Ausgabe 
21.12.1915
 
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dar nicht daran zu denken ist, dem arbeitend 1 welcher Form neue Lasten e e Geht 240 1 1 leren waerDas Großkapital wird immer mächti 85 Mitktelstand verschwindet und die übrige Bevölkerung i i eine geradezu unerträgliche Lage nach dem Kriege; ncht nur ba- durch. daß das Wirtschaftsleben in mancher Beziehung 1115 11 sein wird, sondern auch durch die ungeheure Teuerung 5 8 wesentlichen für absehbare Zeit nach dem Kriege bleiben wird. Es wird daher der Vereinigung aller Kräfte und der größten Arbeit bedürfen, um die Lage des arbeitenden Volkes einigermaßen träglich zu machen. Daher muß es von vornherein ausgeschlossen daß wir im März noch weiter die Lasten vergrößern die 1 5 n Schultern der Arbeiter jetzt ruhen. Es nuß unfere Aufgab 10 das arbeitende Volk zu entlasten, aber nicht noch mehr 1 15 ten. Es liegt im eigenen Interesse der Regierung daß der heutige Tag nicht vorübergeht, ohne daß klipp und klar erklärt

wird, daß an indirekte Steuern nicht gedacht werden kann. Alles

andere ist Nebensache. Wie die Steuer im einzelnen i bedarf eingehender Erwägung. Mit den Sawierigkeiten der Tuch. führung unseres Antrags soll man uns nicht kommen in einer Zeit, wo unser Volk so gewaltige Aufgaben im Dienste des Vaterlandes zu erfüllen hat. Ich bitte den Herrn Staatssekretär dringend auf unsere Frage eine andere Antwort zu geben. Möge er das bringen was draußen von Millionen von Menschen verlangt wird, die klare Erklärung, daß nicht daran zu denken ist, daß das deutsche Volk mit neuen indirekten Steuern belastet wird. Spricht er dieses Wort heute nicht, so würde das eine ungeheure Beunruhigung in 1 des Volkes bringen.(Zustimmung bei den Sozialdemo⸗ raten.

Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich: Der Abg. Hoch wi i vor, daß ich große Beunruhigung in das deuische Bel 10 hätte. Nein, Herr Hoch, das haben Sie soeben getan.(Lebhaftes Sehr 1 N Ich habe kein Wort davon gesprochen, daß während des Krieges die notwendigen Lebensmittel durch indirekte Steuern belastet werden sollen. Die einzige Steuer, von der ich sprach, ist die Kriegsgewinnsteuer, die eine außerordentlich erweiterte und N Reichsvermögenssteuer bedeutet. Natürlich werden wir während und nach dem Kriege nicht mit einer einzigen Steuer⸗

uelle alles Notwendige befriedigen können, ich habe aber das

utrauen zu den deutschen Arbeitern, daß sie sich den Staatsnot⸗ wendigkeiten nicht entziehen und ebenso wie sie im Schützengraben mit den Unteroßfisteren und Leutnants zusammen gekämpft haben, Ceifall) auch kämpfen werden, um das Vaterland zu erhalten

Die Versicherung kann ich geben: an die notwendigen Nah⸗

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rungsmitkel des Volkes werden wir während des Krieges nicht her⸗ angehen.(Beifall.)

Abg. Graf Westarp(k.): Es ist sehr schwierig, festzustellen, was übermäßige Verdienste sind. Es muß verhindert werden, daß durch das Gesetz ein gewissenloses Denunziantentum gezüchtet wird.

Abg. Mumm(Wirtsch. Vg.): Heute ist es sehr friedlich her⸗ gegangen Hoffentlich zeigt sich dieselbe Einigkeit auch bei der Be⸗ ratung des definitiven Gesetzes.

Abg. Dr. David(Soz.): Ich habe keineswegs den Zeichnern der Kriegsanleihe einen moralischen Vorwurf gemacht, sondern nur den kategorischen Imperativ der Pflichterfüllung auch in An⸗ spruch genommen für die Hingabe von Gut und Blut ohne fünf Prozent.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Gegen den Wehrbeitrag wird angeführt, daß die Gemeinden durch ihre Steuer⸗ zuschläge schon Kriegssteuern erheben. Diese Zuschläge treffen aber auch die Allerärmsten. Wir wollen die Henne mit den gol⸗ denen Eiern nicht schlachten, aber Federn soll sie lassen, die sie reichlich entbehren kann.(Heiterkeit und Beifall bei den Sozial⸗ demokraten.)

