Nr. 3»<i
man glaubte nicht, daß ein neutrales Schiss angehalten werben
wurde.
. Zunächst ging di- Reise glatt von statten. Jeden Abend bat'en wir an Bord patriotische Kundgebungen, Am 2 Sept batten nur die Absicht, ein- größer« S-danseier zu vcranstal. ien, cider ,edoch sollte er anders kommen, denn, wie so bäu- s'N. „der Mensch denkt und Gott lenkt"! Am Morgen dieses Tages, gegen ü Uhr. wir lagen noch alle in Morpheus' süßen -ckrinen, wurden wir von dem sranzostschen Hilfskreuzer La «avoi, ans ocr Hohe von Cherbourg angehalten Es kamen einige -'»Ziere und Soldaten dieser verdammten Franzmän- „er au.s £*», und besetzten alle Ein. und Ausgänge durch ^iUtrn mit au,gep,Ia»,Iem Seitengewehr, Zunächst wurde das c O;" selbst au, Ccntrebande untersucht: alsdann wurden die d, iiaa.ere in eine E-ke getriebci, und mußten einzeln vorbei- „>oen und die Aiisweispagiere vorzeigen Diejenigen, die sich , osweiscn konnten, wurden voii den übrigen getrennt indeu, e »> eine» !chmo1en Sang zu sieben kamen
Meinen Angaben, daß ich in der Schwei, geboren, schenl- U" die Schweinebundc wenig Zutrauen, Das ganze Schiss >, iiide nun, nachdem noch fi sranrösische Torpedoboote berangc- I' iiiinei, wareii, wieder mit zuriiägenvmmen, ein Fahrt von iiiorgens « bis abend» » Uhr. Kein Mensch wußte, wohin es iiiiig, -pater erst ersuhren .oir, das, wir „ns in dem franzö- Nich-N Kricgrhaien Breit b-iauden Am Morgen des folgen, t ui Tages kam eine Menge srainöpicher Matrosen an Bord nid sic singen an, die Ladung, Mehl, geschmolzener Silber lij.o, aus große Schleppkähne zu verlade» Segen 2 Uhr na-h- wittags wurden wir Passagiere insgesamt vom Schisse geholt iind aus Ilcinerrn Schissen unter sranzofischer Kriegsslagge in das Brcstrr Festungsgcsaugnis iibergesübrt, Gepäck und son itigcs mußte abgegeben werden, auch wurden wir von oben bis unten nach Massen und Taschenmesser untersucht Hierbei iunide schon einer unserer Passagiere, der sich widersetzt habrn soll, meines Erachtens jedoch deshalb, weil er das Kommando
des franz. Ossizier, nicht verstanden halte, von diesem Schweinehund durch 3 Revolocrlchüste niedergestreckt, Bon 2 Matrosen wurde er, da er noch Lebenszeichen von sich gab, völlig toige- schosscn.
Ich wurde am zweiten Tage vor den Festungstommandrn- len gerufen und nochmals nach meiner Rationalität befragt, och blieb bei meinen alten Angaben „geborener Schweizer zu sein" und verlangte gleichzeitig die Hilf- des Ichwci^rischcu Konsulats in Paris. Am nächsten Tage schrieb ich 2 Brtcse »nd 3 Karten an meine augcblichen Angehörigen in der Schweiz (!!!) setzte meinen Absender aus d-c Umschläge der er siercn, — es war dies Vorschrift — und wartete der Dinge, die noch kommen sollten, denn, es war klar, daß diese Sendung oeösfnet und gelesen würde! Hossentlich ist dieselbe inzwischen als unbestellbar aus der Schweiz zurück wieder in die Hände dieser Saubande gekommc». Mögen die Kerls Augen gemacht haben, nachdem sie erkannt, daß ich sie derart an der Nase geführt habe. In dem Eesängnis mußten wir „48 Mann" in einer ziemlich kleine» Bude zubringen. Das Eloftt stand in Gestalt von zwei Eimern in der Mitte dieses Salons, Das Eisen war cinsach unter dem Hund!
