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Was ihr habt, ist nichts als die Erde, weiter nichts als die Erde. Alles andere ist Traum und Schaum!“— dann gebt ihnen die Ant⸗ „Der mir dies Kleinod meines Christen⸗ glaubens in das Herz gesenkt hat, mein Herr Jesus Christus, hat diesen Thron gesehen.“
Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme!
Ein Straßenbild Kameruns. Von Missionar Heinrich Walt her-Beuern.
(Fortsetzung.)
Auch findet man einen großen, hölzernen Trog. In denselben bringt man die geschälten und gekochten Früchte des Yams. Mit einem Stößer wer⸗ den sie dann zu einem Brei zerstampft, dann gegessen. Auch die rohen Yamsfrüchte zerstampft man in dem Troge, macht dann runde Kugeln daraus und kocht sie als⸗ dann. Dieselben schmecken ganz vorzüglich. Ist das Essen fertig, so bekommt zuerst der Mann sein Essen; er ißt allein. Wäre es doch eine Entwürdigung für ihn, mit seiner Frau zusammen zu essen. Hat er gegessen, so ißt die Frau mit den Kindern. Mit der Herrgottsgabel, den Fingern, wird in die Schüssel hineingefahren und Mahabostücke werden herausgenommen. Gabeln, Messer und Löffel brauchen die Kamerunneger nicht, bilden doch die Finger die Gabel, die Zähne ersetzen die Messer, und die hohle Hand ist ein ganz guter Löffel. Wir werden ein⸗ geladen zum Essen. Gerne komme ich dieser Einladung nach. Meine Leser werden dar⸗ über erstaunt sein. Ich setze mich auf die Erde an die Schüsseln, in denen sich ein kartoffelähnlicher Brei befindet. Nun nehme ich von diesem Brei ein wenig, forme kleine Kügelchen gleich den Knickern und steche mit den Zeigefinger hinein, daß sie hängen bleiben. Dann fahre ich damit in die Sauce hinein und es geht damit in den Mund. Hierauf schöpfe ich mit meiner hohlen Hand etwas Sauce aus der Schüssel und bringe sie nach dem Munde. Wie glücklich sind die Schwarzen nun! Sie klopfen mir auf die Schultern, dabei sagend:„A Sango, oa o ende hanabiso. Mein Herr, du bist aber gerade wie wir.“ Und nun habe ich sie ge⸗ wonnen und kann ihnen auch ein ernstes Wort sagen.
Nach der Mahlzeit wird es lebendig auf den Gassen. Die Frauen kommen zusammen, um sich gegenseitig zu frisieren Diese Arbeit nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch, und eitel sind ja die Kamerunfrauen auch, wollen sie doch auch ihren Männern gefallen. Mit dem großen Kamme, der gewaltige Zähne hat, geht es durch den großen Urwald hin⸗ durch, 1 wird die Wildnis nach Wild abgesucht. Finden sie etwas Lebendiges, so wird es in den Mund genommen, mit den Zähnen zerquetscht und hinuntergeschluckt.
Guten Appetit! Ach was, das sind ja Geschmacksachen. Ihr eßt, so erwidern sie uns, ja faule Milch(Käse)! Die mögen die die Schwarzen gar nicht essen. Das Ent⸗ lausen spielt bei den schwarzen Frauen eine große Rolle, und gar manchmal sah ich sie, nachdem sie aus der Kirche gekommen, unter einem Baume sitzen, sich gegenseitig lausend. Sie haben eine sehr schöne Haarfrisur, und sehr viel Kunst kommt dabei zum Vorschein. Da sind es erst einmal die niedlichen Zöpf⸗ chen, die schön zusammengedreht werden. Es werden über der Stirne zwei Zöpfchen angebracht und am Hinterkopf zwei. Die⸗ selben stehen wie Hörnchen am Kopfe her⸗ vor. Die andere Haarfrisur ist die Ballen⸗ frisur. Links und rechts über der Schläfe findet man die Locken zusammengedreht,
besser zusammengewickelt, und diese dicken
Ballen heben sich vom Kopfe sehr gut ab. Gleichzeitig bilden sie einen sehr vorteil⸗ haften Halt für die Panamahüte, die ge⸗ wöhnlich mit der Nadel hier befestigt wer⸗ den. Besonders schön und geradezu künst⸗ lerisch ist die Furchenfrisur. Von dem Mittel⸗ punkt des Kopfes, dem Kopfwirbel, werden nach allen Richtungen Furchen gezogen, manchmal 30— 490. Zwischen denselben wer⸗ den immer Zöpfchen geflochten. So bildet der ganze behaarte Kopf eine Windrose. Das erfordert eine Geduldsarbeit, die manch⸗
mal 2 bis 3 Stunden dauert. Nachdem die
Frisur erledigt ist, geht es ins Dorf, den Neuigkeiten nach. Auf der Hüfte sitzt ein Kind, ein Bein nach hinten, eins nach vorn streckend.
Nun stellen sich faule Jünglinge ein, die verschiedene Spiele machen. So sieht man einige unter einem Schatten spendenden Mangobaum. Vor sich haben sie eine Matte liegen, um diese haben sie sich gelagert, einen Kreis bildend, und nun geht es los. Sie spielen mit kleinen weißen Muscheln, die mit einer Hohlseite versehen sind. In den meisten Fällen hat man drei Mu⸗ scheln, mit diesen wirft man. Fallen die
hohlen Seiten nach unten, so hat der glück⸗
liche Werfer gewonnen, umgekehrt verspielt. Und so spielen sie um Geld. Stundenlang kann man sie so zusammen sitzen sehen, und mancher verspielt dabei sein ganzes Geld.
(Fortsetzung folgt.)
Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gieße.
in der
36. Gießener Zustände ersten Hälfte des 18. Jahr⸗ hunderts.
(Fortsetzung.)
1740.
An Tumultuanten hat es in dieser Zeit nicht gefehlt, ein Ruhestörer ist besonders der Zinngießer Werling gewesen. Von ihm heißt es:„Wurde angezeigt, wie in des Zinngießers Werlings Hauß ein großer Un⸗


