Ausgabe 
28.12.1914
 
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rirumner 303

Montag, den 28. Dezember 1914.

Tageszeilttn

7. Ia!,rgang

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UtiiilUmgson Krhrintcitnn« und p»rla, IrtebbtiB «VestenI. f>«nantti»aijt 12. Fenuprechrr 48. Paftlcheck. Conto Nr. «8..», Ami Frauffurt a.

M.

ftirlnnug brs iuiiiipfrs mnl)rrnb brr Wl,mchin>.

Schwere Verluste der Gngländer. Die Zahl der Kriegsgefangenen in Oesterreich-Ungarn. Entfchcidendcr Lieg der Türken. Cine Niederlage der japancsifchen Regierung in, Parlament.

[ Tor brutsche Generalstab ! i^== meldet: J

WTB. 61 rco Hauptquartier, 24. Dez., vormittags. Amtlich.

Terciud wiederholte gestern in Ge genÄ Nicuport seine Angriffe nicht.

Bei Bixschote machten unsere Truppen in de» Gefechten vom 81. Dezember 240 (»eiattf rite.

Lehr lebhaft »var die Tätigkeit des Feindes wieder in der Gegend des Lagers von Ehaions. Einem heftigen feindlichen ^»rtilteriefener auf dieser Front folgte in Gegend 3oita.it nnd Perthes Jnfanterie- angriffe, die avgewie^en wurden.

Ein vom Feind unter dauerndem 4lrtil- l?r!esei>cr gehaltener Graben wurde uns ent- r.ffen. am Abend aber wieder genommen.

. ie Ltrllung wurde nach diesem gelungenen Gegenvoritog ausgegeben, da Teile des Schülzcnora^ens vom Feuer des Feindes saht eingeebnet waren. Ueber 100 Gefangene blieben in in ercn Händen.

Uni re Truppen Naben von Soldau nv Neidend urz her erneut vie Offensive ergriffen u.o in mehrtägigen Uümpsen vie bluffen zurück- . ervor ctt. MIawa und Sie feindlichen Stellungen bet Miawa sind wieder in unteren Händen. In sieten Kämpfen wurden über 1000 Gefangene gemacht.

Am Bzura und Rawkaabfchnitt kam es bei unsichtigem Wetter. bet dem Artillerie wenig zur Geltung kommen konnte, an vielen Stellen zu hc.tigcn Bajonettkämpfen. Die Verluste der bluffen sind grotz.

Aus dem rechten Pilicaufer in Gegend südöstlich Tomaszow griffen die Russen noch­mals an und wurden mit schweren Verlusten von den verbündeten Truppen zurückgeschlagen-

Wciter südlich ist die Lage im allgc. meine» unverändert.

WTB. Grobes kjauptquartirr, 25. Dezember, vormittags Amtlich.

In Flandern l,errichte gestern im allgemeinen Nutze.

Gestlich Festubert wurde den Engländern aiilchliestenS an die am 2i>. Dezember eroberte telln.g ein weiteres Stück ihrer Defest.gnng c itri |tit.

et Ehivq nordöstlich Dailtcr hoben unsere rnppr» e.ue se, dlichr Kompagnie aus, die fick) oor nuferer tellung eingenistrt I: at e. 172 ranzoic» wurde» hierbei gefangen genommen, ei dem Derluch die Stellung uns wieder zu rntreiszen. ha.te der Leiud ftar!,e Deriuste.

4 auzö , che Angriffe beiSonain »nd Perthes lowie Itle.nerr Dorfföhe n»rdö..lich Perdn.i und *:c tttch Xpremont wurden abgewirlen.

Am Gstrn blieb gestern dir Lage unverändert

W'!'!!. Groffes Hauptquartier, 26. Tcj., ittaqs. Amtlich.

Bei Nienport sind in der Nacht vom 25. Tezcrnb r Angriffe der Franzosen und der Engländer aügewicscn.

Der Er,olq der Kämpfe bei Festubcrt it 2ndern und Engländern lässt sich erst ffeute übersehen. 19 Offiziere und 819 Far- i c und Engländer wurden gefangen ge- o .'.ncn, 11 Maichinengewehre, 12 Älinen- -ocricr. sckcinwericr und sonstiges Kriegs- gcrät erbeutet. Aus dem Kampffelde lieh

der Feind über 3 0 0 0 Tote. Ein von den Engländern zur Bestattung der Toten erbe­tene Waffenruhe wurde bewilligt. Unsere Verluste sind verhältnismägig gering.

