Organ für die
9045 Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
Die Oberbessische Volkszeitung erscheint
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Nr. 295
Gießen, Donners lag, den 16. Dezember 1915
Aus dem Reichstage.
Die neuen Kriegskredite vor dem Reichstag
1 N Berlin, 14. Dez. der beuten S„ ezember. von Aufcagen des een Lie 0155 58 bie Reihe bekanntlich in einer besonderen Erklärung die en 1 le hnt hatte. Nicht nur diese Stellung der Fraktion 7 05 1 Anfragen, sondern auch die Art ihrer Formulierung und die Art 1 85 Wiedergabe bewirkten, daß sie vollkommen in 1 5
ir kung versagten und selbst in ihrem berechtigten K 110 155 ira des Hauses b a 8 0
arauf trat das Haus in die erste Beratun, kredit⸗ vorlage von 10 Milliarden Mark 1 die e e 11 ersten Vorlage em Reichs sekretär mit ei auch die ersten Vorlagen, von dem Reichsschatzsekretär mit einer längeren Rede eingeleitet wurde. Es wäre zu viel verlangt gewesen 5 daß Herr Helfferich gestern noch besondere neue Momente zur Begründ⸗ ung der neuen Anleihe vorgebracht hätte. Seine Rede beschränkte sich daher auf eine neue Zusammenstellung bekannter Tatsachen und auf eine agitatorisch sehr glückliche Ausnutzung unserer finanziellen Kraft gegenüber den finanziellen Kräften der Entente, im beson⸗ deren Englands. Die Zahlen, die Herr Helfferich vorführte wer⸗ den immer von neuem neben der Bewunderung für die ungeheure finanzielle Kraft Deutschlands, doch auch Sorge und Bangigkeit für die Jukunft hervorrufen. Es handelt sich jetzt um Summen, für die selbst in diesem Kriege noch kein Maßstab geschaffen worden ist, Aan Summen, wie sie bisher in der ganzen Finanzgeschichte der Welt noch nicht Einzelfragen aufgetaucht sind, um Summen, die das Natjonalverm gen ganzer Völker darstellen. Es war Herrn Helfferich nach dem Stande der deutschen Volkswirtschaft verhält⸗ nismäßig leicht, auch die neue Vorlage zu begründen. Wo wir auch immer die deutsche Volkswirtschaft in ihren Exträgnissen ansehen, zeigt sich in steigendem Maße ein glänzendes Bild. Die Sparkassen, die Depositenkassen der Groß⸗ banken, die In dustrie und die Landwirtschaft, mit einem Wort die höchste Konzentration der lapitalistischen Produk⸗ tionsweise stehen in einer Blüte, wie niemals zuvor in Deutschland. Und der Krieg hat eine geradezu treibhausartige Hochjunktur bei ihnen hervorgerufen. Die Ausbeutung der Arbeit ist aufs Höchste angespaunt ünd die Mehrwertrate zeigt eine nie geahnte Steiger⸗ ung. Diese ungeheuren Profite bleiben in Deutschland, im Inlande, da wir unseren Kriegsbedarf so gut wie ganz im Inlande decken und der Außenhandel Deutschlands fast völlig aufgehört hat. Aus diesen Gründen ist es kein Wunder, sondern eine Selbstverständlich⸗ keit, daß unser Anleihebedarf in einer ganz anderen Art und mit ganz anderem Erfolge gedeckt wird, wie der Anleihebedarf der feindlichen Länder, die ihr Gold nach Amerika abgeben und Ar⸗ beitskräfte in anderen Ländern besolden müssen. Das alles hindert aber nicht, daß die Ausgaben für den Krieg natürlich auch in Deutschland ungeheuer wachsen, da die Produktion für den Krieg keine neuen Werte schafft, sondern nur Werte, die end⸗ giltig vernichtet werden.
