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r. Wl

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des Gefühl lag doch im ganzen Nervensystem, Schweigen will ich von der Entwicklung zum Gefecht, von unserer Feuer­taufe und dem eigentlichen Jnsanteriegesecht selbst gehört ja nicht in den Rahmen dieser Beschreibung, Doch erwähnen will ich, daß der hessischen Division annähernd VA, srauziisischc Korps gegcnüberstanden und vernichtend geschlagen wurden von dcn blinden" Hessen, Der Tag von Anloy wird sich den anderen Rutzmcstagen der hessischen Geschichte würdig anrcihen, wird vielleicht alle überstrahlen an Ruhm, aber auch au Blut.

Die Sonne sinkt. Noch nie im Leben habe ich mir sehn­licher den Abend herbcigewunscht der Kamps hatte uns zu sehr ermüdet. In einem Neincn Wäldchen sinden wir schließ- lick, etwas Schutz vor dem französischen Flankenseucr und ver­schnaufen ein wenig. Mein ehemaliges Regiment, in dem ich als Einiähriger dicnie, Leibgarde, ist herangckommcn und nun heiß' cs: Weiter vor, alles, was noch vom Regiment 11G da ist, macht mit, Herr hautpmann Papst v. Ohain übernimmt die Führung und in langem Sprunge geht es aus dem Walde heraus und immer vor, da wir kein Feuer erhalten.Herr Hauptmonn, der Wald links vorn ist vom Feinde besetzt", wird gemeldet. Stört nicht im geringsten, gilt es doch die vcr- wünschle französische Batterie zu erstürmen, die eben ein mör­derisches Schrapnellscuer auf unsere Kameraden sendet, die rechts noch etwas zurück find. So gcht's die hohe hinaus. Die Geschütze haben das Feuer eingestellt, Run zum Sturm! Hur­ra! Die Batterie ist genommen. War an sich keine Leistung, da si- von den Franzosen schnöde verlassen war. Das Glücks- gcsiih' des gelungenen Sturms wird bei uns dadurch ausgclöst, datz wir wie toll auf die Geschütze springen, Hurra rusc», die Wacht am Rhein" undDeutschland über alles" anstimmcn, lind »ns gegenseitig durch Händeschütteln beglückwünschen. Aber dos ging olles im Eiltempo, Fast noch rascher, als ich die-' nicderschrcibe, hieß cs:Die Franzosen kommen"

Ach nein, sind ja Deutsche!" meint der eine oder der andere. Biel" waren erst dann davon überzeugt, daß es Feinde waren, als ihre Bajonette durch die Büsche blitzten. Im Nu oon den Geschützen herab! Alles eilt an das unterste Gelcknrü r* W* sich Herr hau ptmaui-, Papst r Oha in befindet. Im Moment hatte ich die Situation ersaht und erkannt, dah uns die Fran­zosen umzingelt hatten, schon auf 10-20 Schritt heran waren und uns mit ihrer Uebermacht zu erdrücken drohten. Es war der Augenblick der höchsten Geiahr für unser kleines helden- hviislcm vo» vielleicht 150 Mann, Aber se größer die Gefahr

,e größer die Ruhe und Entschlossenheit bei den kaltblütigen Deutschen! Du steckst i» der Klemme, hau Dich heraus!halt! Stehen hier bleiben, Ihr seid doch Deutsche!" ries ich einigen Zaghaften zu, die alle zum großen Haufen an das unterste Ge­schütz wollten. Es glückt mir, zirka 80 Mann, meist 115er, doch auch einige IlOcr, an, zweiten Geschütz zurückzuhalten, Die l idcn obersten Geschähe waren unverteidigt. Es war insofern von erhöhter Bedeutung für die Abwehr des französischen An­glist , als «vir beiderseitig ein viel wirksameres Feuer iu den Wald schleudern lonmen wie die Maunschast des unteren Ec schützes, die zu dicht stand und sich infolgcdesien beim Schießen hinderte. Das franzüsische Sturmsignal, weich und melodisch, der gcllisck>e» Rosse entsprechend, ertönt. Kommt nur her. wir -mpsange» euch! Ein wütendes Fenier wurde in den Wald ge­schickt und wv ein Bajonett blitzte und eine Rothose sich zeigte, wurde hingehalten. Das gab Raspelt. Einzelne mackitcn ja eii.cn schivachen Versuch, hcranzukommen, muhten aber den Versuch mit dem Leben befählen.Langsam seuern, nur ivenn einer sichtbar wird, draus feuern!" Denn schon wurde das feindliche Feuer, mit dem wir selbstverständlich auch beehrt wurden, schwächer, und der Feind zog sich zurück. Am Gcichütz- rad stand einer der Wackersten von «ns, ein 115er. Lächelnd berichtet er immer, wenn feine Kugel einen getroffen hat. So schießt er viermal, sülfmal vielleicht, da geht ein Zucken durch ihn, sei» Gewehr sinkt und langsam fällt er auf die Felsen. Die Feindcstugcl war ihm ins Gehirn gedrungen und hatte ihm einen schmerzlosen Tod bereitet, Soll ein Reservist und Vater von 4 Kindern gewesen sein, wird erzählt. Wie gern mühte ich seinen Namen! Roch einer der unseren nachte die Dertei- dipu'ia mit dem Leben bezahlen, zwei wurden verwundet.

