156 Neuer Nationalkalender
Daher habe ich auch meinen Kalender nicht zunaͤchſt fuͤr den gemeinen Mann unmittelbar be— ſtimmt; obwohl ich ihn ſo faßlich einzurichten ſuchte, daß die meiſten Artikel auch ein Bauer, welcher ſonſt der deutſchen Sprache maͤchtig iſt, wird verſtehen koͤnnen.
Aber Ench vornemlich, ihr Seelſorger und Schullehrer, wollte ich ein Huͤlfsmittel in die Haͤnde geben, das euch ausgewaͤhlten Stoff zu nuͤtzlichen Belehrungen, in ſolcher einfachen Form gabe; daß es Euch leicht werden muß, ſie nach dieſem Leitfaden in deutſcher oder Slawiſcher Sprache, bei jedem ſchicklichen Anlaß dem Her— zen und Verſtande euerer Beicht- und Schul- Kin— der einzupraͤgen und einleuchtend zu machen.
Betrachtet daher dieſen Kalender als den 1. Theil einer Volks Bibliothek, in welcher nach und nach Alles vorkommen wird, was dem Volke zu wiſſen nuͤtzlich und gut iſt, was feine Sinnes- Art veredeln, ſeine Lage verbeſſern und es auf eine hoͤhere Stufe der Kultur fuͤhren kann.
Ich bitte daher aufmerkſam zu machen und mitzuwirken, daß er länger als bis zum Jahres- Schluß aufbewahrt und gebraucht werde. Oft werden ſich die Fortſetzungen auf dieſen Anfang beziehen und ich muͤßte mich ſehr irren, wenn nicht das Allermeiſte, was unter der Rubrik: Ma n— nigfaltigkeiten vorkommt, auch noch in ſpaͤ— tern Jahren als 1811 eine lehrreiche und nuͤtzli⸗ che Lectuͤre bliebe.