Am fünften Tage wurde ich unter militärischer Bedeckung wieder zum Kommandanten gebracht, woselbst ich schon vier Aerzie, die sich durch Papiere vom Roten Kreuz ausweise» konnten und einen Dcuischcn mit amerikanischen Ausweis- papieren antraf. Sie alle fuhren von Hoboken mit mir tn der 2 Kajüte, waren aber in einem anderen Festungsstall« unter- gcbracht. Hier wurde uns nunmehr die Erlösung verkündet und gesagt, daß wir wieder nach Rotterdam fahren würden. Du kannst Dir denke», daß mir eine Zentnerlast >n diesem Mo- ment vom Herzen siel, ich srrutc mich im Stillen diebisch über die mir geglückte Kriegslist.
Aus der Fahrt durch den Kanal wurden wir zwar noch 2 Mal von englischen Torpedobooten angehalten, jedoch weiter fahren gelassen, da di- Schissspapiere von de» Franzosen geprüft und gestempelt waren, Bor Dover bekamen wir einen englischen Ossizier an Bord, der das Schiss an den Minenfeldern vorüber bis Rotterdam führte. Hier nroldcte ich mich um. gehend bei dem deutschen Konsulate und entpuppte mich zum größten Humor sämtlicher dottigen Beamten, gestützt aus meine Militärpaptere in den Schuhen, als deutscher Reichs»», gehöriger. Mit dem erste» Zuge wurde ich von hier aus nach Wesel befördert, bekam doitsclbst einen Miliiälsahrschein »ach Itzehoe, um beim Artillerie-Regiment Rr. 9 eingestellt U u werden, Am 30. September kam ich mit dem Ersatzregiment nach Königsberg, woselbst wir unter unanshorlichcm Regen ausgc- ladcn wurden, Don jetzt ab kamen wir drei Tage ,'ast nicht von den Pserden. Zunächst fuhren wir südlich von Insterburg in Stellung, mußten aber schon nach wenigen Schüssen diese Stcllung ausgeben und uns zur Lcrsolgung der Russen anjchik- ken. Wir hatten damals nur ganz wenig Verluste, aber noch weniger Erfolge, denn fast Luser ganzes Regiment war zusammengesetzt aus nur mangelhaft ausgebildeten Krtegssrciw'lli- gen. Wir verfolgten die Russen auch über die Grenze, mußten aber am Tage daraus wieder zuttick, da die Russen bei Memel aus Tilsit zu durchgcbrochen waren. Nunmehr lamcn wir bei Labiau in ein Gesecht, woselbst cs einfach ganz ungl>u,blich hcrging. Am anderen Tage konnte man sich kaum noch denken, daß man mit heiler Haut Lavongetommc» war. Es ging natürlich sogleich wieder an die Verfolgung, direkt nach Rußland hinein, wobei es die Russe» eiliger als I >r hatten, Bon nun ab hatte» wir zwei langweilige Wochen, bis vor zirla 14 Tagen die Russen de» zweiten Durchdruchsorrsuch machten, solange, wie ich dabei bin. Wir wurden dann zurückgenommen, um neu zusammengesetzt zu werden. Solange untätig zu bleiben hielt ich nicht aus. Ich meldete mich jojott wieder zur Front und cs gluckte mir durch besondere Fürsprache, in die reitende Batterie des Feld-Artillerie Regiments Rr, 1 zu lammen, Wann wir nun wieder ausrückcn, weiß ich nicht, aber, wie verlautet, wird cs nur einige Tage Lauern. Aus Rußland hätte ich Euch schon gern einmal geschrieben, doch war cs ganz ausgeschlossen, Papier zu bekomme». Wir lagen dort in Scheunen und Stallungen verteilt, aber nirgends war etwas auszutreiben; die ganze Bevölkerung war ausaerückt. Durch
«eue Tageszeit,»^ D»-n«r»lag. den 24. Dezember 191«
tic nasse Witterung kamen hier unheimlich viele Krankheit,- fälle vor: jo ein bischen „Rheuma" habe ich auch schon weg. Meine Assäre aus der „Rcu-Amsterdam" und dem sich anschlie- ßenden Erlebnis in Brest habt Ihr vielleicht schon in den Z-i. tungen gelesen, denn, wie mir ein Herr, der in seiner Eigenschaft als Arzt mit durchgelommen war, später schrieb, soll ja unser Abenteuer in manchen Zeitungen sogar mit Namensnennung der mit heiler Haut Davongelommencn, gestanden haben. Ja, man erlebt so manches aus dieser Welt! Alles das. was ich im Jahre 1914 durchgemacht habe, ist schrecklich. Mein Leben ist mir egaler, als je. Ich habe nur noch den einen Wunsch, „möglichst bald" wieder zur Front zu kommen, um da, Leben am Altäre des Vaterlandes sür dessen Wohl und Größe aushauchen zu lönnen.
