Nr. 305
Neu« Tageszeitung. Mittwoch, den 20. Dezember 1S1«
Veite 1
110 einem gegnerischen Angriff ausgcwichcn, wodurch der hier angcfetzte russische Durckibruchsversuch nicht nur taktisch, sondern auch operativ in eine schwierige Lage kommt. Die Entscheidung hängt von der Festigkeit unserer Flankengrup- fen ab.
Das türkische Hauptqrmrtier !■■■ - meldet; r— ■ ■ ■■■■ ■ = «
Konstantinopel. 29. Dez. D>is Hauptquartier teilt mit: Heute von der Kaukasus-Armee angelangte Nachrichten blsagcn: Wir verfolgten den Feind. Es wurde eine beträchtliche Anzahl Gefangener gemacht und Kriegsmaterial erbeutet.
Ein französisches Torpedoboot feuerte einige Granaten auf die Küstenwache bei Kikili gegenüber Tenedos ab, aber erfolglos.
Die Engländer versuchten neuerdings eine Landung bei Akaba, zwei feindliche Boote versuchten, sich der Käste zu nähern, kehrten aber unter dem Feuer des Gendarinerie- pcstens um und halten vier Tote.
Ein Sieg über die Russen. Konstantinopel, 29. Dez. Unsere Truppen lieferten dem Feinde eine Schlacht im Tale des Muradflusses und brachten ihm eine völlige Niederlage bei. Sie nahmen zwei Kanonen mit Zubehör, ein Maschinengewehr, 2 Artilleric-Munitionswagen, 36 Maultiere, 115 Pferde; außerdem nahmen wir zwei höhere Offiziere, sieben Subaltcrnoffiziere und 96 Mann gefangen. Die russische amtliche Mitteilung vom 23. Dezember erklärt, daß die Russen bei Sartjram bei Sartikamgsch die Offensive ergriffen hätten; nun liegt dieser Ort im Kaukasus, so ' st hier zugestandcn wird, daß die türkische Armee sich auf :; itücf'rn Gebiete befindet.
Poris, 29. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet aus Tanger: Die Bewegung feindlicher Stämme
im Tasc-jes-Gebict hat nachgelassen. (Wirklich? D. Red.) Der Brannes-Stamm nimmt jedoch noch immer eine feindselige Haltung ein. Tie Lage im Tadln-Kenisra-Gebiet ist unverändert. Sendboten verbreiten dort falsche Nachrichten über die Ereignisse in Europa (oder vielleicht gerade richtige? D. Red.) und versuchen, die Proklamation des Heiligen Krieges zur Erregung einer Ausstandsbewegung ankzunuhen. Aus dem Tafilelt- und Mcddra-Gcbiet wird eine Ansammlung feindlicher Arabertruppen gemeldet, die anscheinend nach Eolomb-Bechar-bu-Denib Vorstoßen wollen, Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden.
Bulgariens Forderungen.
Bulgariens Forderungen. Athen, 2g. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Dem „Neon Astq" zufolge verlangt Bulgarien von Serbien auch jenen Teil Mazedoniens, der an Griechenland angrenzt, so daß Bulgarien sich zwischen Serbien und Ericchcn- land schieben würde.
ssiiic bfmrrkfneiufrtf aittmliöinldjf Stimme.
