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fleae Tageszeitung. Samstag, Len 11. Rooember 1811.
Geile 3.
man die Zeppelin-Besuche hier. Abends mutz man achtgeben, daß man niemand auf der Straße anrennt. Alles ist in Dunkel gehüllt. In Nebenstraßen brennen überhaupt keine Laternen. — Daß auf feindlicher (englischer) Seit; Spionage getrieben wird, ersah ich neulich aus einem Bericht einer hiesigen Zeitung. Ein Knabe soll ungestört und unbeachtet mit einem Brief nach Brüssel, trotz der Wache gekommen sein und niit der Antwort wieder zurück.
Den Brief habe der Knabe in seinen Stiefeln verborgen gehalten. — Dies mag immer »och Vorkommen. Vorsicht ist am Platze! P. geht es bis jetzt noch gut. Er meint wir „Werrearer" würden in dem Lager nicht verderben. Ich weiß nicht, ob ich mit ihm zusammen komme. Ihr braucht nicht darüber besorgt z» sein, daß es mir dort schlecht gehen wird. Es sind ganz reiche und vornehme Leute dort. Hoffentlich ist unsere Erlösung nicht allzu ferne.
General von Bernhardts Buch: „Deutschland und der nächste Krieg" hat man hier übersetzt und schimpft darauf, obl und ich amüsiere mich immer darüber — aber im Stil- lrn! Es kostet hier 2 Mark — kauft es mir dort und schickt es mit den anderen Sachen, lleber das Entnommen der ..Soeben" und „Breslau" hatte man hier eine schöne Wrrtl Bravo I
Das Wetter hier, um auch mal davon zu reden, ist sehr veränderlich. Nebel und Regen wechseln ab. Sonne selten. Jedoch nicht kalt.
Wie bereits gesagt, werdet Ihr sobald als möglich von mir aus dem Lager hören.
Euer tr. Hrch.
Ans der Heimat.
yom Felde bei* (T-Ijre.
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• Bellersheim, 1 , 1 . Nov. Herr Adolf Kammer, Bellersheim. Bizcicldwcbcl im Znsanterie-Ncgiment Nr. 110. 2.
Xsmxagnie, der zur Zeit verwundet im Lazarett in .Punzen lr»gt. ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. In unserem Lite sind bis jetzt -I Kriegsteilnehmer mir dem Ehrenzeichen geidnuüilt. liniere» herzlichsten Glückwunsch!
F. C. Gießen, 12. Nov. Der aus dein hiesigen Pro- vinzialarresthaus ausgebrochenc Kaufmann Emil Weber wurde in Limburg sestgcnonmien, nachdem er zahlreiche Einbrüche im Lahngcbict vor allem in Bad Ems, Diez und Limburg ansgcfiihrt hat.
• Siil), 13 No». Durch Verfügung Eroßh. Kreisaiut» Gießen ist die Räumung des in den Schiilräunicn der Landwirt- schafllichen Wint/chul« zu Lich sich befindlichen Lazarett; an geordnet worden, da die genannte Schule noch in diesem Monat ihren Anfang nehmen soll. Als Ersatz ließ der Leiter des Lazaretts. Herr Dr. Schaad. prall. Arzt, hier, das hiesige Kasino einrichten. Da nun dieses für nicht entsprechend erklärt worden ist. wurde das Lazarett gänzlich aufgehoben. Die eine 1 Halste der Verwundete» ist in den Lazaretten der Klcitt-Kin- > dcrschule und des Epitals, wovon Herr Hofrat Dr. Stamm, hier ! Lberorzt ist, die andere Hälfte in dem nahen Kloster Arnsburg nntergcbracht. Wie o.-rlautet, haben sämtliche Pflegerin nen »> dem ausgcbobcnen Lazarett ihren Dienst ntedergelcgt. Diese Angelegenheit hot hier viel Mißstimmung hervorgern'en Allgemein steht man aus Seiten des Herrn Dr. Sckaad desicn Handlunasweise durchaus gebilligt wird. — Für Vorbitdnng znm militärischen Dienst hoben sich hier zirka 70 junge Leute im Alter von 18—20 Jahren angeincldct. Die Ausbildung bat bereits mit allem Eiker begonnen. Wöchentlich zweimal. Donnersiag abends und Sonntag nachmittags werden Nebim gen vorgencmmen Nächstens sollen auch hier Gesamtüb.ingen mit den umliegenden Lrtschasten vorgenommen werde».
