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reich vertragen keine Halben!“ Aber ganze
Männer, ganze Frauen, die reißen es an sich. Die reißen Gottes Kraft und Frieden, Gottes Freude und Gottes Klarheit in ihr vergängliches Leben hinein!
Nicht wahr, das ist etwas Großes? Es ist der Mühe wert, um dieses ganz Großen willen zu leben? Ei, so wagt es! Hinein in den Dienst des Stärksten! Christusträger...
Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen.
30. Der Gießener Bub aus dem vorigen Jahrhundert und was mit ihm zusammenhängt. Von Louis Frech. (Fortsetzung.)
Im Laufenlernen waren die Gießener Klei⸗ nen vielen anderen voraus. Das kam durch das Sichselbstüberlassensein und die damit Hand in Hand gehenden Rutsch⸗ und Krabbel⸗ versuche; denn wenn der Kleine soweit ge⸗ diehen war, daß er sitzen konnte, so wurde er auf irgendeine weiche Unterlage auf den Boden gesetzt und sich selbst überlassen. Das vorgelegte Spielzeug schaffte nur kurze Unter⸗ haltung. Es flog bald in eine Ecke, und dann fing das Rutschen an. Schon mit anderthalb Jahren wurden Exkursionen durch die Zim⸗ mer und die Treppen hinauf und hinunter unternommen, und wenn letzteres auch hier und da mal zwischendurch in einem unbeab⸗ sichtigt raschen Tempo unter Geplärr von statten ging, so war aber nur höchst selten einmal eine ernste Folge damit verbunden.
Die Spielsachen waren vor 60 Jahren recht
bescheiden, sowohl was die Quantität, als auch die Qualität anlangte. Selbst die wohl⸗ habenderen Leute dachten nicht daran, ihre Kinder so reichlich, wie dies heute geschieht. zu beschenken und deren Freude damit ge⸗ wissermaßen zu verdünnen. Sicher ist, daß wir alten Knaben unserem roh zugeschnitte⸗ nen und bemalten Holzpferdchen aus unserer Kinderzeit ein besseres Andenken bewahrt haben, wie dies den Kindern von heute bei dem Wust von Spielsachen, die sie alljährlich zum Geburtstag und zu Weihnachten er⸗ halten, überhaupt möglich sein wird. g Verwöhnt war also damals der kleine Gießener in dieser Beziehung nicht. Schwer und des Zierlichen entbehrend, wie dies bei den meisten Spielsachen der Fall war, waren auch die in ihrer derben Anfangsbauart auftauchenden Kinderwagen, bei denen es weder Federn, noch Gummireifen gab. Wohl aber ersetzte eine wohltuende Geräumigkeit diese Mängel. Die Vielseitigkeit der Ver⸗
wendbarkeit, welche sich durch diese prak⸗
tische Eigenschaft bot, verschaffte ihnen rasch Eingang, und es gehörte bald zu den ständi⸗ gen Sonntagsbildern, die den Kinderwagen schiebende Frau Mama mit dem Sprößling darinnen, den selbstbewußt daneben her⸗
schreitenden Vater und bei älteren Ehepaaren auch noch einige größere Kinder, um die
Schoren, oder nach einem der benachbarten Ausflugsorte, der Liebigshöhe, der Hardt, der Heuchelheimer Mühle, dem Windhof, dem Philosophenwald, zu dem Wirt Rinn nach Klein⸗Linden, oder nach sonst einem der Nachbardörfer pilgern zu sehen. Aber auch bei den Arbeiten im Garten, den damals ein jeder Gießener Kernbürger im Weichbild der Stadt besaß, mußte der Kinderwagen herhalten. Was man in ihm außer dem Kleinen unterbringen konnte, wurde in ihm verstaut, unter anderem auch die Kaffee⸗ kanne mit Inhalt und Zubehör; denn bei der Bestellung des Gartens und bei der Ernte weilte man stundenlang draußen. Da durfte ein so wichtiges Stück Möbel wie die Kaffee⸗ kanne nicht fehlen. Sie war so etwas, wie bei den Indianern die Friedenspfeife. Man saß in den Essenszeiten um das Feuerchen, auf dem der Kaffee brodelte und seinen aroma⸗ tischen Duft ausströmte, herum, verzehrte mit Gemütsruhe und Behagen die aus den Tiefen des Kinderwagens ans Tageslicht gebrachten Sachen und sammelte bei diesem durch keine Ueberstürzung getrübten Tun neue Kräfte für weitere Tätigkeit.
Auf den Gartenbetrieb war man früher mehr oder weniger angewiesen, weil es in Gießen noch keine Gemüsehandlungen gab und der Wochenmarkt die einzige Kauf⸗ gelegenheit darstellte. Bei den Gartenarbeiten spielte der kleine Gießener eine höchst neben⸗ sächliche Rolle. Er verblieb im Wagen oder wurde unter den zum Schutz gegen die Sonnenstrahlen aufgespannten Regenschirm auf ein Kissen in den Gartenweg oder auf den Rasen gesetzt und hatte da reichlich seine Beschäftigung mit dem Abwehren der Flie⸗ gen. Wurde ihm die Plage zu arg, so brüllte er, ebenso wie er dies auch tat, wenn ihn einmal eine Hummel mehr belästigte, als ihm lieb war. Man verscheuchte dann die Störenfriede, und die Geschichte fing prompt wieder von vorne an, bis er seinen Angehö⸗ rigen den Gefallen tat und einschlief. Man deckte dann ein leichtes Tuch über ihn. Gegen Abend zog man heim, und zahlreiche Trupps, vermischt mit den Kuh- und Ochsen⸗ gespannen der Landwirte bevölkerten die Wege, von dem bürgerlichen Fleiß der Gießener Zeugnis ablegend.
(Fortsetzung folgt.)
Beim deutschen Beskidenkorps. Aus dem e des Hauptmanns d. R. a. D. Landgerichtsrat Trümpert⸗ Gießen.
(Fortsetzung.)
25. April 1 5. Gestern vormittag er⸗ hielt die Batterie wieder heftiges Feuer, Gott sei Dank, ohne daß Schaden angerichtet wurde. Wir feuerten tagsüber sehr lebhaft. Seit heute sind wir in einer neuen Stel⸗ lung, die in die Schlucht, in der auch unsere Hütte steht, aber etwas weiter oben, unter hohen Buchen eingebaut und stärker ein⸗
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