London, 28. Dez. (Nichtamtlj. Die „Morningpost" meldet aus Washington vom 21. Dezember: Die „Washington Post" jetzt ihren Angriff aus den britischen Militarismus zur See fort und schreibt bezugnehmend aus Aeußerungen Lord Churchills: Großbritannien gehr aus das Ziel absoluter Eecherr- jchast los. Der Militarismus zu Lande ist etwas Hasienswer- les, das bekämpft und vernichtet werden muß, und wenn alle Rationen Europas dazu heljcn müssen; aber Militarismus zur See ist etwas Bewundernswertes, solange es ein britischer Militarismus ist. Das ist die britische Auffassung, welche die Welt annchmcn soll! Die „Washington Post" fragt, wie sich die Dcreinigrcn Staaten angesichts der britischen Flott« sicher fühlen können. Die britische Flotte sei für Amerika eine größere Bedrohung als die deutsche Armee. Die britische Flotte könne den Panamakanal und die amcrilanische Küste bedrohen, v • deutsche Armee könne dies nicht, da ste nicht transportiert .den könne. Die Bereinigten Staaten würden sich nie unter die britische Oberherrschaft beugen. Ein britischer Angriss und eine britische Einmischung in den amerikanischen Handel seien geradeso unerträglich, als es ein deutscher Angriss und eine deutsche Einmischung lein würden. Wir haben, so schließt aas Blatt, einen britischen Angriss gehabt, während die deut- lchcn Einmischungen imaginär sind. Wenn England über Deutschland triumphieren und versuchen sollte, eine Oberherr- chaft zur See unter Mißachtung der Rechte und Interessen Amerikas aujzurichten, würde die amerikanische Nation wieder mit England Krieg führen.
Von den Gelben.
Der Antimilitarijt und Sozialist Hervö bettelt um die Hilfe der Gelben. Die „Post" schreibt: Die Enttäuschung der Fran- ;osen über die russische Schlappe i» Polen hat den Gedanken der Bciufung japanischer Hilsstruppen nach Europa neu be- ebt. In der jranzösischcn Presse mehren sich die Stimmen, die jür die Einleitung rasche Verhandlungen mit Japan eintrelen. Die abwinkende Reuternote wird dabei in gereiztem Tone erwähnt und zurückgewicsen. Ueberhaupt ist es beachtenswert, daß in einigen dieser Artikel eine Verstimmung gegen England um Ausdruck kommt, da dieses nicht genügend berücksichtige, wie sehr Frankreich unter dem Krieg zu leiden habe. Hervö jührt in einem von der Zensur stark zerzausten Leitartikel in seinem Blatte aus, das Volk verstehe nicht, warum nicht das Unmögliche geschehe, di- Deutschen zu besiegen. Deutschland, da» als erstes Land der Welt anerkannt werden müsse, so weit ideelle Kühnheit und methodischer Geist in Frage komm», sei wohl imstande, den Krieg noch ein Jahr länger hinzuziehe» .1» man jetzt in Frankreich glaube. Das französische Volk in ieiner Mehrheit werde lieber Japans Hilfe durch Abtretung ferner Gebiete erkaufen, als noch ein Jahr länger die Leiden ic» Krieges ertragen.
Japanisch« Hilfe sür Belgiens London, 29. Dez. Die
hier erscheinende „Jndependance Beige" erklärt, die belgische Negierung habe die Htls« Japan» zur Befreiung Belgiens an- gcrufen.
Aus Frankreich.
Gegen die Parlamentarier! Frankreich hat Pech! Schein zum so und so vielten Male ist cs seinen Kaiser undKönig losgeworden, es hat Revolutionen über Revolutionen gemacht, cs hat Ströme von Blut zu Ehren der Freiheit auf der Guillotine vergossen und immer noch nicht will die ersehnte Regierung, die rein im Namen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit regiert, auf der Bildfläche erscheinen. In, Gegenteil glaubten sich die Franzosen früher von einem Tyrannen bedrückt, so haben sie jetzt derer Über 900, den» alle die Senatoren und Deputierten sind einzig und allein darauf bedacht, sich im Genüsse ihrer Aemter zu spreizen und dabei zu stehlen, was das Zeug hält. All- mählig kommt das Volk dahinter, wem es diesen Krieg der an Frankreich die höchsten Anforderungen stellt, zu verdanken hat. So wird uns aus Kopenhagen gemeldet, daß es in Paris vor der Kammer zu stürmischen Knndgeb- uvgcu gegen die Regierung gekommen sei. Die einzelnen Deputierten wurden, soweit sie sich bemerkbar niachten, mit Pfeifen und Johlen empfangen, die Massen brachen in die Rufe aus: Nieder mit dem Krieg! Republikanische Garden und Polizei mußten cinschreiten, um die Massen auseinander zu treiben.
