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'.'sri Oictnjc «ntnmffneu. öm unterer Teil, unt zwar Me Mehrheit, j»* in wilder Flucht über die Schiffsbrücke der Schelde. Sie Brücke wurde um 2 Uhr nachmittag- in Brand lesteckt, um die Deutschen *»: der L-rsolgung ja hindern. Kaum satten die letzten belgischen Truppen die Schelde überschr'.tw>, »ls die Deutschen an der Südseite durch d»s Berchem sche und Merxcm'sche Tor einzogen. Die Nacht rcni Freitag ;um Sams- tag war die erste unter deutschem Lesehl. Die B.sgie: haben selbst die irichligsten Vesesligungen zerstört.
Aus dem Haag wird ferner dem „Berliner Lelal-Auzeiger'' gemeldet' Die förmliche llebergabe ans de.ii Stadlha'!': >'>»: ergreifend. Mm 2 Uhr wurde» die beigisch', französisch.' uud englische Flagge niedergeholt und dajiir die deutsche Flagge gehißt. Die Zuschauer in den Straßen weinten und ballten die Fäuste. Die deutschen Truppe» kamen still, ohne Gesang oder /ckusil einmarschiert. Die Artilleristen als eigentliche Sieger lalle» Blumen i;ii Knopfloch.
Geringe Bejchädigung der Staat. Amsterdam, 11. Ott. Der „Telegraas" bringt solgende Meldungen: Rosendaal: Gin Staatsbeamrer, der Antwerpen heute Nacht verlassen hat, versichert, dast Ire Stadt ziemlich wenig durch das Bombardement gelitten hat. Nur Beichem und der südöstliche Stadtteil sind star! mitgenommen worden. Die ganze Besatzung der nördl'.u-en Ferls bat sich an der Grenze de» Holländer» ergeben und ist von ihnen interniert worden. — Sas van Gent' Lewa Iv 000 Engländer haben bei Celzaete die holländische Grenze überschritten und sind ohne Zwischenfall entwassnet morde». — Blissingen: Biete hunderte belgische Soldaten sind hier eingetragen. Tausende sollen noch ankommen: sie
werden mit Lxtrazügen in die Internierungslager gebracht. Verschiedene Soldaten haben erllärt, dast sie sich lieber :n Holland internieren als durch die versolgende» Deutschen zu Kriegsgefangenen mache» tasten. — Roseudaal: Die Engländer und Franzosen haben solgende Forts in die Lust ge- prengt: Scholen, Braschaet, Mer;em, Cappellen, Ltllo, San Gilles (?) und Elversele.
Die Stimmung in Antwerpen. Die gebildeten Kreise Antwerpens geben England offen die Schuld an dem Verhängnis Antwerpens. Sie äusterten ihren scharsen Unmut über die ganze Art der Handlungsweise Englands, das graste Versprechungen machte, und 18— 00 OOO Mann HjlfstrUppen in Aussicht stellte, und dann die Belgier im Stich ließ, wobei es durch das eigeusinuige und zwecklose Hinausschieben der llebergabe der Stadt diese beinahe der Verwüstung ausgeliesert habe. Das Blatt bemerlt, dast die deutsche Presse Uber den Fall von Antwerpen jubelt, ist zu verstehen.
Antwerpen ist wie ausgestorben. In den beinahe leeren Stratzen längs der geschlossenen Häuser laufen vorsichilg nur wenige Personen, die nach dem Bombardement noch in der Stadt geblieben sind. Sonst sieht man nur deutsche Soldaten, ne überall in groster Zahl, vor allen Dingen im Zentrum, die -tadt besetzen. Ter deaische Kommandant Freiherr v. d. Schütz leitet von seinem Sitz im Stodthause aus die gesamte mi- nlärische Organyauon der Festung, während die bürgerliche Verwaltung der Stadt durch Bürgermeister de Bos und die Schöffen unterstützt wird.
Nur die Gneise,m» versentt. Aus dem Haag meidet die „Bost. Ztg.": Gegenüber dem deutschen Bericht, dast die Engländer >m Hase» von Antwerpen 02 deutsche Seeschiffe and 20 Rheinschisfe verjenli hätten, glaubt der Ratierdamer „Courier" versichern zu können, dast allein die „Gneisenau" versenkt wurde und von den übrigen Schiffen nur die Maschinen unbrauchbar gemacht worden sind.