F. E. Frankst,rt n. M., 12. Nov. Dos Büßtages wegen fällt am 18. Nov. b. I. der hiesige Mehniarkt aus.
* Frankfurt o 2)1., 12. Rov. Der Königliche Potizciprä- sidlnt zu Franlsurt a. 2)!. hatte der Althündlcrin Margareta Heiler gcb Nicolai zu Franlsurt a. M. den Drödelhandel un- lersaot, weil sie der Trunksucht ergeben sei, der Hehlerei Vorschub leiste, was auch durch inoknsioch verhängte Geld- und Freiheitsstrafen bestätigt werde. Seine am Bezirlsausschuß Wiesbaden gegen die Althändlerin Heiler angestrengte Klage aus Untersagung des Trödclhandcls wurde durch Urteil zu Gunsten des Polizeipräsidenten entschieden.
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Aus der Belegschaft der Grube Rosbach bei
I Db v Viosbadi starben aus dem Fcloe der Ehre |
| den Heldentod jür's Baterland
Herr Oörubrnfteiger
Wilhelm rtz-cy
laus Ober-Rosbach. Inhaber des eisern. Kreuzes.! Eerriter der Reserve im Res.-Jnf.-Reg. Rr. 116.
Ihm Wilh. Blechei'I
NUS Ober-Ros', ach.
Re'erviit im Reseroe-Insanterie-Rcg. Rr. 116.
Wir betrauern den allzusrühen Tod unserer ^ I Mitarbeiter und werden ihnen ein ehrendes An- I denken bewahre».
Bad-Homburg, den 12. Nov. 1914.
G. Vadlmch? Btt-lstlwliltiiiiß.
H. Schanlp.
In Frankreich starben den Heldentod der
litm Wilhelm Feh
aus Oberndors I
| Wehrmann-Keireiter im Res.-Ins.-Reg. Rr. 116, ] Inhaber des eisernen Kreuzes
I und der
iBergiiitM Wilhelm SMcdjcrj
aus Ober Rosbach,
Wehrmann >m Rcs.-Inf.-Reg. Rr. 116,
I beide aus Grube Rosbach in Ober-Rosbach tätig. | Wir betrauern aufrichtig in Herrn Fey einen | wohlwollenden, von allen Arbeitern Hochgerichte ten Beam en und in Herrn Blecher einen ruhigen, | ] treuen, lieben Kameraden.
Ehre ihrem Andenken!
Dir Arbeiter der (Oviibe Kasbach in (Oher-liosbach.
Ans dci» Kreise Hann».
• Au; dem Kreise Hon»!!, 14. Nov. (Ausgchobenes
Ausfuhrverbot). Wir berichteten vorgestern, daß das Landratsamt die 2lussuhr von Kartosscl» aus dem Kreise Hanau nach dem Eroßherzogtum Hessen verboten habe. Da» ist dah», zu berichtigen, daß cs fich überhaupt um ein Ausruhr- orrblt aus dem Kreise gehandelt hott es dursten also weder nach hcsftsche» nach nach preußischen Orten, die außerhalb des Kiciscs liegen, Kortossel» gclicsert werden. Wer da weiß, daß dl- Orte Bergen, beide Dorseldcn, Gronau, B>schoish>im, Fechenheim usw. ihren Absatz säst ausschließliq nach Franlsurt und Ossenbach habe», wird begreifen, daß diese» Aussuhrver» bot unraltbor war. Der Regierungspräsident von Kastei hat über eit Beschwerde der Stadt Ossenbach bereits versügt, daß das ll e .' b o t aufgehoben wird. Es dürfen also wieder Kottosfeln ous dem Kreis Hanau heraus.