Ein Berichterstatter meldet: Ich sah in Amiens, Beau- vais, Compiegne und Soissons abermals Abgeordnete im Verkehr mit ihren Wählern. Die Wähler waren im höchsten Grad ungemütlich und ausfällig. In Compiegne nahm das Volk eine drohende Haltung an. Die Regierung hatt: ihm Verkehrserleichtcrungen, LebenSmittclzusuhrcn, Unterstützungen in Geld und Naturalien schon Wochen vorher versprochen. Vcrlprock)en durch Vertreter deS Ministers des Innern. Mit der Erfüllung der Versprechungen aber scheint es gute Wege zu haben. Die außer Rand und Band geratene Bürgerschaft macht die Volksvertreter mit verantwortlich die nach dem miterlebtcn Szenen sich längst um Kredit geredet haben. Vor dem Rathaus zu Compiegne konnte ich es hören: „Bleiben Sie uns mit der Regierung vcm Halse! Der Minister war vor drei Wochen da und versprach uns Kohle und Brot. Nichts ist angekommen. Sagen Sie ihm, wenn er sich noch' einmal bei uns sehen läßt, so soll er sich gleich einen Krankenpfleger mitbringen." Solche Worte kamen aus dem Munde des Vertreters des im Felde stehenden Bürgermeisters.
Gcldmangcl in Paris. Zürich, 29. Dez. (W. B. Nichtamtlich) Der Pariser Dezcmberbriel der „Neuen Züricher Zeitung" schildert u. a. folgendes: Auf Schritt und Tritt wird an die private Wohltätigkeit appelliert, aber aus den mageren Subskriptionslisten in den Zeitungen ist zu erkenne», wie groß in dem sonst so gebefreudigen Paris der Geldmangel geworden ist. Die reick>en Klassen von einst müssen sich ebenso wie die mittleren und unteren einschrän- kcn. Tic „Unione des scmnics de France" erließ beispielsweise ein Rundschreiben, in dem erklärt wird, infolge Geldmangels müsse demnächst ein Teil ihrer Spitäler für Verwundete geschlossen werden; ihre Zahl betrug bisher 460 mit 30,000 Betten. Der Aufrus bittet dringend um Natu- ralgabcn, aber gerade daran fehlt es. Die Hilfsspitäler des Roten Kreuzes bilden eine wertvolle Ergänzung der Militärspitäler. Letztere allein würden ihrer Aufgabe nicht gewachsen sein. Selbst einige große Hotels, wie das Elysee und das Palacehotel, sind zu solchen Hilfsspitälern umgewandelt worden, die überall eingerichtet werden, wo irgend Platz vorhanden ist.
Ans Rußland.
Rußlands Schuld am Krieg. Brünn, 29. Dez. kW. D. Nichtamtlich). Die Zeitung „Hlas" gibt zum Beweise von Rußlands Schuld an dem Weltkriege Mitteilungen eines hervorragenden Bcrtrclers der tschechischen Volkswirtschast wieder, der vor etwa einem Jahre in Petersburg weilte, als Vertreter tschechischer Werke, die von der russischen Kricgsverwaltung zum Wettbewerb für Militärlisferunaen ausgesordcrt waren. Der Gewährsmann sprach auch bei dem russischen Kriegsminister vor, der sich zwar über die Angebote anerkennend aussprach, aber hinzusügte: Nach Oesterreich vergeben wir nicht sür einen Heller. Der Minister fuhr fort, der Krieg mit Oesterrc-ch- Ungarn sei unabwendbar. Wir bereiten uns schon lange auf ihn vor.
Ans England.
