Ausgabe 
22.5.1921
 
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dieser Truppen zogen nur bei

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Truppen, die sich bei Hanau geschlagen hatten, durch unsern Ort gegen den Ober⸗ rhein. Die Bayern rasch und munter voran, wie sie sich das Marschieren, vereint im Dienste mit der französischen Armee, so wie auch unsere hessischen Truppen, an⸗ geeignet hatten. Ich kann und will es nicht verleugnen, daß die deutschen Truppen neben ihrer nationalen Bravheit in dem Dienste mit französischen Truppen mehrfach ver⸗ eint, gar manches im Kriege Nützliches erlernt haben. b

Die österreichischen Regimenter, darunter meines Erinnerns das Regiment Jordis, folgten den Bayern unmittelbar nach, etwas schleppend und langsam. Hinter jedem Re⸗ giment wurden die dazu gehörigen Weiber, in einem Trupp vereint, eskortiert. Sehr drollig erschien es mir, daß die Feldkessel für die österreichischen Regimenter einige Tage nach deren Durchmarsch bei uns und, als solche in der Nähe von Basel in der Schweiz bereits angekommen sein konnten, durch besondere Kesselträger nachgeschleppt wurden. Was kann den Soldaten im Biwak ein Feldkessel nützen, den sie nicht un⸗ mittelbar bei sich haben und der ihnen nur nachgeschleppt wird? Jeder Träger hatte etwa sechs oder mehr Kessel, einen in den andern ziemlich hoch aufgestuft, auf dem Rücken hängen zwischen drei oder vier auf⸗ recht stehenden Stangen, die oben und unten an entsprechend abgerundeten Brettern be⸗ festigt waren. Diese Aufladung mochte nach oben ziemlich übergewichtig gewesen sein; denn ich bemerkte bei dem Durchzug der Kesselträger, daß bald dem einen, bald dem andern der obere Teil der ihm aufgehängten Last entweder rechts oder links e und es ihm Mühe verursachte, die Last wieder in gerade Richtung zu bringen.

Von der angegebenen Zeit an fanden noch langehin fast tagtäglich mehr oder weniger starke Züge von Truppen statt von verschie⸗ denen Nationalitäten und Waffengattungen, als Russen, Oesterreicher, Preußen, Bayern und ere deutsche Stämme, teils Infan⸗ terie, Kavallerie, Artillerie, Pontons⸗ euqipagen und andere Trains, besonders fir sich oder verschiedene Waffenarten, der Reihe nach in einer Kolonne vereint. Manche . ns durch oder sie verblieben zur Einguartierung für einen oder mehrere Tage. Tagtäglich hatte man ohne Vorausankündigung Einquartie⸗ rung zu erwarten.

In meiner neuen Stellung kam ich mit den Truppen in gar mannigfache Berüh⸗ rung. Die trübe und nasse Jahreszeit war bereits eingetreten, und es regnete beinahe jeden Tag ununterbrochen. Eines Nachmit⸗ tigs ich befand mich in meiner Geschäfts⸗ stube, die nach der Straße zu lag, ganz allein zu 7 da meine Frau ausgegangen war, und ich eine Magd zum ständigen

halten können,

Dienst noch nicht hatte er

pochte es plötzlich gar arg gegen das Tor, das zu dem Hof führte. Ich gewahrte einen österreichischen Kavallerieoffizier und einen Gemeinen mit ein paar Pferden vor dem Tor, eilte sogleich hinzu, um von innen zu öffnen, und führte dann die Eingetretenen, wie verlangt, nach dem Pferdestall. Der Offizier sowie der Gemeine waren in ihre schweren Mäntel gehüllt und diese, obgleich der Regen schon einige Zeit vorüber, noch fast triefend von Wasser. Der Offizier be⸗ zeugte sich gar gewaltig unwillig, als er bei dem Eintritt in den Stall auch kaum eine Spur von Heu, Stroh oder Hafer darin gewahrte.

Ja, weder hier im Stalle noch in der Scheune, die Sie hier gegenüber sehen, habe ich im mindesten etwas von Fourage, aber ich bitte sehr, sich deshalb nicht zu beun⸗ ruhigen, in dem Orte befindet sich eine Masse Fourage aller Art, und es wird ohne allen Verzug das Erforderliche von seiten des Ortsvorstandes herbeigeschafft werden, sobald ich ihn deshalb habe beschicken lassen können. Vor allen Dingen bitte ich, in die Stube einzutreten, sich an dem Ofen zu erwärmen, einige Gläser Wein einzu⸗ nehmen und dann auch etwas warme Speise, die von meiner Frau aufs schnellste her⸗ gerichtet werden wird, doch muß ich sie zu dem Ende, weil ich im Augenblick ganz allein im Hause bin, selbst aus dem Hause meines Nachbars herbeirufen.

Der Offizier, der erkannte, daß das von mir Verheißene alsbald in Vollzug kam. zeigte sich nun sehr zufrieden, ja, als er sich einigermaßen erwärmt fühlte, Trank und Speise genossen, auch seine Pferde aufs beste besorgt wußte, war er sehr heiter, freundlich und gesprächig über mancherlei, und ich mußte in ihm einen sehr fein gebildeten jungen Offizier des Kürassierregiments Fürst Liechtenstein erkennen. Die Unterhaltung zwischen ihm und mir war ziemlich lebhaft, als er plötzlich die Frage stellte, welchem Lande er meines Dafürhaltens seiner Geburt nach angehöre.

Ja, das kann ich nicht wissen, Sie sprechen sehr rein und gut deutsch, so daß ich einen besonderen Dialekt daraus nicht er⸗ kennen kann. Ich will annehmen, Sie sind er Wiener aus sehr guter Fa⸗ milie.

Das nicht, ich bin weder Wiener noch überhaupt ein Deutscher, vielmehr ein Spanier.

Ah, me allegro mucho, senor, a ver en Usted un hombré de Espagna en la casa mia!(Es freut mich recht sehr, Herr, in Ihnen einen Mann aus Spanien in meinem

Hause zu sehen!) Ueberrascht rief er:Sie sprechen ja spanisch?

Ja, aber nur sehr wenig.

Waren Sie in Spanien?

Einige Jahre ununterbrochen.