Nr- 273
Deutsche Feldbrirfe.
Ein Friedberger Bürger stellt »n4 einen Brief zur Verfügung, den seine Tochter von ihrem Manne, der als Land- ftürmer im Felde ist, erholten hat.
Von Brandenburg a. H. woselbst wir eingekleidet wurden, ist unser Londsturm-Bataillon per Bahn verladen und nach 132 stündiger Fahrt in Lüttich gelandet. Wer 132 Sttinden in der Bahn gesessen hat, kann kaum beurteilen, ob er ein Männlein oder Weiblein ist. In normalen Zeiten wird man dies für ganz unmöglich halten, doch im Krieg, geht eben alles. — Ter Transport geschieht meistens Bntaillonsweise und man gebraucht hierzu circa 40 Wagen; jede Kompagnie 10 Waggons incl. Bagage und Pferde für die Offiziere (Infanterie.)
Von Lüttich sind wir zu Fuh in ca. 10 Tagen durch ganz Belgien marschiert und haben die Route — Tangers, St Trond, Tirlemont, Löwen, Brussel. Hal, Soign'cs. Mons, St Ckristain passiert. In Anbetracht, twh »ir schon Landsturm-Leute waren sind die Marschleistungen selten höher wie 15 Km. pro Tag gewesen; im Gegensatz zu unseren aktiven Truppen, welche 30 Km., sogar aut dem Rückzuge begriffen, 75 Km. geleistet haben. — Wahrend dieser Marlchtagc durch Feindesland leben wir manch in- teretsantes. welches ich zum Teil noch schildern werde. Ich niöchte noch kurz aus die Bahnfahrt ziirückqrciscn und vor alleni die Schlafgelegenheit schildern. Tie Leute, tvelche in einem Viehwagen befördert werden, haben trotz der schönen Wagen von 2. und 3. Klasse einen prost"» Vorteil, denn die 30 bis 3.0 Mann die in einem solchen Wagen beauem Platz haben, können abend? die Sitze bis znr halste des Waaens anbringen und so schlafen ansgcstreckt oben 10 und im*?n ans der E'de ebenfalls 10 Mann, während in 2. und 3. Kl. circa 10 bis 12 Man» sitzen müssen und nur die Tauer ist diele Lage eine ganz furchtbare. Zum Glück batte auch ich einen P'ebwagen, worüber ich zu Anfang fahr lkbimvtte. später ober den aroste» Vorteil einkab. — Ans der Tour durch Belgien bezogen wir meistens Kompagniemeiie Scheuncnauartier und muhte» uns mit St-ast beanngrn. — Tie Scheunen sind gegen unsere in der Heimat schlecht, wie überhaupt die gon-e Landwjrtschatt nick't ans der Höhe ist; möglich d»h der Krieg hierzu viel be!*rg'en mag. — Auf unserem Marsch durch Belgien kam zwilchen St. Trond und Ti"l-",ant d"r Bekebl, d st das 2. ♦''irr-’n van »ns
gegen 4»00 Engländer im Gefecht liege: daraus wir im
Eilmarsch nach, doch batte ein aktives Regiment, welches weiter vor, war, die Gentlem» vernichtet. Tie bewußten 4000 Engländer sind vor Schließung der Belrftigu-—s'ette von Antwerpen entwichen, welche sich znsannnen gesunden haben um den Anssall zu machen. — Was wir nun m Löwen gesehen haben, lägt sich nie beschreiben, nur der persönliche Eindruck wird ewig bleiben.
Ans den Zeitungen werdet Ihr alles entnonnnen haben und will ich mich kurz snsscn, eS ist ganz furchtbar. Zwilchen SoignicS und Nen-ailles passierte auf der Bahnstrecke ein Unglück, indem ein Zug, besetzt mit den Ilern ans Bromberg entgleiste. Ein Wagen fiel um und batte rin Feldwebel seine beiden Füße verloren: weiters 3 Man:» wurden leichter verletzt. — In St. Christain sollte »nrser Bataillon Standquartier beziehen, doch kam der Befehl »vir sollten weiter voc und überschritte» bei Henlics die französische Grenze. —In Heusics hatte unsere Kompagnie das erste kleine Gefecht gegen eine belgische Radfahrer-Abteilung von ca. 120 Mann, welche mit Dynamit versehen die Eiienbahnbrücke sprengen sollte. Persönlich hatte ich die linke Scitcnlenkung und kan» dadurch nicht ins Feuer. Von belgischer Seite blieben 13 Tote, die anderen flüchteten und konnte an eine Derlolgiing nicht gedacht werden, da wir ohne Kavallerie waren und noch sind. Verluste hatten wir nicht. Rach diese,» kleinen Intermezzo marschierten wir nach Bovai, Avcsncs, La Capelle und von dort zurück nach Sains du Nord. In Sains blieben wir ca 10 Tage und belvnch-ten hier die Bahnstrecke Avesnes—Sains du Nord Feron—Trelon. Unsere Truppen, werden über diese ge- sprengte Bahnstrecke, welche von unseren Eisenbahnern »vie- der hergestellt, befördert, »in den linken Flügel der Franzosen zu vernichten.