F. E. Haiiou, 12. New. Die Weinlese in Hörstein wurde in der ersten Novcmberwock c ans dem Abtsberg und Reuschberg zu Ende geführt. Die Ernte betrug etwa ein Viertel bis ein Fünftel Herbst. Tic Mostgewichte bewegten sich zwischen 78 »nd 92 Grad. Es darf immerhin mit eine:» guten Mittelwein gerechnet werden. Die Traube» gesund und zeigte sich ein guter Erfolg der im S> durchgesiihpten sachgeniäßen SchädlingS-Bekämpfungo ir- beiten.
Hesse». Nnsia».
" Höchst a. Bk., 12. 2kov. Mit 71.00 Mark war der Heinr. Heist in Ur.terlicderbach von der dortigen b-cmcindc h-range» zogen weide» zu den Herstellungskosten eines Bürge, steigs. Seine Klage hatte bei dem Krelsausschuß in Höchst als auch beim Bezirksausschuß in Wiesbaden keinen Ersolg. Das Oberverwaltung-geeicht in Berlin hob aber das Urte» auf. Heule ei,»schied der Bezirlsausschuß. daß Heist von »er Steuer frciznstcllci, sei. da verschiedene Boraussetzungen für die Er- hlbung der Beitrüge hier nicht vorliegen.
* Wiesbaden, 12. Nov. Der Lolalgewcrbcucrein 'Wiesbaden überwies dem Roten Kreuz 400 Marl und de: Hand, werkskammer für Kricgssürjorgczwccke 100 Mort. Den im Felde stehenden Mitgliedern soll aus Antrag der MUgiicds- beilrag ertasten werden.
* Limburg u. d. L„ 14. Sioo. Der Magistrat Hai iür der hiesigen Sladtbczirt Höchstpreise siir de» Kleinhandel mit Kar- tosseln scgstesetzt. Es beträgt beim Verlaus durch de» Prodi» zenten a» den Konsumenten der Preis für einen Zenlnee Epeilrkarlosseln 3.40 .lt bei freier Lieserung, beim Verlaus durch de» Händler an den Berbrauchcr 3.75 Epeil.karlos- feln im Klcinoerlaus bei Abnahme von weniger ols einem Zentner ist das Piund für 4 Psg. festgesetzt.
Aus Stnrkcuburg.
* Dietzenbach, Kr. Ossenbach, 13. Nov. Auch unsere Gemeinde hat alle Ursache auf ihre wackeren Krieger, die draußen im Felde für das Dasein und die Ehre unseres Vaterlandes kämpfen, stolz zu sein. Sie alle tun ibre Pflicht, trotzdem freut es uns. Einen besonders hervor- h>hen zn können, cs ist der Unterosfizier der Reserve Gg. Eckert, Sohn des Land- und Gastwirts Eckert, ihm wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Zur Zeit liegt der Tapfere verwundet in Offenbach.
Fronkinrier Weiierbepichl Voraussage: Ziemlich wolkig, zeitweise Rcgensälle, wenig wärmer, südwestliche Winde.
Verantwortlich siir den politiichen und lokalen Teil: Otto ! § i r i ch e l, Friedberg', sür den Anzeigenteil: K. S ch m i b t, | Fricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A. G., Friedberg i. H.
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Die Empsängerinnen «an Kriegsunterststzungi» haben die Entlastiln i ihrer Ehegatten oom Aliiitär aus Frist ade« >ük immer, aus der Bürgermeii er«! Zimmeri Rr. 11 innerhalb 34 Stunde» anzuzeigen.
Fricdberg, den 8. Ott. 1914. Der Bürgermeister.
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