Nummer 26V
Donnerstag, den 5. November LV14.
eue Tageszer
7. Jahrgang
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Stetiges Vordringen im Westen.
Ein englisches Unterseeboot zerstört. — Ein deutscher Kreuzer gesunken. — Die Türkei im Kampfe.
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Der deutsche Eeneralstab
^ - meldet: —
31? X. S5. Großes Hauptquartier, 4. 91oo„ vorm. Unictc A » grisse nuj SJpcin, nördlich Arras und östlich Soissous schreiten langsam, aber erfolgreich vorwärts.
Südlich Verdun und in den Vogesen wurden sranzösilchc Augrisje abgcwicscn.
Hl,ij dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts Wesentliche« cicignet.
Oberste Heeresleitung.
ssin englislhts Wltilktboot gesunken.
Das London wird über Holland gemeldet, daß bei L o - w esto st und Yarmouth gestern heftiger Kanonendonner gehör, wurde. Bei dichtem Nebel in etwa 10 Meilen Entfernung haben acht deutsch- Schiffe aus englische Fal, rzeuge das Feuer eröffnet. Während des Kampfes füichtclci, die englischen Behörden offenbar einen Landoiigsversuch, Die Truppen wurden konzentriert und besetzten die Straßen. Als englische Kreuzer und Torpedoboote erschienen, dampften die deutschen Schiffe ab.
Wie sich nunmehr hcrausstellt, wurde bei diesem Kampf ein englisches Unterseeboot vernichtet. Folgende Meldung vom Sekretär der englischen Admiralität liegt darüber vor: Gestern morgen beschoß ein feindliches Geschwader das Küstenwachtfchisf „Halcyon". Eilt Mann wurde verwundet. Als „Halcyon" die Anwesenheit feindlicher Schiffe signalisierte, zogen sich diese zurück, verfolgt von englischen leichten Kreuzern. Der letzte deutsche Kreuzer wars Minen aus. und das englische Unterseeboot „D 5" stieß aus eine der Minen und sank. Zwei Ojsiziere und zwei Mann, die aus der Brücke des Untcriccbootcs standen, wurden gerettet, der Rest der Besatzung ertrank.
Der deutle Ad
— meldet:
Sicilin, 4. Roo. (28. B. Amtlich). S. M. Kroger Kreuzer „Porck" ist am 4. November, vormittags, in oer Jode aus eine Hafenminensperre geraten und gesunken. Nach den blshcrigen Angaben sind 382 Mann — mehr als die Hälfte der Besatzung — gerettet. Die Rettungsarbeitcn wurden durch dichten Redet erschwert.
Der stellvertretende Chef des Admiratftabs:
B e h n ck e.
Wien, 4. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird pcrluutbart: Tie Bewegungen unserer Truppen in Russisch- Pole» wurden gestern vom Feinde nickt gestört. tiineS unserer Korps nimmt ans den Kämpfen an der Lys» Gora 20 Offiziere und 2200 Man» als Gefangene mit. An der galizischen Front ergaben sich heute bei Podbnz südlich von Sambor über 20«, heute früh bei Jaroslnn 300 Russen.
Erfolge auf dem ȟblichen Kriegslchnnplatz.
Wir», 4. Nov. <W. T. D. Nichtamtlich.) Vom süd- sichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: In weiterer Vorrückung stieße» unsere Truppen südlich und südwestlich Saboc neuerdings aus den Feind. Gin sofort fortgesctzier Angriff schreitet günstig fort. Während bei den Kamps"» aus der Romanja insgesamt 58 Ossi,irre und 64 1 M-wn gefangen genommen, 5 Geschütze. 3 Mnnitionswagen. zwei Maschinengewehre, viel Munition »nd Kriegsmaterial erbeutet wurden, wurden den Montenegrinern über I««« Stück Vieh, das sic aus Bosnien mitnrhmen wollten, nbg nommcn.
