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am 5. Februar 1902. Eine Fülle von Ehrungen ward ihm zuteil. a

Seine eiserne Gesundheit, die dem Achtzig⸗ jährigen die Fortsetzung seines Dienstes er⸗ möglichte, wurde aber bald darauf durch eine Erkältung, die er sich auf einer Visitations⸗ reise nach Wallernhausen in Oberhessen zu⸗ gezogen hatte, schwer erschüttert, und be⸗ reits am 19. Mai 1902, es war der zweite Pfine ig, beschloß er sein arbeitsreiches und arbeitsfreudiges Leben. Seine Beerdi⸗ gung am 24. Mai gehörte zu den imposan⸗ testen Trauerkundgebungen Darmstadts. Die allgemeine Teilnahme der verschiedensten Kreise und Richtungen zeigte, daß Habicht keine Feinde gehabt hatte. Mit ihm war ein Stück hessischer Kirchengeschichte dahingegan⸗ gen: kein anderer war so eng wie er mit

der hessischen Kirchengeschichte der zweiten

Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts ver⸗ wachsen, und darin beruht auch die bleibende Bedeutung seines Lebens und Wirkens.

Noch einmal: Ein Sonntag in Galizien.

Ende Dezember 1921 sandte ich mit einem Brief die Nummer desSonntagsgrußes, in der zum erstenmalEin Sonntag in Galizien veröffentlicht worden wax, an das Pfarramt in Rekliniec, in der Hoffnung, daß der Pfarrer, in dessen Heim ich damals so freundliche Aufnahme gefunden hatte, sie erhielte. Nach einem Monat bekam ich ein sehr herzliches Antwortschreiben des Pfarrers, aus welchem die Leser wohl das Folgende interessieren wird:

Eine sehr angenehme Ueberraschung ha⸗ ben Sie uns durch die Uebersendung Ihres Briefes bereitet! Empfangen Sie unseren

wärmsten Dank hierfür, wie auch für die Abfassung und die gütige Zusendung des

Stimmungsbildes, in dem wir vielleicht in etwas unverdient gutem Lichte dargestellt werden. Möge es jedoch zugunsten unserer überall verkannten unglücklichen Nation dienen.(Rekliniec gehörte zu Oesterreichisch⸗ Galizien, jetzt ist es polnisch; die Bewohner sind Ruthenen. Der Einsender.) Wir wun⸗ dern uns, daß Sie sich unserer nach so ver⸗ hältnismäßig langer Zeit und nach so vielen Eindrücken, die der lange und weite Feldzug Ihnen dargeboten hat, noch erinnern. Un⸗ sererseits gestehen wir, daß Ihr kurzer Aufenthalt in unserer Ortschaft während der furchtbaren Tage des Jahres 1915 tief im Gedächtnis geblieben ist. Die Liebens⸗ würdigkeit, die Sie uns damals nach Abzug der Russen entgegengebracht haben, hat uns mit Freude und Stolz erfüllt, und wir waren froh, daß wir, denen von seiten der westlichen Welt halbasiatische Bildungsstufe zugemutet wurde, Gelegenheit dazu hatten, uns im wirklichen alltäglichen Lebens⸗ wandel kennen zu geben.

Wir haben während der zwei vorletzten Jahre vieles erlebt es waren in unserer

Ortschaft bittere Kämpfe mit allen Begleit⸗ erscheinungen; wir haben unseren liebsten Sohn ler war zur Zeit Ihres Aufenthaltes bei uns noch nicht eingerückt) verloren; nachdem dieser nach glücklich überstandener Kriegsgefangenschaft in Rußland heimge⸗ kehrt war, ist er hier im Heimatlande im Jahre 1919 im Kampfe fürs Vaterland den Heldentod gestorben. Das hat unser Familienglück auf einmal zerstört, und so eine Wunde läßt sich in einem Menschen⸗ leben kaum heilen.

Der Brief schließt mit der Bitte, ihn ge⸗ legentlich zu beantworten, was ich auch tun werde, mit dem Wunsche, daß wir noch alle bessere Zeiten erleben mögen.

Trümpert.

Kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 26. Februar. Esto mihi.

In der Stadtkirche. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Becker. Vorm. 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker. Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. Beichte und Feier des heil. Abendmahls für Matthäus- und Markusgemeinde. Mon⸗ tag, den 27. Febr., abends 8 Uhr: Vereini⸗ gung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Montag, den 27. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. Dienstag, den 28. Fe⸗ bruar, nachmittags 4 Uhr: Frauenmissions⸗ verein. Mittwoch, den 1. März, abends 6 Uhr: Passionsgottesdienst. Pfarrer Becker.

In der Johanneskirche. Vorm. 91/ Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Abends 6 Uhr; Pfarrer Bech⸗ tolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannes⸗ gemeinde. Abends 7¼½ Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde. Montag, den 27. Februar, abends Uhr: Jugendvereini⸗ gung der Lukasgemeinde(weibliche Abtei⸗ lung). Donnerstag, den 2. März, abends 8 Uhr: Kirchliche Vereinigung der Johan⸗ nesgemeinde im Johannessaal. Freitag, den 3. März, abends Uhr: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Johannes⸗

gemeinde. 1

Evang. Arbeiterverein. Sonntag, den 26. Februar, abends 8 Uhr,

im Johannessaal!: Kammermusik⸗ abend.(S. Monatsprogramm.)

Wartburg verein. Sonntag, den 26. Februar, abends 8 Uhr, im Markussaal: Familienabend. Mu⸗ sikalischer und deklamatorischer Wettstreit. (S. Monatsprogramm.) Nachm. 2 Uhr: Spaziergang. Treffpunkt: 2 Uhr Heim.

Berantworflsch; Pfarrer Bechtols heimer, Druck und Perlag der Brühl'schen Unwerfttäts⸗Buch⸗ und Steindrucke rei R. Lange. Gießen

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