Abg. Hoch(Soz.): Ich habe mich lediglich dagegen gewendet, daß der Staatssekretär überhaupt nichts über neue Steuern ge⸗ sagt hat. Er weiß doch genau, daß die Kriegsgewinnsteuer für das Jahr 1916 nichts abwerfen kann. Anstatt Farbe zu bekennen, lenkt er also von der Sache ab. Ich weise entschieden die Mah⸗ nung an uns, nicht Unruhe zu stiften, zurück. Beherzigen Sie die Mahnung, geben Sie dem Volk Aufklärung darüber, mit welchen Steuern es zu rechnen hat Wenn Sie weiter schweigen oder unsere Aufmerksamkeit von der Sache abzulenken versuchen, sind wir verpflichtet der Wahrheit die Ehre zu geben.

Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich: Mit keinem Mittel Ihrer Ueberredungskunst, Herr Abg. Hoch, werden Sie mich dazu bringen, hier Mitteilungen zu machen über Dinge(Aharufe bei den Sozial⸗ demokraten. Unruhe), über die die Verbündeten Regierungen noch nicht beschlossen haben. Notwendige Lebensmittel des Volkes haben wir in diesem Kriege nicht belastet, sondern entlastet, und wir werden sie auch weiterhin nicht belasten. Wenn Sie sich aller⸗ dings auf den Boden stellen, daß jede indirekte Steuer und Ver⸗ kehrssteuer eine Belastung der breiten Massen bedeutet auf dem Boden können wir überhaupt nicht diskutieren. Der Bevölkerung muß klargemacht werden, daß große finanzielle Ansprüche an sie herantreten, und daß es unmöglich sein wird, alles aus einer Steuerquelle zu befriedigen. Die Vorlage, die im März kommen wird, muß als Ganzes betrachtet werden im Zusammenhang auch

mit dem, was in den Einzelstaaten und Kommunen geschieht. (Beifall.) g 3 8

Damit schließt die Generaldiskussion. Die einzelnen Para⸗ graphen des Gesetzes werden nach kurzer Debatte über juristische Einzelheiten in der Kommissionsfassung angenommen, ebenso die Resolutionen der Kommission. Der Antrag Albrecht wird 9 die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Hierauf wird da⸗ Gesetz sofort auch in dritter Lesung einstimmig angenommen

Es folgt die* zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Kriegsabgaben

der Reichsbank.

Die Kommission beantragt, den Gewinn der Reichsbank in den Kriegsjahren 1915 und 16, sowelt er den durchschnittlichen Rein⸗ gewinn der letzten drei Friedensjahre übersteigt, zu drei Vierteln (statt zur Hälfte, wie die Regierungsvorlage wollte) an das Reich fallen zu lassen.

Abg. Keil(Soz.) begründet einen Antrag der Sozialdemokraten, den vollen Gewinn der Kriegsjahre, soweit er den durchschnittlichen Reingewinn der letzten drei Feiedensjahre übersteigt, dem Reiche zu⸗ zuführen. Bei 75 Prog. bleibt den Anteilbesitzern der Reichsbank ein biel höherer Gewinn als in den letzten drei Friedensjahren. Der durchschnittliche Gewinn betrug in diesen Jahren 7.08 Proz. Mit einer solchen Kapit issrente kann man in diesen Kriegszeiten sehr wohl zufrieden sein.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)

Reichsbankpräsident Havenstein: Der Antrag widerspricht jeder Billigkeit. Wenn von den 222 Millionen Gewinn der Reichsbank im Kriege 199 Millionen dem Reiche zur Verfügung gestellt werden, so genügt das wohl, eine weitergehende Besteuerung würde ein privilegium odiosum für die Anteilseigner und auch für den Re⸗ servefonds der Reichsbank bedeuten. 2

Abg. Dr. Arendt(Rp.) spricht gegen den Antrag Albrecht.

Abg. Keil(Soz.): Das Eintreten des Reichsbankpräsidenten für die Anteilseigner der Reichsbank ist verständlich. Wir haben aber die allgemeinen Volksinteressen zu vertreten. Viele Leute würden im übrigen froh sein, wenn sie ein solchesPrivilegium odiosum hätten, wie die Anteilseigner der Reichsbank.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.)

Nach kurzer weiterer Debatte wird der Antrag Albrecht abge⸗ lehnt, die Vorlage nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen.