Wir haben jetzt nach den Ausführungen des Reichsschatzsekretärs nicht nur eine tägliche Kriegsausgabe von zirka 70 Millionen, son⸗ dern sicherlich, wie er nur durchblicken ließ, von mindestens 10 Mil⸗ lionen mehr. Das ist im Monat ungefähr eine Viertelmilliarde Mark. Natürlich geht es den anderen Ländern nicht besser, son⸗ dern aus den angeführten und anderen Gründen noch Herr Helfferich berechnete, daß die Kriegskosten aller kriegführen⸗ den Mächte sich jetzt täglich auf 320 bis 330 Millionen Mark ein⸗ schätzen lassen. Das macht im Monat 8 bis 10 Milliarden Mark, im Jahre nahezu 120 Milliarden. Die einzelnen Vergleiche zwischen uns und den anderen Ländern gaben Herrn Helfferich mit Recht gutes Malerial für den Nachweis, daß die finanzielle und ökonomische Kraft Deutschlands die anderen Mächte weit über cage, und da in den kapitalistischen Zeitläuften auch im Kriege die Macht des Geldes ein wesentlicher Teil des Ersolges bleibt, so konnte er mit Recht auch hier eine starke Ueberlegenheit der deutschen Macht feststellen. Herr Helfferich schloß mit geschichtlichen, Vergleichen der Gegenwart gegenüber der Vergangenheit. Er erinnerte an. die Oöyssee der deutschen Einigkeit, angefangen vom 9ojährigen Krieg bis zu den napoleonischen Zeiten und sagte diese Entwicklung nun in umgekehrter Folge für England voraus. Die Rede des Reichs⸗ schatzsekretärs wurde von allen Parteien mit lebhafter Zustimmung aufgenommen. 585 10
Genosse Scheidemann erklärte darauf im Namen der Fraktion, daß diese wie bei früheren Gelegenheiten sich ihre end⸗ giltige Entscheidung bis zur dritten Lesung der Vorlage vorbebalke ö Die Fraktion habe den Wunsch nach einer grün, dlichen Aus⸗
sprache über allgemeinpolitische und sinan-politische Dinge ge⸗
rade auch im Anschluß an diese Vorlage, da sie aber glaube eine ißiosten in der Budget⸗
sie sich mit der von den Vorlage an diese
solche gründliche Aussprache am zweckmé tel kommifsion vornehmen zu können, erkläre ö übrigen Fraktionen angeregten Ueberweisung der Kommission einverstanden.
** 1 11 Der Seniorenkonvent des Reichstags ö 1 hatte am Dienstag über die Geschäftslage sich zu entscheiden. Die Regierung möchte die vorliegenden Arbeiten des Nei; 1 tages bis Weihnachten erledigt sehen. Dann sollte eine Ver⸗ tagung des Reichstags bis März eintreten. Im Senioren⸗ 0 konvent war man der Meinung, daß sich der vorliegend!
Weihnachten nicht aufarbeiten lasse; man kann und zwar Montag und
halten, in welchen vor und die Kreditvorlag
Stoff bis 0 daher überein, in nächster Woche,
Dienstag, zwei Plenarsitzungen abzu allen Dingen die Kriegsgewinnsteuer
schlechter.“
I. Deutschland habe seit langem Vorbereitungen getroffen für einen Angriff auf Britisch⸗Südafrikg, insbesondere durch An⸗ häufung von Munition und Aufstellung einer außerordentlich starken Truppenmacht in Deutsch-Südwestafrika.
2. Der Gouverneur von Deut Südwestafrika habe vor Be⸗ ginn des Krieges mit dem burischen Kommandanten Maritz ein Abkommen zwecks Angriffs auf Südafrika getroffen.
5 3. Nach Ausbruch des Krieges in Europa habe die bewaffnete Macht Deutsch⸗Südwestafrikas an zwei Stellen, nämlich bei Scut⸗ drift und Nakab⸗Süd, einen Angriff auf englisches Gebiet gemacht.