Die Franzosen sind weg. Ein mutiger Leutnant geht mit einigen, die sich gleich freiwillig melden, als Patrouille vor und 7aa."et k.:. ~.iTitn, ,,<er nnuö -jt fort! Acker

wäre > jn auch zu schwach gewesen, um Iwch eine weitere Ver­folgung ausiichmen zu lönnen, und zudem ging der Tag zu Neige, Cs war die erste Batterie, dir dir Hessen in diesem Kriege »ahmen, und wenn ich richtig gelesen habe, sind dir Ge­schütze nach Daraisiadt gctomme».

Ans dem Walde kamen nun noch andere Teile der 40 In- siinterie-BrMade. Ilörr und 1 liier sondern sich und marschieren durch den Wald, wo die Franzosen wie gemüht lagen, aus ei­nen freien Platz, einem Weizenacker, «ruf dem noch die Frucht- Hausen stehe». Die Kompagnie» werden gesammelt, jubelnd wird dre Fahne begrüßt, die uuverfehrt geblieben ist unser hanptmaun lebt auch noch zu rurserer allergrößten Freude gegenseitig drückt man sich die Hand, so innig, wie taum sonst >m Lebe», Wir habe» ja einen herrliche» Sieg errungen. In der Däuriiicrrrng tont der Choral: ,Mu» danlet alle Gott" über das Schlachtfeld und gibt de« die Ehre, der uns den Sieg go- a geben hat.

Las C>>erne Kreuz wird verliehen: t) für besonderen Ta­ten: 2) für andauernd tapseres Verhalten wahrend einiger

Gefechte, Das ersterc ist vielleicht Glückssache, Mir blühte das Glück beim Abwehr des französqchcn Sturmangriffs Da- jür erhielt ich das Eiserne Kreuz,

Bizcjeldw, d. R, Braun, Lehrer in Holzhausen v, d. H.

Höchstpreise für Kartoffeln.

' Frirdbcrg, 8. stiov. Betr.: Höchstpreise für Kartofscln. Dom Großh. Kreisamt erhalten wir folgende Mitteilung, Es scheint mehrfach die Meinung verbreitet zu sein, daß ein in Hessen ansäsftger Produzent Kartoffeln au einen außerhalb Hessens wohnenden Käufer (Verbraucher oder Händler) zu einen, die festgesetzten Höchstpreise übrrsteiven- den Preise verkaufen dürfe, ohne sich dadurch strafbar zn machen. Diese Meinung ist irrtümlich "

Reue lagezeitng. Dienstag, den 1«. November 1914.

Ilriitr Hi t ncue JrJUfpna des

KartoffklhöMprtijkg

bemerkt die hessische Landwirtschaftskammer:

Die neue Festlegung der Höchstpreise trägt den berechtigten Wünsche» der Landwirtschaft in erfreulicher Weise Rechnung, denn cs war in der Tat unmöglich, Kartosfeln zu einem Preise zu kiefern, wie er von einigen Städten sestgesetzt war.

Wir hosscn, daß jetzt die Lage des Kartostclmarktes sich beruhigen und klären wird, da unsere hessischen Kartosfel- preise nunmehr mit dcn Preisen der umliegenden Gebiete, be­sonders aber mit den des allgemeinen deutschen Kartosfcl- marttes mehr in Einklang gebracht worden sind, als wie dies bisher der Fall war. Weiterhin wird cs für die Anlieferung von Kartasseln in die Städte auch von Vorteil sein, daß die Landwirte, nachdem die Herbstsaat beinahe beendet ist. dem­nächst wieder Zeit bekommen, die Kartoffeln in die Stadt zu kahr-u.