Bei kleineren Gefechten in Gegend Li- hens südöstlich Amiens und Tracy le Val, nordöstlich oon Compiegne machten wir gegen 200 Gefangene.

In den Vogesen südlich Diedolshausen und im Oberelsaff westlich Sennheim sowie südwestlich Altkirch kam es gestern zu kleine­ren Gesechtcn. Die Lage blieb dort unver­ändert.

Am 20. Dezember nachmittags warf ein französischer Flieger auf das Dorf Anor 3 Bomben obgleich dort nur Lazarette sich befinden, die auch für die fZ-liegerbeobachtung ganz deutlich kennt­lich gemacht sind. Nennenswerter S baden wurde nicht angerichtet. Zur Antivort auf diese Tat und auf das neuliche Bombenwer.cn auf die ausierhalb des Operationsgebietes liegende Stadt Freist,irg wurden heute morgen einige der in den Positionen de Nanch liegenden Orte von uns mit Bomben m.ttlcren btalisters bele t.

Nussifche Angriffe auf die Stellung bei Lohen ivurde ab zefcklage». 1000 Gefangene btieben in nnfercn Hände».

In Nordpole» nördlich der Weichsel blieb die Lage unverändert.

Südlich der Weichsel schritt unsere Offensive am Bzuraabschnitt fort.

Auf dem »echten Pilicaufer südöstlich To- maszow war untere Offensive von Erfolg be­gleitet.

Weiter südlich ist die Lage unverändert.

W. T. B. Groszcs Hauptquartier, de» 27. Dezember. vormittags. Amtlich.

(Weltlicher Krirgsschiuplad.) Ja F andern creiq- net« sich gestern nichts wejenil che». Englische Schiffe zeigten sich heute morgen.

Rirdiistlich Albert m'chien be Feinde einen ver­geblichen iöoritoj auf La Bo cell:, de n heut früh ein «rsolzrrichir Gegrnsiatz u >ser:r Truppen solgte.

Französische Angriffe beim Neuriponsgrund (Ar- gonneit) uad südöstlich Berdan brachen in unserem Feuer jisammen.

2:n Obre-Tlsa'z griffen dir Fraizisen unsere Stel­lungen östlich der Linie D.m.nerlirch an. Sämtliche Angriff: tu irden zurückzelchlagen. In den ersten Nacht- stmee i sezlen die granzasen sich in Besitz einer mich- tigen Höhe östlich Tann, m irdeit aber durch -.neu Ec- genangriff uiieder getvorsrit. Lie Höhe blieb fest in unserem Besitz.

(Oesiltch.r Kriegsschauplatz) 3n Ost- und West- prcuszen leine Lerändcruiig.

In Palen machten uns re Angriffe am Bzura-Tau- kaabschnitt langsam weitere Fortschr tu.

Südöstlich Tomasgotu wurde die Offensioe erfolg­reich sorigcsetzt.

Nufftsche Angriff- aus südlicher Richtung aus Jnowlod, wurde unter schweren Pertuslen für die Rus­sen zurückgeschlagen.

Oberste Heeresleitung.

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Der deutle ALmiral»iab 1 meldet:

Üerlitt, 2t». Dcj. (10. -l. Amt icks.) Am 25. Dezember, vormittags, maliiten leichte englische treitsirälte einen Dorstosi in die dent che Ducht.

! Don ihnen mitgeki-hrte Klasscrstngzcnse ginge» gegen unsere Finszm.tndnuge:, vor «nd warte» hierbei gegen m Anker liegende Schiffe »nd einen in der Ilähr von Enrhaven beffndlichen Gasbehälter Üomben ab, ohne zu treffen «nd tchade.i anznrichicn. linter Lener genommen, zogen sich die Llngienge in westlicher Dichtung zurück. Ilnlrre Lnftschissc und Llngzruge klar­

ten gegen die englischen Streitkrätte auf. gier­bet rrzleite» sie durch Ooinbenwürie auf zwei englitchcn Irr.ckörert, und einem Degleitdampzcr ffsrrffer; auf lebtereu, witrbe Dra idiu riinng be­obachtet. Anfaommendes neo'lige» Klettcr ver­hinderte sonstige Kämpfe.

Der SteUoertreter »es Ctiefs Mo «üuiilotstabes:

Behncke.

Znrückgcqcüen!