Das Schicksal der Besatz»,Igsarmee. Die englische Adniira- lität teilt mit: Nach einem langen Nachtmarsch nach Lankt- gilles kamen zwei von drei Brigaden in Ostende au. Der gröstte Teil der ersten Matroseubrigade wurde von den Deutschen nördlich von Lootere» abgeschnitlen. Die Mannschasten erreichten »ie holländische Grenze bei Hüllst, wo sie die Waffen nieoerleg- ten. Die Panzerzäge und die schweren Marinekanoiie» wurde» sämtlich nach Ostende gebracht. Die Darstellung ist ziemlich unglaubhaft und steht mit solgeiiden holländischen Nachrichten in Widerspruch:
Amsterdam, 11, Olt. „Telegraas" meldet aus Sas nan Gent: Die Zahl der Engländer, die die Grenze iiber- ehrilten, wird aus 10 000 geschätzt.
Amsterdam, 11. Okt, „Nieuws va» den Dag" meldet aus Terneuzen: Die Belgier schätze» ihren Verlust a,i Kriega- gesaiigenen aus 20 000 Man».
Amsterdam, 1l, Olt. „Telegraas" meldet aus Noieu- bcki'l: Unter den entwaff : !eu englischen und belgische» Soldaten befindet sich eine Anzahl höherer Offiziere, darunter ein englischer Divisionsgeneral. 2» Flandern und Brabant, dicht an der holländischen Grenze, fanden wiederholt ernste Gefechte zwischen Abteilungen beider Armee» jiatt.
Bekanntlich stellt der amtliche deutsche Bericht nähere Angabe» über die Zahl der Gcsangenen in Aussicht, Rach dem Wortlaut dieses Berichtes ist anzunehmen, dast die Kriegsbeute »^cht bedeutend ist.
. Tie Rückzugskämpse. An, st er dam, ll. Okt, (W. B. Ikichtamliich.) Die „Nieuws van den Tag" melden and Nosendaal: In Dlissingen waren alle Boote von de» Militär- tchörderi sur den Transport englischer und belgisck>er Sol- »alen beschlagnahnit worden, unter den Engländern best»,, de» sich nanientlich die Royal Nala Brigade, sowie einige Royal Engeneers. Als der Rückzug au: Antwerpen am Freitag Abend begann, versuchten die Deutschen sofort den Abzug zu verhindern, indem sie bei Tendermonde dem Feind in die Flanke siele.'. De deutsche Artllerie schoß ans die Entfernung von 8 Kilometern mit verblüffender Sicher- hc,I Schrapnells in das sich znriickziehende Bataillon der Nachhut. Es entstand eine Panik, nanientlich unter den Belgiern, während die Engländer noch die meiste physische ind moralische Stärke behaupteten. Sie hotten schließlich ■iui die Wahl, du ey da,- Schrapnellfener der »nsichtharea Scuffche» Atttllerie aiffneriebei! zu werden oder ans die hol- londtsche Grenze znrmkzngehrn. Aue - di Engländer wähl- tn> das Letztere. Bon Sn Nsii.olae. ging e „aoä Clingo, 'wo dtaszen und Munition an die hoa.n.iffche,' Soldaten aüge- »«1'ei> »'urd-.':'.,sodann nach Trr,u>> Vlisjcngen. Eng-
Neue Tageszeitung. Montag, den »2. Oktober 191 *
lifche Soldaten erklärten, sie fänden es unveranffvortlich, daß sie, ohne gute Artillerie nach Antwerpen geschickt worden
feien; sie hätten nur einige Schiffsgeschntze zur Derfsigung gehabt. Am Montag befanden sich Churchill und der frühere
Kriegssekre'är Seely in den Forts.
GMrerch vnd -kr M ^niiurryr *»5.
