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ihn ein Freund aus Fronhausen auf der Landstraße auffing und ihm eine Stunde darauf aus LewaldsEuropa Franz Dingelstedts Worte vorlas: Kurhessen hat eigentlich nur einen einzigen Dichter ge⸗ boren, und diesen zufällig; das ist Ernst Koch, den Verfasser desPrinz Rosa⸗ Stramin. Seitdem er heimlich sein Vater⸗ land verlassen, ist seine Spur verschwunden. Möge die Vorsehung ihn beschützen auf seinen dunkeln Pfaden. Koch, zu Tränen gerührt, verlangte Papier und Feder und schrieb sein GedichtGruß an die Heimat. Der verloren Geglaubte wurde im Eltern⸗ hause in Kassel mit offenen Armen aufge⸗ nommen. Dagegen nahm ihn der Kurfürst nicht wieder in den Staatsdienst auf. Damit er seinem Vater den Unterhalt vergüten konnte, arbeitete er zwei Jahre lang bei dem Advokaten Rösing und begann gleichzeitig eine Darstellung des althessischen Privat- rechts. Doch noch ehe er diese vollendet hatte, berief ihn Hassenpflug, der nach einem Zerwürfnis mit dem kuͤrfürstlichen Mit⸗ regenten aus dem hessischen Staatsdienst entlassen worden war, 1838 hohenlohe sigmaringische Dienste angenommen hatte und im folgenden Jahre an die Spitze der Verwaltung des Großherzogtums Luxemburg

etreten war, als Regierungssekretär nach

uxemburg. Im Mai 1840 gründete er mit der Tochter des Eigentümers Müllen⸗ dorf daselbst einen Hausstand. Von den aus der Ehe hervorgegangenen neun Kindern starb die Hälfte im Kindesalter. Nach dem noch im Jahre 1840 erfolgten Rücktritt Hassenpflugs blieb Koch in der Verwaltung und wurde im Dezember 1842 Bureauchef. Von Anfang 1844 bis Januar 1846 be⸗ kleidete er die Stelle eines Rendanten am Hauptpostamt, dann wurde er auf Warte⸗ geld gesetzt und hatte nur den deutschen Text desMemorials des Großherzogtums Luxemburg zu besorgen. Im Herbst 1847 legte er dem Publikum zum erstenmal unter seinem wirklichen Namen eine Probe seiner geistigen Beschäftigungen vor, welche sich

bisher anonym oder unter fingiertem Namen.

Leonhard Emil Hubert(so imVer⸗ fassungsfreund), Hubertus(so in seinen Beiträgen zu HahndorfsBlättern für Geist und Herz), Eduard Helmer mehr oder weniger bemerkbar gemacht hatten. (Schluß folgt.)

Uleine Mitteilungen.

Hartmann Mogius war 1601 zu Gette⸗ nau geboren, er war Pfarrer in Kölbe, Pä⸗ dagoglehrer zu Marburg und von 1633 bis zu seinem Tode Pfarrer in Gießen. Er starb am 11. Februar des genannten Jahres und wurde am 19. Februar zur Erde be⸗ stattet. Der Professor und Superintendent Peter Haberkorn schrieb damals in das Kirchenbuch:Herr M. Hartmannus Mo⸗ gius, ecclesiastes Gissensis in die 24 Jahr

lang, darin er sich sehr wohl verdienet ge⸗ macht, trewlich gedienet und mit hertzlicher Condolentz der gantzen christlichen Gemein beklaget und beweinet worden, im 57. Jahr seines Alters. Gott erfrewe ihn ewiglich. Mogius war einer von den Gießener Män⸗ nern, die als Urkundspersonen das Schrift⸗ stück unterschrieben haben, durch das der Kanzler Antonius Wolff von Totenwart im Jahre 1635 zur Erinnerung an seine dahingeschiedene Ehefrau für die Gießener Armen 50 Goldgulden stiftete. Aus der heute mitgeteilten Betrachtung geht her⸗ vor, daß sie mitten im Dreißigjährigen Krieg geschrieben worden ist, sie stammt aus dem Jahr 1635. Der Ausdruckecelesiastes Gissensis bedeutetGießener Pfarrer.

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Der Gesamtkirchenvorstand richtet an alle Glieder unserer Gemeinde die Bitte, sich an dem 30. Stiftungsfest des Evangelischen Arbeitervereins recht zahlreich zu beteiligen. Das Programm des Festes ist in den dieser Nummer beigeg benenMonatlichen Mittei⸗ lungen enthalten; es wird gebeten, dieses Programm zu beachten.

Kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 2. Juli, 3. n. Trinitatis.

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Markusgemeinde: Pfarrer Becker. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. Montag, den 3. Juli, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend, Dienstag, den 4. Juli, abends 8 Uhr: Vereinigung der weiblichen Jugend, jedesmal der Matthäusgemeinde. Diens⸗ tag, den 4. Juli, abends 8/ Uhr: Helfer⸗ versammlung der Männer- und Frauen⸗ vereinigung der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 4. Juli, abends 8 Uhr: Ver⸗ einigung der konfirmierten weiblichen Ju⸗ gend der Markusgemeinde. Donnerstag, den 6. Juli, abends 8 Uhr: Zusammen⸗ kunft des Frauenvereins der Markus⸗ gemeinde.

In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Johannesgemeinde: Pfarr⸗ assistent Müller. Vormittags Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 8 Uhr: e im Johannessaal: Pfarrer

er.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Undverfftdts-Buch⸗ und Steindruckerel 5 R. Lange, Gießen.

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