Aus dcm (tzrosien Hanpiqnartirr ersahrrn wir: In ver

sraiizösisä^n Presse tritt neuerdings wiederholt die Bemerk- img auf, das, die von der dentiitzen Artillerie verichussene Munition nur geringe Wirkung habe und sehr viele Blind-

g> ngcr atiffvieß. Tic Tatsackne ist bedingt richtig, nur han­delt eS sich nicht um deutsche, sondern um erbeutete sran- zcsischc und belgische Munition. Ihre Minderwertigkeit ist auch uns bekanult da cs sich aber um ganz außeiordentlich grosze Munilionsbeslände handelt, die doch uns irgendeine Weise tnibrauchbar gemacht werde» innsilen, schien es i,inner no<l> am besten, sic ihren srühercn Besitzern wieder zuzu- senden.

Soll Warschau geräumt werden ?

lieber die Lage in Warschau gehen verschiedene ktzeriichl. um, wonach die Nüssen belchlvssen hätten, die Stadt ans strategtlckzen Gründen zu räumen. Wir »testen diesen Nackv richten keinen Glauben bei und Hallen sie zum mindesten für verfrüht. Tie Meldungen lauten:

Nach derTcntsck^ii Tageszeitung" Hallen die War­schauer Behörden infolge de» bedrohlickzen Vorrückens der deutsck>en und ösierreichisch-imgarischen Armeen Warschau l>eietts verlassen und seien unter Mitnahme sämtlick-cr Gel­der und Akten nach Wilna tibergesiedelt.

Universul" vcrösseiitlicht, wie der Börscnkuricr" be­richtet, eine Meldung seines Petersburger Korrespondenten, wonach die russisck>e Heeresleitung gewillt sei, Warschau kampllos anszugcbcn. Der Korrespondent schreibt, dasi in militärisckzen Kreisen Petersburgs die Meinung vorwiege, daff die Räumung der Festung Warschau die Lage der rus­sischen Armee verbessern werde, da in diesem Falle d,e nicht unbcträchtlickzc Besatzung zum Frontdienst verwendet wer­den könnte. Derselbe Korrespondent berichtet, dah die Be­hörden und Banken Warschau bereits verlassen haben. Er- stcre sind nach Wilna, letztere nach Petersburg übcrgestedclt. Tic Stadt beherbergte nunmehr nur noch 20,000 Zivilper­sonen. (?)

Aus Paris wird berichtet, daß ein Artikel de?Temps" vom 24. ds. MIs. aus die bevorstehende Räumung War- Ickzaus vorberciie. Das Blatt läßt sich aus Petersburg mel­den, daß die russische Heeresleitung aus stralegtschen Grün­den beabsichtige, das russische Heer aus die innerste Vertei­digungslinie zurückzuzichcii, was die Ausgabe von Warlckzau mit sich bringe.

Diese Nachrichten klingen ja recht schön, nur glauben wir sic, wie gesagt, das, die Lage noch nicht so weit her- angercift ist.

iiif 5MIM dkl dkn saIKIlinds-Zi!k!n.

London, 26. Dez. (18, B. Nichtamtlich). Die Blatter veröffentliche,i über den Kamps bei den Falllandsinjeln ein« Dcp.sche aus Vuenos Aires, nach der sich das deutsche Eeschwa- der dcm britischen näherte, «ts dteses Kohlen einnahm. Di- britischcn Schisse dampsten V» deutschen entgegen. Al- du, deutsche Geschwader die Zusan,mensetzung des britischen er- tonnte, zag cs sich zurück. Die britischen Schiss- holten die deutschen ein nnd zwangen sie zum Kamps. Zunächst wurde das deutsche Flaggschiff in Grund gebohrt. Daraus brachte derKcnt" den KreuzerNürnberg" nnd dieGlasgow" den Kreuzer .sileipzig" zum EintenCornwall" undGlasgow" sind aus der Suche nach derDresden".

London, 27 . Dez. Diiln Chronicle" meldet aus New- vort über Montevideo: Di- Offiziere der Flotte des Admirals Sturdee sind besonders stolz daraus, dah es den Engländc-n g-> lang, die Deutschen zu überlisten und die Ucberreste des Ge­schwaders des Admirals Crudock zu verstärken, ahne des, der Feind davon etwas crsuhr. E? gelang ihnen, zwei mäch.z.ze Panzerkreuzer hcranzuzichen, die sich mi, den KreuzernCano- pus".Carmaen",Cornwall'.Drillol" undGles-ow e-r» einigten und am 7. Dezember Fort S:ui,ley zum Kohlcneinn.h-