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wagen stand, abgebrannt, und daß eine An⸗ zahl dieser possierlichen Tiere dabei um⸗ gekommen war Man hatte die Ueberlebenden in einer großen Kiste untergebracht. Da saßen sie drin und froren jämmerlich; denn beim Löschen waren sie naß geworden. Zum Glück hatten die Raubtiere von dem Feuer nichts zu sehen bekommen, denn ihre Wagen waren, wie dies allabendlich und schon der

Kälte wegen geschah, mit Vorstelläden ver⸗ schlossen worden. Die Leute der Menagerie machten sich mit dem Aufräumen der umher⸗ liegenden Gegenstände zu schafsen. Sie hatten übernächtige Gesichter, auf denen der aus⸗ gestandene Schrecken zu lesen war.

Ueber die Ursache des Feuers befragt, erklärten sie: Der wegen der Kälte überreich mit Stroh versehene Affenwagen habe an dem vor demselben aus dem gleichen Grunde aufgestellten Ofen Feuer gefangen. Ein Glück sei es gewesen, daß bei dieser Menagerie die Einrichtung einer Nachtwache bestanden habe und das Feuer gleich bemerkt wor⸗ den wäre, sonst hätte durch Ausbruch der Tiere schweres Unheil entstehen können. Ich fragte einen Knaben, ob Fräulein Olga etwas zugestoßen sei.Nein, sagte er;ihr ist nur der Schrecken in die Glieder ge⸗ fahren. Sie liegt im Bett. Ich bekam

also von meiner Freundin nichts zu sehen, auch am Nachmittag nicht, als ich mit einigen

Schulkollegen noch einmal hinausging.

Auch am Montag ließ mir der Gedanke

an das Mädchen keine Ruhe, und als die Schule aus war, lief ich nochmals in den Os⸗ waldsgarten. Aber da war alles verschwun⸗ den. Nur ein schwarzer Brandfleck und ge⸗ frorene Wasserlachen verrieten die Stelle, wo das Feuer gewütet hatte. Von Olga habe ich nie wieder etwas gehört. Damit schließt mein erstes und alleiniges zoologi⸗ sches Jugenderlebnis.

Neben der Tierkunde erschien auchdas Französische als neues Klassenfach auf dem Unterrichtsplan, und unserem Klassenführer Dr. G. lag es ob, uns die Anfangsgründe beizubringen. Er mühte sich damit redlich ab, aber trotzdem war bei uns etwas bockbeinigen Gesellen viel Spreu unter dem Weizen. Da kam eines Tages es geschah dies von Zeit zu Zeit der Direktor in die französische Stunde, hörte eine kurze Zeit dem Unterricht zu und warf hier und da eine Bemerkung dazwischen. So fragte er einen der Schüler, wieaber auf Fran⸗ zösisch heiße. Er wußte es nicht und sah ängstlich nach dem etwas hinter dem Ge⸗ strengen stehenden Lehrer, welcher dem in der Klemme Steckenden durch entsprechende Mundbewegungen zu helfen suchte, er be⸗ griff es aber nicht. Dr. G., dem die Sache wohl auch etwas peinlich war, sagte nun: Herr Direktor, der Junge weiß es sicher, er ist nur etwas verdattert. Dann wandte er sich an diesen und fragte:Weißte dann nicht, wie das Mählämmche macht? Da

ging dem Jungen ein Licht auf, und ver⸗ ständnisinnig blökte er so naturgetreu, daß ihn ein Hammel hätte beneiden können: Määäh!Gut, meinte der Direktor, dünn lächelnd.Du kannst dich als Schaf sehen lassen, so oft du willst! Dann ging er. In der Klasse herrschte Totenstille, und draußen auf dem Gange hörte man das trockene, harte Räuspern des sich entfernen⸗ den, ebenso beschaffenen Schulmonarchen. (Fortsetzung folgt.) 5

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 26. November. Totensonntag.

Kollekte für die hessische Kriegsstiftung.

Stadtkirche. Vormittags Uhr: Pfarrer Becker. Vormittags 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker. Abends 5 Uhr Pfarrer Mahr. Jugendvereinigung der Matthäusgemeinde: Jeden Montag, abends 8 Uhr, männliche Abteilung; jeden Donnerstag, abends 8 Uhr, weibliche Abteilung. Montag, den 27. No⸗ vember, abends 8 Uhr: Vereinigung der kon⸗ firmierten weiblichen Jugend der Markus⸗ gemeinde. Dienstag, den 28. November, nachmittags 4 Uhr: Frauenmissionsverein. Donnerstag, den 30. November, abends 8 Uhr: Zusammenkunft des Frauenvereins der Markusgemeinde.

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Johanneskirche. Vorm. Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bech⸗ tolsheimer. Abends ¼8 Uhr: Vereini⸗ gung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde. Montag, den 27. November, abends ½8 Uhr: Konfir⸗ mandenvereinigung der Lukasgemeinde, weib⸗ liche Abteilung. Montag, den 27. No⸗

vember, abends 8 Uhr, im Johannessaal:

Versammlung der vier Gemeindefrauen⸗ vereine. Bericht der Frau Kindt über den Sozialen Kursus in Darmstadt, Bespre⸗ chung über Mitwirkung bei der Nothilfe.

Alter Friedhof. Nachmittags 2 Uhr: Pfarr⸗ assistent Becker. 5

Neuer Friedhof. Nachmittags 3 Uhr: Pfarr⸗ assistent Delp.

Am 1. Advent in beiden Kirchen Beichte und Feier des heiligen Abendmahls in den Hauptgottesdiensten.

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Evang. Arbeiterverein.

Montag, 27. November, 8/ Uhr: Vor⸗

standssitzung. * 0 Wartburg verein. Sonntag, 26. November(Totensonntag), abends 8 Uhr: Ernste Feier im Heim Mittwoch, 29. November, abends 8 Uhr: Generalversammlung im Heim, Diezstr.

RN. Lange, Gießen.

Verantwortlich; Pfarrer Bechtolshefmer, Druck und Berlag der Brüßhl'schen Untwersfftfts⸗Buch⸗ nnd Stern druckere