Ausgabe 
(15.11.1917) 1
 
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ob die Befreiung von der militärischen Kost aus Dienstgründen erfolgt ist oder nicht. Nur im ersteren Falle kann das Bekostigungsgeld von 2 Mk. gewährt werden. 3. Städtische Einquartie⸗ rung kommt in Frage, wenn das Militär von dem ihm nach dem Kriegsleistungszesetz zustehenden Recht, von der Stadt die Unterbringung von Soldaten zu verlangen, Gebrauch gemacht hat.

Gefreiter PV. K. Frage: Ich erhielt im März 1917 vom Felde aus Heimaturlaub, wurde danach im Felde krank, kam nach Deutschland ins Lazarett, und erhielt dann vom Ersatztruppenteil 14 Tage Erholungsurlaub. Zählt nun dieser Er⸗ holungsurlaub mit als Heimaturlaub? Ant⸗ wort: Nach dem Sinn der geltenden Bestim⸗ mungen wird anzunehmen sein, daß auch der Er⸗ holungsurlaub als Heimaturlaub zu erachten ist, wenn Ihr Gesundheitszustand, sowie die Lage des Heimatsortes Ihnen seinerzeit gestattete, während des Erholungsurlaubs die Heimat aufzusuchen.

Gefreiter 2. Frage: Mir wurde eine vom 1. Oktober 1908 ab zahldare Rente zuerkannt. Am 7. April 1908 bin ich auf Grund meines Anstel⸗ lungsscheines als Polizeibeamter angestellt worden. Als ich nun an 31. Januar 1917 einberufen wurde, machte mein Truppenteil der Regierungshauptkasse Mitteilung von meiner Anstellung als Beamter. Hierauf folgte ein Ersuchen um Rückzahlung über⸗ hobener Gebührnisse ab 1. Oktober 1908 in Höhe von 450 Mk. Bei meiner Anstellung wurde seitens der Anstellungsbehörde die Eintragung ins Renten⸗ quittungsbuch äber die Anstellung im Zivildienst unterlassen. Das Buch habe ich wie vorgeschrieben meiner Behörde vorgelegt und jährlich einmal der zahlenden Kasse eingesandt. Bin ich verpflichtet, die angeblich überhobenen Gebührnisse zurückzuzahlen, trotzdem mich kein Verschulden trifft? Ant⸗ wort: An und für sich sind Sie zur Rückzahlung verpflichtet. Diese Verpflichtung entfällt jedoch, wenn Sie die Zuvielzahlungen im guten Glauben empfangen und bereits verausgabt haben, ohne daß Sie hierdurch bereichert sind. Eine Niederschlagung des Betrages kann nur auf dem Gnadenwege er⸗ folgen.

Vom deutschen Geist.

Denk es, o Seele! Von Eduard Mörike

Ein Tännlein grünet wo, wer weiß, im Walde,

ein Rosenstrauch, wer sagt, in welchem Garten?

Sie sind erlesen schon,

denk es, o Seele,

auf deinem Grab zu wurzeln und zu wachsen.

Zwei schwarze Rößlein weiden auf der Wiese,

sie kehren heim zur Stadt

in muntern Sprüngen.

Sie werden schrittweis gehn auf deiner Leiche;

vielleicht, vielleicht noch eh' an ihren Hufen

das Eisen los wird,

das ich blitzen sehe!

*

Beherzigung. Von Goethe.

Feiger Gedanken bängliches Schwanken, weibisches Zagen, ängstliches Klagen wendet kein Elend, macht dich nicht frei.

Allen Gewalten

zum Trutz sich erhalten. Nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen. Rufet die Arme

der Götter herbei.

Tazarelt-Zeitung.

Scherz und Nätsel.

Was sein Vater ist.

Ein kleiner Junge wird in der Schule bei der Neuaufnahme der Schüler gefragt:Was ist dein Vater?