Ein Eingeständnis. Die „Nordd. Allgemeine Zeitung" schreibt: Herr Balsour hielt am 12. Dezember in einer zu Re- kruiicrnngSzwcckeii veranstalteten Massenvcrsamnilung eine Rede, in welcher er das interessante Eingeständnis machte, nicht durch irgend ein Ereignis des Tages, nicht durch irgend einen besonderen zufälligen Umstand, nicht durch Verantwortung oder Nichtbeantwortung irgend einer Depesche zu einer bestimmten Zeit sei dieser Krieg veranlaßt worden, sondern durch Ursachen weit ticserer Natur, die allmählich durch ein unvermeidliches Geschick zu einer schrecklichen Tragödie geführt hätten. Es wäre zwar ganz richtig, zu sagen, daß England diesen Krieg sührc, weil vertragliche Verpflichtungen und die nationale Ehre cs verpflichteten, die Nation z» unterstützen und zu verteidigen, deren Neutralität unter allen Begleitumständen des militärischen Schreckens und Abscheulichkeit verletzt worden wäre. Die serbische und der belgische Tragödie seien nur Episoden in einer viel größeren Tragödie, und die in Flandern und Nord« srankreich begangenen Verbrechen waren nur Episoden in dem größeren Verbrechen gegen die Zivilisation. Deutschland wäre nicht zufrieden gewesen mit seiner Macht und seinem wirtschaftlichen Gedeihen und hätte all die» sür wertlos gehalten ohne die Herrschaft über die ganze zivilisierte Welt. Zum
Beweise dafür nimmt Balsour seine Zuflucht zu der ln Deutsch, land erdachten Theorie des Uebermenschen und des angeblichen Ueberstaatcs, die jeder internationalen Verständigung im Weg« gestanden hätte. — Wir erwähnen diese Auslastung des ehemaligen Führers der konservativen Partei Englands nicht, um mit ihm über das deutsche Denken zu streiten, von dem er nichts weiß. Wir stellen fest, daß er in dem Aufschwung Deuilchlinds seit 1870 die wahre Ursache des deutsch-englischen Krieges sieht. Es gab in den letzten hundert Jahren nur einen Staat, der den Anspruch der Herrschaft über die zivilisierte Welt erhob. Dieser Staat ist England. Weil das erstarkende Deutschland sich nicht unter den Machtspruch Englands beugen, sondern sich in friedlicher Arbeit frei entfalten wollte, soll cs vernichtet werden. Das ist, der üblichen englischen Phraseologie entkleidet, der Gedanke Balfours. Das dürftige Kleid ist Heuchelei.
Ilnr 50 Grarnin-Mjtiidililgkil bis 2. Januar.
Mit Rücksicht nnf den Ncnjahrsbricsvcrkchr können Privntscndungcn im Gewicht über 00 Gramm im Verkehr zwischen der Heimat und dem Feldheer in drr Zeit vom 29. Dezember bis rinschlicßlich 2. Januar nicht angenommen werden. Es wird dringend ersticht, auch die Sendungen bis 50 Gramm nur zur Uebcrmittcliing rigentlichcr Nachrichten zu bcnutzkli, Liebesgaben und dergleichen aber mit ihnen nicht zu verschicken. Die so beliebten 250 Gramm- Pakete können also in dieser Zeit nicht abgesandt werden.
FkldpokIenÄnngtN mit WhrariMt.
Berlin, 25. Dez. Die bei porlopslichtigen Fcldpostsen- dungen zugelastcne zehnprozentige Ecwichlsüberschreitung ist bei portofreien Feldpostsendungen in Privatangelegenheiten nicht zulässig. Sendungen in Privatangelegenheiten im Gewicht von 51 bis 55 Gramm kosten deshalb 10 Pfg.
Der Feldpaketdieust.
