i,u ent £ ncceititang 1 ' crlcheint irden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer ans Kelle»", „Die Apiniiitube". K»l«zaprci»: Bei oen Vo:ttinjtaltcn virrcelni >uich 'üü. 1,H3
■ ei ccn 'Agenten monatlich 50 Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anieigen: Erundzeile 20 Psg., lokale 15 P,g„ Anzeigen ran auswärts werden durch Patnahnahnie cr.jobcii Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitung und Kertag FrieLberg (Heyen), Hanauerstraße 12. Ferniprecher 48. Postscheck-Co-tt» Br. 48>g, ?l:ni Franlsurt a. RI.
Gin engl> Untevseebssi
?ev französische Vorstoß vor Litte abgeschlagen. — Fortschritte im
vor Przemysl gesattcn.
Eüdostcn. — Russen
Die Kriegslage.
<W. T. B.) Trotzes Hauptquartier, 1;). Oktober, vormittags. Slmtlich.
Angriffe des Feindes in der (Hegend westlich und nordwestlich von Lille wurden von unseren Truppen unter starten Verlusten für den (Segner abgewiesen.
Ans dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage unverändert.
0 in rnalildifü ilntrrlffboot nfrnidjtft.
Berlin, 19. Olt. (Amtlich). Das englische Uutersee- boot kl 3" ist am 18. Oltober vormittags in der deutschen Bucht der Nordsee vernichtet worden.
Der stellvertretende Chef des Admiralstabs: v. B e h n l e.
Ans dein IHnririjc nach Diinkirchkii.
•Jt n 11 e t ’0 a m, 19. Ott. (SB. X. B. Nichtamtlich). Der ‘ku.v.iotrclponbtnt des „Scieuwc Rotterdamsche Courant" mel- i'A: Das deutsche Heer, das Antwerpen belagert hat, marschiert aus verschiedenen Straßen in der Richtung nach , üni > rchen , das von den Franzosen besetzt und bescstigt ist. ützdiich von Dünlirchcn besindct sich eine belgische Armee, leien Ucberblcibsel am Donnerstag angclommcn waren. Der 'Abzug glich einer Flucht; sie war ohne jede Verbindung mit dem Teile der Armee, der vor der Besetzung Antwerpens nach Ostende entkommen und nach Boulogne verschisft worden ist. O.cker soll!- dort reorganisiert werden, um an den Kämpfen arü dem sranzosischen linlen Flügel tcilzmrehmen. Dixmuy- de.i, wo sich sranzös. Sccsoldaten zur Deckung des belgischen Abzüge» bcsanden, ist wahrscheinlich gestern geräumt worden Südlich von Dünkirchen und Boulogne stehen sehr starke ! .rnzögschc Truppenabteilungen.
(rin (ijfffdjt bei. ilmmpoort.
Amsterdam, 19. Olt. Ein heftiges E c s e ch t ist im ."vnze bei Nicuwpoort, südlich von Ostende.
Die Kriegslage im Südosten.
Der Spcstalbcrichterstatter des Wiener Blattes „Morgen" meldet. Das Kriegsprcsiequartier befindet sich seit einer Woche in dem befreiten Przemysl. Wir sind Zeugen des Kampfes, der vor den äußersten Forts im Osten der Festung zwischen der Cnlsatzarmee und der Nachhut der zurllckwcichendcn russischen Belagerungsarmce tobt, die ungeheuer stark verschanzt ist. Meiner Ansicht nach sprechen alle Anzeichen dafür, daß der Kamps :ür uns einen günstigen Fortgang nehmen wird. Przemysl ist in gehobener Stimmung. Gestern ist das erste Postauto cinge- trosjen und wurde von der Bevölkerung und der Slrmce jubelnd begrüßt An einzelnen Gegenständen herrscht vorläufig Man ,.cl, doch ist die Wiederkehr normaler Zustände unmittelbar »ach .'lössuung des Bahnverkchrs zu erwarten. Die sanitären Bcr- 'mltnissc der Bevölkerung und der Besatzung sind außcrordcnv .ch zusiicdenstellcnd.