Wien, !1. Okt. Die „Wiener Allgemeine Zeitung" schreibt: Die Einnahme Antwerpens ist militärisch und >ao- rslifch nicht hoch genug anzuschlagen. Tust es den tapferen deutschen Truppen, die so lange in erbittertem Gefechte itehen, niöglich war, innerhalb kürzester Frist die Hauptbesestiguug Belgiens, die durch Natur und Kunst zu einem der stärlstoi modernen Bollwerke geworden war, trotz des zähesten Widerstandes der Besatzung, die fortwährend Zuzug erhielt, zu bezwingen, zeugt von der wachsenden Osfensivlrast, der ungebrochenen Ausdauer und dem hinreistenden Elan der deutsche» Truppen. Zugleich aber beweist der Fall Antwerpens, datz jeder, der auf Frankreich und England baut, ebenso verloren ist, als jene, die sich aus Rustland verlasien, — Die „Reichspnst" schreibt: Die Besitznahme von Antwerpen ist wohl, wentl ruch nicht der bedeutendste, sicher aber der sinnsälligste und überzea- geudste aller bisherigen Erfolge der deutschen Waffen,
Stimmen des Auslandes.
K o p e n h a ge n , 11. Okt. Zu dem Fall von Antwerpen schreibt der militärische Mitarbeiter der „Berlinske Tidende": So mustte sich auch Antwerpen de» deutschen Waffen beugen. Brialmouts stolzes Werk konnte den deutschen Mörser» nicht länger widerstehen. Die belgischen Truppen versuchten heldenmütig die Ausgabe zu läsen, vermochten es aber nicht. Aber sicherlich hätten es auch leine anderen Truppe» gekonnt gegenüber einem so tüchtigen, zielbewustten und rücksichtslose» Gcg- ne», wie es die Deutschen sind, die wie leine andere Elation den' Festungskrieg studiert habe», — „Natioual-Tideude" schreibt: Das Ereignis lann eine graste Tragweite haben. Es ist ledenfalls von großer Bedeutung für die Stellung auf dem westliche» deutsche» Kriegsschauplatz.
Kristiania, 1l. Okt, Der Fall von Antwerpen wurde hier erst in den Morgenstunden bekannt und wurde von sämtlichen Morgen- und Abendblättern besprochen. „Morgenbladet" schreibt: Die Festungskunst hat mit der Artillerie-Entwicklung nicht gleichen Schritt gehalten. Der jetzige Krieg hat unter allen Umständen das Vertrauen in die Festungen erschüttert. Die Vereinigung der Franzosen mit den Engländern ist unwahrscheinlich, da die Deutschen bereits im Südweste» der Schelde stehen. Durch Antwerpens Fall ist die Eroberung Belgiens Tatsache. Die deutsche» Verbindungslinie» t» Belgien sind nunmehr gesichert. Die Vorräte von Antwerpen sind von groster Bedeutung für die Deutschen an der sranzösischen Front.
Rom, II. Okt. In den Kommentaren der italienischen Presse über die Einnahme von Antwerpens wiegt das Mitleid mit den Belgiern vor. Die „Tribuna" bemerkt, dast die heftige Sprache englischer Minister und der englischen Presse Nt den letzten Tagen bereits den Fall Antwerpens in Rechnung gestellt habe. Antwerpen jetzt zu erobern bedeutete, den Zorn und die Besotgnts Englands in höchstem Maste herauszufordern.
Sven Hedi» i» Antwerpen. Brussel, 11. Okt. Sven Hedi» ist in Antwerpen eiugetroffen und hat seine Freude über die geringe Bejchädigung der Stadt ausgesprochen.
Antwerpen.
Im „Griebens Neisesuhrgr" (Belgien) finden wir über Antwerpen solgende Angaben:
Antwerpen (sranz. Anoers flämisch Antwerpen) ist eine große und teilweise schöne Handelsstadt und der wichtigste belgische Seehasen. Es liegt am r. User der von der Ebbe und Flut beeinslustle» Schelde (Escaut), welche bei .700 Meter mittlerer Breite hier doppelt so tief und mächtig ist wie die Themse bei London, unter dem bl. Grad nördlicher Breite und dem 1. Grad östlicher Länge, 41 Kilometer von Brüssel, Antwerpen ist de: Hauptwasjenplatz und die sturlsie Festung des Konigsreichs, Die bis jetzt die Stadt einschliestende» Werke werden bald verschwinden und durch Niugstraste» und Parkanlagen ersetzt werden, während modernere Festiingsanlageu weiter htuausge- schoben werden.
