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Infolge der Schlacht bei Leipzig hatte sich ö das Kriegsgetümmel in unsere Nähe ge⸗ zogen. Nur kurze Zeit vor dem Tage der Schlacht bei Hanau bin ich zwischen den vereinten bayerischen und österreichischen . Truppen unter Marschall Wrede und der im Rückzug befindlichen französischen Armee unter Kaiser Napoleon nach Langen über⸗ gezogen, um daselbst das Geschäft als Rent⸗ amtmann des Amtes Kelsterbach von dem

seitherigen Vikar zu übernehmen. Schon in den ersten Tagen nach der Woche meines Eintreffens zu Langen er⸗ f hielt ich daselbst Einquartierung in dem 1 von mir bezogenen Hause. Es gehörte dieses den Erben meines Amtsvorgängers, sehr freundlich von außen, nicht minder in dem Innern, aber dieses Innere erschien fast 1 gänzlich ausgeleert, was einen üblen Ein⸗ druck machte. Im oberen Stock fanden sich nur vor: ein Tisch, einige Stühle, eine Bettstelle. Alles, was von den Eignern des Hauses noch nicht weggeräumt worden, war nur von unbedeutendem Wert. Ich selbst hatte mit meiner Frau den unteren Stock bezogen und mich vorerst nur mit dem Notwendigsten versehen, als zwei Betten,

eines für meine Frau, das andere für mich,

einer Kommode, einem Spiegel, einem

f Tisch einem halben Dutzend Stühlen und ö wenigem Küchengeräte. . Meines Erinnerns war es Dienstag der Woche, die der meines Umzugs nach Langen.

folgte, als in der Frühe ein Wachtmeister

im Hause erschien, um darin Quartier zu

bestellen für den Kommandeur des zweiten

schlesischen Husarenregiments, Obristleutnant von Eicken, und dessen Adjutanten. Der Wachtmeister war zunächst mit meinem älte⸗ ren Bruder), der sich zu Besuch bei mir befand, zusammengekommen und mit diesem in Zank und Streit geraten wegen der ganz leeren Zimmer im Oberstock des Hauses. 1 Ich vernahm dieses alsbald und stellte mich dem Wachtmeister als Wirt des Hauses dar mit der Bitte, sich wegen dessen Leere be⸗ ruhigen zu wollen, indem ich hoffe, trotzdem seinen Herrn Kommandeur zufriedenstellen zu können, so daß er von diesem irgendeinen. Vorwurf nicht werde zu befürchten haben. Es wurde sogleich für möglich beste Speise und Trank sowie für Herbeischaf⸗ fung des nötigen Futters für die Pferde, die in der vorhandenen Stallung aufgestellt werden möchten, gesorgt und für anderes, 1 was möglich war. Den Obristleutnant bewillkommnete ich bei seiner Ankunft vor dem Hause mit ge⸗ bührender Freundlichkeit und Höflichkeit und der Aeußerung, daß er zwar ein ganz freundliches Haus hier sehe, leider stehe es ) Ludwig Maurer, geboren am 15 Sep⸗ ö tember 1779 zu Ingweiler, gestorben als ö 18 zu Darmstadt am 17. August

eben ohne mein Verschulden im Innern. fast ganz leer. Ich selbst sei vor wenigen Tagen erst als Invalide darin einlogiert worden. An Verpflegung darin solle, soweit ich es vermöge, durchaus nichts fehlen, in⸗ dessen sei ich nur im Besitz von zwei Betten, das eine für meine Frau und das andere für mich. Das letztere stehe dem Herrn Obrist⸗ leutnant zur Verfügung.

Ei, mein Bester, ich werde ebensowenig Ihr Bett als das Ihrer Frau in Anspruch nehmen, bin vielmehr vollkommen damit zufrieden, wenn Sie nur einige Bausche Stroh zum Lager verschaffen können.

(Fortsetzung folgt.)

Uirchliche Anzeigen.

Sonntag den 15. Mai. 1. Pfingsttag.

Kollekte für die Lutherstiftung.

In der Stadtkirche. Vorm 8 Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittogs Uhr: Pfarrer Becker. Beichte und Feier des heiligen Abend⸗ mahls für Matthäus- und Markusgemeinde Vormittags 11¼ Uhr: Kinderkirche für Matthäus- u. Markusgemeinde gemeinsam: Pfarrer Becker.

n der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes⸗ gemeinde: Pfarrer Ausfeld.

Montag den 16. Mai. 2. Pfingsttag.

In der Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarr⸗ assistent Ramge. Vormittags Uhr: Pfarrer Mahr.

In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesgemeinde. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.

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Evang. Arbeiterverein.

Am 1. Pfingstfeiertag: Gemeinsamer Kirchgang(Stadtkirche). Am 2. Pfingst⸗ feiertag: Spaziergang nach der Ganseburg. Abmarsch 2 Uhr Ecke Schiffenberger Weg und Licher Straße. Führung: Herr Friedrich Büttner..

Wartburg⸗ Verein.

1. Pfingsttag: Morgens 7 Uhr: Choral⸗ blasen vom Turm der Stadtkirche. Uhr: Gemeinsamer Gottesdienst(Stadtkirche). 2. Pfingsttag: Tagestour mit Abkochen nach Kloster ArnsburgLich. Abmarsch morgens 7 Uhr vom Ludwigsplatz. Rückfahrt von Lich 7.25 u abends. Führer: Herren Kliffmüller und Schön sen. Wanderung Edertalsperre. Treffpunkt: Pfingstsonntag 8 Uhr am Bahnhof.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen.