gegen reifen tader schon so oft geäußerte Lieb⸗ lingswunsch Großherzogs Erast Ludwigs:„Mein
Hessenland blühe und in ihm die Kunst!“
Möchte dann dem auf der Höhe des Lebens Angekommenen beschieden sein, in bewährter Für⸗ sorge noch lange seines hohen Amtes zu walten
und neben den harten Forderungen der Wirklich⸗ keit, des Lebens in Handel und Wandel auch des erhabenen Fluges des Geistes in Wissenschaft und Kunst eingedenk zu bleiben, ohne den eine wirkliche Entwickelung eines Landes und Volkes undenkbar ist. Je mehr die Wünsche für die Person des Fürsten sich decken mit denen seines Volkes, umso besser dann an seinem Geburtsfest für ihn, den damit Bedachten und für die, die in treuer An— hänglichkeit an seine Person und sein Haus sie zu bringen nahen, in ihrer Reihe auch die, die Leib und Gesundheit für Fürst und Vaterland gsopfert haben. Wohl ihnen, daß sie mit der felsenfesten Ueberzeugung kommen dürfen, daß sie ihre Opfer nicht vergeblich gebracht haben, sondern vor Thron und Volksgenossen die dankbarste, höchste Aner⸗ kennung finden!
Wie ich den britischen Spür⸗ hunden entrann.
Von Erich Killinger.
Mit viel mehr Zuversicht ging es jetzt England entgegen.
Zwei Tage vor der Küste trafen wir die ersten englischen Wachtschiffe. Eines kam längsseits und befahl uns, den Hafen von Kirkwall anzulaufen. Dann begleitete es uns einige Stunden und gab uns schließlich an ein anderes Wachtfahrzeug ab. Dies Manöver wiederholte sich alle vier bis fünf Stunden. Endlich kam die Küste in Sicht. Ein kleiner Kreuzer hielt auf uns zu, signalisierte mit
dem uns begleitenden Wachtschiff, und dann bekamen
wir den Befehl, nicht Kirkwall auf den Orkney⸗ inseln, sondern Stornoway auf den Hebriden an⸗ zulaufen.
Vor dem Hafen mußten wir warten, bis ein Lotsendampfer längsseits kam, der gleichzeitig die englische Untersuchungskommission mitbrachte. Ich warf das Seefallreep über Bord, war den englischen Seeoffizieren behilflich, an Deck zu steigen, und brachte sie in die Kajüte des Kapitäns, wo sie sich gleich an die Durchsicht der Schiffs- und Ladungs⸗ papiere machten.
Als ich nach vorn in unseren Raum kam, sah ich, daß dieser schon peinlichst von englischen Ma⸗ trosen durchsucht wurde. Wir mußten alle bei dieser Untersuchung zugegen sein. Unter meiner Matratze fanden sie einen amerikanischen Anzug, Mantel und Hut. Dies fiel weiter nicht auf, da ja auch die übrigen Matrosen ihre Kleider unter der Matratze der Koje verstaut hatten.
Dann erkundigten sie sich nach dem Verlauf der Ueberfahrt und boten uns Zigaretten an. Während der Unterredung fragten sie ganz unauf⸗ fällig, ob vielleicht ein Deutscher unter der Besatzung oder sonst an Bord sei. Wir verneinten dies alle und fragten sie, da wir über drei Wochen in See gewesen waren, nach den letzten Kriegsereignissen. Sie erzählten uns, die Deutschen hätten mehrere große Schlachten verloren, und der Krieg sei wahr⸗ scheinlich bald zu Ende.
Dann machten sie sich an die Untersuchung der ubrigen Schiffsräume.
Inzwischen hatten die Offiziere in der Kajüte die Papiere geprüft und erklärten, wir könnten
Wir entnehmen mit Genehmigung des Verlags Ull⸗ stein& Co. die spannende Schilderung dem Kriegs buche „Die Abenteuer des Ostseefliegers“, das die abenteuerliche, an seltsamen Wechselfällen reiche Flucht des kühnen deutschen
Offiziers aus sibirischer Gefangenschaft über China, Japan und Amerika erzählt.
