Ausgabe 
22.12.1915
 
Einzelbild herunterladen

erhe ische Vo

rgan für die Interessen des werktätigen Volkes

eitung

der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

Die Oberhessische Volksseitung erschemt jeden Werkt 1 5 a 5 75 0 ag Ab Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., med 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl.1 80 Mt.

Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraste 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008.

Juserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Ra att. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben.

Nr. 300

Gießen, Miltwoch, den 22. Dezember 1915

10. Jahrgang

Türkischer sieg an den Dardanellen.

Gegen Parteispaltung.

a1 1 9 Otto Braun, M. d. A. In letzter Zeit wird in einzelnen Parteiorganen mi i Eifer, der einer besseren Sache würdig wäre, gegen die Einheit und . 155 3 5 Sturm gelaufen.

ine Hauptstärke unserer Paxtei war es bisher, daß si. achtet aller inneren Meinungsdifferenzen über Nane f parteitaktische Fragen im politischen Kampf dem Gegner stets ein⸗ 1 und Benne fen entgegentrat.

Immer hatte sich nach dem anerkannten demokratischen Grund⸗ satz die Minderheit der Mehrheit zu fügen. Das 15 die Parte groß gemacht, hat mit dazu beigetragen, daß sie zu einem gewichti⸗ gen Machtfaktor im öffentlichen Leben wurde..

Jetzt soll diese alte bewährte Kampfregel aufgegeben werden wenn. es nach dem Wunsch der oben erwähnten Parteiblätter geht. Die Minderheit in der Reichstagsfraktion soll den ersten Schritt tun, um dem Gegner eine zerrissene Kampffront entgegenzuführen und dadurch den politischen Einfluß der klassenbewußten Arbeiter schaft Deutschlands unheilvoll zu schwächen.

Bisher haben sich die Mitglieder der Reichstagsfraktion, die die Taktik der Mehrheit für salsch halten, gleichwohl gefügt in der richtigen Erkenntnis, daß die demokratische Unterordnung unter den Mehrheitswillen der Grundpfeiler unserer Organisation ist. Ihr Verantwortlichkeitsgefühl, ihre Liebe zur Partei, in der sie mit Recht ein Stück ihres Lebenswerkes erblicken, hielt ste davon ab, dem Beispiel eines Fraktionsmitgliedes zu folgen, dessen demon⸗ stratives Auftreten gegen die Fraktion im Plenum des Reichstages nur durch seine persönliche Veranlagung zu erklären und ent⸗ sprechend zu bewerten ist.

Die Minderheit der Reichstagsfraktion hat sich auch durch das Toben der Radek⸗Sobelsohn, Grumbach⸗Homo und

Konsor tou, die vom sicheren Port der Schweiz aus ihr glaubten,

Belehrungen und Befehle erteilen zu müssen, nicht bewegen lassen, sich von der Fraktionsmehrheit zu trennen und eine parlamen⸗ tarische Sonderaktion durchzuführen. Und das soll nun me hr anders werden? 5

Die Befürworter der neuen, für die Parteieinheit verderb⸗ lichen Taktik können sich leider auf Kautsky berufen, der es unternommen hat, in der Neuen Zeit in zwei Artikeln die Not⸗

wendigkeit und Berechtigung einer parlamentarischen Sonder⸗ aktion der Fraktionsminderheit theoretisch nachzuweisen. 1 Womit kann man sich aber nicht alles auf Kautsky berufen.

Wohl aber kann eine Parlamentsfraktion von einem Ab⸗

geordneten verlangen, daß er im Parlament schweigt, wenn er eigene

nicht teilt, gegen seine

er die Anschauungen der Fraktionsmehrheit daß seine erhöhte Position nicht dazu benutzt, Partei zu sprechen.....