Das Haus vertagt sich auf Dienstag 11 Uhr. N

Auf die Tagesordnung werden auf Vorschlag des Präsidenten gestellt: 1. kleine Anfrage des Abg. Bassermann(natl.), 2. zweite und event. dritte Lesung der Kriegskredite, 3. die Beschlüsse der Budgetkommission auf Erhöhung der Unterstützungen für Krieger⸗ familien, denen die Regierung zugestimmt hat.!

Schluß: 6 Uhr. a 7 55

Tahesbericht des Großen Hauptguartierg.

Im Westen erfolgreiche Sprengungen und Luftkämpfe. Bei Mojkovac mehrere hundert Gefangene ö gemacht.

W. B. Großes Hauptquartier, 20. Dez., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.

Das Feuer unserer Küstenbatterien vertrieb feindliche Monitore, die gestern nachmittag Westende beschossen.

Au der Front neben lebhafter Artillerietätigkeit mehrere erfolgreiche Sprengungen unserer Truppen.

Eines unserer Flugzeuggeschwader griff den Ort Poperinghe an, in dem zahlreiche Verbindungen des Feindes zusammenlaufen.

Ein englischer Doppeldecker wurde im Luftkampf bei Brügge abgeschossen. Die Insassen sind tot.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Balkankriegsschauplatz.

Bei den Kämpfen nordöstlich der Tara sind, wie nachträg⸗ lich gemeldet wird, drei Gebirgs- und zwei Feldgeschütze er⸗ beutet. g

Gestern fanden bei Mojkovac weitere für die öster⸗ reichisch⸗ungarischen Truppen günstige Kämpfe statt. Mehrere hundert Gefangene wurden eingebracht.

Von den deutschen und bulgarischen Heeresteilen nichts Neues! Oberste Heeresleitung.

2 Der österreichisch⸗umgarische Tagesbericht

Wien, 20. Dez.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, den 20. Dezember 1915.

Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Itallenischer Kriegsschauplatz. 5

An der ganzen Front mäßige Artillerietätigkeit, die sich nur im

Chiesa⸗Abschnitt und im Gebiet des Col di Lana zu größerer Heftig⸗

keit steigerte. Südöstlicher Kriegsschauplaßz. g Die Truppen des Generals von Koecveß er st ür mten die starl aufgebauten feindlichen Stellungen am Tara⸗Knie südwestlich von Biselpolse und bei Godusa nördlich von Berane. In den Kämpfen an der Tara wurden 3 Gebirgskanonen, 2 Feldkanonen und 1200 Gewehre erbeutet.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer. Feldmarschalleutnant. *

Die neuen Erfolge in mo tenegro.

Die Truppen des Generals v. Koeveß haben, wie der Frankf. Ztg. telegraphiert wird, erneuert einen bedeu te n den Erfolg errungen, durch den sie in kürzester Zeit in den Besitz der besten Straße Altmontenegros gelangen dürften. Sie erstürmten nämlich südwestlich von Bijelopolje die zwischen der Ljiebesnitza und der Tara am Knie dieses Flusses gelegenen, stark ausgebauten feindlichen Stellungen im Nordwestteil der Sijawitza Planina. Dort geht der von Grab durch die Landschaft Kolaschin nach Mojkowatsch und von dort weiter im Tale der Tara nach Süden führende Weg, der von Trebaljewo an zu einer guten Straße wird, nach Podgoritza. Von Lepenatsch bis nach Mojkowatsch zieht dieser Weg in einer engen Schlucht, die den Namen Ulosewina trägt. Die Stellungen am Tara · Knie lagen, wie ein Blick auf die Karte erkennen läßt, auf 1 07 kahlen, schwer gangbaren Höhen. Ihre Einnahme 4 auch bei oberflächlicher Kenntnis der Schwierigkeiten 1 0 ländes zur Bewunderung für die Leistungen der dor im Kampfe stehenden Truppen, die hier in e bis zu 2000 Meter hohen Gebirgen von 3 5 25 folg eilen. Gleichzeitig mit diesem Erfolg fällt die 90 stürmung der feindlichen Höhenstellungen

Godusa zusammen, wo sich die endwegartige Verbindung, die von Korita nach Berane führt, zwischen der Jaastak Planina und der Morawatsch Planina in 1400 Meter Höhe hinzieht. Dadurch hat sich die von Norden gegen Berane heranmarschierende Kolonne dieser Stadt bereits bis auf 12 Kilometer genähert.

Das Los der serbischen Flüchtlinge.