-tkdkr dit Kelagerimy »nd brn (fntlali ber ffUrnijü slntiinisl
ersäht t man, haß hie Russen alle Macht daran gesetzt hatten, hie Festung zu nehmen. An den Jonnnandcnr der Belage- rnngSarince, den früheren bulgarischen Gesandten in Petersburg, General Radko Tiinitricw war der Befehl ergangen, sich bis zum 18. Oktober in Besitz der Festung zu setzen; cs standen ihm fünf Armeekorps zur Ver- tügnng, dazu außer seiner zahlreichen und guten Feldar- tillerie ein reicher Belaacrnngspark von lä, 18, 21 und 24 lentinteter-Kalibcr. ?lm 2. Oktober sandte Dimitriew an den i sterreichischen Besatznngskommandanten, Feldmaeschall- lentnanl v. Kiisinanck die unverselsiimtc ?l:>fsoröernng, die Festung zu übergeben, da das Glück die K. K .Armee verlasse» habe und irgendwelche Hülse von außen iinmö stich ü'i. Ter wackere Ocsterreicher hatte daraus die eines Spar- laners würdige Entgegnung: „2Ä finde cs unter menec
Diirde. ans Ihr schimpslichcS Ansinnen eine Antwort zu er- lei len." Darauf begann die Befclucsinr.g und der S'>rin. Die Beschießung gab Knabe, daß die Rusiar durch Verrat Kunde von den wichtigsten Stellungen in der Festung hat- len, so genau traten ihre Geschosse. Ter Sturm setzte mit
aller Macht ein. Gefährlich wurde die Situation nur an her Südostfront, wo die Russen mit wahrhaft verzweifeltem Mute unter entsetzlichen Opfern vorgingen Gegen rin einziges Fort daselbst, das schwächste dieses Abschnittes, wurden elf Bataillone angesetzt, von denen sich etwa 150 Mann schließlich einzeln kriechend ungesehen bis zur Kehle schlichen und plötzlich oben auf dem äußeren Wall auftauch- ten. Nun entspann sich ein wiitender Kanips Mann gegen Mann. Tic geringe Besatzung an dieser Stelle muhte sich in die Kehlkosfer und Kasematten zurückzichen. Die Russen drängten sofort nach und es begann eine wahres Schlachten mit Bajonetten und Kolben, da Feuerwaffen in diesem Handgemenge nicht anwendbar waren. Tic Ocsterreicher l zählten mir hundert Mann und wehrten sich so verzweiielt, daß schließlich alle eingedrunaenen Russen to' oder gefangen waren. Alle Gräben des Forts und die Drahthindernisse vor ihm waren mit Haufen von Leichen bedeckt. Ein einziger Mann namens Suchy schoß allein zuerst den kommandierenden Major und noch über 40 Russen nieder. Ein au- derer, der sich gleichfalls an einer günstigen Stelle befand, arbeitete ähnlich mit Handgranaten. Schließlich, nach mehr als dreistündigem Kampfe, hörte das Rachflnten der Eindringlinge ans und das kleine Vorwerk war endgültig frei. Trotzdem die russischen Schüsse gut saßen, war ihre Wirkung gering, wohingegen die österreichische Artillerie den Feinden derartige Verluste beibrachte, daß am 8. Oktober die Wucht der. russischen Angrciser gebrochen wurde. Ter Rückzug begann, der, als sich die österreichischen Ersatzkrästc von Westen her fühlbar niachtcn, bald in Flucht ansartete. Ucber 40,000 Mann an Toten und Verwundeten kostete den Russen dieser fruchtlose Versuch, Przemysl zu nehmen. Eine Menge schweren Geschützes, das sie nicht mitnehmen konnten und viele Gefangene sielen den Oesterrcichern in die Hände. Der Verlust der Ocsterreicher hat insgesamt nicht mehr als 600 Mann betragen. Am l l. Oktober fand in Przemysl ein feierlicher Dankgottesdienst statt.