Bei der Versendung von Paketen an mobile Truppen handelt es sich um eine militärische Einrichtung. Die Versendung ist zuläsfig entweder über die Ersatz-Truppenteile der im Felde stehenden mobilen Truvpenkörper oder über Paket- dkkots. Die Beteiligung der Post beschränkt sich in beiden Fällen darauf, die Pakete anzunehmen und den in der Heimat befindlichen Ersatz-Truppenteilen oder Paketdepots auszuhändigen. Pakete durch Vermittlung der Ersatz-Truppenteile sind jederzeit zugeiasten und nicht an eine Gewichtsgrenze von 5 Kg. gebunden. Das Porto für sie ist dasselbe wie für Soldatenpakete im Frieden. Die Pakete müsten an den Ersatz-Truppenteil adressiert werden. Ste werden ohne Mitwirkung der Post nach der Front als Frachtgut der Heeresverwaltung, nicht also durch die Feldpost, zugestellt. Sind solche Pakete im Felde unbestellbar, fo sollen sie nach den von der Heeresverwaltung erlasienen Bestimmungen an den Abfender zu- rückbefördert werden. Pakete durch Vermittlung der Paket- depots werden nur für bestimmte Fristen und nur bis zum Gewichte von 5 Kg. durch die Heeresverwaltung zugelasicn. Hierüber ergeht jedesmal eine Bekanntmachung, worin die Frist genau bezeichnet ist. Wenn die Pakete bei der Post ein- geliefert werden, erhebt diese ein Porto von 25 Pfg. Auch bei dieser Paketbeförderung hat die Post mit der Weiterleitung der Pakete von den Paket-Depots nach dem Felde und der Zustellung an die Truppen nichts zu tun, dies biegt vielmehr ebenfalls in den Händen der Heeresverwaltung.
Hiernach ist es unrichtig, für das Ausbleiben der an Heeresangehörige im Felde abgesandten Pakete stets die Post- verwaktung verantwortlich zu machen. Diese hat nur die Be» sörderung von der Ausgabepostanstalt In dem einen Falle zum Ersatz-Truppenteil, in dem andern Fall- zum Militär-Paket- depot zu vertreten, wobei Verluste oder große Berzögerungen nahezu ausgcschlosien sind. Die Schwierigkeit liegt in der Beförderung der Feldpakete in Feindesland, namentlich wenn militärische Operationen stattsinden Auch die dem Truppenteil obliegende Zustellung der Pakete an den Empfänger ist keineswegs so leicht ausführbar, wie das Publikum vielfach annimmt. Viele Beschwerden der Absender von Feldpaketen darüber, daß diese nicht angekommen seien, erweisen sich als nicht zutreffend, weil sie zu früh erhoben waren. In anderen Fällen läßt das Publikum unberücksichtigt, daß die über die Mililär-Paketdepots gegangenen Pakete bestimmungsgemäß nicht an den Absender zurückgesandt, scndern zum Besten des Truppenteils verwandt werden, wenn sich der Empfänger nicht mehr bei diesen befindet. Ebenso wird im Felde mit Paketen dieser Art verfahren, die wegen salscher oder ungenügender Aufschrift nicht bestellt werden können.
Außer den vorstehend erwähnten Feldpaketen an mobile Truppen kommen noch Pakete an Heeresangehörige in Garnisonen des Deutschen Reiches in Betracht, die mit Ausnoqme der Standorte in den elfäsiischen Kreisen Altkirch, Mülhausen, Gebwciler, Thann und Colmar jederzeit zugclasien sind und den Vorschriften und Taxen des Friedcnsdienstcs unterliegen.
Kugelschntzpanzer.
Frankfurt a. M„ 27. Dez. <W. B. Nichtamtlich,. Der Stellvertretende Kommandierende General des 18. Armeekorps erläßt folgende Bekanntmachung: In zahlreichen durch die Zeitungen veröffentlichten Anpreisungen werden zur Zeit Kugelschutzpanzer der verschiedensten Art zum Berkaus gestellt. Diese Schutzpanzer erfüllen auichweg nicht den versprochenen Zweck, sind vielmehr, wie ein Versuchsschießen auf den von einer Firma E. Schneider u. Eo., Maschinenfabrik. Roschlitz i. S„ tn den Handel gebrachten „Kugelschutz gegen Jnsanterie- schosie" beweist, dazu angetan, schwerere Verwundungen h-rbei- zuführen. Abgesehen hiervon sind sie auch geeignet, den Träger tn seiner Beroegungsfreihett zu hemmen und ihm dadurch die Erfüllung seiner Aufgaben tn erheblichem Maße zu erschwere». Bor Ankauf wird gewarnt.