Budapest. 4. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Ti? hei Kutn sowie nördlich Ezcrnowitz bei Koltgornick ges.olng.- nen russischen Abteilungen zogen sich gegen Sniatyn zurück. Sic versuchten sich dort z» vereinigen, was jedoch mißlang- Tic Verluste der Russen sind sehr bedeutend. Sniatyn ist von uns wieder besetzt. Vor Ezcrnowitz bleiben die Rnss-n ruhig.
Die Beschießung von Tsingtau.
Amsterdam, 4. Nov. Aus London wird gemeldet Tic allgemeine Beschießung von Tsingtau hat am 31. Okto bcr morgens begonnen. Schwere Belagernngsstiicke wn>- den auf dem Lande in Stellung gebracht und wirkten zu semmcn mit der Flotte. Die nordöstlich der Iltishöhe gelegenen Vcrsckxnizungcn von Hsiao-Chan-Sjan und ebenso das Arsenal von Tsingtau wurden schwer beschädigt. Ti? PctrolcnmtankS gerieten in Brand. -Tic Tcntschen haben das Feuer nur schwach erwidert.
London, i. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) Ter „Dailg Telegraph" meldet' aus Peking vom 30. Oktober: Chinesische Pressemeldungen a»S Schanghai' berichten, daß das deutsche Artisicricfcucr planmäßig alle vorgeschobenen japanischen Derschanzungen vernichtet bat und damit jeden An- griff aus unbejtlinmtc Zeit hinausschicbt. Das gcsaintc Glacis hinter Tsingtau ist mit Minen nbersät, die elektrisch geleitet werden.
Der Türlrrnkrrcg.
Tie Russe» im Kausasiis geschlagen, Berlin, 4 Nov, Knichtamtlichj, Ini Kvulasus haben die ersten Kämpsc der Türke» gegen die Russen bei K n k i n stattgcsunden. Die Russen sind an drei Punlien unter Verlusten geschlagen worden.
T-oluw beschossen. Berlin, 4. Rovbr. (Nichtamtlich'. Ans Sofia wird gemeldet, daß Datum von tinlifchen Kriegsschiffen beschossen wird.
Eine Abteilung Kosaken vernichtet. Eine Abteilung Kosaken. die nm .Kaukasus in türkiiches Gebiet eingedkur.ge» war 'ind einige Ortschastcn geplündert hat, wurde no» den TnrK» gestellt UNS auf der Flucht an einem stark aiigeschwolle- „en Fluß vollständig ausgericben.
Englischer Landungsversuch bei Akaba geschciiert. Kan stant'novel, 3, Rov. Das Hauptquartier veröffentlicht solgeiidc amtliche Meldung' Die englische Flotte hat au> 1. 'November Akaba an der ägyptischen Erenzc bombardiert und einen Landungsversuch gemacht. Aber nachdem 4 Engländer gefallen waren, warfen sich die übrigen wieder in die Boote. Obgleich die Engländer Tausende von Ariillerie- geschossen verfeuerten, wurde auf unserer Seite nur ein Gcn- dnim getütet. — Die englischen Berichte wißen natürlich das Gegenteil zu melden und behaupten, Truppen an's Land gesetzt z» haben. Diese Darstellung ist jedoch nicht glaubhaft.
Jaffa beichossen. Sofia. 4. Nov. Eine aus Konstonti- nopel vorliegende Privatmeldung besagt: Zwei englische Kreuzer haben Jossa bombardiert. Die türkische Artillerie bade. das Feuer erwidert, woraus stch die Kreuzer zurllckjogcn. Aian erwarte cii>e Beschießung von Smyrna und Mitylcne.
Beschlagnahme der Dreiverbandsschisse in Konstantinopek. Konstantinopcl, 4, Roo Das Ecclriegsgcricht hat 3g srailsösischc. 8 russische und 1 belgischer Dampfer in Konstanii- nopel beschlagnahmt.