70,000 Mann verloren. Wie die „Vossische Zeitung" aus Wien zu berichten weiß, geben die Russen sicherem Vernehmen nach ihren Verlust bei dem Sturm ans Prze- niysl, den sie durch Flatterminen erlitten haben, nicht auf 40 , 000 , sondern auf 70,000 Mann an. Die russischen Zeitungen in Lemberg haben diese Nachricht gebracht. In Lemberg selbst haben die Russen weniger Schaden angerichtet, als- inan anfänglich ang--,:emincn hat.
rrmchtnde frbrn in Aninittjitli.
An: stet dam, 10. Oft. „Nieuwe Rotier dänische Courant" meldet ans Antwerpen: Heute sind zehnmal so viel Läden geöffnet wie gestern. Air der Gasfabrik wurde die Arbeit wieder begonnen. Einzelne Trams lausen wieder. Tie Nahrnngsmittclpreise sind niedriger als vor der Belagerung. Tie Wast'erieiinng ist noch nicht wiedcrhergestellt. Man bebiljt sich mit Pumpcnwasscr, jedoch ist das Leitungsnetz kür Wasser nnbelchndiat. An de» Wasserwerken in Wnelhem wird eifrig flcarBcltct. Alles gehe in Antwerpen so gemütlich zu, als ob es als lolgische Stadt cingcschlafen und als deutsche Garnison wieder erwacht lei. Tie deutsche Verwaltung lasse der Stn>aermali»ng vollständig fre-e Hand. Das belgische Rote :.;reuz sorge für Obdachlose. An die Flüchtlinge wurde» heute zehntausend Kilo Brot verteilt. Binnen kurzem dürsten einige flämische Zeitungen wieder erscheinen.
England, der böse Geist.
Ta Urteil eines Jtalikners. Köln, 16. Olt. Einer
Zürickier Tepelche der „Köln. Zig." zufolge, erklärte der niili- tärischc Mitarbeiker der Mailänder Zeitung „Sera": Tie Verbündeten haben keine neuen Truppen mehr zur Dersiig- nna. England kann keine Kcntinoente inehr in Frankreich landen und erwartet nur noch, daß die anderen sich auf« reiben. Es rühmt sich seiner Herisch- .it zur Tee, hat aber bisher nie eine Unternehmung gewagt wie Deutschland lchvn in den ersten Kriegslagen an der Themsemiindnng. Auch geg Oesterreich hat es nichts unternommen. Härte nch England daliir verbürgt, daß Frankreich neutral bleibe, so hätten Frankreich »nd Belgien nicht den Feind :m Hause. England wollte indessen auf anderer Kosten den wirtschastlia en Wettbewerb Tentschlands zugrunde richten. Tarnm will eS auch, daß der Krieg so lanac als möglich dauere.
Die Wiglttil eines Dniflrfjni Kmijers.
K o s! a n t i n o p c 1, 19. Olt. (SB. B. Nichtamtlich)
Die Blätter berichten, daß ein deutscher Kreuzer die im Bau befindliche Eisenbahnlinie vcn Dschibuti »ach Abis Abeba, welche von den Franzose» gebaut wird, bombardiert habe. Die Strecke sei zerstört worden, wobei auch die Riederlasin». gen der französischen Kolonie Schaden gelitten haben
Portugal.
Berlin, 19. Olt. Bis jetzt hat Portugal noch nlch! de» Krieg erklärt. Es fehlt alio noch die amtliche Bestätigung > der über Bordeaux gckemmcnc» Meldung, daß cs zum Kriege entschlossen ist. Aber überraschend oder unerwartet wird cs niemand kommen, wenn Portugal, dem Gebote Englands folgend, einiges Kricgsvolk auf die Beine bringt, um die bunte Karte unserer Gegner im Westen um eine Nummer zu vermeh reu. Politisch und militärisch fällt das wenig oder gar nicht ins Gewicht, als Symptom für die Skt der englische» Steint schaft und Kricgsführuug ist cs von Wert.
Manga Bett hmgcnchlet.
