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guten Ruf hatte. Hierzu möchte ich noch be⸗ merken, daß für diese Häuser Spezialfuhr⸗ werke bestanden, welche den Wein per Achse noch Ende der sechsziger Jahre aus der Pfalz und Rheinhessen holten. Nebenan befand sich die Sattlerei von Bernhard Kuhne, der den Alten noch als späterer Bahnhofsrestaurateur bekannt ist. Durch den gemeinsamen Hof folgten die Häuschen von Möhl und Schuh⸗

machermeister Felsing, letzterer ist durch die

LokalposseSpenglermeister Bimbächer bekannt. 5 1 (Schluß folgt.)

Zur Geschichte der Gießener Familien.

(Fortsetzung.)

Um einzelne Glieder der Familie Ebel voneinander zu unterscheiden, hat man ihnen in alter Zeit nach den Häusern, in denen, sie wohnten, Beizeichen gegeben. Bald hießen sie Ebel zum Helm, bald zum Hirsch, bald zur Krone. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß diese Häuser Gasthäuser gewesen sind; in vergangenen Tagen haben namentlich die Häuser der Patrizier, der angesehenen Bür⸗ ger, solche Bezeichnungen geführt, sicherlich nach dem Schilde, das an ihnen wahrzuneh⸗ men war. Der in unserem ältesten Taufbuch zuerst erwähnte Jost Ebel war ein Ebel zum Hirsch. Für das Jahr 1610 wird einmal kurz verzeichnet Johannes Ebel Helm; es ist aber auch möglich, daß hier aus Versehen das Wortzum ausgefallen ist. Sinnentstellende Schreibfehler sind den Alten vor 300 Jah⸗ ren öfter unterlaufen, als uns in der Gegen⸗ wart, wie wir aus einem späteren Beispiele noch sehen werden.

Wie Herr Professor Dr. Ebel dem Ver⸗ fasser mitteilt, so taucht sein Geschlecht ur⸗ kundlich hier zum ersten Male im Jahre 1469, also 14 Jahre vor Luthers Geburt, auf. Hier sei eine Ahnenreihe dieser Fami⸗ lie wiedergegeben, die sich vom 16. Jahr⸗ hundert bis auf die Gegenwart erstreckt. Mit voller Sicherheit können wir allerdings erst von dem Johannes Ebel zum Helm aus⸗ gehen, der sich am 19. April 1601 mit Su⸗ sanna Baunach verheiratet hat. Die Eltern des Genannten sind nicht mehr mit Sicher⸗ heit festzustellen; denn im Jahre 1579 wur⸗ den hier zwei Kinder Ebel geboren, die beide Johannes hießen und deren Väter auch den gleichen Vornamen, nämlich Adam, hatten. Die Frau des einen hieß Margaretha, die des anderen Magdalena, beider Mädchen⸗ namen werden nicht genannt. Der aus un⸗ seren Kirchenbüchern festzustellende Urahne dieser Linie hieß also zweifellos Adam Ebel. Von seinem Sohne Johannes geht folgende Reihe von Nachkommen aus: Johannes Konrad Ebel getauft 9. Juni 1612, verhei⸗ ratet mit einer Anna Margaretha, deren Mädchennamen auch nicht genannt wird.(In dieser Aufstellung, wie bei den später noch mitgeteilten Ahnenreihen anderer Familien,

folgt immer dem Vater der Sohn.) Georg Henrich Ebel, getauft 27. März 1655, heira⸗ tete Anna Barbara Eberling. Johann Jakob Ebel, getauft 22. November 1689, hei⸗ ratet Margaretha Gertraud Stumpf. Georg Henrich Ebel, geboren 14. März 1735, heiratet Johannetta Rosina Wallenfels. Georg Henrich Ebel geboren 5. Mai 1765, heiratet Anna Margaretha Vogt. Johann Daniel Ebel, geboren 12. Dezember 1806. Karl Andreas Emil Ebel, geboren 7. Fe⸗ bruar 1833. Karl Ebel, geboren 1868.

b Ferber.

Von 1575 bis 1593 wurden 20 Kinder geboren, die den Namen Ferber trugen. Das zuerst auftauchende Kind ist Katharina Ferber, Tochter des Nickel(Nikolaus) Fer⸗ ber, es wurde getauft am 2. Mai 1579. Als Familienväter für diese Zeit kommen weiter in Betracht Gerlach, Johannes, Jost und Konrad Ferber.

Aus dieser Familie ging der Großherzog⸗ liche Bürgermeister von Gießen und spätere Materialienverwalter an der Oberhessischen Bahn Heinrich Ludwig Ferber hervor, ge⸗ boren am 25. Januar 1813, verstorben am 20. Januar 1882. Dessen Vater war der Weißgerber und Kürschner Johann Philipp Ferber, von dem sein Enkelsohn, unser treff⸗ licher Mitarbeiter, Herr Heinrich Hochstätter sen. imSonntagsgruß ein so anziehendes Bild entworfen hat. Der Großvater des ge⸗ nannten Bürgermeisters war der Weißgerber Johann Ludwig Ferber, geboren am 30. Juli 1741, der Urgroßvater war der Weißger⸗ ber Asmus Ferber. Auch hieraus ersieht man, was noch für viele andere Gießener Familien, namentlich für die Familie Löber zu konstatieren ist, daß gewisse Berufe durch eine lange Ahnenreihe in derselben Familie forterbten.

c) Frech.

Am 6. Januar 1577 wurde getauft Anna Elsbeth, Tochter des Melcher Frech, weitere Familienväter dieser Zeit sind Doenges(An⸗ tonius) und Hans Frech. Wir können hier folgende Ahnenreihe feststellen: Antonius Frech heiratet am 17. Mai 1648 die Anna Maria Fischer. Kraft Frech heiratet 1662 die Anna Barbara Reuling. Diese Frau starb schon im darauffolgenden Jahre, 1665 verheiratet sich der Witwer mit Gertrud Möhl aus Münzenberg. Adolf Frech hei⸗ ratet 1706 Eleonore Vetzberger. Johann Balthasar Frech, heiratet 1736 Elisabeth Margaretha Hamel. Ludwig Frech, hei⸗ ratet 1774 Maria Katharina Schwan. Johann Melchior Frech, heiratet 1815 Ka⸗ tharina Emmel. Heinrich Daniel Karl Martin Frech heiratet 1849 Christing Luise Pugge. Der Sohn dieser beiden ist unser geschätzter Mitarbeiter Herr Louis Frech, des⸗ sen Vorfahren wir somit bis zum Jahre des westfälischen Friedens festgestellt haben. Auch in dieser Familie blieben die Söhne lange Zeit hindurch bei dem Berufe des Vaters;