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Unmmrr rL67 _ Krritng. den 13. N ovember 1V14. 7. Jahrgang

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Das yölUcninpcn in Flandern.

NnWchc Neiter-Vorstötze in Polen und Galizien znrückizewieien. i5in einzlisches KalronenhooL

bei Dover vernichtet. Der heilige Krieg!

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Der deutsche GeneralsLaL ......... - meldet: »

W. T. B. <4ros;es Hauptquartier, den 12. Noveukbcr. vormittags. Slmtlich.

Ter über Nicuport bis in den Borort Lombardzyte borgedrnngene ^eind wurde von unser» Truppen über die Äser zurück- geworseir und das östliche Aserufer bis zur See volu Feinde geräumt.

Ter Angriff über den Bserkaual süd­lich Dixnruidt» schreitet sort.

Jir der (üegcud östlich?)peru drangen unsere Truppen weiter vorwärts. Cs wur­den urcl-r als 700 Franzosen gefangen ge­nommen, sowie 4 (Peschühe und 4 Ma schincngewclsre erbeutet.

Heftige!-(» griffe westlich desArgonnen- waldes und im Walde selbst wurden ab- toiescn.

Jnr listen warf unsere Kavallerie östlich Kalisch die erneut vorgedrungene über­legene rassische Kavallerie zurück.

Gberste Keeresleitnng.

W, c n , 12 Nov, (W. S3. Nichtamtlich). Amtlich wird veilantbart; Außer dem siegreichen Reiterkampf bei K o - , n - k gegen ein russisches Kavalleriekorxs fand gestern

auf Le», nordöstlichen Kriegsschauplätze kein gröberes Kriecht statt. Feindliche Aufklärungsabteilungen, die unsere Beweg­ungen crlundcn wollten, wurden abgewtcsc». Bei der Durchsühruug der jetzigen Operationen erweist sich neuerdings di« bewährte Tüchtigkeit und Schlagkraft unserer Truppen.

Ter Stellvertreter des Chefs des Kcneralstabs. o. Höfer, Generalmajor.

Das türkische Hauptquartier |=== meldet: ==;

K o »st a n t i n o p e l, 12. Nov. (SB. B. Nichtamtlich).

Nach einer Mitteilung aus dem Hauptquartier ist der türki­schen Armee ihr Angriss, der gestern früh bcgann. rolllom- men gelungen. Die Russe» konnten sich in ihren Linien kaum unecrihaib Tage halten. Die eingelaujcncn Nachrichten besagen wörtlich.Ter Feind wurde mit Eotlcs Hirse gezwun- gen. seine Ltellungcn zu räumen. Er weicht aus ücr ganze» Front zurück und wird so» alle» Seiten verfolgt."

Der heilige Krieg.

Konstant i n opel, 12. S!ov. (SB. B. Nichtamtlich). Eine Pioltamatron des Sultans an das Heer v.-rkundct denHeiligen Krieg" j ü r alle Muselmanen.

Die ßrikstslstge im Ansiuig ilovemlirr.

Wenn cs auch Tage gibt, wo hin und wider Stimmen der Verzagtheit laut werden können, denen unsere Erfolge nicht rasch u. gut 'genug von statten gehen, so sei dielen das Urteil eines Neutralen über die gegenwärtige KriegS- lagc cntgegcngchaltcn. Ter militärische Spezialbcrrcht- crslattcr derZüricher Neuesten Nachrichten" betrachtet i.m 7. November die Lage als für die Deutschen b güv"m, dag wir als Deutsche wahrhaftig nicht hinter dem Urteil eines Schweizers zurückziisichen brauchen. Ti: Vetrachinng kautet:

Berlin, 7. November 1014.

Nach dreimonatiger Kriegsdaucr fleht Tcutichland in West und Ost in Feindesland. Teulscher Boden ist vom Feinde nicht bcfrht. Tie Deutsch.» haben das Königreich Belgien, einen schmalen Slreiie» Westflanderns auSge- nomnicn, in ihrer Hand; ihre rückwärtigen Derbindinigen, die durch dieses Gebiet zur unteren Rh.'imront führe», und

gesichert, die belgische Küste, mit Ostende als Zeut>-»n, ist mit schwerem Geschütz bestückt und hält feindliche Unter­nehmungen von der See her fern.

TaS deutsche West Heer steht auf -100 Kilometer lan­ger Front vom Meer östlich Nicuwport bis zur Maas süd­lich Verdun; diese Linie verlaust im allgemeinen über ?)pern-Lillc-Arras-Royc-Vailly nördlich Soissons, durch de» berüchtigten Argouncr Wald zur Maas »ach St.-Mihiel. Sie bildet die Abwehr des Umsassuugsversuches der Fran­zosen, der am 12. September niit dem Gefecht bei Bapau» mc cinsctzte und sich bis zur Küste fortpslauztc. Ti.'sc

wcitausholendc Bewegung, die sich von ihrer natürlichen Basis Paris entfernte, mochte dem Wunsche Eng­lands cntgcgcnkommcn, das sür den Schuh der kontinen­talen Kanalkiistc besorgt wurde seit dem Tage, da Antwer­pen siel und mit ihni das ans dem Kontinent vorgeschobene Fort der britischen Jnselfeste. So mag sich denn auch der englische Druck erklären, der die Belgier zu nutzlosem Wi­derstande in der Scheldefcstc preßte. England, dem Flot­tenschutze nicht mehr ganz vertrauend, läßt sich demnach durch die französische Armee seine Küste decken, denn im Pas de Calais und du Nord liegen nicht unbedingt Frank- reichs strategische Interessen. Diese liegen weit eher lei Paris und an der Maas.

