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Meddersheim, wo er ebenfalls wochenlang hauste, stand vor seiner Wohnung eine Schildwache. Prächtig gekleidet empfing er, auf dem Sofa sitzend, die Juden, die Ge⸗ sandtschaften schickten oder durch Erpresser⸗ zettel bestellt waxen. Für hohe Summen verkaufte er Sicherheitskarten, auf denen geschrieben stand: Im dritten Jahre meiner Regie⸗ rung im Soonwald. 11 Johannes durch den Wald.

Auch diese Erfindung ist dem Leiendecker zuzuschreiben, die durch Brandbriefe be⸗ reichert wurde. Die meisten dieser Brand⸗ briefe wurden von ihm verfaßt und ge⸗ schrieben. Darin wurde den Opfern befohlen, so und so viel Karolin an einen näher bezeichneten Ort zu bringen, oder dem Ueberbringer zu zahlen. Im Weigerungs⸗ falle wurde mit Mord und Brandstiftung

gedroht. (Fortsetzung folgt.) Uleine Mitteilungen.

Die aus dem In- und Ausland überaus stark besuchte diesjährige Hauptversammlung des Gustav⸗Adolf⸗Vereins in Erlangen (2. bis 4. Oktober) sprach die große Liebes⸗ gabe im Betrag von, 300 000 Mk. dem Diakonissenhaus Danzig zu. Die Gemeinde Hermagor in Kärnten und Heusenstamm in Hessen wurden mit je 40000 Mk. bedacht. Die Gesamteinnahmen des durch die ge⸗ waltsame Abtrennung vieler Millionen Evan⸗ gilischer von ihren Mutterkirchen so über⸗ aus bedeutsam gewordenen Gustav⸗Adolf⸗ Werkes beliefen sich im Vorjahr auf 85 Millionen Mark. Das laufende Jahr zeigt einen weiteren Aufschwung. Die am Ernte⸗ dankfest in unseren beiden Kirchen für Heusenstamm erhobene Kollekte erbrachte die schöne Summe von 2119 Mk.

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Die deutsche evangelische Presse zählt rund 900 Blätter, die in einer Gesamtauflage von 9 Millionen allwöchentlich in die Lande gehen. Diese Zahlen zeigen, was es auch, ganz abgesehen von ihrer religiösen Bedeu⸗ tung für den Kulturbesitz unseres Volkes bedeuten würde, wenn es nicht der Treue der Leserschaft und der in Vorbereitung be⸗ findlichen Notaktion gelänge, wenigstens den größeren Teil dieser für die innere Ge⸗ sundheit unseres Volkes unentbehrlichen Or⸗ gane am Leben zu erhalten. Auch, wo man sich zu Einschränkungen genötigt sieht, sollte man sich vor Maßnahmen hüten, die den dauernden Verlust wertvoller Wirkungs⸗ möglichkeiten und Anknüpfungspunkte für den späteren Wiederaufbau bedeuten.

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Der Cvangelische Arbeiterverein, dessen wiederholte vorjährige Aufführung von AnzengrubersMeineidbauer noch bei

vielen in bester Erinnerung steht, läßt am Sonntag, dem 29. l. Mts., abends 7 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten Fr. GerstäckersTer Wilderer, Drama in fünf Aufzügen nebst zwei Verwandlungen durch Mitglieder des Vereins zur Aufführung bringen. Auch diesmal stellen sich die Mit⸗ wirkenden für eine gemeinnützige Sache zur Verfügung; denn der Ueberschuß soll restlos der Elisabeth⸗Kleinkinderschule, die bekannt⸗ lich auch mit großen finanziellen Schwie⸗ rigkeiten zu kämpfen hat, zugeführt werden. Näheres im Sonntagsgruß unterEvang. Arbeiterverein.

Kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 22. Oktober, 19. n. Trinitatis. Kollekte für die evangelischen Gemeinden

in Oesterreich.

Stadtkirche. Vormittags Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. Abends 6 Uhr: Pfarrer Becker. Ju⸗ gendvereinigung der Matthäusgemeinde: Jeden Montag, abends 8 Uhr: männliche Abteilung; jeden Donnerstag, abends 8 Uhr: weibliche Abteilung.

Johanneskirche. Vorm. 9 Uhr!: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pfarrassistent Müller. Montag, den 23. Oktober, abends /8 Uhr: Konfirmandenvereinigung der Lukas⸗ gemeinde, männliche Abteilung. Freitag, den 27. Oktober, abends /6 Uhr: Konfir⸗ mandenvereinigung für die Mädchen aus der Johannesgemeinde.

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Evang. Arbeiterverein.

Sonntag, den 29. l. Mts., pünktlich Uhr(Kassenöffnung 7 Uhr), Turnhalle (Nordanl.): Volksunterhaltungsabend. Auf⸗ führung des Dramas in 5 Aufzügen nebst 2 Verwandlungen:Der Wilderer von Friedr. Gerstäcker. Eintrittskarten für Mit⸗ glieder und Angehörige zu 25 und 20 Mk. (numeriert), 15 Mk. unnumeriert, bei den Mitgliedern Bingel, Lindenplatz und Scholz, Kreuzplatz, für Mitglieder der übrigen evang. Vereine in Gießen zum gleichen Preise bei Kaufmann Scholz, Reformhaus. Für Nichtmitglieder zu 30 und 25 Mk. (numeriert) und 20 Mk.(unnumeriert) in der Musikalienhandlung E. Challier, der Ferberschen Universitätsbuchhandlung, Sel⸗ tersweg, und der Schneiderschen Buchhand⸗ lung, Neuen⸗Bäue.

Verantworllsch: Pfarrer Bechtolshesmer. Drück und Derlag der Brühpschen UNutversfilts- Buch uad Weindenckere

N. Lange, Gießen.

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