Ausgabe 
13.12.1915
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

Die Oberbessische Volksseitung erscheint jeden Werkt 9 1 2 a i Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg. i 1 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl.1 80

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Nr. 292

Gießen, Montag, den 13. Dezember 1915

10. Jahrgang

Die militärische Bedeutung Italiens.

5 Von Richard Gädke. Die kriegerischen Erfolge des italienischen Heeres si a gevade geeignet, die Begeisterung des Volkes für diesen 110 9 zu erhalten; sie vermögen kaum das langsame Erwachen der Seloft⸗ besinnung zu verzögern. In manchem Kopfe mag doch wohl sck 915 etzt der bange Zweifel sich bohrend einnisten, ob das Land 999 wirklich auf die richtige Seite gefallen sei, d. h. natürlich, auf die Seite des schließlichen Siegers in diesem schweren Kriege. Wenn die leitenden Männer Italiens sich nicht entschließen mögen auch deutschland formell den Krieg zu erklären, so kann das nach außen gin nur den Eindruck hervorrufen, als ob sie in diesem zwischen 9 ieo und Frieden schwankenden Zustande eine Art von Rüctver⸗ sicherung für den Fall eines unglücklichen Ausgangs des Abenteuers 0 8 5 7 sie nun mit leeren Händen vor das Parlam. mußten, kam es vielen umsomehr darauf an, 1 militärische Be deutung recht kräftig zu unterstreichen, die der Beitritt Italiens für die Kriegsführung der Dreibundstaaten gehabt habe. Der Miß⸗ rfolg an der Isonzofront, der nun zum vierten Male in 6 Monaten des Krieges eingetreten ist, mußte möglichst verschwinden und der allgemeine Wert des italienischen Eingreifens in den Weltkrieg umso kräftiger hervorgehoben werden. So kam Salandra zu der seberzeugung, daß Italien allein den Russen die siegreiche Auf⸗ tahme ihrer Offensive in Wolhynjen ermöglicht habe. Damit konnte er dann zugleich die Nichtbeteiligung an dem Balkanunter⸗ nehmen, die Versäumnis eines rechtzeitigen Versuches, Serbien vor dem Untergang zu bewahren, entschuldigen, und durfte die Frage, ob später noch Entsendungen zur Unterstützung der Saloniki⸗ Armee notwendig werden sollte, im Ungewissen lassen. b. Nun ist es ja klar, daß der Angriff eines Staates, der an⸗ fänglich dreiviertel Millionen und jetzt vielleicht zwei Millionen ns Feld stellen konnte, immer einen Einfluß auf den Gang des Krieges haben muß. Das ist unter allen Umständen ein schweres Gewicht, das in die Wagschale der einen Partei geworfen wird. Man kann hier an den zweiten Balkankrieg im Jahre 1913 er⸗ N innern. Gegen die vereinten Kräfte Serbiens und Griechenlands hätte sich Bulgarien vielleicht behaupten können, trotzdem es durch N een Tien am meisten von den drei Bundesgenossen geschwächt war, indem es die größte und blutigste Last des Kampfes zu tragen batte. Sobald aber Rumänien mobilisierte und sein Heer über die onau gehen ließ, war die Sache entschieden; es hat keine kriegeri⸗ 14

schen Lorbeeren geerntet, keine Schlachten geschlagen: die einfache Anwesenheit seines Heeres in drohender Nähe von Sofia genügte, m Bulgarien zur Unterwerfung zu zwingen.