Einem holländischen Blatte wird aus London berichtet: Nur ein kleiner Teil der Serben, die aus Serbien ge⸗ flüchtet sind, hat Griechisch-Mazedonien erreicht. Während der Feind Altserbien durchzog, gingen die meisten serbischen Männer, die sich in nichtdienstpflichtigem Alter befanden, längs der Wege, die nach Westen und Südwesten führen. Die meisten Frauen und Kinder blieben zu Hause, als die Angreifer die Grenzen Alt⸗

serbiens erreichten. In der Ebene von Kossowo hatten sich 750 000 Flüchtlinge zusammengezogen, die nach Albanien und Montenegro gingen. 250 000 beschlossen, sich den Oesterreichern

und Deutschen zu ergeben. Die übrigbleibende halbe Million Menschen zog es vor, die furchtbare Flucht im Winter nach den verschneiten Bergen Albaniens zu unternehmen. Sehr wenige wußten, welches Schicksal sie erwartete. Tausende sind durch Hunger und Kälte umgekommen oder wurden von Wölfen zerrissen. Eine Menge Flüchtlinge, die in bitterer Kälte nach Albanien und Montenegro flohen, hatten fast nur vom Fleische der Kadaver ge⸗ lebt. Ihr Elend übertraf die Leiden beim napoleonischen Rück- zuge aus Moskau.

Ein griechisch⸗französi cher Zwischenfall.

Koustantinopel, 20 Dez. Wie wohl die griechischen Truppen aus Salonik entfernt worden sind, behalten sie das die Stadt beherrschende Fort Karaburnu besetzt. Die Franzosen äußerten zweimal den Wunsch, ihnen dieses Fort zu übergeben, was die Griechen jedoch ablehnten. Am letzten Freitag näherte sich eine stärkere französische Patrouille Karaburnu. Da auf Anruf die Franzosen nicht stehen blie⸗ ben, eröffnete das Fort das Feuer, worauf sich die Patrouille fluchtartig zurückzog.

5 Die ariechischen Wahlen.

Bern, 20. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Mailänder Blätter melden aus Athen: Anscheinend haben die Anhänger Gunaris eine starke Mehrheit erhalten. In Athen und im Piräus haben sie fünfzehn Sitze gewonnen. In Athen und einigen anderen Hauptzentren wurde die Aufforderung der Veneselistenpartei zur Stimmentheeltung befolgt. Auf dem Lande war die Stimment⸗ haltung nicht groß.

Athen, 20. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuter⸗ schen Bureaus. Das Wahlergebnis wird nicht vor Dienstag mittag bekannt sein. Die Gunaristen scheinen dadurch, daß sie 15 von 22 Sitzen in Attika gewonnen haben, die Mehrheit zu er⸗ langen.

Feindliche Flotten in den Straßen von

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Athen, 20. Dez. Nach einer Meldung aus Korfu suchten zwei Schiffe ohne Flagge, die aber als italienische erkannt wurden, in Begleitung eines Kreuzers, ebenfalls ohne Flagge die Vacht von Korfu und Küsten von Epirus ab. Reisende aus Brindisi melden, daß dort ein starkes Geschwader der italienischen Flotte liegt. Außerhalb Chimara wurden 18 kleine und große Kriegsschiffe, teils englische, teils franzö⸗ sische gesichtet.

Die Entente⸗Truppen bei Ari

* 2 2. Burnu ans Meer getriebeu.

Konstantinopel, 20. Dez.(W. T. B.) Der Korrespon⸗ dent der Agentur Milli an den Dardanellen meldet: Seit gestern wird in allen Abschnitten wütend ge⸗ kämpft. Unsere Truppen begannen bei Anaforta und Ari Burnüu mit dem allgemeinen Angriff. Der Feind führte, um unsere Angriffe zu erwidern, bei Sedd⸗ül⸗ Bahr einen Gegenangriff aus, den unsere Truppen unter außerordentlichen Verlusten für den Feind abschlu⸗ gen. Unsere Truppen nahmen wichtige feindliche Stützpunkte bei Anaforta und Ari⸗Burnu. Unser kräftiges Artilleriefeuer verursachte in den Reihen der Feinde schwere Verluste. Unsere braven Soldaten, die seit Monaten auf diese Offensive warteten, zeigen bei den ungestümen Angriffen gegen die feindlichen Schützengräben

bewunderungswürdigen Schwung und Opferwilligkeit. In kurzer Zeit wird es bei Anaforta und Ari Burnu mur noch feindliche Leichen geben.