Inzwischen lebt Alle wohl! Mit den allerherzl. Grüße»
Euer Georg, .....13. November 1914.
Meine Liebe»!
Nächsten Freitag geht cs nun endlich wieder los. Cs ist Befehl vom l. Armeekorps, daß sämtlich« Ossi,irre, Unterofli ziere und Mannjchastcn, die schon im Felde waren und wieder > selddicnstsähig sind, demnächst wieder raussollen.
Run kam heute von unserem Regiment der Beseht, Laß Alles Freitag 'raus muß. Das ist eine Wonne: man belomnu direkt Heimweh nach den lieben Russen. Die Kerls werben schon wieder frech.
Mit den herzt. Grüßen verbleibe Euer Georg,
Einer tür Stil und Alle für (finm'
Welch' Geist achter Kanicradschast, hohen Helden muies und schlichter Gottcrgcbcnhcit unserer wackeren Truppen beseelt, davon gibt nachstehender Brief, den ein alter und treuer Freund unseres Blattes. Johs. Brück 5. z» Biirk- hardSseldcn b. Gießen von seinem Ressen erhallen hat und den er »ns zur Veisügnng stellte. Leider ist der Brios- schrcibcr nicht mehr dazu gekommen, den Brief selbst abzu- sertigcn, denn er starb wenige Stunden daraus den Heldentod sür's Vaterland.
Frankreick), 25. Oktober 1914.
Liebe Frau und Kindl
Ich niuß Euch hcrzlichst danken für den lieben Brief mit den beiden Bildern. Die Stunden werden immer schwerer und ernster. Es ist ganz schrecklich, was es für Menschenleben kostet, säst keiner koinmt davon, ohne tvas ab- ztckriegen: es müßte denn der liebe Gott an einem oder dem anderen gerade ein Wunder tun. Erst in der vergangenen Nacht habe ich den Feldivebel R. fortbringen Helsen, er hat beide Augen verloren, der Herr »läge mich von einem derartigen Unglück brtvahrenl Als ich von dicieni Gang zu- rückkam, da lagen immer noch hier und da Verwundete und riefen nach den Sanitätern. Ich kam im Wcitergchen an ring Stelle bei einem Gehöft. Ick, srng sind noch Vcrwun- dcte da. da rief einer: Heinrich bist Tu da? ich antwortete: Fritz bist Du's? da sagte er: ja! Mit Hilfe eines Kameraden habe ich den Freund verbunden und tvir haben ihn dann in den Kuhstall getragen, wo wir ihn nochmals verbanden, denn er hate viel Blut verloren. Ich gab ihm zu trinken und eine Birne, die ich zufällig bei mir hatte, zuni Esson, worauf er zu mir sagte: Ter liebe Galt möge es Die vergelten. Tu kannst dir gar nicht denken, liebe Fra», wir wir Kameraden zu einander finb: Einer für Alle und Alle sür Einen! Bis ans den letzten Tropfen Dlut's sonst können wir in diesem Kampf nicht siegen »nd da müssen wir noch ans Gottes Hilfe vertrauen. Er wird uns auch nicht verlassen!
Wir kämpfen eben gegen die Engländer in der Gegend von Lille. Am 23, Oktober waren wir in größter Leben?- xi fahr, wie überhaupt jeden Tag und selbst in der Nacht, Wir waren an diesem Tag zu dem Brigadestab in zwei Gruppen kommandiert, Al? wir morgen? lim 6 Uhr — es wgr noch nicht hell — vorgingen, bekamen wir Maschi- nengewchr- und J'irfantcriefeuer. Der Brigadcadjutant erhielt einen Streisschuß am rechten Ar>». Aber ohne Wanken ging er mit vorwärts, ich ihm nach, da trafen ihn noch 2 Schüsse in den Hals und in die Brust und siel rückwärts nach rnr zu. Ick) mußte bei ihm blcibcu, bi? cs dunkel ward: cs war von »wrgcns etwa 7 Uhr bis abend? */ß Uhr.da llvurdc et wcggebrackot, er war noch nicht tot. Als er gefallen n>ar, da habe ich ihn, mitten im Feuer Wasser geholt. Ich schrieb ihm dann verschiedenes in sein Notiz- blick,, da? er mir diktiert hat. Was er mir alles sagte, da? licbe Frau, kann ich Dir nicht alles sagen, eS würde Dich z» sehr angrci^ Wenn wir uns Wiedersehen sollten, so werde ick, cs Dir erzähle». Mit Ach mid Weh schrieb der zum Tod verwundete Mann noch seinen Rainen dariintcr. Ich soll seine Frau in Friedberg') besuchen, wenn ick, nach Hanse käme. Er wolle gern stcrbcii. wenn nur Deutschland siege und seine liebe Frau solle nicht weinen. .