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Die Rücktegsgefechte in Mazedonien. g Reuters Sonderkorrespondent in Mazedonien meldet über die Rückzugsgesechte: Unsere am meisten vorgeschobene Stellung war unter dem Namen Rocky Peck bekannt. Der Angriff der ulgaren begann am 6. Dezember um 3 Uhr morgens mit einer entsetzlichen Flut von Projektilen, die unsere Laufgräben überschüttete, während explodierende Grana die Felsen zersplitterten und Stilcke davon nach allen Nichtunge! wegschleuderten. Die Wirkung des Feuers wurde dadurch sehr stark erhöht. Hierauf rückte bulgarische Infanterie in Massen⸗ formation an Sie mußte dafür büßen, obwohl wir infolge Kanonenmangel nicht imstande waren, ihre Glieder, die ganz ohne Deckung vorgingen, entsprechend unter Feuer zu nehmen. Unsere Mannschaften schossen im Schnellfezer auf die anrückenden Massen, bis sie keine Munition mehr hatten, und ver⸗ suchten dann, den Angriff mit dem Bafonett aufzuhalten; sie wur⸗ den jedoch durch die Uebermacht überwältigt Trotzdem machten die erlittenen Verluste die Bulgaren sehr vorsichtig. le sie sich der zweiten Linse näherten, bombardierten sie, nachdem sie sich auf den Zentimeter genau eingeschossen hatten, unsere Lauf⸗ gräben mit Schrapnells und Granaten. Die Stellung wurde in⸗ folge des feindlichen Feuers bald unhaltbar. Wir zogen uns sodann auf unsere dritte Verteidigungslinje zurück. Zwei Kompagnien eines irischen Regiments blieben auf der Spitze des Hügels zurück, welche als Kewi-Spitze bekannt ist, und hielten die Bulgaren fast den ganzen Morgen, obwohl sie nur über Gewehre verfügten, auf, Es blieb beinahe niemand von ihnen ain Leben, aber ihr Wider⸗ stand machte großen Eindruck auf die Bulgaren, die ehalten wurden und uns die nötige Zeit gewährten, unsere Ve 5 linie in Stand zu setzen. An dieser dritten Verteidigungslinie wurden die Bulgaren schließlich aufgehalten.
Der erbische Rückzug in Albanien. Der Frankf. Ztg. wird telegraphiert: Der Rückzug der Reste des serbischen Heeres in Albanien geht
10. Jahrgang
vor. An der Kaukasus⸗Front wiesen wir Ueberrumpelungs⸗
versuche ab, welche der Feind mit kleinen Abteilungen an
einigen Abschnitten unternahm. Von der Dardanellen⸗Front
wird berichtet: Bei Anaforta beschossen feindliche Panzer⸗
schiffe, die dabei von Beobachtungs⸗Ballons unterstützt wur⸗
den, einen Augenblick unsere Stellungen. Unsere Artillerie
erwiderte das Feuer und beschoß wirksam die Schützengräben
und Batterien des Feindes. Bei Ari Burnu ziemlich heftiges Vombenwerfen und Geschützkampf mit Zwischenpausen. Bei
Sedd⸗ül⸗Bahr schleuderte der Feind in der Nacht vom 11. zum
12. Dezember gegen unseren linken Flügel eine ziemlich große Menge Bomben. Am 12. Dezember versuchte der Feind, nachdem er eine Stunde lang Bomben aller Art und Luft⸗ torpedos gegen diesen Flügel geschleudert und ein sehr hef⸗
tiges Gewehr- und Geschützfeuer gegen denselben gerichtet
hatte, einen Angriff, welcher jedoch durch die kräftige Ant⸗
vort unserer Artillerie, die den Feind zwang, mit großen Ver⸗
lusten nach seinen Schützengräben zurückzukehren, vollständig
abgeschlagen wurde.
Die Lage m Orient.
Konstantinopel, 14. Dez. Der rumänische Militär⸗ attachee Major Trantomir, der einige Tage an den Dar d a⸗ nellen verweilte, faßt seine dort gewonnenen Eindrücke dahin zusammen, daß die Dardanellen uneinnehmbar sind. Wenn es der Entente-Armee nicht gelingt, rechtzeitig einen Ausweg zu finden, wird es ihr Schicksal sein, sich zu verbluten.