So Kautsky im Jahre 1905. Jetzt empfiehlt er

nach auf die Tribüne des Reichstages angewiesen sei. Grundsatz, im Parlament dem Gegner nur in geschlossener Kampf⸗ front gegenüber zu treten, soll für die Friedenszeit richtig sein, in der Kriegszeit soll das Gegenteil geboten erscheinen.. Das verstehe, wer kann! Im grundsätzlichen Teil unseres Parteiprogramms heißt es: Diesen Kampf der Arbeiterklasse zu en zu gestalten,... Das ist ialdemokratischen Partei.. 8. f Den Kampf zu einem einheitlichen zu gestalten, das ist die Aufgabe der Partei. Das gilt für die Kriegs⸗ wie für Friedenszeit. das für die Kriegszeit in noch höherem zeit. Denn der Krieg hat die Partei in fährlichste Lage gebracht, die ihr je beschieden war es in der Arbeiterbewegung noch immer

zu einem bewußten

die schwierigste

25 der 1955 985 müßte. er Selbsterhaltung. 5 g Kläglich Schiffbruch gelitten baten enass ane Emangipationsbestrebungen, wenn sie le. hätten. 8 ist eitel Spiegelfechterei, wenn die Genossen, einer Sonderaktion der Fraktionsminderheit im glauben machen wollen, dieses Vorgehen Parteispaltung führen. Ja, glaubt man, f heute dem einen Teil der Fraktion zubilligt, bei einem anderen Teil n e ute vecht, ist der Minderheit von mog 0 0 1 17 4 5 1 sophistische Dreherei hinwegtäuschen lassen. Und dieser parlamentarische 8 1 satorischen Separatismus und damit zur Spaltung führen. Daß er dazu führen kann e Da muß sich doch die Frage aufdrängen: Arbeiter fünf Jahrzehnte ihre beste Kraft eir lichen Mühen und Opfern ihre politischen Organisationen aufgebaut, um etzt einer 1975 ihr stolzes Werk, die Hoffnung ihrer Zukunf

die

der Parte

ihren Einfluß in der 1 e in 15 weiteren Verlauf un dem Kriege, wird gaben stellen, daß es ein 5 ach e

klasse wäre, ihre politische Organssati f Spaltung zu schwächen und somit zur 0 der Arbeiterinteressen unfähig zu machen.

stimmung zum

Im 24. Jahrgang, 1. Bd., S. 145 der Neuen Zeit schreibt Kautsky: Stellung einnisumt.

das Gegenteil und begründet es damit, daß unter dem Kriegszustand die Minder⸗

heit ihre Anschauungen nicht ausreichend propagieren könne und so⸗ Der taktische

und die Aufgabe der So⸗

die Wi lüberh uterschiede machen, dann gilt et n ue en Maße als für die Friedens⸗ und ge⸗ Und bisher hat ö für n 10 5, je schwieri ährli ie Situation, desto golten, daß, je schwieriger und je gefährlicher die Situation, lt, desto größer die Einheit und Geschlossen⸗ n b beordert das einfachste Gebot

mit ihren anders gehandelt zu Parlament treiben, müsse nicht notwendig zur denn, das Recht, das man anderer Gelegenheit Was der Minderheit billig, darüber darf

mu 85 n orgami⸗ Separatismus mur zer 5 und Arbeiterinnen im Gewerkschaftshaus, um gegen die Teuerung eugnet selbst Kautsky micht. 1: haben die deutschen ngesetzt, unter unsäg⸗ und wirtschaftlichen ktischen Differenz wegen in Trümmer schlagen verlangt, daß

der Arbeiter⸗ on durch Zerrissenheit und

sei, sich mit den Bedürfnissen des Volkes zu beschäftigen.

Ich kann mir nicht denken, daß sich in der Fraktion eine nennenswerte Anzahl Genossen dazu wird treiben lassen, dieses verhängnisvolle Zerstörungswerk zu beginnen.

