wiſſenſchaftlicher Ausbildung 227
können ſie zu neuen Entdeckungen benutzen, weil ſie ohne Theorie nicht die Umſtaͤnde zu wuͤrdigen wiſſen, die hier ins Spiel treten; und Prozeſſe, die ihnen gelungen waren, konnen ſie oft nicht mehr zu Stande bringen, weil ihnen die Kennt⸗ niß ihrer Natur fehlt. So hoͤrt man Manchen klagen, daß er im Krapp dieſe Nuance von roth an einem andern Orte gefarbt habe; hier koͤnne er es nicht mehr zu Stande bringen, weil das Waſſer andre Eigenſchaften habe. Wuͤrde er che— miſche Kenntniſſe beſizen; ſo koͤnnte er die Be— ſtandtheile auffinden, in denen ſich beide Waͤſſer unterſcheiden; er koͤnnte z. B. finden, daß das Waſſer, deſſen er ſich ehemals bediente, kohlen— ſaure Kalkerde enthalten habe, das hieſige aber nicht, daß er alſo ſeinem Krappkeſſel nur etwas Kreide zuzuſetzen brauche, welche die freie Saͤure bindet, die der Krapp groͤßtentheils enthalt, und die ſeine Farbe ins gelbe zieht, um eben denſel⸗ ben Erfolg wieder zu erhalten wie ehemals. So geht es in unzaͤhligen Faͤllen. Die oft ellenlan— gen Recepte zu den Beitzen enthalten oft viele Ingredienzien, die theils unndthig ſind, da ſie ſich entweder nicht aufloſen, oder ſich wechſelſeitig zerſtdren, theils durch beſſere und wohlfeilere er⸗ fetzt werden könnten. So findet man oft in den Formeln zu den Rothbeitzen die mannigfaltigſten Gemiſche, die, mit chemiſchen Auge zergliedert, als Reſultat doch nur eine Beitze darſtellen, die auf einem weit einfacheren, wohlfeileren und ſchnel⸗ leren Wege erlangt werden kann. Wie viele Spe⸗ p 2


