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Die „?■<«* Eaec»»iluug" cr cheinl zedcn Weiltag. Negelmätzige Beilagen „?rr jlaner »X» Halsen", „Die Kpl»»k>ni>e". tleiu-opreia: Lei den Poftanstnllen merieliährlich Mk. 1,95 tti ocn Agenten rnonailich SV Pia. ^i»,u Irin Postgebühr oder Trägerlolm. Anzeigen: <-canvicile 20 Pfg„ lokale 15 Big, Slrnci.iM poi auswäns werde» durch Po inach,lahme erhoben EriüIIungsori Friedberg. Klchrjftlcitnns und dlrrlag Friedberg (Hetzen), Hanaver icatze 12. Fernsprecher -lil. Poi>icheik-Eont» Nr. 1858 . 81m! Franilnit a. M.
Kummer 2 > 8
Samstag, den 14 . November 1914 .
Große Verluste unserer Feinde.
Kämpfe im Osten. — Das fcrvifche Hauptquartier auf der Flucht. — lieber SZHW Kriegs-
gefangene in Oesterreich.
2'«-a K >> V . rrw-ttM bt r ii«p . III I ' ■" ' " 1 « ■ ■ '
[j Der deutsche Generaiftab '■}====== meldet: -ü
Stf. T. B. Mroftce Hauptquartier, den 13. November, vormittags. Amtlich.
Am Aserabschnitt bei Nieuport brachten unsere Marinetruppcn dem Feinde schwere Verluste bei und nahmen 700 Franzosen gefangen.
Bei den gut fortschreitenden Angriffen bei Apern wurden weitere 1100 Mann gefangen genommen.
Heftige französische Angriffe westlich nnd östlich Aoissons wurden unter emp'änd- lichen perlnstrn für die ^ranrolcn zurüch- geschlageu.
An der ostprensti chen Greine bei Gyd- Itulpicit und südlich davon, östlich der Seenadschnilte, haben stch erneute Kämpfe rniwl .!r. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Gberste Heeresleitung.
Der öftsrreichifche Generalstad j ^ — meldet: ===========«
St-ti! .Kricgsichnuplab in Galizien. Wien, 13. Nov. <W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Im Skorden ereignete sich gestern an der Front unserer Armeen nichts von Bedeutung. In Tarnow, Jaslo und KroSnoS ist bei Feind eingeriickt. — Die Gelamtzabl der in der Rkonarchic internierten Kriegsgefangenen ist bis gest.'rn auf 8»>7 Offiziere und 92,727 Mann gestiegen.
•Tyr stcnotr:tctcr L-s Gfjeio des Eencialftabes: v o n Höier, Generalmajor.
Vom Kriegsschauplatz in Scrbic». Wien, 13. Nov. INlchtamtlich.)' Don dem Südlichen Kricgsiclzo.npiatz wird amtlich gemeldete Ter Feind seht seinen Rückzug von Ko- celjeva »nd Paljcvo gegen Osten fort. An der Save wurde tlsce erstärilkt »nd Deljin und Bonjani erreicht T:c feindliche Besestsgungslinie Gomile-Draginje ist bereit? in nn- fcrcm Besitz und Soppot und Staiice erreicht worden. Tie von Westen und Nordwesten vorrückendcn Kolonnen sind gegen Daljcvo herangekominen, wobei speziell die südlichen Kolonnen in jctmncriaftem Terrain bewunderungswürdige Leistungen vollführten.
Dstü ffrbiUtir finniilqmuiirv auf der find!?.
Wien, 13. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Tic „Reich: post" meldet ans Sofia: Nach ans Niich cingctrosse- nen Nachrichten ijt das fcrbiirf>c Hauptquartier in Qtö&tcr tritc von Daljcvo nach Mladcnowatz verlegt worden.
