Nachrichten uͤber die Habaner 217
Hiezu kommen noch die Bande des Blutes, denn ſie heurathen, wenige ſehr ſeltune Faͤlle ausgenom— men, ſtets untereinander, aus einer Gemeinde in die and even, und ſind daher meiſt alle mit einan⸗ der verſchwaͤgert und verſchwiſtert.
Unter ſich ſprechen ſie ſtets deutſch, mit ihren ubrigen Mitbewohnern jedoch, das dort uͤbli⸗ che Sladvackiſche, welches ihnen gelaͤuſig iſt. Ihre Tracht iſt buͤrgerlich, nicht ausgezeichnet, je— doch aͤußerſt reinlich, ſo wie es auch ihre Haͤuſer im höchſten Grade ſind. In dieſen iſt die Wohuſtu⸗ be unter, dem Dache, welches innwendig ausge⸗ ſchlettert“) und übertuͤncht, mit ein paar Fenſtern verſehn, gar nicht das Ausſehn eines Dachſtuͤbchens, ſondern eines geraͤumigen Zimmers hat; ſo wie uͤberhaupt die Haͤuſer viel groͤßer und geraͤumiger, als die gewohnlichen Bauernhaͤuſer, gebaut ſind. Zu ebener Erde befindet ſich die Werkſtaͤtte, welche im Winter geheitzt, der obern Stube, durch klei⸗ ne in der Decke angebrachte Oeffnungen, hinlaͤng⸗ liche Waͤrme mittheiket, die Kuͤche, ein paar Kam— mern und die Stallungen, welches alles in der muſterhafteſten Ordnung und Nefnlichkeit Kies wird. 5 1
Ihre arasssürgerüchen Verhäͤltniſſe 2 ren ihnen manche Vortheile; denn ihre Verpflichtung beſchraͤnkt ſich bloß darauf, daß ſie die gewoͤhnli⸗ chen Landes- Abgaben an die Komitatskaſſe und eine ſehr maͤßige Summe an die Herrſchaft zah—
len, und im Fall einer allgemeinen Landesbewaff— „) Ein Kunſtausdruck bei Verfertigung des Habauer Strohdaches der ſo viel, wie mit Lehm ausgeſchmiert, bedeutet.
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