Die erste verbürgte Nachricht über den Ort findet ma» in einer Bremer Urkunde aus dem Jahre 728: weiter weist in»», dast er 807 von den Normannen zerstört wurde: 1008 wurde
Antwerpen Sitz eines Markgrafen, Die Lage der Stadt war von großem Einslust aus ihre Entwicklung: geschützt gegen die heftigen Angriffe der Nordsee, war sie doch nahe genug an dieser gelegen, um die Vorteile der Schiffahrt zu geniesten, namentlich als der Handel in den slandrtschen Städten Brügge und Gent unter den politischen Mistständen und durch Versanden der Kanäle immer mehr zurückging. Zur Zeit Kurls V. stand die Stadt in ihrer höchsten Blüte, Neben dem großartig entwickelten Handel, welcher die Vertreter der bedeutendsten Kaufhäuser aller Länder (Fugger, Tücher, Welser, Hansabund usw,) angezogen hatte, fanden die Künste in den Kreisen der reichen Bewohnerschaft Verständnis und Unterstützung, Aber leider änderten siih die Veihältnisje unter Philipp II. Tie traurige» Ereignisse, die si,h unter seiner Herrschaft in de» Niederlanden absptelleu, verhinderten eine weitere Entwicklung und zerstörten den Reichtum, Tie Inquisition und die spanische Schreckensherrschaft (spanische Furie) vertriebe» die lausende von fleißigen Bürgern, und diejenigen, die nicht slohe», starben in den Folterlammern oder wurden von den rohen spanischen Söldner» erschlagen. Von 120 000 Einwoh- neri' blieben End« des 10. Jahrhunderts .",0 000 übrig. Als dann Holland im 'Westsälischen Frieden die Scheldeiper-nng durchsetzte, wurde der aus de» Welthandel angewiesenen, schwer geprüften Stadt der Lebensnerv ganz unterbunden. Erst durch die Ereignisse der französischen Revolntio» fiel die Flustsperre, und Napoleon erbaute mit großen Kosten die erste» Hasenbassins. Unter der holländische» Regierung »ahm der Woht- sta»d langsam wieder zu (1800 : 70 000 Einwohner). Besonder- aber isi seit Gründung des Königreichs Belgier (l0.!0! d e Bedeutung der Stadt stetig im Wachsen, namentlich left
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Ablösung des Scheldezolles (1800), Heute zählt Antwerpen zu den bedeutendsten europäischen Häsen.
Antwerpen hat 312 800 und mit d-a Vorstädten 11.7 500
Einwohner.
Die Kämpfe ün öderen
Von dcr schweizerischen Grenze, 1l. Okt. lieber die
Kämpfe im oberen Elsaß veröffentlichen die „Baseler Nachrichten" folgende Information: Schlucht, den 10. Oktober. Hier ist es Liese Woche zwischen den Deutschen und Franzose» zu verschiedenen Gefechten gekomnien. Tie Franzose'» machten verzweifelte Versuche, die Deutschen wieder ans den Vogesen herauszubringen. Südlich der Schlucht in der R'.cht- >mg nach Wildenstein waren noch starke französisch: Ab!e:l- nngen, welche sich in diesem zerklüfteten Gelände gut ver- stärkt hatten. Langsani aber ständig drangen die Dcnlschen vor. Hierbei spielte die Artillerie eine große Rolle. Die deutschen Geschütze hatte man mit vieler Mühe ans die Schlucht hinanfgebracht und daselbst eingegraben. Drei Tage Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, beschoß die deutsche Artillerie die vorliegenden Berge und Waldungen. Inzwischen drang die Infanterie vor, »ntersiötzt durch die spioniere, welche die vielen Hindernisse hinwegrämnon mußt.'». Die Franzosen wurden weit über die Grenze zurückgedrängt. Hierbei wurden noch zahlreiche Gefangene gemacht und viel Material erobert, u. a mehrere tausend Patronen »r.fi zwei Maschinengewehre. Die deutschen Truppen im Wetterlsager Tal, welche St. Amarin besetzt halten, haben nun mi! de» Truppen im Msinstertal Verbindung. Da nun die Dogesen- täler von den Franzosen geräumt sind, ist der Betrieb der Nebenbahn nach Münster, Gebweiler incd Thann wiedec anfgenommen worden. Auch hat nian den Landsturn, ans der Gegend von Münster, welcher seit der Mobilntachnnq in der Festung Neubreisach festgehalten wurde, wieder nach tfic Heimat entlassen.
Es geht los vor Aclfort.
