Nummer £(>8 Montag, den d« Nl»vemver 1914. 7. Jalrrgang
Lik r»«»,»ttons" erscheint zeden Werllog. Regelmätzlgc Beilagen „Der «aurr an» tz-llen". „Dir Spir.ullnbe'. NesUgoprei«: Be, den Postanstolte» v,eit«I,Syrlirt) :!Kt. 1 , 4 .'.
bei den Agenten monatlich SV Psg. hin,» tritt Postgebühr «der Trägerlohn. I»^i«rn: Grundzeit- 20 Psg„ lokale 15 Psg, An, eigen von auswärts werden durch Po tnuhnahu.e ergo»,!, (Erfüllungsort Friedberg. Zchriftleitung n«> Kerl«« Friedberg (Hessen), hanauerstratze 12. Femlprecher 48. Postscheck-Lonto Nr. 48.,9. «Mt Fruntsurt l>. 1 ».
Tsingtau ist grfnllcn.
Der Stand der Schlachten. — Einfall der Türken in Aegypten. — Die Ausbreitung des
Burenaufstandes.
Der deutsche Generalstab - meldet: ----
WTB. Groszcs Hauptquartier, 7. Nov., vormittags. Amtlich.
Unser, Angriff- in der Gegend Hpres machten auch gestern besonders südwestlich Ppres Forlfchritte. Ueber 1888 Franzosen irurden zu Gefangenen gemacht, drei Maschinengewehre erbeutet. Französische Angriffe westlich Nonon fowie aus die von uns genommene» Orte Vailly und Lhavonncs wurden unter schweren Verlusten siir den Feind abgcwiesen.
Der von uus eroberte und nur schwach besetzte Ort Souprr u»b ber Wejttcil von Sapigncul, der unter schwerstem Artille- rieseiirr log, mutzte von «ns geräumt werden-
Bei Scrvonnes wurde der Feind abgcwiesen, im Argonncn» wal» weiter zurückgedrängt.
Anf dem östliche» Kriegsschauplatz wurden drei russische Kaoalleriedioisionen, die die Warthe östlich Kolno Ubcrichrittra halten, geschlagen und über den Flntz zuräckgeworsen. Im übrige u tan, cs dort zu keine» Zusummenstötzen.
Oberste Heeresleitung.
LS. T. B. Großes Hauptquartier, den 8« November, vormittags. Amtlich.
Unsre Angriffe bei ApreS und westlich Lille wurden gestern fortgesetzt. Am Westrande der Argonnen wurde eine wichtige Höffe bei Bkenne le Chateau, um die wochenlang gekämpft ivordcn ist, genommen. Tabei wurde» 2 Geschütze und 2 Maschinengewehre erbeutet. Tonst verlies der neblige Tag anf dem westl. Kriegsschauplatz ruhig.
Bom Osten liegen keine neuen Nachrichten vor.
Oberste Heeresleitung.
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Der österreichische Generalftab / =._ — — meldet: ______
Wicn, 7. Nov. (SS. B. Nichtamtlich.) Slmtlich wird »crlantbnrt: 7. November: Die Lage auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz ist unverändert.
Wien, 7. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Von dem südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 7. Nov. Tie Angriffe gegen den hinter Astverhauen und Drahthinder- nisfen verschanzten Gegner im Raume von Cer Planina »md südlich von Tchiibatz schreiten langsam vorwärls. Gestern wurden die taktisch wichtigen Höhen von Mifar genommen und hierbei 200 Gefangene gemacht. Im Einklänge mit dieser Operation begann auch gestern der An- griff gegen die sehr gut gewählten und ebenso hcrgcrichteten Stellungen bei Krupanj. Details können noch nicht verlautbart werden. Eine Reihe serbisckscr Schanzen ist gestern mit bewundernswerter Tapferkeit im Sturmangriff gcno.n- n-.cn worden: hierbei wurden zirka 1500 Gefangene gemacht und vier Geschütze und sechs Maschinengewehre erbeute!. Ter vorzügliche Geist und Zustand nnferer Truppen lagt ein günstiges Fortichreiten auch dieser schwierigen Operation ciwarten.
