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dem Eierverstecken erwiesen hatten. War ein Ei noch unaufgefunden, so sagte der Petter: „Ich glaub als, es fehlt noch eins; es is mer so, wie wenn er da hinne bei dem Büsch⸗ che noch eins hätt' falle lasse. Ich hawwem e paar versetzt, die für e Dutzend mindestens ausreiche!“ Und so fand dann der kleine Sucher restlos sämtliche Eier, die der Has ge⸗ legt hatte, rote, gelbe, blaue und grüne. Das war eine Freude! Dann ging man wieder in die Stube, und der Petter erzählte, daß er schon vor acht Tagen gesehen hätte, wie sich der Has in der Nachbarschaft herumge— trieben und überall ausspioniert hätte, wo er am besten die Eier verstecke. Das verfing aber nur bei den ganz Kleinen. Die größeren lächelten und faßten die Worte vom Petter als Spaß auf, dieser gefiel sich denn auch
Eine Uriegsgefangenschaft im Jahre 1860.
Aus den hinterlassenen Papieren des Ge⸗ heimerats Theodor Goldmann mitgeteilt von Dr. Karl Esselborn. (Fortsetzung.)
Abends 11 Uhr, Erscheinen eines Offi⸗ ziers, welcher mich im Auftrag des Zivil⸗ kommissärs für verhaftet erklärte, mir jedoch bemerkte, daß ich nicht als Gefangener be⸗ handelt würde, wenn ich ehrenwörtlich er⸗ kläre, mich am folgenden Tag mit dem ersten Bahnzug in Begleitung eines Offiziers in
das Hauptquartier in Frankfurt zu begeben.
in der Rolle des Aufschneidens. So machte man die Runde und brachte eine Menge Eier
mit nach Hause. Wo mehrere Kinder auf diese Weise den Ostertribut einheimsten, füll— ten sich die Behälter, und der Vater meinte: „es leppert sich doch zusamme!“
Die Eier wurden meist so gegessen, wie sie waren; besondere Gerichte aus ihnen her⸗ zustellen, war nicht Mode. Ueberall in der Stadt lagen die bunten Schalen umher und viele der Jungen, denen man begegnete, wa ren am Kauen oder Würgen, denn da die Eier meistens hart gesotten wurden und beim Schlucken schlecht rutschten, so machte hier
und da einer die gleichen Schlingmanöver
wie ein Huhn, wenn es eine Brotkruste im Hals stecken hat.
Uns Buben gingen die Festtage stets viel zu rasch vorüber. Die Kuchen verschwanden, und mit ihnen die Magen- und sonstigen Be⸗ schwerden, und das war das Gute dabei. Der Lehrer konnte wieder daran denken, mit sei⸗ nen Schülern Spaziergänge zu machen. Am Himmelfahrttage früh morgens pilgerte alt und jung in den Wald, als Endziel meist der Schiffenberg. Zu Pfingsten war das Herumstreifen bei Tagesgrauen in dem in seiner ganzen Pracht prangenden Wald eine Hauptfreude für die Jungen und da, wo der Vater aus irgendeinem Grunde nicht da⸗ bei sein konnte, zogen ganze Rudel auf eigene Faust hinaus, ausgerüstet mit einem tüch⸗ tigen Frühstück und etwas zum Trinken. Mit Sträußen von Waldblumen, an der Mütze ein Eichenlaubästchen, kehrten sie dann um die Mittagszeit wieder heim. Hatten sie ein Reh gesehen, so war das ein besonderes Er⸗ eignis. An lustigen Liedern fehlte es nicht, auch nicht an sonstiger Unterhaltung, denn was der eine nicht wußte, das wußte der andere. Käfer, Schmetterlinge und sonstige Insekten wurden für die Sammlung ge⸗ fangen, und ältere Jungen nahmen aller⸗ hand Pflanzen für das Herbarium mit nach Hause. Diese Tage im Frühling in Gottes freier Natur zählten zu den schönsten der Jugendzeit. Wie weit liegt sie nun zurück!
(Fortsetzung folgt.)
Protest gegen die Verhaftung als einen Gewaltakt und Abgabe der ehrenwörtlichen Erklärung.
10. August, morgens 5 Uhr, Reise nach Frankfurt, mehrmalige Konferenz mit einem Generalstabsoffizier an Stelle des erkrank⸗ ten Generals. Eröffnung an mich, daß ich als Kriegsgefangener auf der Festung in Wesel retintert werden müsse, daß ich aber allein reisen könne, wenn ich ehrenwörtlich ver⸗ spreche, am folgenden Tage mit dem ersten Bahnzug auf dem nächsten Weg(über Mainz) abzureisen und in Mainz mit niemanden zu verkehren.
Am 11. August, morgens 5 Uhr, Abreise. Ankunft in Wesel abends 5 Uhr, Meldung beim Kommandanten.
Soweit Goldmanns Darstellung der Vor⸗ gänge vor und bei seiner Verhaftung. In Frankfurt wohnte er am 10. August bei sei⸗ nem Schwager Georg Fresenius, dessen Frau seine Schwester war. Diese schrieb noch am selben Tage über seinen Aufenthalt daselbst vor seiner Abreise nach Wesel an ihre Schwä⸗ gerin, Goldmanns Gemahlin: 15
„Ich habe Theodor versprochen, Dir einige Zeilen zu schreiben, nicht um, Dir Trost zuzu⸗ sprechen, denn dessen bedarfst Du nicht, denn wer im Besitz eines solchen Mannes ist wie Theodor, der kann stolz auf das sein, was er eben erleidet. Er ist, Gott sei tausend Dank, ganz vergnügt, das Essen hat ihm vortreff⸗ lich geschmeckt, wir haben seine, Eure und der Darmstädter Gesundheit getrunken Vor einer Stunde haben wir seine Reise⸗ tasche gepackt, etliche Paar Socken und Sack⸗ tücher habe ich ihm von Georg mitgegeben, und da er keinen Paletot bei sich hat, so muß mein großer wollener Schal mit der roten Borde einmal herhalten..„ges hat ihm wohl nicht geahnt, daß er der Ehre teilhaftig wird, preußische Kriegsgefangen⸗ schaft zu teilen...; er ist auch vortreff⸗ lich mit spanischem Pfeffer einbalsamiert ge⸗ wesen, es werden also die Motten Deinem teuren Gatten kein Leid antun. Theodor ist mit Georg noch auf eine Stunde ins Kolleg gegangen, um noch einmal Frankfurter Bier zu vertilgen, beide werden bald wieder er⸗ scheinen; denn seit wir unter Preußen stehen,