Mein Vater ist reklamiert, antwortete mit frischer Stimme der Kleine.

* Befähigungs nachweis. Gasthofbesitzer:Sie wollen bei mir Speise⸗

kellner werden? Ja, sind Sie denn genügend ge⸗

schult? Bei mir geht es mittags oft sehr stürmisch zu!?

Bewerber:Keine Sorge! Ich hab' 19186 bei Verdun und an der Somme das Essen vorgetragen bis in die vorderste Linie.

*

Gefährliche Wanderung.

Ich bin auf kurzem Urlaub in der Heimat. Familienkreis. Die Rede kommt auf meine mor⸗ gige Abreise. Eine etwas ältliche Tante fragt mich, und macht ihre rundesten Wickelkinderaugen dazu, wann ich dena nun wieder an der Front sei. Ich setze ihr auseinander, daß ich uübermorzen Abend, so gegen 11 Uhr, mit der Bahn ankomme und dann noch zirka fünf Kilometer zu Fuß bis zu meiner Kompagnie zurückzulegen habe.

-Was, und da mußt du nachher allein über den Kriegsschauplatz gehen!?? *

Mein Freund Max, ungedienter Landsturm, hat nun auch den feldgrauen Rock anziehen müssen. In einem Brief aus einem badischen Rekrutendepot, worin er mir die Freuden der Ausbildungszeit schildert, schreibt er: Unser Nachtlazer besteht aus Säcken, die mit Zeitungspapier gefüllt sind. Wenn ich noch lange darauf liege, werde ich bald im Hintern gescheiter sein als du im Kopf.

*

Der Dolmetscher.

In der Augenabteilung eines großen Reserve lazaretts bemühen sich der Chefarzt und sämtliche Assistenten, aus einem Stockrussen, der eine Augen⸗ verletzung hat, herauszubekommen, wie das Unglück entstanden ist. Ein biederer Landslurmmann erbietet sich als Dolmetscher. Erleichtertes Aufatmen und große Spannung allerseits. Darauf der Dolmetscher: Sog amol, wos ischt denn dir in dei' Aug' nei⸗ geflogn?

* Befürchtung.

Die Braut des Soldaten(zum Dorfpfarrer): Nun will er sich zu den Fliegern melden, der mit seinem Pech, was er hat! Ach, Herr Pfarrer, der stürzt am ersten Tag ab und fällt in'n Porzellan⸗ laden'nein!

(Aus der Schlesischen Lazarett⸗Zeitung.)

Rälsel.

Aufgaben. 1

Von einer Abteilung Soldaten wurden 2/5 im Gefecht verwundet. Es war daher die Zahl der Unverletzten um 480 größer als die der Verwun deten. Wie stark war die Abteilung?

2.

Karl wurde nach seinem, seines Vaters und Großvaters Alter gefragt. Er sagte:Mein und meines Vaters Alter beträgt zusammen 66 Jahre. Meines Vaters und Großvaters Alter zusammen 125 Jahre. Mein und meines Großvaters Alter zusammmen 95 Jahre. Wie alt ist jeder?

(Die Aufgaben sind nicht durch Gleichungen, sondern durch Ueberlegung zu lösen; es ist nicht nur das Ergebnis, sondern die Art der Lösung

mitzuteilen) Georg Kühne.

Druck von Löber 4 Co., Frankfurt a. M., Elbestraße 29. g

Zeitung, Frankfurt a. M., Theaterplatz 14.

Rätsel.

Das Erste hast du am Gewehr,

Am Bach und nicht beim Stehn;

Das Zweite hast du nötig sehr,

Willst du ins Ausland gehn. 0

Jedoch, mein Lieber, sehn' dich nicht,

Daß man zu dir das Ganze spricht. Musketier Rohr.

Streichholzaufgabe.

Von diesen 15 Streichhölzern sollen 3 derselben

so umgestellt werden, daß sich der Name eines Dichters ergibt.

Telegraphist Krohn.