Als sich Italien im April 1915 durch Vertrag mit dem Drei⸗ bunde verpflichtet hatte, dem ehemaligen Bundesgenossen in den Rücken zu fallen, mochte es ähnliche Hoffnungen, hegen. Ent⸗ scheidungen erheblicher Art waren damals noch auf keinem Kriegs⸗ schauplatze gefallen. Zm Westen herrschte seit 6 Monaten ein Stellungskrieg, der ein baldiges Ende nicht voraussehen ließ, aber doch jedenfalls sehr erhebliche Kräfte des deutschen Heeres band; im Nordosten ward zwar Hindenburgs große Vernichtungsschlacht in Masuren geschlagen, aber unter den bestehenden Kraftverhält⸗ issen hatte sie die starke Verteidigungslinie der Russen hinterm Niemen und Narew nicht durchstoßen können. Auch hier bildete sich von neuem ein Stellungskrieg heraus. Das gleiche geschah im westlichen Polen, wo die russischen Heere seit Monaten sich hinter der Bzura, Nawka und Piliga in der Verteidigung standhaft be⸗ baupteten. 8 5 In Galizien hatten die Armeen des Generals Iwanoff die Tarpathenlinie vergeblich angegriffen; aber die verbündeten Mittel⸗ nächte hatten sich ihrerseits bis dahin eben nur in ihren Stellungen behauptet, ein Gegenangriff ihrerseits war noch nicht durchgeführt; von der Versammlung der Armee Mackensen westlich des Dunafee werden die Italiener Ende April schwerlich schon Kenntnis gehabt haben. Als dann am 29. Mai ihre Kriegserklärung wirklich er⸗ solgte, waren sie bereits seit einem Monat durch feste Abmachungen gebunden. Sie werden jedenfalls gehofft haben, durch ihren Auf narsch vor der Isonzofront gerade dort einen Umschwung der Lage serbeiführen und gleichzeitig ihrerseits die österreichisch⸗ungarische Grenze siegreich überschreiten zu können, an der sie nach ihren Nach⸗ vichten verhältnismäßig schwache Kräfte vermuten durften. Sle jonnten annehmen, daß Oesterreich⸗Ungarn in aller Eile Truppen⸗ verschiebungen vom Osten nach Westen würde vornehmen müsssen,

00 i Hroßfürst Nikolaus sofort würde entlastet werden e ive 1 Sande verlaufen würde.

und dann auch die deutsche Offensi 0 ol 0 Hierin haben sie sich nun allerdings geirrt; gegen Ende Mas war die Zertrümmerung der russischen meen in Galizien bereits weit vorgeschritten, daß auch die Fortnahme von. Krupenden Länden der Armeen Dankl und Boroevic aus Galizien 915 1 Endergebnis nichts mehr ändern konnten. Inwieweit der ag ger Deutschen und Oesterreicher noch größer hätte sein eee er tatsächlich war, wird in diesem Augenblick nicht 11 ene ein. Jedenfalls hat der Angriff der Italiener nich 1 Galizien bis auf einen schmalen Grenzstrich e e Polen in den Besitz der Verbündeten gebracht wurde, 99 n und die Festung Bialistok fielen, Kurland, Samogitlen, menen e Besitzer wechselten, und auch ein Teil des Gouvernements ilna, Minsk, Wolhynien in die Hand der Mittelmächte 1( Wenn der siegreiche Vormarsch der Deutseen ier pracht 2 weiter ausgedehnt wurde, so ist der Beweis noch nicht er 1 hies allein oder vorzugsweise der militärischen ee zuzuschreiben ist, die Italien unzweifelhaft auf die§ 1 5 ane keich⸗Ungarns ausübte. Man kann doch auch an ie un eee nsetzende, mit einer gewaltigen A 1 01 muß sich Offensive Joffres in der Champagne und im Ar 25 1929muß sie aber besonders gegenwärtig halten, daß im Sep 1 5 1 österreichische Angriff auf Serbien schon vorberei e. Auch das Schicksal Serbiens hat Jig e mocht, obwohl es im Oktober und November ee 1 0 straft zum dritten und zum vierten Sglag en 10095 9005 ge

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2 3 dritt 0 riffs g 8 50 05 aus holte. Während des een 9 19 österreichischen Vortruppen . was irgend

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fluß oder sagen wir, Wolhynien, die Oktoberoffensive der Russen begünstigt habe. man das eine zu, so ist das zweite natürlich nicht abzuleugnen. Nur muß man alsbald hinzusetzen, daß diese russische Offensive nach An⸗ fangserfolgen schließlich weder in Galizien an der Strypa, noch im wolhynischen Festungsdreieck, noch am Styr durchgedrungen ist letzteres, obwohl die russischen Berichte unentwegt behaupten, daß ihre Truppen noch am linken, westlichen Ufer des Flusses kämpften. Möglich ist es, daß die Ansammlung starker russischer Truppen⸗ massen in Bess. lich der Pripjätsümpfe behindert hat; in jedem Falle kann von ein! siegreichen Offensive des Generals Iwanow keine Rede zu Er hat seine Angriffe im großen und gangen, vielmehr eingestellt und es herrscht dort eine verhältnismäßige Ruhe wie im Nordosten und im Westen und nach dem Abflauen des vierten Angriffs auch im Südwesten.

zeit sein.

gültigen Erfolg de ihn in größere Nähe,

sein sollte, ist durch ein vertagt worden. präsidenten, nach dem Zeitpunkt der Einberufung gefragt, erhi nicht einmal eine Erlaß. Ersatz auch einen mynarchistischen Kongreß, öffnung durch den Minister Chwostom bis zum Schlußgottesdienst des Metropoliten Wladimir zu einer Wahr

alle liberalen und fortschrittlichen Bestrebungen bischen Selbstverwaltung der Semstwos(Landschaft' gestaltete.

