Ausgabe 
20.2.1921
 
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die sich heute keine Behörde mehr kümmert. Vor allem hatten sie es nur mit den Ein⸗ wohnern zu tun, die keinen Einfluß hatten und insolgedessen sich Bevormundung ge fallen lassen mußten. Allerdings, wie das Beispiel des Gerlach Böß und vieler anderer beweist, fragten auch viele Bürger nichts nach dem Seniorenkonvent. Auffallend ist, daß niemals einer derVornehmen in den Protokollen genannt wird, und darunter waren in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges doch nicht nur untadelige Menschen.

H. B.

Kräfte einsetzt, seine Gäste angenehm und edel zugleich zu unterhalten. In die Reihe der Abende, die den Beweis für die Tat⸗ sächlichkeit dieses Vorrechtes liefern, gehört auch ein Familienabend, der am vorigen Sonntag stattfand. Die Besuchszahl ist ja immer ein Gradmesser für die Güte einer Veranstaltung, und wenn am vorigen Sonn⸗ tag der vorhandene Raum im Markus⸗ saale kaum ausreichte, um die Erschienenen aufzunehmen, so darf das wohl als ein Kennzeichen dafür angesehen werden, daß die Besucher in altgewohnter Weise nur Gutes

erwarteten, eine Hoffnung, in der sie auch

Uleine Mitteilungen.

Der in Nr. 4 unseres Gemeindeblattes enthaltene ArtikelVom christlichen Reli⸗ gionsunterricht hat Anlaß zu Mißverständ⸗ nissen gegeben. Es wurde darüber geklagt, daß die darin enthaltenen Bemerkungen die deutschen Religionslehrer treffen wollten und daß über diese und ihre Bestrebungen in der Gegenwart ein herbes Urteil ausge⸗ sprochen sei. Dazu sei bemerkt, daß wir diesen Artikel, der uns von auswärts zu⸗ ging, so verstanden haben und noch ver⸗ stehen, daß in ihm nicht von den Lehrern, die berufsmäßig Religionsunterricht erteilen, die Rede ist, sondern von Erziehern im allgemeinen. Hierunter sind nach unserem Dafürhalten diejenigen modernen Er⸗ ziehungsschriftsteller und Politiker, aber auch diejenigen Eltern verstanden, die jetzt, be⸗ sonders in unseren Großstädten, darauf dringen, daß die Kinder keinen Religions- unterricht mehr erhalten, überhaupt nicht mehr in christlichem Sinn und Geist er⸗ zogen werden. In dem Artikel findet sich auch nirgendwo eine Bezugnahme auf Lehrer, sondern es ist die Rede von Erziehern im allgemeinen. Am aller- wenigsten sollten durch diese Bemerkungen die hessischen Lehrer getroffen werden; denn es ist uns seit vielen Jahren bekannt, mit welcher Treue und mit welcher Wärme sich gerade die hessischen Lehrer die religiöse Erziehung der ihnen anvertrauten Jugend angelegen sein lassen und wie unsere hessi⸗ schen Volksschulen Erziehungsschulen sind, die den Kindern einen wertvollen reli⸗ 0 und ethischen Besitz mit auf den

ebensweg geben. Wie insbesondere die Gie⸗ ßener Lehrer über Religionsunterricht denken, davon hat der Senior der Gießener Lehrerschaft in der großen Volksversamm⸗ lung in der Johanneskirche vom 5. Januar 1919 sich in warmherziger Weise ausge sprochen.

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Es ist ein altes Vorrecht des Wartburg⸗ vereins, ein Vorrecht, auf das er stolz sein kann und wofür er ja auch seine besten

die in

nicht getäuscht wurden. Unsere Zeit ist ja an

Vergnügungen. und Freuden reich genug, aber arm an wirklicher, reiner und edler

Freude. Daß der Wartburgverein in allen

seinen Unterhaltungsabenden zu zeigen ver⸗ steht, daß er diese Art der reinen Freude kennt und zu geben vermag, muß ihm besonders hoch angerechnet werden. Auf diesen Ton der edlen Freude war schon der Einleitungsmarsch gestimmt, der den Abend eröffnete und von der wackeren Kapelle, dankenswerter Weise von einigen älteren Kräften verstärkt war, zum Vor⸗ trag gebracht wurde. Auf den Ton dieser

Freude war auch der Lichtbildervortrag des

Herrn Engels gestimmt, auf den Ton der Freude an der Natur, an Land und Leuten des schönen Bergischen Landes. Die Licht⸗ bilder, die da dem Auge des Beschauers vorgeführt wurden, zeichneten sich aus durch eine seltene Güte und Schönheit, die stellen⸗ weise, wie auch Herr Pfarrer Becker in seinem Schlußwort hervorhob, künstlerische Vollendung aufwiesen. Sie leisteten Herrn Engels zur Veranschaulichung seiner Vor⸗ führungen wertvolle Dienste und gaben den Zuschauern eine recht deutliche Vorstellung von dem Reichtum des Bergischen Landes an Naturschönheiten, reizvollen Landschaf ten, idyllischen Tälern. Gleichwohl waren es nicht allein die Bilder, die den Abend so schön gestalteten, sondern vor allem auch die Art, wie es Herr Engels verstand, durch seine Aufführungen, durch humorvolle Ein fälle, interessante Erklärungen und Ge⸗ schichten, die Bilder zu beleben. Er führte seine Zuhörer und Zuschauer durch manche schöne Gegend des Wuppertales, ließ sie staunen über technische Meisterwerke, in denen sich der Menschengeist ein sichtbares Denkmal gesetzt, ließ sie sich freuen an manch altertümlichen Burg und kunstvollem Bauwerk. Namentlich die Bilder, die den landschaftlichen Reiz des Bergischen Landes eindrücklich vor Augen malten, werden denen, die sie gesehen, unvergeßlich bleiben. Der reiche Beifall, der Herrn Engels von seinem aufmerksamen Publikum gespendet wurde, zeigt ebenso wie die Dankesworte des Herrn Pfarrer Becker, wie sehr durch den Vortrag