Ausgabe 
22.6.1919
 
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ha ist kein terben mehr!

annter Gast nicht, soweit handelt. Da davon ent⸗ rftigen nicht Von einem reden, der bei einigen nach außen borgenen die ind sich wohl vie der Leib Nahrung be⸗ Mir scheint zu sein, die⸗ id Rechnung die uns zur n Ewigkeits⸗ ingen sollte. un wir nicht speise, nach insre Herzen us vorüber⸗ ide verweht, runde gehen ichte Hirten⸗ hten Kapitel nen nach der daß dieses jegangen ist. Jugend den kseligkeit ge⸗ eu erfahren, ater unsern und uns in einst keinen ben wird. rechen: Der ist, Jesum aronin R. LI

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Sonntags gruß

emeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen

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Gießen, I. Sonnt. n. Trinitatis, den 22. Juni 1919

8. Jahrgang

Der verborgene Gott. Psalm 18, 12. Sein Gezelt um ihn war fin⸗ ster, und schwarze, dicke Wolken, darin er verborgen war.

Als im Sommer des Jahres 1530 auf

dem Reichstage zu Augsburg über die evan⸗ gelische Sache verhandelt wurde, weilte Lu⸗ ther, der als geächteter Mann vor dem Kai⸗ ser nicht erscheinen durfte, auf der Koburg, wohin ihn sein Landesfürst beordert hatte, Melanchthon vertrat auf dem Reichstage die evangelische Kirche, Luther aber stärkte den Freund, der damals manchmal zaghaft war, durch glaubensvolle Briefe. Am 28. Juni des genannten Jahres schrieb er an ihn fol⸗ gendes Mahn- und Trostwort:Ausgang und Erfolg der Sache zermartern dich, weil du beide nicht begreifen kannst. Doch wenn du beide begreifen könntest, dann wollte ich mit der Sache überhaupt nichts zu tun ha⸗ ben, viel weniger ihr Berater sein. Gott hat sie an einen gewissen allgemein zugäng⸗

1 5 2 N eine Anzahl Familien, welche Landwirt⸗

lichen Ort gestellt, den du in deiner Rheto⸗

rik nicht hast, auch nicht in deiner Philoso⸗ phie. Dieser Ort heißt Glaube: da hat alles

seinen Platz,was man nicht siehet und was

nichts ist. Versucht einer das sichtbar,

offenbar und greifbar zu machen, wie du es

tust, der empfängt als Lohn seiner Arbeit Sorgen und Tränen, wie du sie davonträgst. Unser aller Widerspruch dagegen ist umsonst. Der Herr hat verheißen, im Dunkeln zu

wohnen, und hat die Finsternis zu seinem

Gezelt gemacht. Wer will, der mache es anders. Wenn Mose zu begreifen getrachtet hätte, auf welche Weise er endlich dem Heer des Pharao entrinnen sollte, dann wäre Is⸗ rael vielleicht noch heute in der Wüste. Unsere Lage ist jetzt, da wir nicht wissen, ob uns die nächsten Tage den Frieden bringen oder den Weitergang des Krieges, ähnlich wie die der Evangelischen im großen Jahre 1530. Der Ausgang der jetzt schwe⸗ benden Sache zermartert uns, aber wir wissen, daß Gott noch lebt und regiert und daß seine Wege eitel Güte und Wahrheit sind denen, die seinen Bund und Zeugnisse halten. Er ist oft ein verborgener Gott, aber immer unser guter Vater im Himmel.

beschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen⸗

14. Der Gießener Bürger und seine Vaterstadt um die Mitte des 19. Jahrhunderts.

5(Fortsetzung.) Außer Kaufleuten und Handwerkern zähl⸗ ten zu der alteingesessenen Bürgerschaft noch

schast und Viehzucht betrieben. Sie wohnten zum größten Teil in der Mühl⸗ und Sand⸗ gasse und in der Neustadt, weshalb man diesen Stadtteil boshafterweise dasKüh⸗ viertel nannte. Aber auch in anderen Stra⸗ ßen und Gassen hatten sie ihre Wohnun⸗ gen, Scheuern und Ställe, und wie bescheiden diese Wohnungen waren, davon kann man sich einen Begriff machen, wenn man Alt⸗ Gießen einmal durchstöbert. Viele der alten Häuschen sind zwar im Laufe der Jahre verschwunden, aber das, was noch steht, genügt, um erkennen zu lassen, mit wie wenig Raum sich der Gießener Landwirt mit Kind und Kegel, Vieh, Erntevorräten, mit Schiff und Geschirr begnügen mußte. Gießen als Festung ließ eine Ausdehnung nicht zu, und so mußte der vorhandene Raum nach Möglichkeit ausgenützt werden.

In dem Adreßbüchlein von 1840 ist ein Kuhhirt Dechert, auf dem Tiefenweg wohnend, aufgeführt, wonach zu schließen

ist, daß damals(wie ich nachträglich hörte, eine ansehnliche) Rindviehherde vorhanden

war. In der Hauptsache erstreckte sich jedoch die Viehzucht im vorigen Jahrhundert in Gießen auf die Schafhaltung, die anschei⸗ nend in hoher Blüte stand; denn der Bestand bezifferte sich durchschnittlich auf 1200 Stück, die sich mit etwa je 300 Stück auf die Neustädter, Neuenweger, Walltorer und Sel⸗ tersweger Schäferei verteilte. Die Schaf⸗ züchter nannte mandie Hehmilsherrn. Sie sahen verächtlich auf die Landwirte herab, die keine Schafe besaßen, und hielten sich, so unglaublich dies erscheint, von diesen gesondert. Alles, was keineHehmil hatte, warButschka, ein etymologisch dunkler Ausdruck, mit dem ihre Minderwertigkeit bezeichnet wurde. Dieser eingefleischte, ebenso sonderbare, wie lächerliche Stolz hatte sich so ausgebildet, daß sich mancher der Nicht⸗ schafhalter, um sein Ansehen zu heben und sich mit denHehmilsherrn auf die gleiche Stufe zu stellen, entschloß, mindestens zwei Schafe anzuschaffen! Die Schafe waren eine mit jedem Tag sich erneuernde Quelle an Freuden der Kinder der damaligen Zeit. Morgens um 6 Uhr begann das Sammeln der Tiere. Die Schäfer gingen ihr Stadt⸗ viertel ab und gaben den Schafhaltern durch einen langen, gellenden Pfiff das Signal zum Oeffnen der Ställe, aus welchen dann die Insassen mit allerhand Kapriolen herausstürmten und sich mit der Herde ver⸗ einigten. Langsam trippelte diese dann mit