Zaren hat nach dem k Vorstoß in Wolhynien und Ostgalizien weitere Erfolge nicht Unverrückbar steht die Mauer der deutschen und österreich⸗ zum Pruth, gewaltige Ge⸗ en Monaten der Herrschaft des Zaren entrissen die Eroberer haben durch kulturelle Anlagen aller Art, vom nicht nur das

bracht. ungarischen Truppen von der Ostsee bis

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bort ein wenig zurück, im Novembe igbar war, gegen den Jsonzo

erf herangeholt, ohne auch hier ent⸗ scheidende Ergebnisse zu erzielen.

Nun ist ja von italienischen und

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traßenbau bis zur Eröf

gekränkt, sie haben vielmehr auch dadurch gezeigt, daß es ihr Gebiete nicht wieder in den traurigen Zustand Auf dem Balkan haben die Dinge in denkbar schärfsten Gegensatz zu Rußlands Willen entwickelt Serbien, der Schützling des Zaren, ist zerschmettert und Bulgarien, in dem man einen stets bereiten Diener zu haben glaubte, hat das Größte dazu geleistet. Die Türkei hat bei Bag bewiesen, welche Kraft auch in ihr liegt, von irgend welchen Erfol Nikolai Nikolajewitsch im Kaukasus ist nichts zu hören und

listische Fraktion in der italienis laut vor.

Beitritt zum Londoner

Friede ohne Annexionen, schlüsse hin. über die Zensur vor, Notwendigkeit an.

die sich selbst einredet und,

sequent sozialistische sei. an 10 lien nicht zu wenden ver⸗ Denen hingestellt wurde, die. sich zu Wortgefechte hinausgehen.

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lärmenden Zurusen während schöpfen. Café Dogna,Ihr Drückeberger, gnern an den Kopf und erregte, wie der Avanti

französischen Zeitungen behauptet worden, daß im Herbst die öster⸗ reichischen Truppen im Karst sich wesentlich verstärkt hätten. wir das nicht prüfen können, mag die Behauptung passieren. auf sie wird Salandra seine weitere Annahme stützen, daß der Ab⸗ das Fehlen österreichischer e in Bibt

rabien die Fortsetzung der russischen Angrifse

Also kann das italienische Heer sich nicht rühmen, für den en

heiligen Egoismus. 0

Der richtige Moment.

Die russische Reichsduma, die längst schon wieder versammelt en Ükas des Zaren noch um einige Zeit weiter Präsident hatte bei Goremykin, dem Minister⸗ elt

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Antwort und statt ihrer kam nun der kaiserli Aber nicht allein er;

Die Uebernahme des

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fnung von Hochschulen, ze echte Allrussentum in seinen hefligsten Gefühlen aufs tie

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ischer Unkultur zurückfallen zu lassen.

erstaunt hört man manchmal nur etwas läuten von einer russise Flotte, durch das Reich Schlechte Geschäfte für dieMonarchisten!

aber wanken die Massen der Flüchtlinge

Die Stimmung in Italien. T. U. Lugano, 10. Dez.

gebliche parlamentarische Machenschaften gegen das Mini rium. In den Wandelgängen des Monte Citorio herrsche sehr verdächtiger Geist, man spreche bereits leise vom Frieden, von einer angeblichen Vergewaltigung Italiens durch die Alliierten, von der Notwendigkeit, an der Stelle Salandras und Sonninos neue Männer, zum mindesten einen neuen Giornale d'Italia mahnt

inister des Aeußern, zu setzen.