Das türkische Hauptquartier' j| — meldet : ■ --—
Konstantiiiopcl, 13. Nov. (W. T. B. Nichtaint» lich.) Amtlicher Bericht des Groben Hauptquartiers: In der vergangenen Nacht haben untere -rruppen nacq einem überraschenden Angriff alle rnisiicben Blockhäuser an der Grenze des WilajetS Traprzunt besetzt, find drei Stunden in das Innere von Rußland in der Richtung ans Datum cingcdrnngen und haben die rnssilche Kaserne von Knrdog- hln eingenomnicn.
Die Kämpfe tu Flandern.
Kämpfe im Wahre A in slerda in. vlor. W. B. Nichtamtlich.) Tie „Trjd" veröiscntlicht folgenden Be- richt ihres belgijclx'n Korrespondenten aus Tünkirchea: Ani 10. November früh fand ein gewaltiger Kamps l ei Nieuport »nd Tizmniden statt, ein Kampf ans den Teichen uni die Teiche. Wer Herr der Teiche war, wurde .Herr des Geländes. Tas Maschinengewchrscucr trat in den
Vordergrund, da schweres Geschütz in deili Marichlaiide nicht fortkolninen konnte. Ter Feind hatte es verstanden, äußerst geschickt an einigen Stellen Scl>wierigteiteii zn überwinden, die das überschwemmte Land bot. An anderen Punkten wurde buchstäblich tm Wasser gefachten,oft Mann gegen Mann. Die Soldaten lvaren durch die Kalte und durch die durchnäßten Kleider, die am Leibe klebten und die Bewegungen hinderte», fast erschöpft. Tie Verbündeten gewannen bei Nieuport Fuß um Fuß Gelände ind-ss-'n mußte die Mittellinie, die Dixmnide» besetzt hielt, aeni Drucke weichen. Gegen Mittag war kein Halten mehr. Tas zerschossene und ausgebrannte Dixniuide» sah znni io und so vielten Male die Deutschen wieder ciinücken.
Tic Höllc dcr Schlacht. Ein ans der Umgebung von ;hpern znrückgekehrtcr sranzösticher .Krieger berichtet: Am Donnerstag Abend fei dcr Kampf abgeflant, doch iei die Panse kurz gewesen, denn am SamStng früh hätten die Deutschen erneut hcftigst im Süden von Tirmiiide» wieder angegriffen. Tort hätte die Brigade ohne einen Augenblick Ruhe 48 Stunden lang kämpfen müssen. Tie Wucht dcr deutschen Angriffe habe bewiesen, daß sie einen ent ichridcnde» Stoß versucht hätten. Es sei unmöglich, eine solche Hölle zu beschreiben. Tie Tentschen hätten die französischen Stellungen zuerst niit schwerer Artillerie beschossen und dann vcriucht, einen Frontangiiff zu machen. Tie französischen Verluste seien schwer gewesen, die der Deut-, sch cP ebenfalls.
Schwere belgische Verluste. A IN st e r d a IN, 13. Nov. Der ..Telcgraof" meldet von der holländischen Grenze: Die belgischen Truppen, die an der Vier gekänipft haben, genießen NIM eine Rnhepanse, die sic dringend nötig haben. Ein Regiment Infanterie hat zwischen Nieuport u. Dirmnid:» in einer einzigen Nacht sieben Bajonettangriffe gemicht. Von 250 kehrten nur etwa 50 zurück und in anderen Abteilungen waren die Dcrlnste noch stärker. Man kann nnneb- vicn, daß die Belgier allein an der User 10,000 Tote und Verwundete batten. Die leichter Verwundeten blieben in Frankreich, die Schwcrverwundcten werden nach England gebracht, wo sie vor allem bei dcr Heilsarmee verpilegt werden. Das belgische Heer wird anss neue ausgerüstet und verstärkt. Tic meisten Offizier» tun auch ihre Pflicht, aber außerordentlich viele sind von ihnen gefallen, und König Albert ist sehr ungnädig gegen die, die ungcichickt zu sein scheinen, ganz gleich, auf we'lh-r Rangstnke sic sich befinden.
Vir fn?r in dkn iiMlN Prurrp.