Wien, 8. Nov. Amtlich wird gemeldet: Ans dem
südöstlichen Kriegsschauplatz dauerten die Kämpfe gestern den ganzen Tag aus allen Fronten mit uiivcrmiiidcrtcr Hei- tigkcit an. Trotz des zähen Widerstandes de? Gegners, bei dem die Parole ..Bis auf den letzten Mann!" gegeben war, wurde im Raume bei Krupanj Schanze ans Schanze von unseren tapferen Truppen erobert, bis heute um 5 Ilbr verniittags auch Kvstnjnik, ei» von den Serben für »nein- nehmbar gehaltener wichtiger Stützpunkt erstürmt wurde. Die Zahl der Gefangenen und der erbeuteten Geichiitze ist bisher nur annähernd bekannt.
Das türkische Hauptquartier J== meldet: ==«
Konslantiiiopel, 7. Nov (Sl>. V. Nichtamtlich! Amt. tichc Meldung des Glotzen Hauptquartiers: Nichts Neue- an
der kaukasischen Grenze. Im Schatt-el-Arab begegnete ein tür kischcs Motorboot, das zur Ueberwqchung dort treuste, bei Abadan einem englischen Kanonenboot und wechselle mit ihm Schuhe, wobei eine Explosion aus dem Kanonenboot verursacht wurde. Mehrere Schuhe des türlischcn Motorbootes schlugen in die Petrvlcumlager in Abadna ein und veruriachten dort einen Brand. Unser Motorboot kehrte ohne Schaden nach Bassora zurück. Die Petrolcumlagcr brenne» weiter.
K o n >1 a ii t i n o p e l, 8. Sloo. (Nichtamtlich). Meldung des Grützen Hauptquartiers: Mit Hilse Gottes ist die ägyptische Grenze gestern von de» llnsrigen überschritten worden. — Da die rusiische Flotte sich in ihre Kriegshäsen zurückgezogen hat, hat vnserc Flotte Poti, einen der bedeutendsten Häsen des Kaukasus, bombardiert und allerlei Schaden angerichtet. -- Unlere Gendarmen und die auf unserer Seite stehenden Stämme habe» die englischen Truppe», welche in Alaba gelandet waren, ocrnichtct. Vier englische Panzerschisse, die sich dort besanoc», haben sich zurückgezogen, nur ein Kreuzer ist zurückgeblieben.
Tsingtau gefallen.
W. T. B. (Nichtamtlich). Tokio. 7. Nov. (Meldung des Reuter-Büros.)
Der japanischeOberbefehlshaber berichtete heute früh:
Der linke Flügel der Belagerer besetzte die nördliche Batterie auf dem Shautanhügel um 5 Uhr 10 Min. und die östliche Batterie auf Tatungsjing um 5 Uhr 35 Min. Inzwischen rückte das Zentrum gegen die Forts „Iltis" und „Bismarck" vor und eroberte 2 schwere Geschütze in der Nähe der Hauptwerke. Die Angreifer besetzten nacheinander die Forts „Moltke", „Iltis" und „Bismarck". Die Garnison hißte um 6 Uhr die weiße Flagge auf dem Observatorium. Die Küstensorts folgten ihrem Beispiel um 7 Uhr 30 Min.
W. T. B. London, 7. Novbr. Nichtamtlich. Gin Telegramm aus Tokio berichtet: Ter Gouverneur Kapitän zur Tee Matz er Waldeck sei im gestrigen Kampfe verwundet worden.