Rücken auf deutsch:„Wo sind Sie denn geboren?“
Lazarrti Aritung.
wahrscheinlich schon nach zwei Tagen unsere Fahrt fortsetzen. Es wurde jetzt die ganze Besatzung vor der Kajüte versammelt und zur Durchsicht der Mannschaftspapiere geschritten. Außer mir hatten alle englische Pässe. Die anderen wurden einzeln in die Kajüte gerufen; Photographien und Finger⸗ abdrücke wurden verglichen, und nach einer Stunde war die ganze Besatzung geprüft.
Als letzter kam ich jetzt an die Reihe.
Ein englischer Seeoffizier betrachtete gerade, als ich eintrat, meinen Paß durch die Lupe. Ein zweiter begann sofort das Verhör mit mir.
„Sie sind Franzose?“
„Jalꝰ
-Wie lange fahren Sie schon zur See?“ „Seit meinem vierzehnten Lebensjahr.“ „Wo sind Ihre früheren Schiffspapiere?“
„Die habe ich zum Teil verloren, zum Teil verkauft.“
„Sie wissen, daß es verboten ist, seine Schiffs⸗ papiere weiterzuverkaufen?“
„Jawohl, aber ich brauchte Geld!“
„Sie müssen aber doch noch Ihre Heuerpapiere von Ihrer letzten Fahrt besitzen.“
„Ich habe seit vier Jahren nicht gefahren.“
„Wo waren Sie während dieser Zeit, und was haben Sie getrieben?“
„Ich war in Bogota in Südamerika und habe dort in einer Automobilwerkstatt gearbeitet. Später war ich in Barranqailla Schofför.“
„Da können Sie also Auto fahren?“ „Natürlich kann ich das!“ „Warum fahren Sie jetzt wieder zur See?“
„Weil man an Land nicht mehr genug ver⸗ dient.“
„Als Schofför verdienen Sie doch gerade genug.“
„Fahren Sie doch mal selbst als Schofför und leben Sie von zwölf Dollars im Monat! Mir war das nicht genug. Jetzt bekomme ich fünfund⸗ dreißig!“
Unvermutet sagte plötzlich jemand hinter meinem
allen verboten, das Schiff zu verlassen. Wir ankerten im Hafen neben einem schwedischen Segler.
Ich habe in dieser ganzen Nacht kein Auge geschlossen. Gegen zwei Uhr— die anderen schliefen alle ganz fest— öffnete sich die Tür, und ein Eng⸗ länder weckte den Finnen. Dann versuchte er, mich wach zu rütteln. Ich ließ ihn erst lange schütteln, bis ich verschlafen die Augen öffnete und„Damned, stop it!“(„Zum Teufel! Laß das!“) sagte. Er ließ mich in Rahe, ich drehte mich auf die andere
zu sein. Nun wurden die anderen der Reihe nach ebenso wie ich geweckt. Fast hätte ich laut gelacht, als der Engländer von einem, den er wohl gar zu sehr gerüttelt hatte, einen kräftigen Tritt bekam. Wie ich ihm das gönnte! a
Am Abend des nächsten Tages kam die Kom⸗ mission wieder an Bord und brachte die Ladungs⸗ papiere mit zurück. Ich putzte gerade das Messing der Kajütenfenster und hörte, wie dem Kapitän er⸗
öffnet wurde, daß wir noh diese Nacht auslaufen könnten.
Als die Kommission wieder von Bord ging, sah ich mich vorsichtig um, ob nicht jemand zurück⸗ geblieben war. Bei mir sollte der englische Schurke aus Hamburg„kein Schwein? haben!
Wir signalisie ten um einen Lotsen und lichteten gleich Anker, als dieser an Bord gekommen war. Ich hatte um zwölf Uhr nachts Wache, und gerade, als ich ablöste, ging der Lotse von Bord. Doch auch jetzt noch blieb ich auf der Hut, denn wer konnte wissen, ob die Engländer nicht noch einen anderen Trick vorhatten.
