Dummer __ Dienstag, den 10. Uovemtrer 1 814. 7'.'I«hvgaug
Die „»lene f«{t»!ti1unß“ fl’ tf) eint leben Werttag. Regelmäßige «cilagen ..Ser «»»fr -n» «esse»". „Sie Spinnttobe-. K»k»g»prfi.: Bf. den Postanstatten meeielia I-N.1, fei den Agenten monatlich so Pix. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anreißen: Grund,eile 20 Psg.. lokale 15 Psg, An,eigen von auswätts werde» durch Post,lach»» ) »e" er .oben _ krjüllungsort Hriedberg. Schrifileiinng nnd Verla, Friedberg (Hegen), Hanauentratze 12. Fernsprecher <8. Posticheck. Conto Nr. 4859, Amt Franlsnrt a. M.
Nulsrlmicdcrlnstc.
4000 Ruffcn gefangen. — Ern Türkenfieg. — Ein »eer von 120000 Serben geschlagen.
Der deutsche Generalstab b _ meldet: —
W. T. B. Groszcs Hauptquartier, den it. November, vormittags. Amtlich.
Wieder richteten gestern nachmittag mehrere feindliche Lchiffe ihr Feuer gegen nnsercn rechten Flügel. Lic wurden aber durch unsere Artillerie schnell vertrieben, (»in in den Abendstunden ans Nienport heraus unternommener «nd in der Nacht wiederholter Borftotz des Feindes scheiterte gänzlich.
Trotz hartnäckigem Widerstand schritten unsere Angriffe bei Np res langsam und stetig vorwärts.
Feindliche Gegenangriffe südwestlich BPrcs wurden abgcwiesen und mehrere 100 Mann zu Gefangenen gemacht.
Im (Olten wurde ein Angriff starker russischer Kräfte nördlich des Wqszthtsr- Keea unter schwere» Urrlnfte» für den Feind znriichgeschlagen. Die Rnffcn liehen über 4000Ulann als Gefangene nnd ltt Malchi- nengewehrr in unjerc» Künden.
Oberste Keeresleitnng.
Der österreichische Generalstab ! - ...... meldet: .■ - ■.;
W ien . 9. Nov. (Nichtamtlich). Amtlich wird gemeldet: Unsere Lpcroiiouen auf dem süölichelt Kriegsschauplatz nehmen e itcn kutlhaus günstigen Verlauf. Während jedoch unsere Vorrückung über die Linie Sabac-Ljesnien an den stark verschanz- t'u Berzfützen aus zähesten Widerstand stich, endeten die dreitägigen Kämpfe auf der Linie Loznica-Krupanj-Ljubo^ija bereits Ul«, einem durchgreifende« Erfolge. Der Gegner bestand au» der fcrb»schcu 9. Armee. General Paul Sturm, und der 1. Armee General Peter Bojavic, mit zusammen 6 Divisionen von 121,000 Mann. Die beiden Armeen befinden sich nach dem Verlast der tapfer verteidigten Stellungen seit gestern auf dem Nückzuqc noch Valfcwo. Unsere siegreichen Korps erreichten gejtrru abend Loznica, östlich den dominierenden Höhen des Haupti vrkeus der Sobolska Planina, südöstlich Krupanj Es wurden zahlreiche Gefangene gemacht und Kriegsmaterial erbeute!. Details fehlen noch.
p Das türkische Hauptquartier !! '• . meldet: 1 '•]
o n j( c n t i n o p e1, 8. Nov., 6 Uhr abends. lW. D. vr,chtamUlch). Zweiter amtlicher Bericht aus ocm Groszen .Hauptquartier. Zn dem Kampfe, der seit zwei Tagen an der kaukasischen Grenze andauerte, ist die russische Armee vollk-.m- meu gLjchlagcn worden. Unsere Armee hält die russischen Stellungen besegt. Einzelheiten werden später bekannt gegeben.
K o n st a n t r n o p c l. 9. Nov. (W. B. N'.chramtlra;). L\n weiterer Bericht des Ero'gen Hauptquartiers über den kru:t.:. fi'chei» Lieg an der kaukasischen Grenze besagt: Während un- fccc Kanallerie über Kagysman gegen den Feind oorrückle, grrfs das Gros unserer Armee das russische Zentrum alr. das stark roar. Nach heftigstem. zweitägigem Kampfe wurde der ie-nd ge'chlagcu. Un,cr Heer besetzte die vom Feinde verlai:(nen Stellungen
Die Seeschlacht hei Coro'»«7l.