In Belgien sind nebenbei bemerkt fast in sedem Torf »nd jeder Stadt so und soviel Häuser vollständig ausge- brannt: in Frankreich liegt die Sache anders, hier hat nur die reiche Bevölkerung gelitten und zwar ganz gehörig.
Von Sains du Nord haben wir eine Requisition nach Liessier ausgcfiihrt. Wir haben dortlelbst jedes Haus nach Waiien und Munition untersucht und beschlagnahmt, außerdem sänitliche Plerbe. Kühe, Heu, Stroh, Hafer. Kar- tcsseln etc. für unsere Truppen im Felde mitgenommen. Tie Leute erbosten für diese Gegenstände, die dieselben unbedingt brrgebon müssen, einen Bon, welchen die französisch- Regierung noch Beendigung des Krieges bezahlen da-tt. Es ilt keine angenehme Arbeit. viele Tränen fliehen, wenn ein Pferd oder ein sonstiger Gegenstand abgenommen wird, woran die armen Bauern mit Herz und Liebe hän- gen. Tie arme Bevölkcrung hat ja doch am meisten zu seiden, denn alles wird ihnen genommen. Es kann nicht wehr lange dauern, so ist alles Vieh von der Weide verschwunden und die Hungersnot ist da. Tie reichen Leute sind in Nizza etc. und kümmern sich de» Teufel um das Elend chrer Landsleute. Von Sains du Nord sind wir nun nach Dompierre weiter vorgerückt und bewachen auch hier die Buhn strecke und zwar Manbeuge — Paris. Wir wurden dort vom .02. Jnf.-Landwehr-Regt. abgclöst, welche schon verschiedene Schlachten nritgeniacht haben. Die 3. u. 4 . Kompagnie von uns, wurde den, 1. Bat. dieses Regiments vorerst zugeteilt um die Lücken dieses Bataillons »uszufiillen. Wir befürchteten schon mit diesem Regiment
Neu« T«,e »z»it,»,. gt*U«g. den 20- November 1914
bei neuem Gefecht mit ins Feld zu rücken, doch ist inzwi- scheu schon Ersatz für das Bataillon eingctrosfen, welches in Hirson noch Wetter ausgcbildet wird. Ich liege nun mit 10 Mann ungefähr 2 Km. vom Tork (Tompierre) entfernt auf einem einzelnen Gehöft und bewache, wie ichon gesagt die Bahnunterführung. Tie Leute dieses Gehöfts find Teuifch-Hasfer, wie ich bis jetzt noch keine angetros en habe. Tcr Mann von hier ist im Felde, und sind nur die junge Fra», ihre Grohn»,tter mit Kind und ein zur B wachnng der Frauen herbeigeholter Nachbar hier anwes, d- Tie Leute muhten ihr S.lüoszi,inner räumen und «ns "ir | Verfügung stellen und haben wir zur Erde M Kratzen lie- ! gen, was unser Nochtquarticr ist. — Tora,, anschliehend nt 1 die Küche und es ist. Mode, hier die Zeit zu nerbrin m ] 2‘a3 einzig gefährliche bildet das Terrain, den» in Nordsrankreich sind Weiden und diele sind mit dichten Hecken umzäunt, wodurch ein Il.-beriall leicht möglich ist. Hosien wir. dah dies nicht passieren wird. Unser Dmnch ist. lange hier zu bleiben, anstatt von Ort ,,, Ort z» wen- tcr», den» je weiter wir vorrnck-n, nmlo ssttte-Rer und schlimmer für uns. Weibnachten werden wir wobl bst-r feiern und daran zu denken, bringt mir Träne» in de» j Augen.