Bei dieser Sachlage richten wir an die hessischen Landwirte die Aufforderung, sich ihrer Pslicht: die einheimische Bevöl­

kerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen, auch aus diesem Gebiete bewußt zu sein. Es darf jetzt, in dieser schweren Zeit, lein Streit zwischen Stadt und Land heroorgcrusen werden, wir wollen alle gemeinsam dem Batcrlande dienen. Um dieses Ziel zu erreichen, bitten wir unsere Landwirte, die Städte, denen sie sonst ihre Kartosfeln gelicsc^ haben, auch in diesem Jahre wieder mit Kartoffeln zu versorgen. Der Verkauf von Kartosscl» a» Ausläufer zum Bersandt in cutsernterc Gebiete sollte tunlichst unterlassen werden.

Wir geben nachstehend nochmals die für das Großh. Hessen festgesetzten Höchstpreise' für Kartoffeln wieder:

1. Beim Verkauf durch de» Produzenten an

Ort und Stelle für 100 Kilo 6.50 Mk.

2_ Boi freier Lieferung in den Ansbewahr­ungsraum des Verbrauchers oder beim Verkauf auf den Wochenmärktcn für 100 Kilo 8.00 Mk.

3. In, Kleinvcrkauf für das Pfd. 0.00 Mk.

Der Magistrat von Frankfurt c. M. hat für das Gebiet der Stadt Frankfurt die gleichen Preise festgesetzt.

Tapferlreits- [jsjsjj Anerkennung.

* Friedberg, 10. Nov. Der Unteroffizier Heinrich Trier von der 10. Kompagnie unseres Bataillons wurde in Frankreich zunr Kvmpagnicseldwebel befördert und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

* Friedberg, 10. Rav. Mit aufrichtiger Tra»?r wurde hier die Kirn de von dem Heldentod des Offizier-Ttellvertr. Jean Engeltcr aufgenonrmen. Der Dahingegangeue war in allen Kreisen, wo er verkehrte, geliebt und geachtet. Engelter war seit Beginn des Feldzuges bei der Fahne und hat tapfer alle Gefechte und Schlachten, die fein R.'ginient z« schlagen hatte, mitgcmacht. dkrm ist auch er vom Feinde gefallt worden. - Sein Tod galt dem Baterlande und sein Andenken wird inmrer hoch in Ehren gehalten werde».

* Burg Gräscurodr, 10. Nov. Ter Sohn des hiesigen Landwirts Karl Bolz, der Unteroffizier der Artillerie Adolf Bolz, ist mit der hohen Auszeichnung des Eisernen Kreu­zes ausgezeichnet worden. Unsere anfrichtigstcii Glück­wünsche dem jungen Helden!

* Staden, 10. Nov, ES freut uns inittcilcn z» können, daß der Dizc-Wachtmeister Otto Schul dt vo» hier, der :m Felde die Dienste eines Meldereiters wacker versieht, mit dim Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde. Zwei Söhne einfacher Arbeiter von hier, Hch. Haas n. Karl Schmidt wurden, wie ihr Hnnptmann heute mittciltc, ebenfalls zum Eisernen Kreuz vorgeschlagc». Die beiden Tapferen batten eine feindliche Ucberrnacht lange Zeit ?rs<>m>-esch

An« der Heimat.

* Fricdbrrg, 10 . Nov. Der erste Lorlrag in, Boitsbil dnngsrerern für diesen Winter findet Freitag, den 20, Rovbr,, 8'', Uh. abends in, Saale des Hotel Trapp statt, her: Biliar Pvhlmeyrr oen Berlin, als Dozent der Giscllschast für Bcrbrc: tvnz vor, Volksbildung seit 1888 tätig und wegen seiner iief- grundigrn Wisiens, seines abgctlärtcu Urteils, feines sormvol- lendenden Vortrags, allgemein geschätzt und belieb!, wttck das für weite Kreise intercsiante Thema behandeln:Der Welt- krirg 1014, wie er ent st andcn und was wir van ihm erwarten". Der Eintritt ist e.t: immer frei für ,e der»,arm,