Erst als der letzte Schein des Leuchtfeuers von Stocnoway verschwand, Aber einen Freudentanz aufzuführen, schien mir immer noch verfrüht. Auch hätte ich keine Zeit dazu gehabt; denn ich mußte scharf am Steuer aufpassen. Es herrschte hier reger Schiffsverkehr und die dummen Wachtfahrzeuge hatten abge⸗ blendet. Zwei Tage waren wir schon unterwegs, und noch immer begegneten wir englischen Wacht⸗
schiffen. Endlich lag auch das letzte hinter uns. Und
am nächsten Tag sollten wir nach Norwegen kommen. 8
Welche Steuern muß ich
Ich tat, als hätte ich nichts gehört. Der Engländer, der soeben diese Frage an mich gestellt hatte, tippte mich auf die Schulter und fuhr auf deutsch fort: „Sie, ich spreche mit Ihnen!“ Langsam drehte ich mich um, schaute ihn mit einem möglichst ver⸗ ständnislosen Gesicht an und sagte:
„L don't understand you, Sire.“ (Ich kann Sie nicht verstehen.“)
Nun fragte er mich auf französisch, wo ich ge⸗ boren sei. Ich merkte an seiner Aussprache: der kann mich auf französisch nicht hineinlegen, der kann ja weniger als ich! Ich gab ihm Auskunft und wurde jetzt, wie ich es vorausgesehen hatte, über Vallorbe und Umgebung ausgefragt. Nach längerer Unterhaltung wandte sich der Engländer an den Offizier, der inzwischen mit der Untersuchung meines Passes fertig geworden war, und sagte ihm leise: „He is all right, I think. Shall we take him ashore?“(,Ich glaube, es ist alles in Ordnung mit ihm. Sollen wir ihn mit an Land nehmen?“) Obwohl diese Worte nicht für meine Ohren bestimmt waren, fiel ich ihm gleich in die Rede und fragte, wieviel man an Land verdienen könne. Mir ge⸗ fiele es doch nicht mehr an Bord, und wenn ich gut bezahlt würde, ginge ich ganz gern mit an Land. Das schien den strengen Herren den letzten
Zweifel an der Richtigkeit meiner Angaben zu nehmen.
Sie gaben mir meinen Paß zurück und ließen mich gehen. Ich stieg gerade die Treppe hinunter, als mir auf deutsch nachzerufen wurde:„Halt, Sie haben noch etwas vergessen!“ Ruhig lief ich weiter.
Damit fangt ihr mich nicht!
Bevor die Kommission, die unsere Schiffspapiere mit an Land nahm, wieder abfuhr, wurde uns
Nach einer Rundfrage der Zentralstelle der Lazarett⸗ĩVeratung, Frankfurt a. M.
Auch während des Krieges besteht die Ver⸗
pflichtung zur Steuerzahlung, nur sind für die
Kriegsteilneh mer einige Erleichterungen geschaffen.
1. Das Militäreinkommen und die Staatssteuer. 1
Zunächst ist für den Kriegsteilnehmer wichtig zu wissen, daß von der Besteuerung ausgeschlossen und daher bei Berechnung der Staatseinkommen⸗ steuer stets außer Ansatz zu lassen ist das Militär⸗ einkommen aller Angehörigen des aktiven Heeres und der aktiven Marine, ebenso der zum Dienste einberufenen Landsturmpflichtigen und zwar solange sie zu einem in der Kriegsformation befindlichen Teil des Heeres oder der Marine gehören.
Diese Bestimmung tritt in Kraft mit dem i Tage des Eintritts in das Heer.
2. Das Zivileinkommen und die Staatssteuer.
Die Besteuerung des Zivileinkommens der Kclegsteilneh mer erfährt in den meisten deutschen
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Seite, und bald schien ich wieder fest eingeschlafen. 1
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...... DDD
fühlte ich mich sicherer.
während der Dienslzeit zahlen?
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