Und so halte cs auch Tu, liebe Frau, wenn c? Götte? Wille lei, daß wir unS nicht mehr scheu sollten, Jede Ctlindc. ja jede Sekunde muß ja der Soldat dacauf gefaßt sein, daß ihn der Tod ereilt. Es heißt ja: Der Soldat allein ist der rechte Mann, der den Tod in's Angesicht schnnen kann. Also liebe Frau, sollte cs mir auch, so ergehen, dann lue ine nicht, weine nicht! Es ist genug, tue»,, Ick, liker Euch. Ihr Lieben all, weinen muß. Tenn fjii uns gck'1' nichts als: Siegen oder Sterben. Ucbcr die Sack 1 ; kann
ick, uii. keine Gedanken machen, da muß Tu ' ». wie Du c3 fertig bringst. Dein lieber Batce wiid ~ir io ’.ut Seite stellen und d r liebe Gott möge Euch Ass . ii> er- halten. Ich rufe ihn jeden Tag um seinen Schutz und seine
Es handelt sich um den ans dem Felde der Ehre ge-
f-llenen Hanvtmann Sch......zu ,-ricdbcra
Also bleibt schön gseund. Ans Wiedersehen!
Hisse an. Er wird mich auch erhören und Euch nicht der-
_ _ «eil» S.
lassen. Ich bin nur froh, daß ich Euch beide noch einin ck gesehen habe, wenn auch nur !m Bilde, da kann ich ss>-. doch noch einmal küssen, das Maricchen ist sehr sch! ■. fen, möge es' ein braves Kind werden, damit Du ü eine Stühe hast. Hoffentlich kann ich den B,i- und Tn wirst ihn erhalten: denn bei diesen, t. der Kanonen weiß inan nicht, >b man den 2 Ich schreibe den Brief !m Schützengraben und im JTTfo bleibt schön gesund. Ans Wiede,sclien!
Weihiiackfte» im Felde.
Im Schützengraben im engen Raum,
Ta brennt ein kleiner Weihiiachtsbauni Die Deutschen halten treu die Wacht, lind singen: „Stille heilige Nacht!"
Sie singen leis', daß inan's kann, hört:
Damit der Feind sie ja nicht stört.
Während im Stübchen zu Hause, im kleinen.
Die Verlassenen bitt re Tränen weine»,
I» Dörfern und Städten ist überall Frieden Wer weiß, was den Kriegern im Feld' ist beschiedl Sie hören kein Läuten, sic hören kein Singen- Wird dcnen dos Christkind auch etwa? h, m Allen die tapfer im Felde sich wehren,
Würde mit Freuden cs gern bescheeren.
Ach wäre nun endlich der böse Krieg an...
Und dg« Christkind brächt' uns den Vater i ' t O Gott im Himmel du Herrscher der Weit Wir bitten dich innig: Draußen im Feld Stärk' unser» M»t! lind're die Not!
Gib' uns und den Unser» da? tägliche B,o>
Dn giiter Vater, den wir so verehren Kannst uns zu Weihnacht etwa? besckwcren Gib' uns den Frieden, stell' den Krieg ein Das soll der Wunsch der Krieger all' sein. Geichrieben im Schützengraben ln Frankreich am 1t 12 ,4.
Eifenbalsnerleistunflen im iivlctxr.