Ein englisches Dempsboot gcsuiike». Amsterdam. 4. Rov. Londoucr Meldungen zufolge, erhielt der englische Gesandte in Petersburg ein Telegramm von dem englische» B>- zekonsul in sloworossissk, daß am 30.. Oltober bei dem Bombardement von zwei türkischen Kreuzern das englische Tamps- boot „Jridericus" verbrannt und gesunken ist, — Das offizielle Londoner Presiebureau macht bekannt, daß der britische Konsul und verschiedene englische Kausleute in Bassora leien gelangen genommen worden. - Der englische General Mar- well lint die militärische Oberleitung über Aegypten übernommen und den Belagerungszustand ertlärt.
Wozu englische Konsulate bienen. Im englischen Konsn- loi in Bagdad haben die türkischen Behörden große Mengen M u n > t i o si und M a r t i n i g w e eh r e beschlagnahmt. Eine Anzahl solcher Kisten wurde von den Engländern im Euphrat versenke. Trotzdem ist alles in brauchbarem Zustande.
Eine Rechlsereigung der Psorte. Wien, 4. Nov. Die .Südslawische Korrespondenz" meldet aus Konstantinopcl: Die Psorte ließ den Mächten eine Note überreichen, in der die Geschichte des ersten Zwischenfalles vor dem Bosporus dargc- Itclli und bewiesen wird, daß Rußland die Fcindseligleite» ohne Kiicgscrllarung begonnen hat. Dies geh- auch lliijwci- si-ihust aus dem Verlaus der letzten Berhandlungen h-rvar, die der französische Boischaster Bompard nach der Abreise des ruf sischen Botschasters mit der Pforte führte und in denen der letzie Derjuch gemacht wurde, die Gegensätze zwischcnderTürtei uno den Enteniemachlen auszugleichcn. Bompard habe in diesen Bertzanolungcn zugegeben, daß Rußland den Beginn der Feindseligkeiten verschuldet, und hat sich im Namen seines Bun- destzcnossen zu einer Entschädigung an die Türkei bereit cr-
kläi! doch seici die Forderungen der Enteiitcniächte, unter denen die Abrüjiuog der früheren deutschen Kriegsschiffe und die Entlassung der dentjchcn Militärmission standen, derartig gewrleu, daß eine Ueberbrückuiig der Gegensätze ausgeschlossen war,
Russische Preßstiiiimen. Stockholm, 4 . Rov, Uebei
den Krieg >nii der Türkei liegen russische Prcßäußcruiigen vor die Koiisiaiitiiiopel voreilig als Siegespreis fordern. Das Ka- dcttcnorgan „Rzelich" schreibt: Die jetzige Mächtegruppierung bereckligt zur Hosfnung, baß die für Rußland so ungeheuer wichtige Frage eines Weges zum Mittelmccr nun endlich aus eine der Größe Rußlands würdige Weise gelöst wird. - Der lilnrute „Kurner" schreibt: Run uiuß ein Ende gemacht wer den N il de» Bedrückern des orthodoxen Thrones und der slawischen Rasse, und Europa muß oon den letzten Resten ein. ?, degenerierten Asiaicntums befreit werden.
Die Lage in Aegtzpteu.
A.'ghptr» >in Kriegszustand mit Gugland, Rk a i l e> n b,
4 Nov. Hiesige Blätter «nelbr.-. doK >>p r-' rd <v T!<-:! !a..z, U\ öe„ »öriogSz,israiiü iiift tengitmb er
klärt hat.