Du dcu 1 |(ijc Darstelliuig. Berlin, fl Slot). Cälv S3 » " i mntlit!)) Ucbor den Verlous de; £ce.uie'i,-;co r.» ter Ä-le»,- ich fit Küste kann ans Grund der jetzt rerliegendc» Nachrichten sotgendc Darstellung, die dem taiiachliche» Hergang ctua e»> Irreche» Lürtte, gegeben werden: Unsere Sch.üe weiche aus Ostasie» nach der chilenstchen Küste jui.imir.c... : c 'J.rn, trafen dort das englische Geschwader. Beide l. : ead.vch.ss hatten vsienbar den Wunsch, es zu einer Schlacht Icmwen :u lasten. Die englischen Schisse snhre» in Kiellinie dinier »»ander an der chilenischen Küste entlang, während die den,ich:» Schisse hintereinander die Zahlt aus dem hohen Meere nah
men. Die Armierung des deutsche» Geschwaders bestand aus: sechzehn 21 Ztin.-Gcschützcn (Länge -lg), zwölf 15 Zim. Geschützen (Länge 40), zwetunddreigig 10K Zim.-Geschützen Die des englischen aus: zwei 23,4 Zim.-Geschützen (Länge >71. krei- stig 15 Ztm.-Keschntzen (Länge 45), zwei 15,2 Zim.-Keschiltzen (Länge 50) nnd sünszehn 10,2 Ztm.-Geschützen (Cäiißc 50). Die Vreiiseiten traten besetzt deutscherseits mit zwölf 21 Ztm Ge schützen, sechs 15 Ztm.-Geschützen und elf 10% Ztm.-Geschütze», englischärseits mit zwei 23,4 Zim.-Geschützen, neunzehn 15 Ztm Geschützen und jtinf 10 Ztm.-Gcschützeii. Beide Geschwader snh ren zunächst nebeneinander her, mit den Spitzen sich nähernd, bis au4 eilte Entfernung von etwa 6000 Meter von einander. Das Wetter war sehr stürmisch. Die deutschen Schisse hatten die- Sonne ans der Rückseite. Nunmehr erossneie das deu.icho Geschwader das Zeuer ans den schweren Geschützen, das aus eine fr, öftere Entfernung wirksam war, während die englis-he» Schisse erst etwa bei einer Entfernung von 4500 Meier zur Wirlung samen. Die englischen Schisse erlitten binnen kurzem so schweic Beschädigungen, daß „Eood Hope" sofort sank: „Mon- mouih", der, wie es heißt, dem ersten Schisse zu Hilfe eilte, wurde sehr schwer beschädigt und sank ebenfalls, vermutlich sofort. ..Glasgow" wurde ziemlich stark verletzt und ist vermuk- lich rbliisalls gefunken: jedenfalls liegt noch keine beglanbigie Nachr-chi vor» dag eines der genannten drei Schisse in einen Husen eingelausen ist. Ueber den gleichfalls in den Depeschen genani-!c>i „Otranto" weih man noch nichts, auch nicht; über da» Verbleiben des englischen Schisses „Eanopus". Das deutsche Geschwader hat sich zweifellos den Vorteil der stärlereu Gischütze und dcr Wetterlage zu nutze gemacht, den sich der englische Adnnral entgehen liest. Auch die Bedienung der Geschütze deutscherseits must austerordentlich gut gewesen sein, während die Wirkung der englischen Kanonen eine nur geringe war. Deutscherseits wurden nur höchstens sechs Verwundete gezählt. Es hcistt übrigens, dast der Kreuzer „Nürnberg" bei dem Gefecht nicht anwesend war.
Das Eiserne Kreuz. Berlin, !). Nov. (W. T. B.) Dem Chef des KrenzergeschwaderS, Vizeadmiral Grasen von SPee, ist das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse und einer größeren Anzahl von Offizieren und Mannschaften das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen worden. Ebenso wurde dem Komntandaiitett des Kreuzers „Karlsruhe", allen Offizieren, Beamten, Deckofsizieren und fünfzig linieroffi- zieren und Mannschaften dieses Schiffes das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen,
Nach dem Fall van Tsingtau.