Deutschlands Kriegszwcck ist nicht die Einnahme von Calais oder Paris. TaS Ziel ist die Vernichtung der feind­lichen Heere I Das ist nach Clausewitz der oberste Grundsatz deutscher Strategie. Sv der Feind seine Haupi- kräste in, Nordostwiukel Frankreichs zusmnmenballte, wa­ren die Deutschen gezwungen, ihm hier zu folgen, -ohne je­doch die Aisnesront zu schwächen. Nun heben, sich i» dem Hin- und Herwogcn der Kämpfe einige Gebieie heraus, die sich zu Brennpunkten der weiten Schlachtsrout auswnchsen.

Apcrn ist Zeniralpunkt im nördlichen Abschnitt; dort handelt es sich um das Abdrängen des englischen Heeres- slügcls gegen das Meer; hier, und nicht im Ueberschwemm- ungsgebict, setzt unser Vorstoß ein und vertieft sich täglich vorwärts. Lille halten wir scsi an La Bass4e, das uns der wichtigen Bahnlinie nach Calais näher bringt; bei Arras haben wir diese Linie bereits erreicht und in Richtung Paris dem Feinde elltzogcu. Rotze, das wir seit dem 20. eoept. besitze», ermuntert zu einem Vorstoß gegen AmicnS. An der Südfront ist cS da? Gebiet von Soisions, das heiß um­stritten wird; unser Sieg bei Varlly crössnete nuS das Aisnetal und somit ei» Ter für eine spätere Ossonsive gegen die Marne. Die schweren Kämpfe im Argonncrwa'd leiten über in daS Gebiet der Maas, wo das seit dem 10. Scpt. teilweise abgeschlosiene D c r d u n de» Ostpfeilcr unserer langen Front bildet, lieber diesen hinaus wehrt eine starke Position in dem Gebiete von St.-MihicI alle Eutsahversuchc von Tank her ab und deckt irn Vcreiil niit den Portruppen der Festung die wichtige Verbindung von liier nach der Maat Tann klafft eine weile Lücke.

Erst aus einem Nebeukrieg silp.uplatze, unten bei Bel­fert und östlich der gleichnamigen Senke, will der Kampf seit Kricgsbcgiu» nie ganz ruhen, doch ist ans einem ossen- sivcu Bclfori des Auarrits ein defensives Belfort de? Ok­tobers geworden. Ti» r starte Platz le bel Fort, wirft ici- tun machtvollcu Schatten bls ick-er den Rhein h'.niiber und findet erst im Meiner Klotz seinen Gegner.

Rückblickend sehen wir auf der langen Front zwilchen drin Meer und dem Schweizer Jura ein langsames aber planvolles Vorrücken der deutichen Linien, und es bedarf vicllcicht nur eines gcriagev. Auftaß'? eines Teilsieges an einem der wichtigsten und dsS Bild rollt sich ab.

Wer alsdann noch über eine,, :»st'keznschuh verfügt, dem winkt der Sieg. Tie Teul'ck > sehen diesem Augenblick mit begründeten Hoffnungen custcgrn!

Die Kämpfe irr Alarrdern.

FwTcr-lps" berichtet ein Auzev'-rge über die 17,tägigen Käiupie in Flandern. Er sagt: Tie heroische Tapsecleir der Angceisce ist. bc'.spiellos in der SBektgcschichte. Die Deutschen siucn'.icn niit der größten Vraoour und unter Gesängen "enr Tod: entgegen. Die Verluste der englischen Truppen wa­ren furchtbar, die Hülste von ihnen wurde aufgcricben. Stiele Bataillone sind ebne Lssizicrc, so daß Korporale den Desehl führen. Am 211. und 31. Oktober war die englische Neiirrci beständig dem deutschen Keschützscuer ausgesetzt. Drei Ncgi- mrntci r-crlorcn in wenigen Stunden 70 Prozent ihre: Mann-

schuft, ebenso die Fuder, diemitten i» die Hölle" gesehi wurden. Ei» einziger Schuß der 4 2- Z tm.-Mör s e r begrub ganze Linien. Die Eesamloerluste der Veibiindcicn waren ungeheuer."

lieber die Kämpsc an der Siscr äußerte sich derFigaor" am Soimlag. alst> bevor dic Deutschen Dixmutdcn eing!>

