Correspondenz Nachrichten 309

mann hatte den 29. v. M. den Anfang gemacht ſeinen Kaffee(der bis dahin für 8 fl. war ver- kauft worden) in einer eigenen ſchriftlichen Anzeige, welche an mehrern Haͤuſern angeheftet war, um 6 fl. auszubieten. Alles draͤngte ſich zu und ich glaube, er verkaufte da in einem halben Tage mehr als vorher in mehrern Monaten. Aber ſchon Nach⸗

mittags deſſelben Tages, ſah man uberall unter

obiger Anzeige eine zweite, in welcher es heißt, daß auch in den übrigen Gewoͤlbern der Kaffee um dieſen Preis zu haben ſey. Von Tag zu Tag nahm das Gedraͤnge in den Gewolbern zu und die Kaufleute ſahen ſich den 59. gendthigt die Kaffeefaͤſſer und Saͤcke auf die Straßen hinaus ſetzen zu laſſen. Drum herum ſtanden denn 45 Ladendiener mit Waagen, umgeben von einer Menge Menſchen, die um Kaffee ſchrieen, wie ſonſt Hungrige um Brot; jene hatten nichts zu thun, als nur in einem fort Kaffee zu wiegen. Den 1. und 2. Auguſt verkaufte man ihn um 5 fl. doch war das mehr ordinaͤrer, und geſtern Abends als ich durch die Stadt ging, ſah ich vor jedem Gewölbe 3 4 oft auch 5 und 6 leere Kaffee⸗ tonnen ſtehen. Der nun noch in den Gewoͤlbern vorhandene Kaffee(meiſtens noch ganz feiner. welcher nicht ſo reißend abging, als der von mittlerer Qualitaͤr) wird heute von der ve⸗ ſtimmten Kommiſſien übernommen und in der Mauth aufbewahrt. Man ſagt, daß, nebſt den darauf zu ſchlagenden Steuern und dem Erlaubnißſchein 10 Pf. Kaffee aus der Mauth alsdann wohl auf