Der leiste Kamps. Berlin. 8. Nov. Dem Fall: »an
Tsingtau ging. w,q das „Berliner Tageblatt" erfährt, ein l«si- tce ichwcrcr, van beiden Seiten mit äutzerster LcideiNihiistlich- keit geführter Kampf voraus. Z» der Nacht zum Samstag um Milternacht griffen die Javaner mit autzerqrdentlichec Wucht du Iltis Fort au, das bis zuletzt »och hartnäckig von der deailitzc» Besatzung verteidigt wurde und Widerstand geleistet h.-stte. ekiu l. Novrtiibcr mar in London oisiziell bekannt gegeben woituu. datz seit dem 2!. Oktober das Boinbardeincnt lui; „iiiueur Arliberic eröffnet sei, Latz gleichzeitig die blockiv- lclide Flotte ihr Feuer aus die Ferls von der Sccseite de: richtete und datz die Beichictzuua Las Iltis-Ostfort auf drm rechten Flügel de: denischen Lertcidigungswerk« beschädigt
habe. Trotzdem war de: Fort bis Freitag Abend, bis z i dem Augenblick, wo der erneute Sti-rmangrisf begann, todesmutig gehalten worden. Es cutstgnd ein letztes gewaltiges Ringen um das Fort, und die Verluste waren aus beiden Seiten grotz. Da die Japaner immer neue D .Füllungen hcransährtcn und ihre Lücken ftcls wieder rr-i allen tonnten, mutzte die heldenhafte deutsche Besatzung unterliegen. Das Iltis-Fort war das wichtigste der Verteidig» ngswerle Cs wurde von den Javanern als das stcntralsort bezeichnet. Der Fall dieses Forts, das das letzte Bollwerk des Widersie.rdes gewesen war, bedeutete gleich den Fall T s i n g t a u Wie grotz die Zahl der Tote» der Besatzung ist. lässt sch in Augenblick eben io >aenig sagen wie es möglich ist, die Zohi der Verteidiger, die in Tsingtau i-ctjcmn.di waren, fest',» :'cv Die Besatzung butte bei Beginn der Kumpfe von mehr- .1 2:ile:i Fuzug erhalten, unter anderen waren 58 oder 88 M p liebe: der deutschen Kolonien »I China zur Unterstützung hcrbrtgeerlt.
Der Ncichslag-prüsidrnt an den Kaiser. Berlin. 8. Nov. , Nichtamtlich). Aulätzlich de- Falles von Tsingtau hat der Präsident des Reichstages Dr. Kamps folgendes Telegramm an den Kn per gerichtet: Das ganze deutsche Volk ist bis ins innere erreg! und ergriffen angesichts des Falles von Tsingtau, das, bis zum letzten Augenblick todesmutig verteidigt, der lieber-,lacht hat weichen müssen. Ein Werk deutscher Arbeit,
vvn Ew Kaiserlichen und Königliche» Majestät u»lc: de, freudige» Anteilnahme' des Volkes als Wahrzeichen und Etützpuuii deutscher Kultur errichtet, fällt dem Neide und der hubjuch: zum Lpser, unter deren Flagge sich unsere Feinde verdiindetcn. Der Tag wird konimen, an dem die deutsche Kultur im scriiei! Osten von neuem den Platz cinnchmen wird, der ihr geblisirr, und die Helden von Tsingtau werden nicht vergeblich ihr Bl>0 vergossen und ihr Leben geopfert haben. Ew. Kaiserlichen ui.f Königlichen Majestut bringe ich im Namen des Reichstage« die Gefühle zun, Ausdruck, die in diesem Augenblick das ganze deutsche Pulk beseelen. Kamps. Präsident des Reichstages. - Präsident Dr. Kamps erschien heute vormittag im Reichumä- riucamt, um im Namen des Reichstages die Teilnahme an dem Falle von Tsingtau auszusprcchc».