Die Lösungen sind mit genauer Adresse der Ein⸗ sender bis 1. Dezbr. einzufenden an die Lazarett⸗ Auf dem Briefumschlag soll das WortRätsellösung stehen.(Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.)

Auflösungen der Nütsel aus der letzten Rummer. 1. Nätsel:Zu Fall Zufall. 2. Nätset:Schatz. Besuchslartenrätset:Im Argonnerwald. Ausgabe:A ist 24 Jahre alt und zeichnet 600 Mk.,

B ist 40 Jahre alt und zeichnet 400 Mk.

1. Scherzrälsek:Lazarettzeitung. 5

(Erklärung: europäischer Fürst Zar; Lama la; 5 ½ Fett= ett; 1 Zunge ohne Ende= Zung; 1 Ei ei; 5 1 Prise Tee- t; zusammen La- zar ett zeit- ung.)

2. Scherzrätsel:Die Laus.

Preise zu den Aufgaben der vorletzten Nummer:

Sitbenrätsel:Die beste Verteidigung ist immer der Angriff- 44 richtige Lösungen.

1. Aufgabe:A. hat 5, B. 7 Schafe 67 richtige Lösungen.

2. Aufgabe:3360 Aepfel 5 u richtige Lösungen. 1 Bei außerordentlich großer Beteiligung haben dieses Mal 37 Einsender alle Bedingungen erfüllt. Wir haben darauf durchs Los 10 Einsendern Hauptpreise zuerkannt, die übrigen erhalten sämtlich Trostpreise. Hauptpreise erhielten: Landsturmmann Elsas, Frankfurt a. M.; Musketier Grunig, Freiburg i. B.; Gefr. Dörsam, Mainz; Gefr. Scheid, Frank⸗ furt a. M.; Untffz. Robbertz, Mannheim; Kanonier Boring, Frankfurt a. M.; Untffz. Fechig, Heuberg; Hornist Blumen⸗ thal, Cöln a. Rh.; Gefr. Vurkersroda, Frankfurt a. M.; Landsturmm. Walter, Königstein. Trostpreise erhielten: Musketier Brunke, im Felde; Untffz. Raetz, Heidelberg; Untffz. Schönberg, Berndrott; Untffz. Malchus, Uesküb; Arm⸗ Soldat Wanßkun, Gießen; Musketier Wallenfels, Gießen; Gardist Rosenbusch, Darmstadt; Musketier Joshua, Frank⸗ surt a. M.; Musketier Kölb, Orb; Untffz. Strauß, Homburg; San.⸗Untffz. Anselmann, Homburg; San. Gefr. Wappler, Fa Untffz. Polzin, Elz; Res. Sattler, Darmstadt; Mil. krankenw. Weiß, Mainz; Sergeant Kiesel, Wiesbaden; Mus⸗ ketier Litiy, Wiesbaden; Untffz. Eichamüller, Frankfurt a. M.; Musketier Ruck, Frankfurt a. M.; Schütze Bause, Niederlahn⸗ stein; Telegr. Schotte, Nauheim; Landsturmm. Wagner, Darmstadt; Gren. Pretzsch, Fulda; Gefr. Krüger, Bingen; Musketier Glüh mann, Auerbach; Musketier Giebel, Auerbach; San.⸗Untffz. Dodillet, Heidelberg. N. DSDS/ D D/== x Y=YY Die Sazarett⸗Zeitung erscheint zweimal monaklicch. 1 Den Verwundeten, Kranken und Genesenden im Bezirk des 4

XI., XIV. und XVIII. Armeekorps steht sie im Lazarett*

unentgeltlich zur Verfügung. 1 1 i Zuschriften sind zu adressieren: Zazarett⸗Zeitung, Fran

furt a. M., Theaterplatz 14. a W

Brrantwortliche Schriftleitung ehrenamtli 5 Dr. Carl Gebhardt in Frankfurt a. N 8 N

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