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zu entzweien suchte. Sand studierte in Jena; in den Osterferien zog er zu Fuß über Gie⸗ ßen, wo er mit den Mitgliedern der dortigen Burschenschaft verkehrte, nach Mannheim, um da seine Tat zu vollbringen. Als ein Heidelberger Chirurg ihn mit vieler Mühe hergestellt hatte, richtete man ihn in Mann⸗ heim hin.
„In dem Mertz ist der Anfang gemacht worden vorm Seltzertor mit der Schossebrück (Chausseebrücke). Auch ist das Bußket(Bos⸗ ket) vor dem Waldthor angelegt worden von Bauinspektor Reiber. Die Bezeichnung „Waldtor“ und nicht, wie es heute heißt, „Walltor“ ist die richtige.
„D. 13ten July ist die neue Brück vor dem Selßertor zum erstenmahl befahren worden.“
„D. 20ten July hat unß meine Tochter von Hanau mit ihrem kleinen Kind besucht auf 3 Wochen.“ 5
„D. 29ten July ist ein Klassiker namens Groß bey der neuen Mühl ertrunken.“
Nach dem Kirchenbuche war das der Gym⸗ nasiast Christian Groß, 17 Jahre alt, Sohn des Pfarrers Groß zu Speckswinkel bei Mar⸗ burg, er ertrank beim Baden. Die Bezeich⸗ nung„Klassiker“ anstatt„Gymnasiast“ hat man auch anderwärts gebraucht, sie war jedenfalls sehr ehrenvoll.(Forts. folgt.)
Zum Nachdenken. „Das Wort Gottes erst löst uns des Lebens und der Welt Rätsel.“ Als ich kürzlich im Alten Testament ein Wort fand, das der Herr einst zu Salomo sagte, schien es mir einem jeden von uns gerade in jetziger Zeit eine Mahnung zu sein, nachzudenken, was es uns wohl zu sagen habe. Denn wir alle haben wohl die Ueber⸗ zeugung, daß Geist und Sinn dieser alten Schriften uns während der letzten Jahre näher gerückt, verständlicher geworden sind. Wir sehen, daß vieles, was uns jetzt beun⸗ ruhigt, in jenen Zeiten schon die Seelen nach⸗ denklicher Menschen beschäftigte und beküm⸗ merte; sie hatten aber den Vorzug, daß Gott selbst ihnen fühlbar näher war; sie hatten sich noch nicht in ihrem Leben und Streben so weit von ihm entfernt wie die Menschen der Gegenwart. Da trifft uns das Wort:„Bitte, was ich dir geben soll!“ recht eindringlich; fragen wir
uns doch, wie würde unsere Antwort lauten, haben wir doch jetzt so viele Wünsche auf unserm Herzen! Wir müssen diesem Könige von Herzen dankbar sein, zeigt er uns doch in seiner Bitte um„ein gehorsames Herz“ die Grundlage aller Glückseligkeit auf Erden, das einzige Mittel, im Sturmgebrause des Lebens unbeirrt und vertrauend sich von Gott führen zu lassen und damit zum Frie⸗ den zu kommen; denn der Vater im Himmel wird keins seiner Kinder je verlassen, dessen Herz ihm ganz gehört.
Leben ein Sinnbild des ewigen Lebens ist;
denn für den Christen hat das irdische Leben ohne ein ewiges Leben keinen Sinn; erst in der Ewigkeit erhält das irdische Leben seine Vollendung. Einst werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah. Baronin R.
Kleine Mitteilungen.
Zum letzten Male öffneten sich, wie die Darmstädter Zeitung schreibt, am Sonntag, dem 29. Juni, die Pforten der Schloßkirche zu Darmstadt ihren Besuchern als Großher⸗ zogliche Hofkirche. Zahlreich hatte sich die Ge⸗ meinde, in ihrer Mitte die Großherzogliche Familie, zu diesem letzten Gottesdienst einge⸗ funden, der nicht das Gepräge einer Trauer⸗ feier trug, sondern auf Trost und Kraft, Glaubenszuversicht und Dank gegen Gott ge⸗ stimmt war in Predigt und Gemeindelied, Orgelklang und Chorgesang. Jahrhunderte durch ist die„Fürstliche Hofkapelle“ mit dem Hessischen Fürstenhaus verbunden gewesen; in guten und schweren Tagen war sie die Stätte der Andacht und Anbetung. Diesem Zweck soll sie auch künftig erhalten bleiben. Von der evangelischen Stadtgemeinde wird sie übernommen und der„Schloßgemeinde“ als Gotteshaus überwiesen werden.
Während des Krieges standen 67 Geist⸗ liche der Hessischen evangelischen Landeskirche im Heeresdienst. Davon waren 44 im Seel⸗ sorgedienst des Heeres(Front oder Etappe) tätig, 6 im Lazarettdienst und 1 im Verwal⸗ tungsdienst des Heeres, 16 Geistliche dienten mit der Waffe, darunter 12 als Offiziere; 6 Geistliche sind gefallen bzw. im Felde ver⸗ storben. Ferner standen 33 im kirchlichen Vorbereitungsdienst stehende Kandidaten im Heeresdienst; 2 derselben sind gefallen.
Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 13. Juli(4. nach Trinitatis). Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.— Vormittags 9 Uhr: Pfarr⸗ assistent Schaefer.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrassistent Schaefer.
In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ den aus der Lukasgemeinde. Pfarrer Bech⸗ tolsheimer.— Vormittags 9¼ Uhr, zu⸗ gleich Militärgottesdienst. Pfarrer Ausfeld. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesgemeinde. An⸗ meldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.— Vormittags
„Wir wissen, daß in jedem Menschenleben 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes⸗ ein Gleichnis Gottes liegt, daß eines jeden gemeinde. Pfarrer Ausfeld.
Verantwortlich: pfarrer Becht ols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buck⸗ und Steindruckerei N. Lange, Gießen.
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