A,S am 19. August die amtlich« Bestätigung erschien, datz
Japan jenes Ultimatum an Deutschland: sosortigc Abtretung
von Kiautschou oder Krieg! gestellt hatte, da war es zugleich jedem von uns klar, datz über l»rz oder lang auch bei heldenmütigster aud umsichtigster Verteidigung, bei „PslichlsrsüUung bis zum Aeußerjlep.", wie der Eouvcriicu: dem Deutschen Kai (er telegraphierte, Tsingtau fallen würde. Wir wissen nicht genau, au welchen! Tage der japanische Angriss zuerst voll ein» gesetzt hat, aber aus alle Fälle mutz man es militärisch al» eine glänzende Leistung bezeichnen, datz Tsingtau sich über zwei Monate gegen eine erdrückende Ucbermacht und sortwährend« Besihictzung von der Landseite »nd von der Secseite, wozu noch die Bombciiwerscr aus der Lust kamen, gehalten hat. Tsingtau ist Niit höchste» Ehre» gefallen. Sei» Fall ist ein ewiger Ruhm sur seine Verteidiger, eine ewige Schande siir die Verbündeten Japan und Erotzbritannien.
Japan und China. Ncwyork, 8. Nov. Der japanische Botschastcr in Washington erklärte, Japan werde sich mit China über Kiautschou »ach dem Kriege auscinanoersetzen.
Tolio, 8. Rov. <W. B. Nichtamtlich). Ter Untcrstuuis» selretär der Marine p iliärle in einem Gespräch über die Zn» tunst Kiautschous, datz Japan während der Dauer des Krieges Tsingtau verwaltcu und nach dem Kriege Verhandlungen ober das Gebiet Mit China cinleitc» werde.
Der Seefieg bei Coronet.
Einzelheiten. Ncwyork, 8. Nop. (W. B. Niehl amtlich.) lieber die Seeschlacht an der chilenischen Küste werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Es war 6 Uhr abends, als die Deutschen die englischen Kriegsschisse bemerkten lind sic z»m Kainpfe zwangen. Tie deutschen Schisse waren aktionsbereit, als die „Good Hope" in Sicht kam und sich unter vollem Tampsc näherte. Als sie den Feind gewahr wurde, nianövricrtc sic sehr geschickt, lodap die anderen englischen Schifsscinhciten herankommen konnten. Beide Gelchlvadcr fuhren in südlicher Richtung, wo- bei sich die Deutschen in der Ruhe der Küste hielten, i-.ni sich dann den Engländern mehr »nd mehr zu nähern. Del eiste deutsche Sehnst siel zu kurz. Aus eine Entfernung von 6000 shards erösfcntc die „Good Hope" mit ihren nenn- zölligen Geschützen daS Feuer. „Scharnhorst" »nd „Gnei- fena»" erwiderten mit einer Breitseite, die vitale Teile des englischen Admiralfchifses trat, fodast die Mascbinen ;» arbeiten anfhörten. Jetzt griff der Kreuzer „Monmonth' ein, um die „(tzood Hope" zu schützen. Tie Gegner waren in» diese Zeit 5000 Aards von einander entfernt. Die Deutschen konnten alle Geschütze zur Gcttiing bringen und konzentrierten ihr Feuer aus die „Monmonth", bis dirte sank. Ter Zwischenraum zwilchen den Kämpfenden war jetzt mir noch -1500 Rards. Tic „Good Hope" hielt sich tepser, bis eine Erplosion an Bord erfolgte und Feuer ms- brach. Es ist nnbclannt. ob der Kreuzer Herr der Flammen wurde, dcch schien cS, als ob die Fcnertzbrnnst nnchliest. Tie „(tzood Hope" kam schlichlich anstcr Sicht. Ter Kreuzer „Nürnberg" kreuzte bis Tagesanbruch, »in nach den Verwundeten zu suchen, doch konnte den Matrosen des „Monmouth" keine Hilfe gebracht werden, da die See nn- rnhig war und Rcttnnasbootc nicht ausgcsetzt tverdcn konn- l-.n.
Dcr Bcrickst der englischen Admiralität. London,
7. Nov. (D. D. Nichtamtlich.) Tie Admiralität erhielt folgende zuverlässige Nachrichten über den Scckampf an dcr chilenischen Küste: Am l. Nov. stiesten die englischen
Schisse „Good Hope" und „Moninonih" anf die deutschen Kreuzer „Scharnhorst", „Gncisenan", „Leipzig", und „Dresden". Beide Geschwader fuhren i» südlicher Nichtung bei