Die Breslauer Volkswacht bringt über den Konflikt in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion einen(von der Zensur ver⸗ slümmelten) Axtikel, in dem es heißt: Vorläufig hat das Volk, soweit es anderer Meinung ist, auch in dem demokratischen Frankreich und dem parlamentarischen England keinen so durchdringenden Einfluß, daß es die Entschlüsse seiner Regierenden ändern könnte, und diese Regierungen zwingen uns den Weiterkrieg auf. Wir müssen deshalb verlangen, daß auch in diesen Ländern die Arbeiterparteien mit ähnlichen Anfragen an ihre Regierungen herantreten, als wir es getan. Wenn sie ihre Ministerpräsidenten zu ber gleichen Er⸗

klärung veranlaßt haben, daß sie sich vernünftigen Friedensvor⸗

schlägen nicht entziehen wollen, dann wäre für einen neutralen Ver⸗ mittler der Angenblick gekommen, an beide Teile mit seinen guten Diensten heranzutreten. Das ist vorläufig noch in keinem Lande ge⸗ schehen, diese Tatsache darf unsere Minderheit, deren beste Ab⸗ sichten wir im übrigen voll anerkennen, nicht übersohen.

Auf eine schiefe Ebene würden sich unsere Freunde das 1 begeben, wenn sie ihre abweichende Ansicht in der positiven Ab⸗ Ausdruck bringen und im Reichstag selb st gegen die Genossen von der Mehrheit stimmten. Gewiß ist das noch keine Spaltung unserer festgefligten Partei. Aber es ist ein höchst bedenklicher erster Schritt. Zunächst bleibt es natürlich nicht bei der Abstimmung, sondern dazu gehört die Be⸗ gründung. Auch wenn sie nicht von Liebknecht oder Ledebour, sondern von Haase oder Bernstein in der sachlich einwandfreiesten Form gegeben wird, kann es kaum ausbleiben, daß der Kanzler

oder die bürgerlichen Parteien bei ihrer Entgegnung sich auf die

hessere Einsicht der übrigen Sozialdemokraten berufen und so 185 Debatte unter den eigenen Parteifreunden fast unvermeidlich machen

Zum zweiten wissen wir nicht, wie schnell Mehrheit und Minderheit sich wandeln könuen... Es würde den Genossen, die dann die Mehrheit bilden, doch auch nicht gerade verlockend er⸗ scheinen, daß die Genossen, unter deren Votum sie sich bisher beugten, sich selbst nicht mehr beugen brauchen. Aber auch wenn ihnen das gleichgültig sein mag: wirksam, einfluß⸗ gebietend wird unsere Haltung auch dann nur sein, wenn die ganze Partei mit ihrer ganzen Autorität die neue Darin lag bei den bisherigen Entscheidungen der große Eindruck, darin wird er auch in Zukunft liegen.

0 0

* Mißhandlung Kriegsgefangener durch Serben.

Wien, 20. Dez. Aus dem Kriegspresseguartier wird gemeldet: Protokollarische Aussagen verschiedener Kriegsgefangener bezeugen übereinstimmend die roheste, brutalste Behandlung der österreichisch⸗ ungarischen Kriegsgefangenen durch die Serben. Nachfolgend einige krasse Fälle:

Ein Gefangener sagt aus, er habe auf dem Friedhofe von Negotin drei ganz un be kleidete österreichisch⸗ungarische Kriegsgefangene getroffen, die tags vorher als am Typhus ver⸗ storben in die Leichenhalle gebracht worden waren, wo sie infolge der Kälte das Bewußtsein wieder erlangten.

Derselbe Kriegsgefangene sah in Prokuplje einen österreichischen Leutnant ohnmächtig werden. Der Direktor der Versicherungs⸗ Gesellschaft Rossia in Belgrad, der den Gefangenentransport leitete, packte den Leutnant und warf ihn in den Straßeng raben.

Ein Infanterist sagt aus: Der serbische Hauptmann Wofnovitz ließ beim Abmarsch aus Prokuplje einen kranken polnischen Soldaten niederstechen. Oesterreichisch⸗ungarische Gefangene, die sich beklagten, daß sie kein Brot erhielten, wurden mit Prügeln abgefertigt.

