8 gefallen zu erzeigen, können wir uns sofort
leisten. Ein kirchlich und christlich gesinnter Arbeiter.“
Dem Vorschlag, der in diesen Zeilen ge⸗ macht wird, stimmen wir aus vollem Herzen zu. Auch berührt uns sympathisch die An⸗ regung, den neuen Glocken Inschriften zu geben, die von der Not unserer Tage und der Barmherzigkeit, die diese Not lindern will, den späteren Geschlechtern Kunde über⸗ mitteln.
Beim deutschen Beskidenkorps.
Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. a. D. Landgerichts vat Trümpert⸗ Gießen.
28. März 15(Palmsonntag). Wir ha⸗ ben die letzte Nacht im schönen Ruhequartier Kolonie Lyszkowice verbracht, wo wir acht Tage lang nichts vom Krieg merkten, nur während der ersten
Tage aus weiter Ferne
Kanonendonner vernahmen. Jetzt wird eifrig
gepackt, da es heute weiter geht.
Die drei Batterien der zweiten Abteilung mußten je zwei Geschütze und zwei Muni⸗ tionswagen mit den Unteroffizieren, der Be⸗ dienungsmannschaft und den
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Pferden, sowie
einen Offizier abgeben. Die Batterien haben
von jetzt ab nur noch 4 Geschütze, offenbar im ganzen Heere mit der Zeit durchgeführt werden soll. Aus den abge⸗ gebenen Zügen werden neue Batterien bzw. Regimenter gebildet. Zu unserer Abteilung kommt als 7. Batterie eine Haubitzenbatterie hinzu, ebenfalls zu 4 Geschützen. Unsere erste Abteilung bleibt vorerst noch hier.
Ich muß Leutnant Beck abgeben, was uns allen sehr leid tut, da er ein sehr angeneh⸗ mer Kamerad, dienstlich auch sehr tüchtig war. Nun nehmen wir Abschied von zunächst nach Deutschland zurückkehrenden Kameraden, die über ½ Jahr Freud und Leid des Krieges mit uns geteilt haben. Dunkel liegt vor uns allen die Zukunft; aber Gott, der uns seither beigestanden hat. wird auch fernerhin mit uns sein.
Abends. Um ½12 Uhr mittags mar⸗ schierte ich mit der Batterie von Lyszkowice ab. Es lag Schnee, aber es war nicht kalt. Durch Lyszkowice marschterten die Kano⸗ niere singend vor der Batterie; das können die Polen wohl nicht begreifen, daß Sol⸗ daten im Kriege so guter Dinge sein können. Ueber Vorwerk Mikuly kamen wir nach Kolacinek, wo sich um das malerische Holz⸗ kirchlein ein Prozession bewegte, während die Glocken läuteten, ein seit Monaten nicht gehörter Klang, der mich andächtig stimmte. Es war eine lands chaftlich hübsche hügelige, waldreiche Gegend, durch die wir kamen, aber die Wege stellenweise sehr schlecht. Ueber Stefanow erreichten wir nach 6 Uhr Kolonie Olsza, wo wir Quartier bezogen. Aber Nachtruhe wird es nicht geben, da wir mitten in der Nacht verladen werden sollen.
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Wohin wird die Reise gehen? Man munkelt don den Karpathen und der Bukowina.
29. März 15. Um 1 Uhr nachts rückte ich mit der Batterie nach dem nahe⸗ gelegenen Bahnhof Rogow. Um 1½ Uhr begann die Verladung, die 2 Stunden dauerte. Außer der Batterie gehört auch die Abteilung nebst Stab zu unserem Traus⸗ port, dessen Führer ich bin. Gegen 4 Uhr morgens Abfahrt. Um 7 Uhr kamen wir durch Piotrtow(Petrikau), wo ein österreichischer Intendanturleutnant zu uns stieg und uns Interessantes erzählte. Um 11 Uhr gab es in Tzenstochawa(Czenstochau) einen längeren Aufenthalt, sowie Frühstück. Es schneit und
ist kalt. Unser Wagen ist nicht geheizt, und
ich habe Füße wie Eis. Alle Bahn⸗ hofsgebäude und Anlagen an der ganzen Strecke sind niedergebrannt und zerstört; auch alle Ueberführen waren zerstört, sind aber wieder hergestellt. Die Zerstörungen wurden im vorigen Herbst von den öster⸗ reichischen und deutschen Truppen vorge⸗ nommen, als sie den Vorstoß gegen Lublin und Warschau aufgeben und sich zurückziehen mußten. Der den Russen bereitete Aufent⸗ halt ermöglichte dann die Ansammlung stär⸗ kerer Kräfte und an manchen Stellen ein erneutes Vorgehen.
Ueber Myszkow, Bendzin, Sosnowice kamen wir auf deutsches Gebiet, fuhren aber aber nur durch einen kleinen Zipfel Schle⸗ siens über Schoppnitz, Myslowitz an der Dreikaiserecke vorüber nach dem österreichi⸗ schen Oswiecim(Auschwitz, wo wir um 5 Uhr Mittagessen erhielten; von da ging die Fahrt weiter nach Oderberg, wo es um 8 Uhr Abendessen gab. Um 31½ Uhr waren wir über die russisch⸗deutsche, um 5 Uhr über die deutsch⸗österreichische Grenze ge⸗
den kommen. Von Myslowitz bis Oswieeim fuhr
ich auf der Lokomotive, einer deutschen, dann bei Dunkelheit von Dziedritz bis Oderberg auf einer österreichischen; es war recht interessant.
30. März 15. In der Nacht kamen wir auf ungarisches Gebiet. Ueber Teschen er⸗ reichten wir morgens um 6½ Uhr Rosen⸗ berg an dem Waag, wo sich beim Aus⸗ steigen unseren Blicken eine wunderbar schöne Gebirgslandschaft, in leichten Schnee gehüllt, darbot. Es gab dort Frühstück und für die Pferde reichlich Heu, das sie seit Monaten entbehren müssen, und über das sie gierig herfielen. Bei herrlichem Sonnen⸗ schein ging die Fahrt weiter in das Tal des Waag, rechts und links schneebedeckte Berge mik Tannenwäldern, im Hintergrund über den Wollen die„Hohe Tatra“ mit der„Franz⸗Joseph⸗Spitze“. Es waren die ersten Schneeherge, die ich in meinem Leben sah Von Vihodna bis Csorba, auf dem schönsten Teil der Fahrt, fuhr ich auf der Lokomotive, dieses Mal einer ungarischen; der Lokomotivführer, ein Siebenbürger Deutscher, ein echter Mann, unterhielt mich
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