Berlin, 13. Nov. (SO. B. Nichtamtlich). Tie Nordd. Allgemeine Zeitung" ichrcib!: Neuerdings werden über die Lage ii den Eren,-Provinzen Oitprcutzcn und Schlesien beun- riihigende Gerüche verbreitet. Dieicn gegenüber kann aus Grund ron Erlundiguugcir sesigestcllt werden, dah nur in einige Greaistrichc Ostpreußens vereinzelt kleinere rujsiichc Iruppen- oblcilungca eingedrungen sind. Angesichts dcr sehr m sg.dcbn- t:n osipieusiijchen Grenz: ist das Ueberlchrciten durch feindliche Slrcitkraite, wie sitzen bei frühere» Anlähen hervorzchobcn norde, nicht voUtou.dicn zu verhindern. Wegen der ganzen Piovin: Osiprevtzcn liegt ein Grund zu Besorgnissen nicht vor. Fü- die Provinze» Posen und Schlesien bcstchi überha.ipt kein« Gefahr.
Pe Ifijtfn Änudkn brr „(Fmbrn“.
L uitrn, 13. Nov. „Daily Chroiiiclc" meldet aus Kce- ling: Die ,S rüden" traf mit Volldampf am Moniag morgen p lihr e>:> Sie führte leine Flagge und hatte einen vierten Schornstein. Sie letzte zwei Boote aus, die drei Offiziere und 4,i Mann mit 4 Maichincngewehre» landeten. Dis Dcullchen zerborten die Kabelstation und die dort befindlichen Inflru- wenic. Darauf machten sic sich an das Durchichnciden des Kabels. Dis „Emden" gab um 9 Uhr das Signal zur Ablahit, aber cs war zu ipat. Die Inislbcwohncr sahen bereits ei» anderes Ktiegsschiff austauchen, das sofort auf eine Eiitietnung von p'gc Meter den ersten Schutz abgab. Als die „Sidney" naher kam. gelang es ihr, einen Schornstein und cir.-it Mall des..Emden" wcgzuichietzcn. Beide Schiffe feuerten heilig und caijerateir sich IchncN. Die Fnielbewohncr sahen »nd hörten dorau! Nichts mehr. Die Besatzung der „Sidncq" erzählte am nächsten A.orzen. tatz sie ihre Schnelligkeit benutzic, um sich außerhalb des Bereichs der Kanonen dcr „Emden" zn halten, bis diele auf de» Strand liest Das Gefecht dauerte 8b Min. ?cur »sei Schütze der Deutschen trasen, töteten vier Monn und verwundeten 14. Beide Kreuzer versuchten vergeblich, einander zu lorpedicren — Am Abend schifften sich die gelandeten
deiilfchki, Mäirosen aus einem alten Schoner ein, der einem Beoohnce ocr st.nlcl gehörte. Nachdem sic Kleider und Vor- räic requiriert daitc», fuhren sie ab. Ma» hat von ihnen nichts netter gesehen.
Gegen vre Japsen.
Das deutsche eöeichwadee vor Chile. L - >! > u , 13 Rvvdr.
Die „Vosi. ,.ig." meldet auv dem Haag: Die „Tiine--" veiqs- > "'ilis: e,.,e De-j'eiche des „Newport Hcrald" aus Doivarastv, wonach cs Admiral v. Spec gelungen sei, «urch Funtioru'st die .Dresden" »nd die „Leipzig", die zur Aiistuchnnz e:s englischen H-lsslreuzers „Otranto" nach Taleahuano gesandt traicn. wieder mit seinem Geschwader, „Scharnhp'.st", ..Gnciieuau" und „Nürnberg", zu vereinige», Ui» der aus «hi Schissen bestehende» ja panischen Flotte enigegc:i- zusühren. Heil >:„d Sieg!
Die Niederlage der Lerben.