Giiglaiids Vvrbcrcitunger: in Regtiptru. K o v e u • bogen. 4. Nov. Ans Lonöon wird der „Politiken" gedrahtet: Kairo ist in Kriegszustand erklärt. Es gehen Gerückte, daß die Türken an der Grenze 100,000 Kamele ,-e- sr.in'melt haben, die während des Vorstoßes durch die Wüste lensiht werden solle». Britische Kriegsschiffe sind bereit, den Angriff anfzunchnic», wenn es den Türken gelinaen sollte, bis znni Suezkanal vorzudringen,
Ei» cnglischcr Khcdivc. Wien, I. Nov. tW. T. D. stUchtamtlich.) Tie „Nene Freie Presse" meldet ans Kon- siantinopel: Tem „Tanin" znsolgc haben die Engländer
Aegypten annektiert. Sie haben, den Onkel des Khcdiven, de» Prinzen Hussein Kinmik Pascha, znni Ge»eralgonver- ncnr ernannt und seinen Sohn, den Prinzen. Kenias Eddin Pascha, zum Obcrkonnnandanten.
Dcr neue Bttrenkricg.
Die in Rotterdam cintresfendcn englischen Blätter »nb halten vussallcnd spärliche und dabei kurze Nachrichten über den Biirenausitaiid in Sllbasrika, wus sich nicht anders erklnrea laß!, ais daß die Zensur äußerst strenge gehandhabt wird. Aus der Tatsache jedoch, daß eine ganze Reihe oo» kleinen Gefechten gcineldct wird, bei denen, was in den englischen Mcldnii- gen selbst zugegeben wird, zun, Teil auch die Buren Sieger blieben, ersieht man, daß der Ausstaud immer weiter um sich geeilt, Privatnachiichten aus London zufolge, die an dortige große Handelshäuser aus Kapstadt abgeschickt wurden, sind die ülcgrerungsbrhörden nicht nur aus Heilbronn, sondern auch schon cus Brcbc, Frankfort und Bredefort vertrieben worden und liabtii die Buren die Eisenbahnlinie zwischen Brcdesort u-.ö Kroonstad an mehreren Stelle» unterbrochen, Sic siihren eins,weilen einen Kleinkrieg, doch scheint cs, daß sie hinter einem Schlcier von kleinen Abteilungen größere Verbände bilden. Z» dein ehemaligen Traiisoaal-Frciftaat haben sich die Bureiitrupps zwilchen Lydenburg und Middelburg gezeigt, doch ichcint cs in diesem Teile dcr südafrikanischen Teile der iluio» noch neihnllnismäßig ruhig zu sein. Es wird indessen bcritztci, daß die Buren überall Bersammlungen abballcn. Peinlich berührt ist man in London davon, daß die Buren ziemlich reichlich mit Gewehren and Munition versehen sind und auch über Maschinengewehre versüge». Die Gewehre, die man oerwuiideten und gesangene» Buren obnahm, zeigten nämlich englische Fabrikmarken, und die Regierung glaubt sickere Anhaltspunkte darüber z» haben, »aß wenigsten, die Buren irrt ehemaligen Oranje-Freistaat schon seit Jahren sich uiit Waffen und Munition wohl zu versehen wußten. Die inaßgcbcndeii Kreise in London hatten eben zu sehr «») Mt Versicherungen Bethas, daß keinerlei Aafsiandsgefahr mehr unter de» Buren drohe, gebaut und sich um die Wasfeneinsuhr in die südasiikanische Union nicht getümmert.
Die gesangenc» Buren wieder sreigelassen? A »ist ec» dam. Re.'. Rech Meldrnern egs Kapstadt wurden die
»-■Oil Oberst Albert Befangen genommenen 110 ausständsichcn Buren und der Kommandant Billicrs wieder in Freiheit gesetzt — Dadurch gewinnt der Sieg „Alberts" ein »och incrt- würdigcrcs Aussehen!
Die Gefahrenzone. London. 3. Rov. „Morningpost" meldet aus Kapstadt: Die Gefahrenzone ist im nördlichen Teil des Oraujesreisiaates, wo De Wet im Felde steht. Er zwang tatsächlich Engländer dazu, sich seinem Komuiando anznschlie- ßen. — Da die Eisenbahnen bekanntgaben, daß sie die Güter- besörocrung nach dem Rand nur auf Gefahr des Absender-» auss.ihrtcn, beschloß das Schatzamt infolge von Borsteüuiigen,