Immerhin will ich Troll suchen darin, d st d'" ?-ne mich gut zu leiden haben »nd mir den Ausenl' so wie möglich machen und mir zrde» Wunsch von dev , abiehcn, zumal ich mein französisch onssrilrste in d c» ' ganz leidlich verständigen kann. Ter größte T st ill i doch der. was lange währt, wird gut, »iiilo gröst'r > m i das Reich, umso sester d-r Frieden und umlo gr - d Achtung der gesammteii Weit für unser liest'? da Vaterland. Somit ,'chliehe ich diesen Bericht mit den, innigsten Wunsch, alles dos wieder zu leben w's m-' ■ , Herzen nm nächsten und das ist niein licbc-s a,tte? T-e„c',
Tein Karl.
Ans fjcimat.
* e —Frirdbrre, 20. Nov. lTotenfcft.) Auch
diesmal muh von einer besonderen Voranstoltnng in der Friedhofskopelle abgesehen werden, da die Herstellung?,:r- bcitcn an der Kapelle noch nicht ganz vollendet sind. Ta- für wird der Posaunenchor am Nachmittag »in >/,<3 Uhr o»f dem Friedhof wieder einige erhebende Stücke blasen. Um 4 Uhr wird der Kirchengcsangverein unter gütiger Mitwirkung von Fräulein Lina Tiencr, Herrn Organisten Rein h e imtr und der Chorschi,le wieder in der Stadtkirche eine geistliche Musikanfsührung veranstalten, d'e die Tröstungen des- Evangeliums zum Gegenstand Hot. Die zc'dlrcichcil, durch die Kricgstraucr vermehrten Besucher der letzten Ruhestätte ihrer Lieben wird aus dein Friedhof wieder ein Trostblatt unentgeltlich verteilt werden, das geeignet ist. die Eindrücke „nd Gedanken des Totenfestes datum in der Stille noch Wetter zu klären und zu vertiefen. Aufwärts die Herzen z» der Losung der Christen: durch Tod ziim Leben, durch Kreuz zur KroneI
* Lbee-Neoirrch, 20. Nov. (Gruß aus dem Felde) Einem Feldpostbrief sind von der „Rosbacher Batterie" loiaende Zeilen beigekegt worden, die wir hiermit zur Veröffentlichung bringen:
C u rch y, 10. Nov. 1014.
Mehrere Rosbacher Artilleristen vom Feld-Arlillerie- Negiment til gedenken mitten im Donner der Geschütz« ihrer
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Heimat, und senden Ihnen in drr Hoffnung auf frohes Sv.cdcrieh.n hc.zt.llie Gruße.
gez Hrch. B t e ch c r , PH. Hock, Jakob L a u » h a r d , Philipp Backes, Peter Eunz, Karl Tritt, Ernst Kästner.
* Darheim, 20 Noo.AIs sich der Nachtwächter bei der Friedbcrger Zuckerfabrik, Ed. R ö ß n «r , gestern abend zum Dienst beerben wollte, wurde er auf dem Wege von Dorheim nach Fauerbach von einem Schlaganfall getrosten und verstarb auf der Straße. Der Verstorbene, ein fleißiger und rechtlicher Man», erfreute sich hier allgemeiner Achtung.
* Berstadt, 20. No». Von jeher stand, wenn es galt, Schmerz zu lindern und Tränen z» trocknen, Berstadt nicht zurück. Diesen guten Nus hat sich unsere Gemeinde auch in dem gegenwärtigen Kriege bewahrt, sie hat sich i» hervorragender Weile an Sammlungen, die zur Linderung der Kriegsnöte cingeleitet wurden, beteiligt: es ist ersreulich, sestzustellen, daß der Opirrsinn unserer Einwohner noch keineswegs nachgelassen hat. Seit Anbeginn des Krieges wurden gesammelt' Fürs Rote Kreuz 800 außerdem i? Kisten, enthaltend: Hemden, Unterhosen, Socken, Taschentücher, Leibwäsche, Schinken und Wurstwaren usw. 1 Waggon Kartosscln wurde nach Mülhausen gesandt, 100 Zentner Kartosseln nach Bad-Salzhauien ins Lazarett nebst 200 .« in baar. Diese Wcche ging wieder ein Waggon mit Kraut nach Mülhavscn. Eine dicswöchentliche Saussammlung ergab 400 die zum Ankauf für Liebesgaben für die draußen tämpfenden jungen Krieger der Gemeinde Berstadt dienen sollen.