Ein anderer Soldat erzählt, Krusevac einen Transport von ungarischen Kriegsgefangenen gesehen, die auf dem Bahnhof zum Teil bloßfüßig vorwärts getrieben wurden. Der Transport passierte die Eisenbahn brücke in dem Augenblick, als ein Zug kam. Als die Leute den Zug erblickten, stürzten viele ins Wasser und ertranken. 4

Ein Feldwebel gab zu Protokoll: Beim Abtransport aus Nisch erschoß der A ufsichtsoffizier Zickovie einen österreichisch⸗ ungarischen Gefangenen, Ingenieur von Beruf, der sich ver⸗ stecken wollte, und warf die Leiche in die Nisava. Den nächsten Tag tötete der Genannte auf dieselbe Weise einen Kriegsgefangenen und prahlte, daß er es stets so mache, wenn einer sich nicht fügen wollte.

Pariser Demonstration gegen die Teuerung.

Am 12. d. M. versammelten sich über 2000 Pariser Arbeiter

er habe am 23. Oktober bei hundertzwanzig österreichisch⸗

Der Gewerkschaftsführer Bled eröffnete die

zu demonstrieren. e ü be 5 Ansprache, in der er ausführte, daß es sich

Versammlung mit einer

darum handle, die Lebenshaltung des arbeitenden Volkes zu sichern.

Die Regierung scheine gar leine Eile zu haben, sich mit der Teue⸗ rung zu beschäftigen. Sie ist stark besorgt, dieHandelsfreiheit auf⸗ rechtzuerhalten. Aber die Frage der Teuerung und der Hausmieten man die Handelsfreiheit beschränkt. gierung nichts tut, so ist es die Pflicht der Arbeiter, sie aufzu⸗ wecken.

Luquet, der juristische Mitkanbeiter der Humanité, lenkte die besondere Aufmerksamkeit der Versammlung 5 mieter, die infolge der Kriegsnot nicht imstande sind, die Mieten zu zahlen. Er verlangte ein Gesetz, auf Grund dessen die Avbeiter⸗ familien, die infolge des Krieges ihr Arbeitseinkommen verloren haben, von der Zahlung der Hausmieten befreit würden. Der Staat sollte die Hausbesitzer entschädigen. l

Maxence Roldes beschuldigt die Regierung, N Nicht der

Da die Re⸗

auf die Haus⸗

daß sie zu träge

Krieg, sondern die Habsucht trüge die Hauptschuld an der Teuerung. Festsetzung von Höchstpreisen und Beschlagnahme würden dem Skandal ber steigenden Lebensmittelpreise ein Ende gemacht haben. Deshalb müßten die Volksmassen fortgesetzt agitieren, bis die Re⸗ gierung ihre Pflicht tue. 0 ö

Gaston Levy schlug als Hilfsmittel die Munizipalisierung der Lebensmittel vor. b

Leon Jouhaux beschäftigte sich mit der Teuerung, die nach dem Kriege entstehen würde, wenn die Schutzzöllner die Ober⸗ hand behielten. Schon jetzt gebe es in industriellen und Handels⸗ kreisen starke Strömungen zugunsten der Aufrichtung undurch⸗ dringlicher Zollgrenzen gegenüber dem Auslande. Man dürfe diese Frage nicht auf die lange Bank schieben. Schon jetzt müsse das Proletariat sich vorbereiten, eine Agitation zu führen gegen alle Schutzzollsysteme und für eine vernünftige Organisation der Lebens⸗ mittelerzeugung. Was jedoch die gegenwärtige Teuerung an⸗ betreffe, so seien Preissestsetzung und Beschlagnahme die besten Lösungen. Die Maßregel, die die Regierung bis jetzt ergviffen habe, seien gauz und gar ungenügend.

Die Versammlung nahm sodann cine Resolution an, die jedoch nicht veröffentlicht wurde.

Fraunzösischer Kriegswahnsinn.