»oinmen habe», solgenderiuaßen:Seit Freitag tobt dic Schlacht von Siicuport bis z»m Süden von Slrras und die Deutschen erschöpfen sich in bisher ohnmächtigen Bei! »hei! unsere Linie zu durchbrechen. Verstärkt durch a It i v e Trug pen scheinen sic keinen besseren Erfolg erreicht zu haben nlr vorher mit ihren den Berbllndeien entgcgcngcworscnen kein palten Masien von L a nd st u rm - R e kr u t« n. Gewiß zcich neu sich diese Truppen die einen wie dic anderen - - durch eine Tapferkeit und Entschlossenheit aus, die zu verkenne» u», recht wäre. Aber aus ihren entschlossenen Anstrengungen er, gibt stch diese Schlußfolgerung: Wenn die Deutschen auch noch zu falle» wissen, so wissen sie nicht mehr zu siegen und wenn sie selbst auch noch, wie cs heißt, über weitere Der - stäiiungeu verfügen, so brauchen wir uns von jetzt an kauni mehr zu beunruhigen. Lernen wir abwartcn die Zeii arbeitet für uns," Das Abwarten hat schon am undarr« Tag den Fall von Dizinuiden gebracht, und die Zeit wird »och mehr lehren.

(% kiiMches (Töiiif&ofniniJimrtoüi Mm.

W-T.B. <Srrciitn!»t!ii>.) l'eutiott, 12. SJcv. Tie cnglischc Admiralität rnrldct. Das; daS kleine enissifche Torpedok-insucnbootNiger" heute morgen aus vcr fyö-c von Dover Vnrch ein deut­sch ee lintersrcboot zuni Sinken gebracht wurde. Alle Offiziere und 17 Mann wurden gerettet.

(Niger ist 1892 vom Stapel gelaufen, hat 820 Tonnen Wasserverdrängung, 20 Seemeilen Geschwin­digkeit, besitzt 2 12, 4 4,7 Ctin. Geschütze sowie 88 Mann Besatzung.)

Der Hergang der Bernichtung. London, 12. Nov Als das SchissNiger" getrosten wurde, lag cs gerade vor Sln ler. Au der Küste sah inan die Ezplosion des Torpedos. Der größic Lei! der Mannschaft saß gerade in den Unte:»men beim Mittagsmahl. Plötzlich erschall von der Brücke aus der Befehl, die Schotten dicht 1 1 wachen. Einige Matros.m stürz­te» aus das Deck und sahen den Schaum hinter dem Torpedo, Einen Augenblick daraui wurde dieNiger" getroffen. Dar Schis- sank nach 20 Minuten. Die Rettungsboote wurden hcr- untrrgclasscn und viele von der Besatzung sprangen in dic See nachdem sic Schwimn;gurtel angelegt hatte». Schlepper »nd Tercpdoboote tamcn rasch herbei und retteten alle d>s an! zwei Mann, die rcrinißt werden. Die Blätter behaupten, bah ein kleiner Kreuzer, der dic niederländische Flagge führte, 2 Tage vorher in der Slahe derNiger" verankert war. Man hat Verdacht aus das Schiss, weil cs gestern bei stürmischem SBeltcc in See ging. Es wird behauptet, daß dieses Schiss in Wtrilichkeit ein dcuischcr Minenleger gewesen sei »n> eine Mine an dic Slnkcrkette derSiigcr" befestigt habe - West u ichtigcr als der Untergang des Schiffes ist der Umstand daß ; i deutschen Unterseeboote fortgesetzt on der Küste Eng, lands e.:d:itcn.

ssnst! Ilhk llndjnifc für die finden.

S'erlinSke Tideudc" meldet aus London: Sämtliche Blätter drücken in ihren Kommentaren zu dem Untergang derEmden" ihre Bewunderung und ihre Achtung vor dem Kopistin von Müller aus, der sich a!S wirklicher Gentleman und tapferer Osfizicr gezeigt habe, und geben der H»> uaa Raum, daß er unter den Geretleien sein möge.

Daily Telegraph" sagt, obwohl dieEmden" die " scheu der Bcrsichernngsnktiouöre geleert Iiat, haben die Tapicrkeit und das ritter'ickie Auftreten ihres Führers Bewunderung und Achtung in ganz Eng! 4F erfahren. Sie Hessen, daß der Kapitän gerettet, und wenn er auch nach London kommen sollte, dürfe er eines herzliche» und begei­sterten Empfanges sicher sein. (Cr wird aber kaum Wert darauf legen. Red.) Ter Scheden, den dieEmden" England zugestigt hat, wird jetzt auf vier Millionen Pfund angegeben. Tie NamenEmden" undAlabama" werden in der Geschichte der Marine ewig leben.

Nicht vcrblüsscn lassen! Das Lob, dos dem deutschen Kapitän zuteil vsird, ist zu auidringlich, uni u'cht mißtrau­isch gegen seine Motive zu machen, und diesem Mißtrauen gibt dieTer,«che Tageszcitimg" kräftigen Ausdruck. Sie betont mit Recht, daß Kapitän v. Müller den Kreuzerkrieg