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stützen. Während wir vorn waren, schossen die links von uns stehenden Oesterreicher mit 1 5 nan Geschützen ein Fort von Brest⸗ itowsk zusammen. An vielen Stellen brann⸗ ten Dörfer.

Meine Batterie war weit zurück bei Do⸗ brynka, wo wir eigentlich biwakieren sollten. Ich mußte dorthin reiten. Es wurde schon dunkel, der Weg war schwer zu finden, da die Karte nicht richtig war. Um ½8 Uhr kam ich in Dobrynka an, etwas und rückte um 8 Uhr mit der Batterie ab. Auf dem Marsch hatten wir vor uns ein schauerlich schönes Bild des Krieges. In einer Breite von we⸗ nigstens 20 Kilometer bildete der Horizont ein einziges Flammenmeer. Die vor Brest⸗ Litowsk liegenden Orte und die Stadt selbst brannten. Hier und da stieg eine die ganze Gegend fast taghell erleuchtende Flammen⸗ säule auf, und bald darauf war eine heftige Entladung zu hören. Ein een oder dergleichen war in die Luft geflogen. Keiner von uns hatte während des ganzen Krieges eine solche Feuersbrunst gesehen.

Ich war den Tag sieben bis acht Stunden geritten, immer auf meinem guten Hans. Vor uns knallte die Infanterie noch etwas, in der Ferne sah man platzende Artillerie- geschosse, hörte auch manchmal Abschüsse, aber es wurde bald ganz ruhig. Nur Spren⸗ gungen waren noch zu hören. Es schien richtig, was wir auf unserem Vormarsch gehört hatten, daß nach einem aufgefangenen russischen Funkspruch um 11 ß nachts Brest⸗Litowsk geräumt werden solle. Ich sandte nach Ankunft in der Feuerstellung noch einen Beobachter zur Infanterie, mit 0 ich telephonisch verbunden war. Gegen

Uhr begaben wir uns zur Ruhe. Um 1 uhr teilte der Beobachter mit, daß die Infanteriepatrouillen die ruf ssischen Schützen⸗ gräben leer gefunden a und heute früh war unsere Infanterie schon bis am Bug. Die Brücken werden alle ie det sein, und so werden wir, da der Bug breit ist, nicht so schnell hinüberkommen.

Bei Wlodawa sind schon lange unsere Truppen auf das Ostufer des Bug gekommen und weit nach Osten vorgedrungen. Sie be⸗ drohten ernstlich die Rückzugslinien der Russen, und damit ist wohl auch die eilige Aufgabe der Festung Brest⸗Litowsk zu er⸗ klären. Auf diese Art konnten die Russen wohl nicht alles Material, namentlich an schwerer Artillerie, und die großen Vorräte wegschaffen. Sie werden aber dafür gesorgt haben, daß nichts in brauchbarem Zustand in unsere Hände fällt. Wird sonach die Beute nicht sehr groß sein, so sind andererseits unsere Verluste sehr gering, die im Falle einer gewaltsamen Einnahme der Festung sicher groß gewesen wären. Nun heißt es wieder, auf Befehle warten. Was wird ge⸗ plant sein? Immer weiter nach Osten dem Feind folgen? Und was wird aus unserer Bugarmee, was aus dem Beskidenkorps wer⸗

den? Jedensalls werden die nächsten Tage ohne Kampf sein. Fortsetzung folgt.

Uleine en en

Die Zahl der J 10 ndianer in Amerika, der Ureinwohner des Landes, beträgt heute noch etwa ½ Million. Auch unter ihnen hat die 6 N Eingang gefunden. Auf Alaska z. B. wirken auf 113 en e nen 171 von zehn amerikanischen Kirchen⸗ gemeinschaften entsandte Missionare. Die Aussichten für die Mission werden als günstig bezeichnet. Das Rassen⸗ und Gesell⸗ schaftsbewußtsein des Indianers ist in einer Umbildung begriffen, wozu namentlich der Grundsatz der Regierung beiträgt, ihm so⸗

bald als möglich das gleiche Bürgerrecht wie

dem Weißen zu gewähren. Und im Zusam⸗ menhang mit dieser allgemeinen Erweite⸗ rung des geistigen Horizonts gelangt er auch zu einer gerechteren Würdigung und höheren Einschätzung der christlichen Re⸗ ligion, die durch das unchristliche Verhalten vieler Weißen weithin bei ihm in Mißkredit gekommen war. g

Die deutsche evang. Kirche im Elsaß be⸗ findet sich, wie alles, was deutsche Kultur in der verlorene Westmark heißt, in einer der schwersten Krisen ihrer Entwicklung. Mit 160 000 überwiegend evangelischen Altdeut⸗ schen wurden 51 altdeutsche Pfarrer aus⸗

gewiesen. 31 altelsässische Pfarrer haben die

Heimat freiwillig verlassen, in der sie nicht mehr nach ihrer Ueberzeugung wirken kön⸗ nen. Die elsässische Kirche hat somit ½ ihrer Geistlichen verloren. Unter den Zurück⸗ gebliebenen sind viele Betagte. 70 Gemeinden

sind verwaist.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 6. August, 8. n. Trinitatis.

Kollekte für die Innere Mission.

In der Stadtkirche. zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Matthäusgemeinde: Pfarrass.

Becker. Vormittags 95/ Uhr: Pfarrer Becker. Jugendvereinigung der Mat⸗ thäusgemeinde: Montag, den 7. August,

abends 8 Uhr: männl. Abteilung, Dienstag, den 8. August, abends 8 Uhr: weibl. Ab⸗ teilung.

In der Johanneskirche. Vorm 8 Uhr,

zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Lukasgemeinde: Pfarrer Bech⸗

tolsheimer. Vormittags Uhr: Pfarr⸗ ö

assistent Müller. Wartburg verein.

Sonntag, den 6. August: Bundesschwimm⸗ fest des Hessenbundes. Abends in der Turn⸗

halle(Steinstraße) Familienabend. Das Nähere s. Beilage zur vorigen Nummer.

Evang. Arbeiterverein.

Sonntag, den 6. August: Beteiligung an

den Veranstaltungen des Wartburgvereins.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer 10 255 Verlag der Brühl'schen We ind Stein örnckeref

Lange, Gießen.

Vormittags 8 Uhr,

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