(W. T. B. Nichtamtlich.) - Tie „Norddeutsche Allge-' meine Zeitung" schreibt zu dem Falle von Tsingtau: Bis zur Stunde sind wir auf die knappen Berichte aus feindlicher Duelle angewiesen, die uns den Fall von Tsingtau iünden. Enzelheiten über die letzten Kämpfe und ihren Ausgang sind in Berlin noch nicht bekannt. Soviel ließen aber alle Berichte schon bisher erkennen, daß der Helden- kompf, den die Befatzunzz unsrree ostasiatischen Siedelung rustcctt, lue liebsten Erwartungen ersüllre, mit denen das deutsche Volk die Ereignisse ans deni fernen Anßenposten begleitete. Die Verteidignüg Tsingtau? gegen eine nnüber- lebbare Ilel erwacht, die zwei Monate durchhielt. wird alle Zeit zip den glorreichsten kriegerischen Taten gehören. Wir deuken mit tiefer Dankbarkeit an die Helden, die dort für da?- Vaterland gefallen sind, sowie auch derer, die bis zum äußersten sieh mit Leib und Leben für Tentschsands 87»hm und Ehre eingesetzt haben. In dankbarem Gedächtnis wird bei nn-Z auch die opferfreudige Verteidigung der „Kaiserin Elijabelb" scelleben, die auf Befehl des ehrwürdigen .<äerr- k :■ auf f"’ii Throne der Habsburger unsere Salbe zu ihrer Seest: mo.ebte, und deren Besatzung nach der Versenkung des Kreuzers mit linieren Streitkeäften Schulter an Schulter kämpfte und ein neues ruhmvolles Blatt in die Geschscble der Bundesgenollenslbast Deutschlands und Lesterreich-lln- garns einfügle. die ihre llnerselüitterlichkeit nun auch in der erustcäen Vrobe glänzend bewährt hat. Der Kampf im fernen Osten ist ausgekämpst, aber mit seinem Ablebluß wird e- in seiner Wirkung in der Zukunft nicht rrlosrke:r sein: ^en'ir'kand. wird nie vergessen, wer der Anllist-r und der i e--r des beimtüekiseben NeberfolleS war, dem reine 7 äb-ue im lernen Land zum -Opfer sielen, der die Früchte langiäbr'aer deultber Knsturnrbeit vernichtet, lo schrieben vKr ver oir-i ' -a We-ll'en. Diese Worte werden fcrtbrstehen.
Der Kei'er r.:i den Nrichslnz. Berlin, K. Nov. kW. ~ B ) Von - Kaiser ist bei dem ReichStagsprä üdenten Tr. Lärw.-f nachstehendes Telegramm eingeiroffen:
Ich danke Ihnen für den Ausdruck der Gefühle des Sebmerzeö^ und de? Vertrauens aus die Zukuust, von
welehcu der Reichstag und alle deutschen Herzen angesichts deS Falle? von Tstngtau erfüllt find. Tie heldeuuliiliae Verteidigung der in langjähriger t'trbeit geschasseue» Musterstätte deutscher Kultur bildet ein neues Rulnn.-s- blatt für den Geist der Treue bis zum Tode, den da- deittschc Volk mit seiiiem Heer und seiner Flotte in dem gegenwärtigen Verterdigungskampf gegen eine Welt voll Haß, Neid und Begehrlichkeit schon so maniiigsach u-eli: Gott nicht vergeblich — betätigt bat,
Wilhel m, l >7 Engländer und Iapnncr in Tsingta». st et-'i . : » -
t). Nov. (W. T. B.) Tie englischen und jnponiiei .it Ten: Pen sind in Tsingtau eingezogen.
Der Ärieq im Grient.