* Fravksnrt a. *01., 19. Nob. Sine Anzahl Viehhändler hatte« sich am 1ä. Stovember im .Löwenho," zu Frankiart zu einer Besprechung über die Schlachtvichlieferung an die Arme« Konservenfabrik in Mainz eingefunden. Es wurdc darauf hingewiesen, daß unter den Viehhändlern der Regierungsbe- zitt« Kaisel und Wiesbaden, des Troßherzogtum Hessen sowie deuen des nördlichen Baden und denen in Franken eine »roße Erregung darüber herrsche, weil der Vorsitzende des Bundes der Viehhändler Derttfchlanbs, fi. Daniel-Dierdors, de» lim- lauf des Schlachtviehs für dir Armee-Konservenfabrik in Mainz, dir täglich 120 Stück Rindvieh »nd 100 Schweine in nur besserer junger Qualität benötige, mit verschiedenen Kaoi taliste» sozusagen allein übernommen und den legttimen Viehandel von Begiuu der Mobilmachung bi» Ende Oltober ge radezn -usgeschaltet habe. «No in einer Zeit, in w Vieh
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(Weideviehs reichlich vorhanden gewesen. Als beilpielsweife verschiedene Vorstandsmitglieder des Mitteldeutschen Diehhänd- lei Vereins (Sitz Frankfurt a. M> vor Wochen mit Herrn
Daniel in Mainz b-hufr Lieferung Rücksprache nahmen. lei
von Daniel ihnen bedeutet worden, daß er erst da» von der
F r--, Wertheimer-Berlin vorgekiutte Vieh abnehmen müßte. - io 0.,'cr Quantität vorhanden lei. daß es bis Ende Okto-
b r v.\, Durch Viehhändler I-i aber fcstgestellt, daß Wert- ‘ ■ S-ptember und Anfang Oktober im Oldenburg,
h i- >»>o iii SmHim große Mengen Rinder hat antaufcn lah
1 . w.. - -, erh. l«. doß Wcrtheimer damals bereits kein«
2- ' n'e mebr botle. Werrhcimer lei nun einer der „M-t-
i der Bichlieserung des Daniel. Daniel lall nn d'- öli -crmigen 4t. Prorent verdienen, das inrch« b d,.- o-. bc iirchen Lieferung mehr wie 02 000 Mark ans,
c£: .r i-, die nur einzelnen zu gute lamme, Dielen Pro«
- -l'-e der Viebbavdcl nicht, er begnüg« sich Ii.it 2 P'» t. Gcirn solche Vorkommnisse müsic eingeschritten wer. I », ; , der Vielhrndel in seiner Gesamtheit von der bedeuicn. dcu Li i.ruog und gerade in den Monaten August, September, Oktober, wo Vieh in Massen vorhanden, ausgeschallel morden lei. Am 14. November habe Daniel sich allerdings an die Rlitalieder des Bundes der Viehhändler gewandt und darge- ta» daß die Mebrzahl der Liehhäuelar seine Aussorderiinq znr ichlieferun, unbeachtet getanen und ersucht dringend darum, ' , mir der Lieserung von gutem Vieh zu unterstützen. Das ki E "ichn-nd. Jetzt lei das Vieh knapp und schwierig zu h,v Der Viehhändler sei nun gut genug, aus dem Lande vor . r ' Ski' 3 zu gehen, um mühsam das Vieh aufzutreidrn.
Hesien-Rasia».
» Hot heim -, M.. t9. 0!ov. Der Königlich Preußisch, D.-.-.-:nent: .-IS hat!« bekanntlich gegen die Weingu' besitze! ..-g Kri ick ll „nd Ebert in Hochheim a. M. eine Klage beim
e: baden er Landgericht angestrengt und darin verlangt, dctz die B-Nagten es unterlasien, Weine aus Wein'.-.rgsiiar- zeu-n. dis an solche der Königlich Preußischen Domäne stoßen, „Doi-idechaney Weine" zu nennen, da der Fiskus Alleinbesitzer der Domdechanen sei. Die Klage wurde vom Landgericht Wiesbaden zurückgewies.-n, da der Fiskus sich nicht als Allein. Ritt r der iraglichen Weinbergslage bezeichnen kann-.-, 2I»ch
d. Oberlandesgericht Franliurt a. M. kam aus die Becnsung des obg.-wiesencn Fiskus zu derselbe» Enlscheidnng. Nun- n-rhc kam auch das Nclchsgericht, desien höchste Entscheidung der Fiskus anrief, zur Abweisung der Klag«.