Eine weitere Meldung des Korrespondenten besagt: Wir schlugen den Feind bei Anaforta und Ari Bur nu vollständig in die Flucht. Unsere Soldaten erreich⸗ ten bei Ari Burnu das Meer. Die Beute ist un ermeß⸗ lich groß. Infolge dichten Nebels gelang es dem Feind zu entkommen, ohne eine große Anzahl Gefangener zurückzu⸗

lassen. Englische Bestätigung.

London, 20. Dez. Offiziell wird mitgeteilt, daß alle Truppen aus Suvla und Anzac mit Geschützen und Vorräten nach einem anderen Operattionsterrain mit gutem Erfolge gebracht worden sind.

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Russische Bestialität.

Wien, 20. Dez. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet Wie aus einem amtlichen Bericht hervorgeht, wurden am 29. August 1914 in der Gemeinde Liweze, Bezirk Sokal, Jünglinge und Männer unter dem Vorwande, daß die Bewohner von Liweze die Russen beschossen hätten, zusammengetrieben und in ein Haus ein⸗ geschlossen. Hierauf kam eine achtköpfige russische Patrouille zum Haus. Der kommandierende Fähnrich befahl: Diese Hunde sind zu erschießen! Die Patrouille schoß durch die Fenster und die Tür auf die Eingeschlossenen und massakrierte sie sodann mit Säbel und Bajonett. Diese Opfer der russischen Bestialität, achtzehn an den Zahl, standen im Alter von 14 bis 70 Jahren.

Die Verluste der englischen Handelsflotte

1447628 Tonnen versenkt.

Vom Beginn des Krieges bis Ende November dieses Jahre: sind, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, insgesamt 734 feindliche Handels fahrzeuge mit einem Tonnengehalt von 1447628 Tonnen versenkt worden. Hiervon entfallen auf Verluste* durch U⸗Boote: 568 Fahrzeuge mit 1079 402 Br. R.⸗T. durch Minen: 93 Fahrzeuge mit 94 709 Br. R.⸗T. durch sonstige kriegerische Ereignisse verursacht: 73 Fahrzeuge mit 273 517 Br. R.⸗T. a Von den versenkten Fahrzeugen gehören 624 mit einem Tonnen. gehalt von 1 231 944 Tonnen der englischen Handelsflotte an. Das bedeutet einen Ausfall von 5,9 Proz. der gesamten englischer Handelsschiffstonnage. Dieser Frachtraum fehlt also mit anderen Worten der englischen Handelsflotte, deren Hauptaufgabe darin besteht, der Industrie, sei es für den Kriegsbedarf, sei es für daz tägliche Leben, Rohstoffe und der Bevölkerung Englands Lebens mittel herbeizuschaffen. Vergegenwärtigt man sich ferner, welch Mengen an Laderaum der englischen Handelsflotte durch den enormen Bedarf an Schiffen für Trans portzwecke, Beförderung von Truppen und Kriegsmaterial nach Frankreich, Griechenland den Dardanellen, Aegypten, von und nach Indien verloren gehen der Vorfitzende der Peninsular and Oriental Steam Navigation Company äußerte in der diesjährigen Generalversammlung, daf allein schon von 60 dieser Gesellschaft gehörenden Schiffen 42 in Dienste der Regierung ständen, so ergibt sich ohne weiteres, das jede Tonne eines verlorenen Handelsschiffes England an seine! empfindlichsten Stelle treffen muß.

Deutschland und Amerika. N

Newyork, 20. Dez. Die Newyork Times empfing mittel! drahtloser Telegraphie eine Meldung aus Berlin, in der di deutsche Reichsregierung bestreitet, daß die Tätigkeit sogenannter Verschwörer ode Spione in Amerika fördert oder unterstütze, und die Deut schen vor solchen unverständigen Handlungen warnt. Dis Blätter geben dies allgemein wieder und erkennen an, daß nichts entdeckt wurde, was eine Verbindung der deutschez Botschaft mit solchem Tun erkennen ließe.

Die zweite amerikanische Note an Oestereich⸗Ungar Washington, 20. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung de Reuterschen Bureaus: Die zweite Note an Oesterreich⸗Ungarn wir vermutlich am Montag abgeschickt. Oesterreich⸗Ungarn wird sit aber schnell entscheiden müssen, ob die Beziehungen abgeb⸗ Die Note nimmt in keiner Weise inger

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen.

Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M