Ausgabe 
8.10.1922
 
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onntagsgruß

Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen Nr. 41 Gießen, I7. S. n. Trinitatis, den 8. Oktober 1922 Jahrg. II.

1 ˖ g in Bieß ieder Mensch noch die Völker i übertret uch 1 Ein Erntejahr geht in diesen Tagen wieder Ich n. r im ganzen übertreten 25 zu Ende. Wir haben dieses Jahr sorgend und ee 9 1 nit zagend verbracht; denn es war uns klar, daß n kürchten ott nur denen Speise gi t, die in von seinen Ergebnissen das Gedeihen des 5 ö 1 8

f deutschen Volkes abhängen werde. Im März 5

par bangten wir, als die Kunde kam, daß ein 5 Ein getreuer Knecht. N

nie, Teil der Winterfrucht erfroren sei. Hinterher Auf dem Dorfe hörte man früher oft den i stellte sich heraus, daß der Schaden nicht so. gibe drei Arten von Knech⸗ all groß war, als wir angenommen hatten. Gär e sagtmeinem Herrn seine du. 8. 8 0 äul, der andereunser' Gäul und der 5 Die Maitage erregten in uns Befürchtungen, dri i Gul, Def 9 8 len il i ül 88 der Frost oft 5 rittemei Gäul, Dieser letzte fühlt sich flag weil in früheren Jahren der Frost oft die eins mit der Herrschaft und wird ihr alle⸗ lber Blüte der Obstbäume vernichtet hatte, aber zeit treu dienen. Ein solcher Knecht war auch

Erntedankfest. Psalm 11, 5. Er gibt Speise denen, so ihn sürchten.

der Mai ging vorüber, und die Nächte waren mild und lind. Der Frühsommer brachte Regen und Sonnenschein zur rechten Zeit, so daß das Feld in Fülle und Schönheit vor uns prangte. Sehr nachdenklich stimmten uns die Regenfluten des Spätsommers. Als die Flüsse brausten und die Bäche

den und Freundschaft miteinander vertragen, so gäbe es jetzt in Europa nicht Hundert⸗ tausende hungernder, frierender, schlecht ge⸗ kleideter Menschen. Weder der einzelne

der Lutz, der bis an sein Lebensende bei meinem Großonkel bedienstet war zu einer Zeit, da der Geldverkehr noch nicht so er⸗ leichtert wurde wie heutzutage durch Schecks und Ueberweisungen. Der Groß⸗ onkel war mit einer Landwirtstochter aus Reichlos im Vogelsberg versprochen, und da sie das einzige Kind war, wollten sich

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lis. anschwollen, als die tiefliegenden? die Eltern nicht von ihr trennen und woll⸗ Ihr, immer im Wasser standen, fürchteten wir um ten dem jungen Haushalt ihre noch rüstige lör. die letzten auf den Feldern liegenden Garben, Arbeitskraft widmen. Als sich nun dem 2 i i f def a ich n.

lde: namentlich um die Kartoffeln, auch diese Großonkel Gelegenheit bot, ein früher von ung Befürchtungen haben sich nicht erfüllt. Gott Degenfeldisches Gut in der Rhön zu er⸗ tag, hat uns eine reiche Ernte beschert, das werben, verkauften die alten Leute ihr Besitz⸗ eden Obbst ist in großer Menge geraten. In den tum bis auf den Viehstand, der der neuen ptei⸗ letzten Wochen hatte man in Stadt und Wirtschaft zugeführt wurde. Sie hatten einen nds Land nicht Hände genug, um den Segen guten Käufer gefunden, der die ganze

el Gottes nach Hause zu bringen. Heute Summe in Talern auszahlte: doch nun ] schämen wir uns unseres Kleinglaubens und erhob sich die Frage: wie bringen wir das 9 5 i[Geld, ohne Aufsehen zu erregen, nach dem Ir: danken dem Vater im Himmel, der Speise 5 13 7 4 1. 5 ichlich und überall neuen Wohnort. Lutz, der als junger Bursche on- gibtreichlich e bei Großtantens Vater in Dienst getreten ihr: Dennoch drückt die Not schwer auf uns war und Vertrauen genoß, nahm teil an hernieder und die Teuerung hat in den dem Familienrat und löste durch sein An⸗ beiden letzten Monaten so zugenommen, daß erbietenHerr, eich trag's Euch hin die Ur, auch Menschen, die sonst mutig sind, ver⸗ schwierige Frage. Die Taler wurden in einen lus⸗ zweifeln möchten. Diese Not rührt nicht Sack gepackt, Mundvorrat wurde dazu getan, irche von Gott her, sie rührt von den Menschen und als es dämmerte, machte Lutz sich auf 72 her. Hätten die europäischen Völker nicht den Weg; der Sicherheit halber wanderte ng in so unchristlicher Weise nach Macht und er nachts und hielt sich tagsüber im Wald 7., rie verborgen. So trug er seine Last vom der Geld gestrebt, hätten sie diese Ziele nicht Vogelsberg in die Rhön, und als es eines durch kriegerische Maßnahmen verfolgt, die Togelsberg More. 5 2 2 Tages im ersten Morgengrauen an das man Furchtbarkeit alles Seitherige überkroffen ier igers

1 5 5 5 Fenster des jungen Gutsbesitzers klopfte, be⸗ haben, hätten sie nicht mit Wissen und Ab⸗ stand der Lutz da mit dem Sack auf dem ei⸗ sicht so viele Vorräte, f Materialien, Ge⸗ Rücken und machte die beruhigende Mit⸗ Ge⸗ brauchsgegenstände, Gebäude, Felder und teilung:Herr, eich sein do, es fehlt kaa

. Wälder vernichtet, hätten sie sich in Frie⸗ Daler. P. G.