bei der großen Zuckertheuerung 153
2. Beim Schluße dieſes Artikels erhalte ich fol— gende kleine Schrift: Ueber die Kultur des innlaͤndiſchen und auslaͤndiſchen Ahorn⸗ baums zur Gewinnung des Saftes zum Rohzucker in den oͤſtreichiſchen Erbſtaa⸗ ten. Von Theobald von Walberg fuͤrſtl. Lichtenſteiniſchem Hofrath. Wien in Commiſſion der Degenſchen Buchhandlung 1810.
Im naͤchſten Stuͤck werde ich zur Vervoll— ſtaͤndigung noch einige wichtige Bemerkungen des verdienten Verfaſſers nachtragen. Hier ſeß es ge— nug auf dieſe ſchaͤtzbare, kleine Schrift aufmerk- ſam gemacht zu haben.
Anmerkung. 1. Durcb Abſenker und Stecklinge leine Fortpflanzungsmethode, welche faſt alle Ahorn- Arten, vorzüglich aber acer negundo und platanoides vertra⸗ gen) ſcheint es, konnte man ſchneller zum Ziele gelangen, zapfbare Bäume zu erhalten. Germershauſen be⸗ merkt aber(S. 137 in ſeinem ökonomiſchen Real- Lexikon), daß die aus Samen gezognen Bäume einen, ſchnellern und höhern Wuchs hätten. Uebrigens war Herr von Di e⸗ trich, Beſiter von Doloplas u. Jeſſeny, ber erſte in Mähren, der eigne Verſuche, einige Ahorn⸗ Arten durch Stecklinge fortzupflanzen, bekannt machte. (Man ſehe Patr. Tageblatt 180. Nro., 65. 1801. Nro. 11%
4. Es iſt gewiß loblich und ſehr patriotiſch, auf allen Wegen mitzuwirken, uns bei dem gegenwärtigen Stande unſrer Finanzen, möglichſt von den Bedürfniſſen des Auslandes unabhängig zu machen. Aber zur Regel darf wohl dieſer Vorſatz nicht werden, ſondern nur zur Aus nahm e, gerechtfertigt durch die gegenwärtige Lage des Staats. Wie wahr bieſe Behauptung ſey, wird leicht faß lich, wenn man jenen Vorſatz als allgemeine Marime für alle Staaten aufſtellt. Dann hört der Handel auf, die Indu— ſtrie iſt gelähmt. Wenn kein Staat vom andern mehr Bedürfniſſe beziehen wollte; ſo wären Fichtens geſchloß⸗ ne Staaten realiſirt.
Aber weiſet nicht die Natur jedem ſeine eigenthüm⸗ lichen Localitäten und Produkte an, die ſich vorzüglich für ihn ſchicken? Muß man bei Finanz- und commerziellen Maaßregeln nicht auch vorzüglichen Bedacht auf dieſo


