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sammenhang bis zur Gegenwart feststellen. Unmöglich konnte diese Untersuchung auf alle jetzt noch in Blüte stehenden Familien ausgedehnt werden, die allermeisten die heute in unseren Mauern wohnen, sind erst im Laufe der letzten Jahrzehnte zugezogen, lei⸗ ten ihren Ursprung also von den verschie⸗ densten Teilen des deutschen Vaterlandes her. Die Familien der Beamten, Professoren und Pfarrer sind überhaupt hier nicht be⸗ rücksichtigt; denn die haben meist— etwa mit Ausnahme der Familie Liebknecht— nur kurze Zeit hier bestanden, im wesent⸗ lichen handelt es sich in den nachfolgenden Darlegungen also um bürgerliche Familien. Der Verfasser kann natürlich nicht für jede Familie einen lückenlosen Stammbaum auf⸗ stellen, ist aber bereit, denen, die es wün⸗ schen, gelegentlich nähere Auskunft zu geben. Er ist sich bewußt, daß die Ergebnisse mühe⸗ vollen Suchens, die hier mitgeteilt werden,
nicht lückenlos sind, und macht es daher, wie es die Banken machen, wenn sie einem Kunden den Auszug aus seinem Konto geben, er setzt hier den Vermerk voran: Irrtum vorbehalten!
Die nachfolgenden Darlegungen teilen sich in drei Gruppen. Der erste Teil beschäftigt sich mit Familien, die zweifellos hier alt⸗ eingesessen sind, im zweiten Teile werden Familien behandelt, die nach Ausweis der Kirchenbücher in früherer Zeit hier einge⸗ wandert sind, im dritten Teile dieser Unte suchung soll auf Familien eingegangen wer⸗ den, die ausgestorben oder wenigstens aus unserer Stadt verschwunden sind.
1. Alteingesessene Familien.
Hierunter verstehen wir solche Familien, die schon vor dem Dreißigjährigen Kriege hier wohnten, in unseren ältesten Kirchen⸗ büchern verzeichnet sind und bis auf diesen Tag hier vorhanden sind. Alte Familien, die hier im Verschwinden sind und nur noch durch einzelne Frauen vertreten werden, sind die Familien Dech, Friebel, Lampus und Pistor. Doch ist es bei den Familien Dech und Friebel fraglich, ob ihre heute lebenden Glieder mit den früher hier leben⸗ den Vertretern dieser Namen Verbindung haben oder ob sie von außen zugewandert sind. In den ältesten Kirchenbüchern kom⸗ men noch weitere Namen vor, die heute hier noch zu finden sind, doch gilt auch von ihnen, was wir von den Familien Dech und Friebel gesagt haben, man kann nicht nachweisen, ob hier eine ununterbrochene Ahnenxeihe vorliegt. Das gilt von solchen Familien, deren Namen sowohl in unserer Nachbarschaft als auch in größerer Ent⸗ fernung von Gießen zu finden sind, so von den Familien Adam, Allendorf, Benner oder Bender(beide Namen sind gleichbedeu⸗ tend, Becker, Bechtold, Bieraug(Bierau), Burkhardt, Fetzburg(Vetzberger), Fischer, Gontrum(Guntrum), Heuser(Häuser),
Weigel, Wittig(Wissig), Zimmermann. i
Kempff, Lampus, Löber, Lony, Noll, Pisso
Hamel, Heß, Hoch, Jung, Moeller(Mullen, Oßwald, Röder, Scheffer(Schäfer, Schäsfe Scherer, Schmid(Schmidt), Schlosser, Seh (Seib, Seipp), Wagner, Weller, Werng,
Sicherheit kann man jedoch als alteing⸗ sessene Gießener Familien ansehen die d milien Ebel, Ferber, Frech, Kämmer
Sack, Stohr, Textor, Wallenfels un Weidig. Deren Spur geht gewiß noch weiln zurück, als bis zum 16. Jahrhundert. Viel leicht findet sich einmal ein Historiker, der die im hiesigen städtischen Archiv vorhan⸗ denen Urkunden nach dieser Richtung unten sucht.
Der älteste Taufeintrag bezieht sich au das am 2. Oktober 1575 getaufte Kind Aum Elsbeth Hoch, Tochter des Melcher(Nel chior) Hoch und seiner Ehefrau Agathe.
Auf die oben genannten ältesten Gießener Familien soll hier etwas näher eingegangen werden.
a) Ebel.
Dieses Geschlecht, das heute hier nur not durch die Familie des Professors und Stadl verordneten Dr. Karl Ebel vertreten it, war am Ende des 16. Jahrhunderts hier sehr ausgebreitet. Das älteste Taufbach ver⸗ zeichnet für den Zeitraum von 18 Jahren (1575—1593) im ganzen 40 Kinder, die den Namen Ebel tragen. Als Familiendätr werden genannt Jost Ebel, Adam Ebel, Henrich Ebel, Arnold Ebel, Peter Ebel, Hans Ebel, Konrad Ebel, Salomon Ebel (beerdigt am 3. Februar 1623). Es bestanden also in den angeführten Jahren hier 8 Fa milien Ebel. Der erste Ebel, der in den Kirchenbüchern auftaucht, ist Jost Ebel, ihm wird 1576 ein Kind geboren. In dem geil raum von 1599 bis 1614 wurden 42 fi der, die den Namen Ebel tragen, getaust.
(Fortsetzung folgt.)
Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst.
Sonntag den 12. Oktober, 17. n. Trinitatz, Kollekte für die Gemeinde Hüttenfeld. Feier zur Eröffnung des Konfirmanden⸗
unterrichts.
In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr; Kin derkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarre Mahr.— Abends 6 Uhr: Pfarrer Becker.
In der Johanneskirche. Vormittags g Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vormittag 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde⸗ Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 6 Uh: Pfarrer Ausfeld.— Abends ½8 Uhr: Ni einigung der konfirmierten weiblichen Ju gend der Lukasgemeinde im Lukassaal.— Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im g hannessaal.
Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Berlag der Brühl schen Untverfitäts, Buck. und Stesndrütet
R. Lange,
Gießen.
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