* Friedberg, 1(1. Nov, Ra.eraiuc». Es haben ück: die

Fälle gemehrt, in denen Notabiturieuteu, welche als untaug­lich zurockgcwiescn sind, oder überhaupt bei einem Truppenteil sich nicht gestellt haben, als Kriegsfreiwillige bei dem Roten Kreuz, in: Lazarett und Bahndi.ast, als Sanitätshunohalter, Rad- oder Auiosadrcr für Militärbehörden, sich beschästigen lassen. Demgegenüber erkennt die Regierung nur diejenigen jungen Männer mit Rotexamenbercchtigung an, welche bei ei­nen: Truppenteil cinxctreten oder im Etappendienst innerhalb der besetzten feindlichen Gebiete für den Dienst der sreiwillige» Krwnkcupsleze während der Kiicgsdauer eingestellt sind,

* Friedberg, 10. Nov. Das Zentralkomitee der driitschcii LavdcSvcrrinr vom Note» Kreuz in Berlin hat einen , Knegsansschiiß für waruie Untcrkleidiing" eingesetzt, dessen Ausgabe es ist, wärmende Kleidungsstücke im Wege der frei­willigen Hilfstätigkeit zu sammeln und planmäßig an »n- sere im Felde stehenden Truppen zn verteilen. Der KriegS- Ausichriß hat sich infolgedessen mit Rundschrcibcii an Behör- dn, Gemeinden, Prirmle »sw. gewandt und um Sendungen

von Wollsachcn an dcn Kriegs-Ausschuß in Berlin und von Gcldgaben zum Ankauf Wollsachen an rin Berliner Bank-

Haus gebeten. Es wird hierzu bemerkt, daß die hessischen Organisationen des Roten Kreuzes sich schon seit langen Wo­chen die Dcrsorgnng der hessischen Truppenteile mit wärmen- dcn wollenen Kleidungsstücken angelegen sein lassen n. daß sie hierin auch planmäßig weitersahrcn werden. Anderer­seits ist scstgcstellt worden, daß der Kriegsansschiiß i» Ber­lin durch seinen Aufruf diese hessische Arbeit nicht sie-.., will, sondern wesentlich da zur Arbeit ausrnscn wollte, i. o noch nichts oder wenig geschehen war. Es wird hiervor.', was da? Gebiet des Großbcrzogtums Hessen anlangt, zn. einheitlichen Lösung der gestellten Anfgalv richtiger iei:: wenn alle diejenigen, welche in opferwilliger Weise Kleidungsstücke, (Strümpfe, Leibbinden, Pulswärmer. U» tcrhosen, Unterjacken, Wollt,cmdcn, Kopfschützer usw.) ed r Geld zur Anschaffung von solchen spende» wollen, nar-t wie Vor ihre Gaben an die Sammelstellcn des Hessischen Roten Kreuzes ablicsern und nicht nach Berlin,

* Friedberg, 10. Nov. Infolge des dichten NebeiS stieß heute früh im Bahnhof ein Personenzug ans rmen rangierenden Gütcrzug, Es wurde Niemand verlei.:, rn>- einige Wagen wurden mehr oder weniger bcsckiädigt,

* Zentrale für Kricgssursorgc. Nachdem liunr;;:. ; ti- meisten der bei der Haussammlung für Oktober gkzeiä-n.-iru Spenden eingegangcn sind, bitten wir höslichst, die aacb ausstchciidc» Beträge im Lause dieser Woche ans dem Sek­retariat der Bürgermristerri einzahlen zu wollen. Nach Aflanf der angegebenen Frist wird angenommen, daß die Erhebung der rückständigen Beträge durch imsere Sammler erfolgen soll.

* Bäck-Nauheim, 10. Nov, Zur Ausnahme vero undricr

Krieger wurde bei Beginn der MobilmaL",>>z s.« . .N:

litäriiskuu y.z NFerveiazarelt mit 6 'har eugrtzkl.he.wck gro­ßen KäuFrit, sowie vom Verein des Roten Kreuzes ein Ver- einslazarett beide mit insgesamt 703 Betten eingerichtet. Elfteres wird vom Reich, letzteres vom Roten Kreuz Mtterhal te». Die Oberleitung beider Lazarette, sowie aller Anstalt«,, in deiicii verwundete Soldaten untcrgcbracht sind, liegt noch der Kriegssanitätsordnung in den Hände» des Chesarzics des Militärrcservclazarcttcs, Chefarzt ist in B>ck Nauheim Ober­stabsarzt Dr, Schradc, dem 20 Nauhcimcr Badeärzte, welche für die Dauer ihrer Beschäftigung 15 Mark Honorar täglich be­ziehen, sowie ein Spczialarzt aus Friedberg und eine Anzahl Schwestern und Pslcgerinncn zur Seite stehen,