Einen gewaltigen Eindruck von der Arbeit unserer Eisen, bahner konnte man beim Bau eines Tunnels In Frankreich empfangen. Es handelte sich hier um einen vcrkehrstechnisil, in Frtcdenszetten, tm Krieg« aber auch strategisch ungemein wichtigen Puntt, Deshalb war hier die Zerstörung besonders gründlich vorgenommen worden. An zwei Stellen war der Tunnel in der Mitte mit Hilfe von Minenkammern, weiche- schön bei seiner Erbauung vorgesehen worden waren, von der Decke her gesprengt. Die Erplosion hatte einen gewaltigen Schnttkegel aus der Höhle des Berges herausgcrisscn, so daß die Berschüttung des Tunnels In der Tat so vollkommen wie nur irgend möglich durchgeführt worden war. Eine Räumung von den beiden Eingängen aus war darum munöglich, weit in den engen Tunnclhöhlen Immer nur ein kleiner Teil Ar beiter beschäftigt werden konnte. Außerdem kam das zerbor stene Gestein fortwährend nachgebrochcn und gefährdete das Leben der Wiederherstrller. Da entschloß man sich kurzer Hand eine Riesenarbeit zu unternehmen, welche auch in Jricdensze, ten als «in Jngenieurwerk und »ine Arbeitsgroßtat ersten Ranges gegolten hatte. Man deckte den ganzen Berg von ob-» her nach dem Einbruchetrichter zu aus. Der Anblick dieser Ar bettrstätte im Feindeslande war namentlich bei Nacht ga,-- gewaltig, 800 Mann, nämlich vier Eisenbahnkompagnien, a> beiteten beim Scheine einer von der Firma Siemens u. Halste eingerichteten elettrischen Anlage, deren Helligkeit an einzelnen Stelle» noch durch Fackeln und Epiritusglühltchler »er stärlt wurde, an den stuscnsärmigen Wänden eines fünszig Me- ter im Durchmesser messenden Trichters, Der Anblick erinnerte an ei» großes Bergwerk imTagbau. Wie ein Ameisenschwarm wimmelten die emsig hackenden, schauselnden und karrenden Soldaten durcheinander, die in ununterbrochenen lag- und Nachtschichten von je sechs Stunden den letzten Funken Kraft einsetzten, über den jeder verfügte. Handelt« c» sich hier doch um ein Werk, das für den Fortgang des Krieges nicht weniger enlschcidcnd war, als der Bau van Schützengräben oder Feldbefestigungen, ja, das sogar ebenso wertvoll sein konnte als eine rechtzcittg gewonnene Schlacht, Dementsprechend haben unsere Eisenbahner ihr Teil geleistet. Mancher, der mit Hüncnlraft seine Arbeit bewältigte, ist abends im Quartier cinsach erschöpft zusammengeklappt. Aber sic hoben dlcse Schlacht der Arbeit gewonnen, wie sa manche andere zuvor. In 22 Meter Tiefe stießen sie auf die gesprengten Tunnelwölbun. gen und nun war die Durchfahrt bald frei. Gleichzeitig hatte eine andere Abteilung di- im Anschluß an den Tunnel gesprengte Brücke wieder hergcflellt. Aus den scstgesetzten Tag lonnte die erste Lokomotive durch den nunmehr mit einem riesigen Oberlichtsenstcr beleuchteten Tunnel hindurchsahren, — 20 000 Kubikmeter Erbe sind, ehe die Arbeit fertig war, von unseren Eisenbahnern Spaten für Spaten, von einer der am- phitycatraltsch den Trichter umgebenden Crdftuscn zur ande ren bis aus die Höhe des Berges besördcrt worden.
Wiederum eine andere lunnelwiedcrherstellung lag den Eisenbahnern in der Röhe einer 1870 ebenso wie 1014 Hort umlämpsten Stadt ob, Erfinderisch, wie die Franzosen in der Vernichtung ihrer etgenen Kulturbauten sind, halben sie hier den Tunnel durch ebenfalls vorher eingebaute Minenkammein an drei Stellen gesprengt, und zwar an beiden Eingängen ur,r> in der Mitte. Die Aufdeckung des Mitteletnbruchs erfolgte wieder durch eine Hcrkulestat der Arbeit, nur daß sie hier beinahe ebenso umfangreich — es mußten 13000 Kubikmeter Erde bewegt werden — aber nach viel schwieriger war, weil der schichtenweis- mtt Lagen von Stelublöcken abwechselnd- blaue Ton der Formation des Berge» keinen Halt in sich hatte, sondern fortwährend einbrach und nachsank.
Hier find, vielleicht zum ersten Mal seit den Tilrkcnkrie- gcn, wieder Bergleute et» solche im Kriege rerwenbct Weden. Wahrend di- Ausgrabung des Mittcidttchter, durch IN,, stre Soldaten und auch durch angeworbene etngeborne Arb-'-