Als günstiges Symptom der politischen Konstellation ist
es aufzufassen, daß der seit fast Jahresfrist abwesende griechische Generalkonsul hierher zurück⸗ ehrte, ferner daß der seit Frühjahr frei gewesene griechische Gesandtenposten jetzt wieder⸗
besetzt wird. Die Ernennung Kallerghis zum Gesandten steht unmittelbar bevor.
Das Echo der Friedens interpellation in England und Frankreich.
unter äußerst schwierigen Verhältnissen vor sich. Fast über all herrschen heftige Schneestürme, die Straßen sind verweht und unpassierbar. Die Verpflegung ist unter den allergrößten Schwierigkeiten aufzubringen. Hunger und Kälte fordern täglich eine bedentende Anzahl von Opfern. Auch von den Ententetruppen, besonders von den farbigen Mannschaften sind massenhaft Leute erfroren. Geck enla d leistet keinen Widerstan d.
Der Frankf. Ztg. wird telegraphiert: f
Lugano, 14. Dez. Die Unterhandlungen zwischen dem griechischen Obersten Pallis und General Sarra il sind beendet. Sie ergaben, wie der Saloniler Koreespondent des Corriere della Sera aus Kreisen des sranzösischon Kommandos hürte, daß Griechenland sich nicht dem Ein mar sche der Deutschen, Oesterreicher und Bulgaren widersetzt und daß es die Zone bis Salonik ru um t. Der Abmarsch der griechischen Truppen hat be eits begonnen. Nach Nea Imera wird das füufke iechische Korps, das zwischen Dolran und Salonfk st Osten verschoben, damit es nicht zwischen beide Kriegsparteien gerät. u die Engländ einen Teil des Kais von Salonik. Befestigungsarbeiten be⸗ ung der Stadt er
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Nach einem Telegramm Magrinis bese bereits das Zollamt und
au äß ig zu umgrenzen. ie Verfolger die Zweigbahn übernehmen und ge isch besetzen könnten. Er nimmt an, daß die Verteid' gung Saloniks zehn bis zwölf K ilometer vor der Stadt erfolgt, sodaß die Belagerung alle Landverbindungen zmischen Ost⸗ und Westgriecheuland unterbrechen würde.
Paris, 14. Dez. Dem Petit Journal wird aus Salonik gemeldet: Vier weitere Transportschiffe mit englischen Truppen sind am 12. Dezember angekommen. Im Hasen herrscht Tag und Nacht große Bewegung. Frankreich hat viel schwere Artillerie gesandt. Die in Salonik weilenden englischen Truppen sind an die Front abgegangen.
Dee serbischen Flüntlin⸗
London, 14. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.)
Kawala und Seres samt Umgeb
e Times erfährt
aus Athen, daß noch 2000 serbische Flüchtlinge in Salonik ange— in Zelten und im xussischen Spital unterge—
kommen sind, wo sie
bracht wurden. n erwartet noch mehr Flüchtlinge aus Doiran
und Gewgheli. birbsbeabsichtigt, den größten Teil davon nach den Inseln im Aegäischen Meer zu bringen. er tür z che Fa zesbericht. Konstantinopel, 14. Dez.(W. T. B.) Das Hauptquartier
1 schi N o Rei Hstag bis verabschiedet werden sollen. Dann soll der Reichstag bis
11. Januar 1916 vertagt werden.
* 5 Kleine Anfragen im Reichstage.
9. Der nationalliberale Abgeordnete B e n hat im . eichstage folgende„kleine Anfrage“ eingebrachen 1 ö l Reichskanzler bereit und in der Lage, über sol⸗ a Ist der Herr Reichskanzler 1 N
gende, englischerseits verbreitete teilen:
meldet: Von der Irak⸗Front liegen keine neuen Nachrichten
beurteilt als in der französischen, die sie
aber in der ganzen Auffassung des Krieges diesseits
Vom Wolffschen Bureau sind Aeußerungen der hauptsächlich⸗ sten Preßorgane der Vierverbandsländer über die Rede des Reichs⸗ kanzters aus Anlaß der sozialdemokratischen Friedensinterpellation übermfttelt worden. Es handelt sich nur um Auszüge, und deshalb ist das Bild, das sich bietet, nicht vollständig und nicht absolut ge⸗
nau. Jedoch eines kann wohl gesagt werden, ohne daß man nach⸗
trägliche Korrekturen allzu sehr zu fürchten braucht: In der eng⸗ lüschen Presse werden die Vorgänge im Reichstag weit sachlicher anscheinend nur als eine neue Gelegenheit betrachtet, die Kriegsstimmung neu an⸗ zufachen. Die Erklärung dieser auffallenden Verschiedenheit lieg 0 und jenseits des Kanals, kühle Berechnung da und verzweifelter Fanatismus
dort.