Budapest, 13. Nov. Seit dem 12., November ist der Rückzug der ickbischen Truppen allgemein. Tie stärk- steil serbischen Belestignngcii befanden sich auf der Cer Planing, östlich von Schabatz, und zogen sich bis Ohrid hin. Ucbcrall waren beiouiertc Gräben und Beseitigungen für die Reserven angelegt. Am südöstlichen Rand der Cer Pla- »ina waren betonierte Erdhütten, in die sich die serbischen Truppen für die "Nacht zurückzogen und in denen sie auch zu überwintern gcdaüsten. Infolge unserer überaus heftigen Lffonsive, besonders von Schnbntz aus, verließen die serbiichen Trupfn-n in dcr Stacht v«ni 10. Skovember die Erdhütten. Wie nachträglich bekannt wird, wurde auf den Misarihöheii der ganze rechte Flügel der serbische» Armee, über 60,000 Man», unter großen Verlusten abgedrängt und -Ohrid im Stnriii genommen. Tie nächste Folge unseres Sieges war der Rückzug der serbischen Armee nach Korel- java. Von dort nach Daljevo, von unseren Truppen nnans- gcsetzt verfolgt. Gleichzeitig erfolgte auch südlich von Krnpanj und Oicnica der Rückzug der Scrben gegen Val- jrvo. wo sie sich linieren Truppen entgegenstellen wollen. In den mehrtägigen Schlachten um die Misarihöhen sowie bei Sckobo.tz und Ohrid haben die Toiiauinonitore die Oiieniive nnserer Truppen sehr erfolgreich nnterstützt.
lieber den Sieg der Oesterreicher bei Krabani in Serbien wird dem ..Berl. Lok. Anz." an? Budapest ergänzend »litgeteiit: Ter Feind zog sich unter große» Verlusten in der Richtung des Pceskabaches zurück. In dieser einzigen Schlackst machten die Oestcrrcichec über 3000 Gefangene, erobericn fcrnrr Bclagcriingsgcichützc und Maschinciige- wehre. Durch diel? Mgsfentat ist die breite Landstraße nach -"aljeva zum Teil in österreichische» Händen. Nachdem die Eiinibahnlinie von Schabatz nach Lesnica genommen U'ar, wnr'-rn PetlsvaörSa und Ribaki erobert. Am 10. November ging auf der serbischen Strecke bereits der erste Eisenbahuzug ab.
Der heilige Krieg.
Tic Kämpfe im Kaukasus. K o nsta n tin o pel, 12.
Nov. Schon seit gestern lagen lehr günstige Depeschen des türiisch?» Hai'ptgnartiers vor, das gegen die rnfsische Kan- kailisariiicc operiert. Diese seht sich ans dem ersten kanka- silche» Armeekorps und verschiedenen Reiervc-Trupp.-ntei- lrn zusamnirn. Besonders das erste kaukasische Armeekorps gilt als eine riissiiche Kern- und Elitetruppe. Jetzt gibt das türkische Hauptquartier Einzelheiteil, die olle OS- niancn, nicht minder aber ihre europäischen Verbündeten, mit wabrhaster Befriedigung begrüßen werden. Tie Kämpfe datierten drei Tage. Tie Russen, die bei KöprikR hohe Schnceberge besetzt hielten, wurden überall mit dem Bajonette ongegrissen »nd vertrieben. Tic Flucht der Rni- scn ging stellenweise panikartig vor sich. Zahlreiche Gc- fi-ngcne und Munition sielen in die Hände dcr Türken.
Tst Prvüamativ» des Sultans. K o n st a n t i n o p c l. 13. Ncv. Tie Proklaination d:.- SnltanS crick>:i»t als eine dcr bedeiitsainstci, politischen und religiösen Kundgebungen der letzten zweihundert Jahre dcr türkischen Geschichte. Ihr Eindruck ist »ngehencr. — Tie türkischen Zeitungen betonen einmütig, daß der Krieg, den die Türkei an ihren zwei c.ußeisien Grenzen, a:u Kaukasus und am Persiichen Golf, zu führen genötigt sei, nicht bloß ein solcher zur Verteidigung des ottomanischen Reiches, sondern ein Krieg zur Verteidigung des JSlamS in feiner Gesomtheit sei, den leine Feinde zur gänzlichen Sklaverei herabzndrücken trachtet:».


