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Sachlage. Viel Material und Gefangene find uns nicht in die Hände gefallen. Viel⸗ leicht ist in Nowo-Georgiewsk, das ja rings⸗ um eingeschlossen ist, etwas mehr zu holen. Aber auch hier werden die Russen ihr bestes Material weggeschafft haben. Nach der großen Eile, ja Hast, mit der sie in den letzten Tagen auf Brest⸗Litowsk, von dessen äußerem Fortgürtel wir nur noch 33 Kilo⸗ meter entfernt sind, zurückgingen, ist aller⸗ dings anzunehmen, daß ihnen von Westen und Norden her große Gefahr droht. Ich hoffe, daß es doch noch gelingen wird, ihnen eine empfindliche Niederlage zu bereiten. Die Kämpfe hier sind, was Tote und Ver⸗ wundete anlangt, für uns verlustreicher wie für die Russen.(Fortsetzung folgt.)
Per aspera ad astra.
Es wurde einst ein stiller Engel
Als Himmelsgabe mir geliehn,
Der in des Erdenlebens Mängel
Mich lehrte, das Gemeine fliehn.
Er führte mich durch Frühlingsauen Voll Blütenduft und Sonnenschein,
Er war mir nah in Nacht und Grauen, Bei Freud und Leid, Gefahr und Pein. Ging auch der Weg durch Felsentäler, Wo er im Nebel sich verlor,
Und ward der rauhe Pfad noch schmäler, Zum Lichte führt' er mich empor.
Er wär gestorben, kam die Kunde,
Und sei schon lange, lange tot.
Mit Schmerz gedenk' ich jener Stunde, Erwähne sie nicht ohne Not.
Doch sagt mir, können Engel sterben? Es stirbt der Mensch, der Engel?— Nein! Mit Menschenantlitz soll er werben
Fürs Gute, er soll Bote sein.
Ist dann sein Erdenwerk vollendet, So schwebt er auf zum Sternenthron, Sein Erdendasein ist geendet
Und er empfängt des Höchsten Lohn.
Da wo sich über Fluren spannt
Des Regenbogens leuchtend Zelt,
Eil' schnell dahin, wo er noch stand,
Du findest nichts als ödes Feld.
Und so entweicht für Ewigkeiten
Das, was du wähntest greifbar nah. Drum lern erkennen schon beizeiten:
Nur Gottes Gnad ist immer da.
Führt dich dein Pfad durch dunkle Täler, Wo er im Nebel sich verliert,
Und wird dein rauher Weg auch schmäler, Sei still, wenn er dich aufwärts führt.
Uleine Mitteilungen.
Die Umwälzung unseres ganzen Wirt⸗ schaftslebens und die immer f Geldentwertung haben alle Kreise unseres Volkes in Mitleidenschaft gezogen. Zwar können die, die noch arbeiten und erwerben können, einigermaßen durchkommen; auf das
schwerste aber betroffen sind die Alten, die nicht mehr zu arbeiten vermögen. In diesen Kreisen herrscht Jammer und Not. Es ist deshalb heilige Pflicht des Staates und der Gemeinden, hier helfend einzugreifen. Aber das, was Staat und Gemeinden hier in anerkennenswerter Weise leisten, genügt micht, um der vorhandenen Not zu steuern, auch die evangelische Kirche hat die Pflicht, sich der Alten in ihrer Mitte anzunehmen. Darum ist es zu begrüßen, daß das Ober⸗ konsistorium angeordnet hat, daß in diesem Monat für Altershilfe eine Kirchenkollekte erhoben und eine Haussammlung veranstaltet wird; erfreulicherweise ist dabei bestimmt worden, daß nach Gutdünken der Kirchen⸗ vorstände die dabei eingehenden Gelder zum größten Teile in den Gemeinden selber ver⸗ wendet werden sollen. Sonntag, den 23. Juli, wird in unseren beiden Kirchen diese Kollekte erhoben und durch junge Glieder der Ge⸗ meinde die Haussammlung vorgenommen werden. Wir richten an unsere Gemeinde⸗ glieder die Bitte, die Sammler freundlich aufzunehmen und zu dem guten Zwecke nach Kräften beizusteuern. Mögen namentlich die Wohlhabenden und Reichen dabei an das Bibelwort denken: Wohlzutun und mitzu⸗ teilen vergesset nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl.
Kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 23. Juli, 6. n. Trinitatis.
In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Vormittags 9 Uhr: Pfarrass. Becker.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfarrassistent Becker.— Jugendvereinigung der Matthäus⸗ gemeinde: Montag, 24. Juli, abends 8 Uhr: männliche Abteilung, Dienstag, 25. Juli, abends 8 Uhr: weibliche Abteilung.
In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Lukasgemeinde: Pfarrer Bech⸗ tolsheimer.— Vormittags 9½ Uhr: 1 Ausfeld.— Vormittags 11 Uhr: inder⸗ kirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Donnerstag, den 27. Juli, abends 8 Uhr: Versammlung der kirchlichen Vereinigung der Johannesgemeinde im Jo⸗ hannessaal.— Sonntag, den 30. Juli, im Hauptgottesdienst Feier des hl. Abendmahls ö für Lukas⸗ und Johannesgemeinde..
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Evang. Arbeiterverein. Montag, den 24. Juli, abends 8/ Uhr, Vorstandssitzung im Vereinslokal. a
Wartburg verein.
Sonntag, 23. Juli, nachm. 2 Uhr, Lud⸗ wigsplatz: Gemütl. Spaziergang. Führer: Ganß, Schott.
Peranfworilich: Pfarrer Bechtolshelmer. Druck und Perlag der Brühlschen Untversstäts⸗Buch⸗ und Steindruckeref N. Lange, Gießen.