Bemerkenswerterweise ist es ein englisches Finanz⸗ blatt, der Economist, das in vorsichtigen Worten mahnt, nach einem allgemein ehrenvollen Ausgleich zu trachten, ehe der schwerste Bankerott Europa ergreifen würde. Jeder Monat des Krieges, so führt es aus, erhöhe Englands Schuldenlast um so viel, wie die drei Jahre des Burenkrieges. Dieser Hinweis auf die finanziellen Lasten wird erst recht verständlich, wenn man zwei ganz neue Mit⸗ teilungen(die aber dem Finanzblatt wohl schon bekannt waren) heranzieht: der Kurs der englisch-französischen Anleihe in Nord⸗ amerika ist trotz des hohen Zinsfußes unter den Emissionspreis gesunken, nämlich auf 96 Prozent, und der britische Finanzminister
Me Kenna hat einem Parlamentsmitglied die Aussicht eröffnet, daß
sich„vielleicht“ die Einziehung von einem Viertel aller Ein⸗ kommen nötig mache, durch den Steuererheber oder durch den Arbeitgeber, was darauf schließen läßt, daß die Arbeitslöhne ut werden sollen, wie das bisher im englischen Steuer⸗ suste g. Das sind allerdings Dinge, die die Begeisterung für den Krieg bis ins Unendliche oder auf zwanzig Jahre, wie zu Be⸗ ginn gesagt wurde, erheblich dämpfen müssen.
Zur Ergänzung wird vom Daily Telegraph die politische und militärische Lage angeführt. Das Blatt meint, die triumphierende e kanzlers sei nicht ohne Berechtigung, die Einkreisung
sei durchbrochen, die Offensive befinde sich in der Hand der Deutschen und ihrer Verbündeten und die Frage der Sicherheit Aegyptens tauche von neuem auf; auf keinem Kriegsschauplatz im Osten sei
die mil tärische Lage für England befriedigend. Und Daily News gesteht die große Enttäuschung über die Reichstagsdebatte ein; diese
18, was die Hoffnung erwecken könne— nämlich Hoffnung auf die Unterwerfung Deutschlands und einen Frieden nach eng⸗ lischem Gebot.
Wenn nun auch in keiner dieser Aeußerungen das ausdrück⸗ liche Verlangen gestellt wird, die englische Regierung möge ihrer⸗ seils die Sachlage berücksichtigen und die Hand zum Frieden bieten so liegt doch das Bekenntnis vor, daß der Krieg schwer auf England lastet, und daß das freche Wort, der Krieg kost⸗ nicht viel mehr als die Neutralität, widerlegt ist.
In scharfem Gegensatz zu diesen nüchternen Betrachtungen steht, was frauzösische Presse sag möchte meinen, es sei das Stichwort ausgegeben worden, von einer vera b ⸗ redeten Komödie zu sprecheu, denn dieser Gedauke kehrt deut⸗ lich oder weniger klar in den meisten Blättern wieder. Der Temps — in solchen Fällen als Regier rein en betrachten je cine dung zwischen d
6 5 ˖ e Reichstages und dem Kaugler vor, es handle sich! in e bgekartetes Spi b usw. und im Figaro sagt der sxüh Minister des Auswärtigen, Hanotaux,„die kapital zialistische Verschwö⸗ rung einigte Deutf dere die Erklärung, daß au eine Abtretung Elsaß-Lothringens nicht gedacht werde, nicht gedach!
der sozialdemolrg