England der Feind des Islams. Wien, 4. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Zn dem Konflikt der Türkei mit ve- Entente schreibt da« Fremdenblatt: Zu::-. Lust-, rm»h E ngland in einen ernstlichen Krieg'mit der Türkei, mit dem es jener gegen die mohammedanisckze Welt gerichteten Politik die Krone anfsetzt, jener Politik, die England betreibt, seitdem es sich bemühte, einen eisernen Ring um Deutschland zu schmieden. Mohammedanische Währung war es, mit der Großbritannien, insbesondere seit den letzten zehn Iah :n leine Helfershelfer gedungen hat. So erwarb König Eduard die Freimdschnft Frankreichs, da? kur» vorher fast einen Krieg gegen England geführt hätte, dadurch, daß er Frankreich erlaubte, sich Marokkos zn bemächtigen. Ebenso gab England Persien durch Vereinbarungen mit Rußland prei:-. Endlich wurde in Reval die Teilung der Türkei beschlossen. Marokko, Persien und die Türkei sollten somit der Kilt sein des neüerstandenen Bundes früher unversöhnlicher Feinde, für den dann wieder Rußland und Frankreich ein änderet nwhominedanisches Land, nämlich Aegypten, an Cn.ztanb Preisgaben. Wenn allerdings die Revaler Besprechungen nicht den beabsichtigten Erfolg hatten, lag der Gcnnd i:i.'> für an dem Widerstand des tärkisclzen Volk,-:-, der i.i k-r jnngtärkischen Revolution mit ihrem stark nationalen . - - Einschlag so überwältigend zu Tage trat. Indem de, jetzin: König, vereint mit Rußland, leinet» ärgsten Feinte, du Türkei angreift, geht er noch viel weiter als sein V.-l.-c, ni- dem er die uralten Grundsätze der cnglisch.n ’p.u: -'.-r-
leugnet. Freilich bedurfte es erst einer bewaffneten An.nt», um die Türkei zu bestimmen, aus der neutralen Znr.-ci: nng herauszutreten. Was sich jetzt ereignet. ,st nnh 5 e.-i - res, als die Vollendung des Werkes König Cdn.aDi, : den Trümmern des islainitischen Staates die nene-por ... Freunde zu bezahlen. Tie Türkei wird aber > l l hinterlistigen Ränkespiel einen tüchtigen Strich di.r: > Rechnung machen. Wir begrüß.» i.rrt aufrichtiger t..n tuung und Lewundernng die Entschlossenheit, mit dcr - .' os-manische Volk in den Kampf gegen den brutalen u: o e > siden Feind zieht.
Jagd aus die russische Flctte. K o n st a u t i n o v e <. ') Nov. (W. T. B.) 'Nach der aintlichen Rachriü-t in.. ’.e eil türkische Flotte, nachdem sie einen Teil der inssise » '! >ü« bei Koslu und Zongnldnk beschaffen hatte, Ic-fd aus i e >n-- fischen Schisse. Es gelang diesen jedoch, unter dem . an:.-.« des 9fcbclö zu entkommen.
Die ägyptische Frage. Mailand. 8. Nov. .i.ni Meldungen ans Kairo erließ Marwell einen Ausruf, in de», es heißt. Großbritannien >inipfe, um das Recht und die Freiheit Aegyptens zu schützen, die ans dem Schtlachtteld gegen Meliemed 'Ali errungen worden seien, und um die Foridauer des Friedens und des Wohlstandes zu sichern, die Aegypten iu den dreißig Jahren seit der englischen Okkupation »i-nol- ten habe. In Anerkenni-ng der Achtung, die der Snl'an als religiöse?- Oberhaupt der Mohammedaner einflöße, belange England von den Aegvvtern keine positive Hille, sondern nur, daß dos Volk sich jeder Unterstützung des Fe-nde-.- rnthakte. Der englische Geschäftsträger teilte dielen Anscnl dem Miikisterpräsibenten mit, und dieser erkläre, er wolle mit der Regierung die Veewaltnngsgeschäfte fortsetz - > damit d-aS Volk keinen Schoden erleide.
Die Rnyen in Persie::. K o n st a n t i n o p e I, 8. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Teheraner Blätter melden die Ankunft neuer russischer Truppen in Persien. Am 8 >'ov.
liasen in Ardebil etwa 104)0 rnssiselze Soldaten ein. die angeblich nach El>oi und SalmaS an der türkischen Gren-,.- sieh t-egaben. Hundert Mann kamen nach Äasmin- das vor einiger Zeit von den Russen geräumt worden war. l.,-I in Melched gelandete rnslische Soldaten ünd mit 70 anderen^