Der sozialistische Unterstaatssekretär für das franzö⸗ sische Munitionswesen Thomas hat am 5. Dezember in Champigny am Denkmal der Gefallenen von 1870 eine Rede gehalten, deren sich der fanatischste Kriegshetzer nicht zu schämen brauchte: 7 5

Keinen Frieden, bevor unser Lothringen und unser Elsaß endgültig in die französische Eiheit zurückgekehrt sind! Keinen Frieden, bevor unsere unglücklichen belgischen und serbi⸗ schen Brlfder nicht die Sicherheit haben, ihren Herd in stolzer Unabhängigkeit wiederzufinden. Keinen Frieden, bevor der deutsche Imperialismus und der preußische Militarismus un⸗ schädlich gemacht sind: keinen Frieden, bevor eine Herrschaft des Rechtes, gegründet auf die siegreiche Einheit der Verbündeten, gestärkt durch den freien Beitritt der Neutralen, nicht für immer die Gewalttat des Krieges abgeschafft hat.... Deutschland ist unruhig. Es versucht, Friedens⸗ gedanken und Friedensangebote einschleichen zu lassen. Den Frieden anbieten, heißt das nicht um Frieden bitten? Und im Laufe eines Kampfes, den man gewollt und von vornherein sieg⸗ reich geglaubt hat, heißt das nicht für Deutschland, seine Unruhe umd seine Befürchtungen eingestehen?...*

Wir wollen gern abziehen, bemerkt dazu der französi⸗ sche Berichterstatter der Wiener Arbeiter⸗Zeitung, was nun einmal bei derlei Redefeierlichkeiten an übertriebenen Re⸗ densarten hergebracht ist, zumal in Frankreich. Aber dies in Rechnung gezogen, bleibt die Rede Thomas' dennoch eine wahre Verirrung eines sozialistischen Politikers, so daß man sagen muß, daß die Verheerungen, die der Krieg auf geistigem Gebiet angerichtet hat, hinter seinen materiessen nicht zurückstehen. Sollte sich Thomas nicht hewußt werden. wie weit er sich vom Denken und den Wünschen des Volkes entfernt hat des wirklichen, von Leid und Wunden zer⸗ rissenen, erschöpften Volkes in seiner dumpfen Werkkags⸗ stimmung, nicht der bei solchen Feiern aufmarschierenden ge⸗ dankenlosen Sonntagsbummler? In allen Ländern hat das Volk brennende Sehnsucht nach dem Frieden im Herzen, nicht nach einemglänzenden und schönen Sieg, der auf einmal undfür alle Zeit ein Friedensideal verwirklichen soll, das die Menschheit nur durch einen dauernden Kampf gogen Mächte sichern kann, die auch im heutigen Frankreich, krotz aller demokratischen Beteuerungen, die herrschenden sind. Wahrhaft unverzeihlich aber ist das Wort, daß den Frieden anbieten bedeute, um Frieden zu bitten. Die Kriegshetzer in der ganzen Welt können Thomas für dieses Wort dankbar sein, das sie jenen entgegenhalten können, die den Krieg für ein Verbrechen halten, sobald er über die Sicherung des nationalen Bestandes hinausgeht. Thomas' Satz besagt, daß nicht der Sieger und nicht der un⸗ besiegte Kämpfer, sondern nur der Besiegte Frieden anbiete. Der Krieg soll also solange fortgehen, bis eine der Parteien völlig niedergeschlagen ist und die Bedingungen aus der Hand des Siegers widerspruchslos annehmen muß! Und die Arbeiterklasse soll ihre Macht, ihre organisierte Kraft, ihre Ideen diesem Trugbild eines von den obsiegenden Staaten des Vierverbandes zu begründendenewigen Frie⸗ den opfern! i 8

Kein Wunder, daß sich die Nationalisten und Profit⸗ macher des Krieges ob solcher Reden ins Fäustchen lachen.

* 4

Die griechischen Wahlen.

Athen, 20. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Agence Havas. Unter den bisher Gewählten befinden sich zweihundert Anhänger Gunaris, fünfunddreißig Theotokisten, m zwanzig Anhänger Rhollis und sieben Anhänger von Dimitracopulos. Aus sechzig Wahlkreisen steht das Ergeb⸗

Meldung der

nis noch aus.

175

1

7 1