und faufsmännische Betätigung waren in die Zünfte eingeengt.

Der in unserer Uebersicht an 9. Stelle genannte Gottlieb Wilhelm studierte Rechts⸗ wissenschaft, wie das auch sein Sohn, sein Enkel und sein Urenkel getan haben. Er wurde Dr. jur. und Landgräflicher Regie⸗ rungsadvokat(die spätere Bezeichnung war Hofgerichtsadvokat) und verheiratete sich im Jahre 1782 mit Elisabetha Katharina Kempf lauch Kempff geschrieben), der Tochter des Gießener Postmeisters Kempf. Das Gießener

Postwesen scheint durch mehrere Generatio⸗ nen hindurch in den Händen der Familie

Kempf gewesen zu sein. Gottlieb Wilhelm starb im September 1805. Der Todestag ist,

wie das in den alten Kirchenbüchern all⸗

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bunden habenHerr Johann Michael Hirsch, Sekretär bey dem Fürstl. Hess. Postamt zu Frankfurt a. M., Herrn Georg Friedrich Hirsch, Hof⸗ und Kunst⸗Gärtners bey dem regierenden Herrn Grafen zu Ysenburg zu Büdingen ehelicher Sohn, und Fräulein Su⸗ sanna Philipzine Regina Jacobina von Hert, weil. Herrn Lucas Friedrich von Hert, Fürstlich Hessischen Sammtho'gerichtsraths zu Marburg und Regierungs sachs allhier hinterl. Tochter.

Ludwig Christian Liebknecht und seine Ehefrau Katharina Elisabeth Henriette hatten fünf Kinder, das dritte Kind aus ihrer Ehe ist der später so bekannt ge⸗ wordene sozialdemokratische Parlamentarier Wilhelm Liebknecht. Er war geboren am 29. März 1826 und ist mit sämt⸗ lichen Vornamen als Wilhelm Philipp Mar⸗ tin Christian im Taufbuche eingetragen. Seine Paten waren Präsident Philipp von Hert zu Homburg, der schon vom Urgroß⸗ vater Johann Georg Liebknecht her mit der Familie verwandt war, sodann Frau Ober⸗ finanzsekretär Kempff zu Darmstadt und der Postmeister Wilhelm Kempff und der Rats⸗ schöff Asmus, beide aus Gießen. Am Rande des Taufprotokolls ist von der Hand des Pfarrers Landmann eingetragen, daß Wil⸗ helm Liebknecht als Redakteur desVolks⸗ staates 1871 in den sächsischen Staats⸗ bürgerverband aufgenommen wurde. Wil⸗ helm Liebknecht war man mag sonst über seine politische Tätigkeit nicht anerkennend

gemein geschieht, nicht angegeben, sondern sprechen neben seinem Urgroßvater der

nur der Tag des Begräbnisses, der 21. Sep⸗ tember, man wird also den 19. September

geistig Bedeutendste aus der Familie, ex war wie Johann Georg Liebknecht zweimal ver⸗

als seinen Todestag ansehen können. Im heiratet. Die mir zur Verfügung stehenden Jahre 1784 verlor das Ehepaar zwei kleine Unterlagen geben mir zur Zeit keine Hand⸗

Kinder, anscheinend Zwillinge, kurz nach⸗ einander. Der am 15. November 1787 ge⸗ taufte Sohn Ludwig Christian wurde später Großherzoglicher Regierungsregistrator. Der⸗ artige Aemter werden heutzutage nicht mehr juristisch vorgebildeten Männern übertragen, Ludwig Christian war jedoch zweifellos, wie sein Vater, Jurist. Juristen waren damals öfters, namentlich in ihren Anfangsstellun⸗ gen, als Registratoren tätig. Vermutlich war er ein kränklicher Mann; denn er starb im Alter von 45 Jahren am 24. Dezember 1832 und wird im Sterbeprotokoll als pen⸗

habe, um über seine erste Ehefrau etwas in Erfahrung zu bringen, dagegen gibt unser Kopulationsbuch Aufschluß über seine zweite Ehefrau, die uns hier am meisten inter⸗ essiert. In diesem Buche findet sich nämlich eine Abschrift eines Trauungsprotokolls der vereinigten evangelischen Zivilgemeinde Darmstadt, die besagt, daß Dr. Wilhelm Liebknecht, Literat in Leipzig, Witwer seit 1867, sich am 30. Juli 1868 mit Wilhel⸗ mine Natalie Reh, Tochter des verstorbenen Hofgerichtsadvokaten Jakob Ludwig Reh und dessen Ehefrau Karoline Theodore Luise, geb.

sionierter Registrator bezeichnet. Verheiratet Weidig, ehelich verbunden habe. Reh war ein war er mit Katharina Elisabetha Henriette bekannter hessischer Politiker, der sich 1848

Hirsch, die Hochzeit scheint nicht in Gießen stattgefunden zu haben; denn unser Kopula⸗ tionsprotokoll verzeichnet nichts davon. Aus dem Eintrag über die Taufe des ersten Kin⸗ des ist nur zu ersehen, daß der Schwieger⸗

in der Nationalversammlung zu Frankfurt am Main hervorgetan hat. Die Familie Weidig ist ja, wie allgemein bekannt sein dürfte, eine der ältesten Gießener Familien. Aus der Ehe des Wilhelm Liebknecht mit

vater Postmeister war; denn als Taufpatin Natalie Reh ging am 13. August 1871 Karl

wird genanntFrau Postmeisterin Susanng Philippine Hirsch, des Kindes Großmutter.

Liebknecht hervor, der zu Leipzig geboren ist und nun in den Berliner Revolutions⸗

Auch die Schwiegereltern des Registrators kämpfen sein Leben verloren hat.

Liebknecht entstammten Beamtenfamilien

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Es ist in diesen Tagen oft gesagt wor⸗

denn unser Trauungsbuch meldet, daß am den, daß in den Adern Karl Liebknechts 30. Juli 1795 sich ehelich miteinander ver⸗ jüdisches Blut fließe, seine Mutter wurde als