* Wicebadon, 20. Nov. Die Maul- und Klanensenche greift im Regierungsbezirl Wiesbaden immer mehr um sich. Sie breitete sich in den letzten Tagen weiter aus in Delkenheim und Klovpenheim im Kreise Wiesbaden Land, in Sofien, heim im Kreise Höchst a, M, i» Weißkirchcn im Obcrtaunus. kreis, in Viclbach im Unterwesterwaldkreis, i» Hachenburg im Obcnvcsterwaldkreis, und im Kr.'ise Westerburg in den Gemeinden Mcudi, Niedcrsain und Mähren. Die Kreise St. böo-irshausen, Untcrlahn, Oberlahn, Usingen, Uniertannns, Dill, Biedenkops sind noch seuchsnfrc!.
* Wiesbaden, 20. Aov. Die Landwirtschaftlichen Winier. schulen in Idstein im Taunus und z» Hof Geisbcrg wurden am lü. November cröfflict.
* Zunahme des Schwarzwildes. Wie zu Anfang der 70er Jahre des vergangene» Jahrhunderts, so wird heuer aus verschiedenen Bezirken der Eifel und des Hunsrück über die Zunahme des Schwarzwildes lebhafte Klage geführt. Die Sai-en wechseln aller Wahrscheinlichkeit nach insolgc des Krieges aus den westlichen Ardennen in die deutschen Waldungen hinüber. Man kann in den Wäldern der Eise! und des Hunsrück zur Zeit Rudel von 0. 11 und 15 Stück spüre». In manchen io«, zirke» hat man mit dem Abschuß dicscr „fraiizösisiiicn Save» - begonnen.
Starkenburg
* Darmstadt, IS. Nov. Dum Dumgeschosse fanden sich unter der in größeren Menge» in den letzten Tagen als Kriegsbeute hier eingelieserten Insanterie-Muuiiwn, ein Beweis, daß. unsere Feinde trotz aller Ableugnungsversuche, trotz der Bestim- m ingen der Friedenskonvcntion mit diesen mörderischen Gc> schosien arbeiten Das Geschoß ist etwa ;; Jentimeler tief aus maschinellcin Wege ausgebohrt. — Die ersten russischen Gefangenen kamen vorgestern hier an. Es sind russische Uiitcros siziere, Feldwebel usw., die sich bei ihrer Festnahme s. Zt. anscheinend um bessere Behandlung zu erreichen, als Oijiziere
e. üsgegeben und deshalb nach der Fesrnng Mainz gebracht worben sind, da dort zunächst nur gefangene Offiziere unlcrge- bracht werde» sollen. Nachdem jetzt ihr Dienstgrad scsigesteNt wurde, kaincn sie aus das Griesheimcr Franzoscnlagcr.
* Darmstadt, 20. N<u>. Der Landwirtschaftslehrer August Heß ans dem nahe» Pfungstadt, ein Kenner der Kolonien, der außerdem als Plantagenleitec in Brasilien längere Zeit prattisch tätig war, wurde als wisienschaftlicher Lehrer an die Kolonial- und Forstschule Miltenberg am Main berufen.
Aus Rkeinhesien.
* Mainz, 20. Nov. Der Vorstand der Landwirtschaft»» tammer sür die Rhernprovinz hat dem Landwirtschaftsmint- ster über die vermehrte Notlage der rheinischen Winzer dnrch die diesjährige Mißernte Bericht erstattet und Hilfsmaßnahmen beantragt, die sich besonders aus Gewährung zinsfreier Darlehen erstrecken sollen. Weiter bat der Vorstand, daß durch ein Ausnahmegesetz in diesem Herbst die zeitliche Beschränkung der Zuckerung ausgehoben «der wenigsten» verlängert und die räuinliche Begrenzung aus 25 Prozent ausgedehnt werde.
Fronksnrler Wetterbericht.
Voraussage: Wollig bis auf »eichte Schneefälle, trecken.
lalt, Nachtfrost, östliche Wind«.
Vcranttvortlich sür de» politische» und lokale» Teil: Ott« Hirsches. Fricöberg; sür de» Anzeigenteil: K. S ch t» i d t. Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeit»»-" A. G., Frichberg i. H.