Köln, 1l. Okt. Nach einer Züricher Meldung der „Köln. Ztg." hat der größte Teil der Zivilbevölkerung Beifort »erlassen. 25,000 Personen wurden nach dem ftanzösischen Süden befördert. Die Gefechte der letzten Tage endeten mit einem vollständigen Rückzüge der Franzosen. In der Nacht ans Donnerstag verließen die Franzosen den Sundgau.
Dom östlichen Kriegsschauplatz.
Stockholm, 1t. Okt. Das russische Tet^raphenbureau gibt zu, dast die Deutschen durch Brückensprengungen Sei russischen Vormarsch bei Lyck zum Stillstand brachte». Zwt- scheu Ioangorod und Sandomir hat ein Artilleriekampf begonnen, die Deutsche» sind bereits bis nahe an die Weichsel vorgedrungen,
Rückzug der Rnficn.
Oesterreich. Hauptquartier, II. Ott. Gestern versuchte der Feino noch eine» Sturm aus die Südiront von Przemqsl, den die Besatzung wieder untre schweren Verlusten des Angeeisees abwies, dann wurde die rückgängige Bewegung der Russe» vor
Lee Festung allgemein. Die Wesjjeont mußten sie oollstäi'dig räumen, eigene Kavallerie ist dort bereits eingerittea. Der durch die Schnelligkeit der Operationen in Russischpolen «nd Galizien verwirrte Gegner »ersuchte zwar seinen Angriff auf dir Festung durch Hinausschirbrn oon Hrcrrstrilrn gegen W:- sten zu Lecken, vermochte aber unseren heraneilenden Armeen nirgends Stand zu halten. Die fünf bis sechs russischen Injau- terie-Dioffioneu, die sich bei Lancut stellte», sind auf sluchtarti qem Rückzug gegen den San, ebeisio wurde eine Koialendiotsio» und eine Insanteriedivision vollständig geschlagen.
Was -cm Rückzug voranging
Wien, 10. Okt. Der Kriegsberichterstatter der Reichspost" meldet: Am Dienstag haben die Russen einen heftig:» Angriff aus eine» Teil der äußeren Fortgürtels von Przemqsl unternommen. Die Verteidiger ließe» den Feind auf 100 Meter heraugekommen und eröffneten erst daun ein starkes Oieschütz-, Maschinengewehr- und Insonteriefeuer, Die Wirkung des plötzlichen Feuers war entsetzlich. Gegen 10 000 Russen waren zu diesem Angriff angesetzt und bis aus geringfügige dteber- reste sind alle t o t ober verwundet am Platze geblieben. Der russische Angriff war hier völlig in sich zusammengebrochen.
Aus Italien.
Der heilige Stuhl und der Krieg. Rom, 8, Okt, „Oster- vaiore Romano" hebt tu einem Leitartikel hervor, daß oer heilige Stuhl tu Leu Streitigleiteu der Menschen und den blutigen Konflikte», die sich ans ihnen ergebe», stets vollständigste und unbedingteste Unparteilichleit beobachten wolle, weil er seine Mission des Friedens und der Nächstenliebe unter allen Völkern der Erde ohne Unterschied der Rasse und der Religion über jedes andere Interesse stelle. Deshalb dürften besonders di: Priester nicht vergessen, dast man das allgemeine Intereste der Kirche und der Menschlichkeit immer über das berechtigte Strebe» der Vaterlandsliebe stellen müsse. Diese Grundsätze müßten sie sich insbesondere stets bei der Ausübung ihres Amte- und bei Antprachen an das Volt gegenwärtig halten und über den an sich berechtigten Wunsch nach einem Steg für ihr Land den weit menschlicheren »nd christlicheren eines allgemeinen Friedens stellen. Daher dürsten sie auch gegen ihre Feind« picht Worte der Verachtung und des Haffes gebrauchen, son- der» eine Sprache, wie sic die Nächstenliebe eingebe.
Bruch zwischen den Klerikalen »nd Rationalisten. Rom, 8. Okt, Dcr politische Gegensatz zwischen de» Nationalisten, die für den Bruch der Neutralität agitieren und der Klcri- latcu, die für strikte Neutralität cintretcn, bildete den Gcgen- stand weitläufiger Zeitungspalemite», weil bekanntlich die Nationallsteu ihre wenigen Mandate bei den letzten Kammer- wählen nur der klerikale» Hilfe verdanken. Gegenüber den nationalistischen Versuchen, de» Gegensatz z» vertuschen, ?,tu


