Ausgabe 
31.10.1914
 
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Der Weltkrieg.

furchtbare Ringen in Frankreich hat nun schon wochen- ^ lang unentschieden hin- und hcrgcwogt. Einzelne Teil- känivfe sind für die Deutschen günstig gewesen. Besonders auf den rechten deutsche» Flügel habe» cs die Franzosen abgesehen, sind aber stets blutig abgewiesen ivorden, so bei Bapanme, wo eine gegen die äußerste deutsche Flanke aus­holende französische Division zurückgeworfen wurde

Am linken Flügel ivird Varennes, ivestlich Perdu», ge- nontmen; hier schreitet der Angriff weiter fort. Gegen an- greisende deutsche Armeeteile südlich von Perdun erfolgen Gegenangriffe aus Verdun und Laon, Sie iverden siegreich abgeschlagen, wobei Maschinengewehre und Geschütze in deutsche Hände fallen. Das Feuer schwerer Artillerie gegen vier Sperrforts zwischen Verdun und Toul wird nnt sicht- baremErfolg eröffnet. In Französisch -Lothringen und an der elsässischen Grenze werden fran­zösische Vortrnppe» zu­rückgedrängt.

Als erstes der Speer­sorts südlich Verdun sällt Camp des Romains süd­lich St. Mihiel, Das brave bayerische Regi­ment von der Tann hißt auf ihm die deutsche Fahne, Die deutschen Truppen überschreiten dort die Maas, Im iveiteren Verlauf des Kampfes stellten einige weitere Sperrsorts das Feuer ei», und St,

Mihiel ftel in unsere Hände,

Nach dem Verstum­men der feindlichen Sperrforts ist unsere schwere Artillerie bereits wiederholt ins Gefecht mit feindlichen Kräften, die auf dem westlichen

llfer der Maas stehen, gekonimen. Hier findet ein Verzweislungs- kamps der Franzosen statt, die durch die Durchstoßung der Sperrsortlinie in eine sehr bedrängte Lage gekommen sind und die um die Schließung des Ringes um Verdun zu verhindern, sich mit Ausbietung aller verfügbaren Kräfte den Deutschen cntgegenwerfen. Aber auch die erneuten französischen Vorstöße, die von den Franzosen aus Verdun sowohl wie auch aus Toul unternommen wurden, sind zurückgeschlagen worden. Nach dem ^>all der Sperrsorts ist der Kampf übrigens ein ungleicher geworden. Der Versuch, die Lücke der Sperrforts durch Truppen und schwere Artillerie auszufüllen, dürfte von der französischen Seite bald aufgegeben werden, so daß an dem sichere» Schicksal Verduns, vor dem unsere 42-Zentimeter-Mörser bereits donnern, kauni zu zweifeln ist. Dieser voraussichtliche AuSgang des Kampfes an der Maas wird natürlich von den weittragendsten

Die letzte Aulkucht de» versprengten Zieinde». Rette sich wer kann! chutzerhal« de» Hrte» die Iienerkinie der Deutschen.

Folgen für die gesanitc Lage auf dem tvestlichen Kriegsschauplatz sein und den Anfang der großen, allgemeinen Entscheidung in der Ricsenschlacht von der Oise bis zur Maas bilden.

Vor Antiverpe» haben unsere Artilleristen ivacker gearbeitet. Es wird geineldet, daß die gesamten angegriffenen Forts von Antiverpen sich in Hände» der Deutschen befinden. Die Forts sind vollständig zusamniengeschossen, mit Ausnahme von Waelhctn, Die eroberten Forts find durchaus von modernster Konstrultion und übertreffen die zum Teil 20 bis 30 Fahre alten Forts von Lüttich und Natnur um ein Bedeutendes, Im Jahre 1908 wnrde erst auf Betreiben Leopolds >l, die Anlage

des riesigen ncuenFort-s- gürtels nach langem Widerstreben der Kam­mer durchgesetzt und zwei Jahre später mit dem Bau begonnen, llber den Fortgang der Operationen kann kein Zweifel sein. Die Belgier sagen, die Deutschen sctcn von Lier vertrieben und nach Kesse! abmar­schiert, das heißt für den, der die belgische Ausürucksweise z» ver­stehen gelernt hat, nach- dein die Deutschen Lier zusamniengeschossen ha- bcu, beginnen sie ihre Arbeit bei Kessel. In­folgedessen ist die Lage äußerst kritisch und die Stimmung in der Stadt sehr gedrückt. Die bel­gischen Truppen zogen sich hinter die Linie der inneren Forts zurück, und man befürchtet, daß die Wafferzusuhr abge- schnirten wird. Bei Waelhem, also in dem gewonnenen Gelände, befindet sich ein Wasser­werk der Stadt Ant­werpen. Sein Verlust ivird sich bei der Bevölke­rung sühlbar machen, Tsingtau hat sich bis jetzt wacker gegen die englisch-japanrsche Übermacht gcivchrt und verteidigt sich fortgesetzt hartnäckig. Die englische» Slrcitkräste unter General Barnardiston setze» mit Energie den Angriff auf Kiautschou fort. Die deutsche» Truppen zogen sich auf Tsingtau selbst zurück, dessen Forts Tag und Nacht tätig sind. Das Feuer ist besonders gegen die japanischen Stellungen gerichtet, Deutsche Aroplane versuchten wiederholt die japanischen Kriegsschiffe durch Bomben zu zerstören.

Auch i» der fernen Südsee sind unsere Blaujacken nicht untätig. So sind die Kreuzer »Gncisenau" und »Scharnhorst" am 22, September vor Papcete auf Tahiti erschienen und haben das sranzösische KanonenbootZölöe" in den Grund geschossen; auch die Stadt selbst, die ein Fort und drei Batterien mit etwa 20 Geschützen besitzt, ivurde beschossen. Tahiti ist die größte und wichtigste der französischen Gesellschaftsinseln,

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Verantwortlicher Nedakieur: Dr Pari Schaumburg. Berlin. Dru« und Lerlag von Georg E. Nagel ln Serltn-Ichüneberg. 14