Berlin, 19. Olt. Das „Berliner Tagcblait" berichtet: Nach einer Meldung der Kolonialen Korrespondenz ist Manga Bell durch den Strang hingerichtet worden, weil er sich als Verräter an Kaiser und Reich erwiesen hat. Die Tatsache ist durch eine Sonderausgabe des „Slmtsblaties für das Cchutzge- bict Kamerun" vom 13. August der Bevölkerung von Duala bckaniitgcgebcn worden. Manga Bell hatte, wie weiter gxmeE dct wird, versucht, unter den Häuptlingen einen Ausstand zu entfachen.
(Srnfrnl firrboa bnibt liif) ni(l)t.
London, 19. Olt. (SB. B. Nichtamtlich). Das Rca.ersch.- Bureau meldet aus Kapstadt vom 16. Oktober: Hcrtzogs Slntwort auf die Aussorderung, in der Krisis die Führung zu ergreifen, ist unbefriedigend. Er telegraphierte dem Presbyterium der holländische» Kirche in Swellcndam und machte tatsächlich die Regierung der Union für die Rebellion des Obersten Maritz verantwortlich. Er fügte hinzu, daß er seiuc Dienste anbictc, um einen Bürgerlrieg zu verhindern. Das Anerbieten und die begleitenden Bedingungen setzten die Loihaleute in Erstaunen, die erwartet hatten, hcrtzog werde Maritz direkt als Berrälxr brandmarken, der die holländische Rasse entehrt habe.
Aiisnilißmuiy dc§ landsturms in (Dfflfmiib-
Wien, 16. Olt. Um de» noch immer sich mehrenden Ansprüchen an, die Wehrinacht cnisprechcu zu können und um einen möglichst großen Bestand von ausgebildeten Wehrfähigen zu schaffen, wird nunnpehr die Musterung der Landsturmpslichtigen ersten Aufgebots in Aussicht genommen, welche ergeben soll, ob die Bctrcssendcn derzeit wehrfähig, d. i. zum Landsturm- dicnsle mit Waffe geeignet erscheinen. Die Musterung wird sich also mit wenigen Ausnahmen grundsätzlich auf die in den Jahren 1878 bis 1896 geborenen Landsturmpslichtigen erstrecken, die bis einschließlich 1913 bei der Stellung oder Ucberprüsung als wasfcnunsähig befunden oder im Wege der Nachprüfung aus dem gemeinsamen Heere, der Landwehr oder der Gendarmerie eusgeschieden worden sind. .
Ans Frankreich.
Gedrückte Siirrmung in Frankreich. Wie geringe Hosiuun gen die französische» Slrircelreise in die Brauchbarkeit der nach Frankreich gcslöchietcn oclgischcn Hcerestrümmer setzen, geht aus einem Ariikcl, den Oberstleutnant Rousiet im „Petit Pn- risien' vcrösfcnilichl, deutlich hervor, Rousiet schreibt: „Hätten die Belgier zwischen Lixmuiden und Roulers oder möglicherweise vor dielen letzten Leidensstationcn den Deutschen eine erbitterte Schlacht geliefert, so wäre cs uns gelungen, die Feinde aus der Linie Hazcbrouck-Lille noch einmal anzugiciscn und die Verbindungslinie mit dem nordbclgischcn dcutßhen Flügel zu durchschneiden. Die Flucht der belgischen Truppen zwingt uns zu einer Aendcruug unseres Opcrationsplancs. Wir müssen jetzt unter minder günstigen Bedingungen als der Geg ncr streiten." — Die Furcht vor dem Einsall der Deutschen i.. den Pas de Calais wächst dermaßen, daß den bernhigendcn SBorten der Präselten leine Beachtung geschenkt wird. Von Dünkirchen reisen viele Tausende nach Boulogne, Le Havre, um England oder die französische Hauptstadt zu erreichen. Kundgebungen Arbeitsloser gegen den Krieg fanden in Dünkirchen und Bcrgues statt. Die Bevölkerung des Departements Pa-