* Gießen, 10. Nov, In unserem Gesangcneiilager sind eben Gefangene kunterbund und von alle» Sorten interniert. Auch die englischen Zioilgcsangenen, welche nach Ruhlcbcn bei Ber­lin kommen, wurden vorige Woche in mehreren Transporten hier cingebracht. Die Soldaten, welche arbeiten wollen, wct- den vorerst mit Entwäsierungsarbciten auf dem Trieb beichäf- tigt. Am frechsten sollen die gefangenen Engländer sich betra­gen, Sle sehen über die anderen alle hinaus und behaupten auch den Deutschen gegenüber, daß England gewinnen und Deutschland gcdemütigi würde, Rur abwartcn, bis einige hun­derttausend Deutsche mit Säbel, Gewehr und Kanonen nach London lamme», u,n mit Mister Erey zu unterhandcl». Dann läßt sich erst ein Urteil über die Demütigung Deutschlands fällen,

* Gießen, 10. Roo, Am Samstag lamen die diesiähmgcn Rekruten für unser Regiment zum Teil zur Eiuftellung. Die Straßen boten wieder dasselbe Bild wie in den ersten Tagen der Mobilmachung, Frohgemute junge Leute, jeder mit seinem Päckchen beladen, »larschicrteu, vom einigen Soldaten geführt, untt. dcn Klängen derWacht am Rhein" durch die Stadt in die Kasernen, um dort die Zivilklcidcr mit der Uniform und dcn St nziersiock mit Gewehr und Waffen zu vertauschen, Schier unuersiechlich ist die Quelle deutscher Jugendtrast, welche sich unsere» Feinden cntgegcnstellt und bereit sind, für Deutschlands Ehre mit Blut und Leben cinzustchen,

* Gilgen, 10. Roo, Seitdem, »ach Festsetzung des ersten billigen Höchstpreises für Kartostein, die Polizei hier auf dem Markte solche beschlagnahmt und für 3 Psg, das Pfund im einzeln::: verkauft hat!-, laßt sich kein Bauersmann mit Kar- iosscl» mehr aus dem Markte sehen. Auch am letzten Sams­tag waren wieder keine angcferhren. Viele Gicßencr gehen nun ans's Land und laufen sich dort ihre Kartosfeln, welche ihnen bereitwilligst verknust und hcrgeliesert werde». Fast tagst l; siegt man Fuhren mit Kartosfeln in der Stadt halten und abladen, aber aus den Markt lammt nicht ein Wagen, Dcn Schaden davon tragen in erster Linie die Händler, welche glaubten, sie belämcn nach der Mobilmachung, wenn nicht hier, so dach auswärts bei Buhnversandi enorme Preise bezahlt.

F, C, * Schlitz, 8. Nov, Am 10. November ft. I. wird i-ic Neubaustrecke SchlitzNicderanla für den Gesamtver­kehr eröffnet werden. Die Inbetriebnahme sollte schon Anfang August d, I, erfolgen, doch verzögerte sich dieselbe durch die Kriegswirren, In Schlitz schließt die Strecke an die Bahn Sckilitz-SalzsMirf an, in Niedcrnnla tm diejenige von Treysa nach Hcrsfeld. Die neue Strecke ist 16 Kilv- mcter lang.

Doransjage: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, waruie west­liche Winde,

Kirchliche Auzcigr».

Evaiigrlische Gemeinde.

Gottesdienst in »ec Stadttirche.

Mittwoch, den 11. November, abends 8 Uhr: Liitber,

sei er Vortrag von D. Eck, Eießen:Krieg uud chrisUichc

Frömmigkeit," - - Mitwirkung des Kirchengesungvcre,ns.

Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.

Mittwoch, den 11. November, abends 'A9 Uhr: Kriegsbiti and«che. Herr Pfarrer Z a tz m a n n.

Verantwortlich für dcn politischen und lokalen Teil: Ottc H i r s ch c l, Friedberg: für dcn Anzeigenteil: K. S ch in i d t Friedberg. Truck und Verlag derNeuen Tageszestv.-ra" A, G Friedberg i. H,