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und es wurde manchmal spät, bis sich die Geladenen zum Heimweg anschickten Da auch die Dauer einer solchen Festlichkeit als Maßstab für einen schönen und gemütlichen Verlauf angesehen wurde, so hütete sich jeder, mit dem Aufbruch den Anfang zu machen; denn er lief Gefahr, daß man ihm dies übel nahm Das Kirchenrätchen legte Wert darauf, nicht als Spielverderber be⸗ trachtet zu werden, und wenn es sich schließ⸗ lich empfahl und seinem Hause in der Ka⸗ planeigasse““) zustrebte, so geschab dies nie, ohne eine, wenn auch rasch vergängliche, greifbare Erinnerung in Gestalt eines Päck⸗ chens Kuchen in das Alltagsleben der folgen⸗ den Tage mitzunehmen. (Fortsetzung folgt.)
Beim deutschen Beslidenkorps.
Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. a. D. dgerichtsrat Trümpert⸗ Gießen.
(Fortsetzung.
Die Gegend hier ist wunderbar schön, ringsum hoher Buchenwald, der nun bald grün werden wird, viel Wild, Hirsche und Rehe, darin, die man bei Spaziergängen aufscheucht. Das ganze Leben hier bekommt mir viel besser, als der öde Stellungskrieg im Winter. Den ganzen Tag bin ich im Freien, bin schon braun gebrannt, wie ich es daheim den ganzen Sommer nicht werde, und fühle mich durchaus wohl. Auch die Stimmung ist sehr gut. Die Pferde stehen im Freien, aber es sind aus Reisig Hütten er⸗ richtet worden, die sie einigermaßen gegen Regen, Wind und Kälte schützen.
12. April 15. Am 9. tobte in Richtung auf den Uszokerpaß ein heftiger Kampf. Hier bei uns herrscht seit vorgestern beiderseits lebhafte Artillerietätigkeit. Gestern und heute ist abscheuliches Regenwetter, und es wurde weniger geschossen.
Im Winter müssen die österreichischen Truppen unter ungeheuer schwierigen Ver⸗ hältnissen hier gekämpft haben Aber es wurde nicht für regelmäßige Ablösung, wie 3 bei unserer Infanterie stattfindet, gesorgt, ondern die österreichische Infanterie lag viele Wochen lang ununterbrochen im vor⸗ dersten Schützengraben, wurde nicht genü⸗ gend verpflegt, und so ist die Truppe jetzt verbraucht. Die Offiziere, mit denen wir zusammen kamen, ind äußerst liebens⸗ würdige, nette Leute, aber die Stellung zu
) Engel wohnte lange Jahre in dem Hause, das jetzt Nr. 7 führt, und in dem jetzt eine Wirtschaft betrieben wird. Dieses Haus war damals Pfarrhaus(die Kaplanei). Er wohnte in den letzten Jahren seines Lebens in dem Hause Neuen Bäue 2 in dem sich jetzt die Ton⸗ und Steinguthandlung der . 1 Pfeiffer befindet dort ist er auch ge⸗
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ihren Untergebenen ist nicht, wie bei uns, zwischen beiden besteht eine Kluft. Für die Menage der Offiziere ist aufs beste gesorgt, während ein großer Teil der Verpflegung für die Mannschaft hinten bei den Bagagen hängen bleibt. Dort hatten die Leute, wie ich selbst beobachtete, an einem Tag Hirsch⸗, Reh⸗ und Wildschweinbraten, während uns hier vorn die Soldaten um trockenes Brot anbettelten. Wir liegen wenige 100 Meter hinter dem vordersten Graben, der sogen. Schwarmlinie; die zweite Stellung befindet sich ein Kilometer hinter uns Die Oester⸗ reicher wundern sich sehr, daß unsere Ar⸗ tillerie so nahe hinter der vordersten In⸗ fanterielinie in Stellung gehe, das täte die ihre nicht. Ich muß nun auch sagen, daß mir die ersten Nächte, wo wir nur öster⸗ reichische Truppen vor uns hatten, etwas ungemütlich waren. Jetzt liegt das Res.⸗ Inf.⸗Regt. 118 vor uns, was beruhigend ist. Die Oesterreicher wurden ganz heraus⸗ gezogen: sie möchten gegen Italien gehen, gegen das bei den Oesterreichern offenbar ein kräftiger Haß besteht. Die Oesterreicher haben die Schützengräben nur oberflächlich ausgehoben und mit Reisig bedeckt. Die An⸗ lage gewährt weder gegen Artilleriefeuer, noch gegen die Witterung Schutz. Wenn es regnet, strömt das Wasser wie ein Bach in den Graben von der Höhe bis hinunter ins Tal. Unsere Infanterie ist nun fleißig bei der Arbeit, um den Graben besser und sicherer auszubauen.
16. April 15. Die feindliche Artillerie schießt zeitweise sehr lebhaft. So auch heute auf unseren Hang, aber zu kurz. Unsere Stellung ist wohl noch nicht erkannt, das Feuer galt wohl der unter uns liegenden Infanterie. Zwischen den beiderseiligen Schützengräben weiden Männer und Frauen aus Virava und Meggisalu ihre Ziegen und Schase. Beide Dörfer sind nicht besetzt. aber es gehen zeitweise Patrouillen herein, bald von den Russen, bald von uns. Dann wird von der gegnerischen Artillerie einige⸗ mal hineingeschossen. wobei schon verschie⸗ dentlich unglückliche Einwohner, die ihr Heim nicht verlassen wollten, verwundet wurden. Ich beobachtete, daß morgens ein Ehepaar mit Kindern aus einem vor dem Dorf be⸗ findlichen verlassenen Unterstand heraus⸗ kam, in dem sie offenbar die Nächte zu⸗ bringen. Gegen Abend machte ich mit Leut⸗ nant Thüre einen Spaziergang auf die Höhe 580, wo eine österreichische und eine württembergische Batterie(13er) stehen. Zurück gingen wir an dem Graben der 118er entlang, wobei ich einen Gießener Bekann⸗ ten traf, Feldwebelleutnant Wachsen, der
erst kürzlich herauskam. Der Bataillons⸗ kommandeur erzählte uns, nach Mitleilung seines Regimentskommndeurs solle morgen Waffenstillstand eintreten. Wie dieser Ge⸗ danke zündet, das Blut in Erregung bringt! Sollte es wahr sein? O, das wäre herrlich