Salandra auf der Hut zu sein. Die italienischen Sozialisten und die Kammer⸗

vethand lungen. Noch liegt die Rede, die Claudio Treves für die so chen Kammer hielt, nicht im Die telegraphisch übermittelten Auszüge gestatten daß, was ja zu erwarlen war, wieder ein

schon den Rückschluß, 1 N 0 die Suppe nicht so heiß gegessen ward, wie gekocht. Treves schränkte sich darauf, im Moment, wo dem Parlament

artung auszusprechen, daß der Friede abgeschlossen würde, r die Staaten sich im Zustand äußerster Erschöpfung befinden und er wies auf die Zimmerwalder Im übrigen brachte er Wünsche und erkannte aber den

Das ist also die gro

seit der Zimmerwalder Konferenz von anderen eingeredet bekommt, daß sie die einzig Und die als Beispiel treuen Festhal der Internationalität und Pflichten bekennen,

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den Idealen

die Rutes und einer Tatkraft, die sich der Parlamentsverhandlungen Turati die Gegner;Helden Ihr Hanswürste und

in über den Wert eine

Krokodile nannte

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löst zugibt,viel Heiterkeit. Aber Weltkrieg und Weltfri

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8 Vierverbandes pofitiv irgend etwas geleistet, in größere Wahrscheinlichkeit gerückt zu haben. Dann bliebe ihm höchstens das negative Verdienst, den Krieg verlängert, den schließlichen Sieg Ungarns hinausgerückt, verzögert zu haben. Gewicht, das es in die Wagschale des Krieges geworfen hätte; man wird es zugeben dürfen, aber Italien darum nicht beneiden selbst nicht vom Standpunkt seines eigenen *

Deutschlands und Oesterreich⸗ Das wäre das reale

mam bot dem russischen Volke als der sich von der Er⸗

en Schimpforgie gegen und gegen das vertretungen)

Oberbefehls über die Armee durch den rzen und längst wieder zurückgeschlagenen

Giornale d'Italia enthüllt an⸗

aber Italiens Vertrag bekannt gegeben wurde, die Er⸗ ein

55 Beschwerden Burgfrieden alsoberste

ße Tat, die seit Wochen in tönenden Reso

des Friedens allen eker über ehr verschiedener Meinung

und jede aufrichtige Arbeit dafür scheint doch eine verdammt ernste

Sache.

Deutschland und Amerika. New⸗York, 10. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Gemäß aus⸗ drücklichen Erklärungen des Staatssekretärs Lansing wird festgestellt, daß das Verlangen nach der Abberufung des Marine⸗Attachés v. Boy und des Militär⸗Attaches von Papen keinen politischen Hintergrund hat und daß insbesondere der Botschafter Graf v. Bernstorff gänz⸗ lich unbeteiligt ist.

8 (W. T. B. Nichtamtlich.) Die öffent⸗ r⸗[l1iche Meinung ist durch die fortgesetzt aufgebauschten Presse⸗ meldungen über angebliche deut che Anschläge auf die amerikanische Neutralität, amerikanische Munitionsfabriken und über amerikafeindliche Umtriebe in Mexiko sowie über mehrere gegen Deutsche eingeleitete Strafverfahren wegen solcher Straf⸗ d⸗ taten stark gegen Deutschland erregt. Die New Pork World prophezeit in einer Korrespondenz aus Washington eine nahe be⸗ vorstehende deutsch⸗amerikanische Krisis von ungleich größerer Schwere als nach der Versenkung derLusitania. Amerika habe gefordert, daß Deutschland erkläre, daß es das Völkerrecht bei der Behandlung amerikanischer Bürger nicht habe verletzen wollen. Amerika bestehe nach wie vor darauf. Vermutlich werde der Kongreß demnächst Aufschluß über dieLusitania⸗Verhandlungen verlangen. Einige Kongreßmitglieder ständen im Begriffe, An⸗ träge auf Abbruch der amerikanisch⸗deutschen Beziehungen einzu⸗ bringen. New York Tribune fragt ironisch, ob denn die Bundes⸗ regierung die amtlichen Beziehungen zu Deutschland, trotz der deut⸗ schen Weigerung, den amerikanischen Forderungen zu entsprechen, ewig aufrecht erhalten wolle. Die New York World antwortet darauf in einem Leitartikel, dies sei keineswegs die Absicht der Regierung, die mit Deutschland verhandele, solange dies möglich sei. Man sei nicht der Meinung, daß der. Abbruch der Beziehungen den Krieg bedeute. Jetzt sei nicht Zeit für Bluffs. Die amerikanische Note an Oesterreich. New⸗Nork, 10. Dez. b Note an Oesterreich wegen derAncona-⸗Affäre be⸗ sagen, daß die Note energischer sei als irgend eine seit Beginn des Krieges, da sie die völlige Desavouierung und Bestrafung des Unterseeboots⸗Kapitäns verlangt. Einige Zeitungen erklären, sie seien überrascht, daß Wilson ver⸗ säumt habe, dieselbe Haltung gegen Deutschland imLust⸗ tania-Fall einzunehmen. Die allgemeine Ansicht geht dahin, daß diese Affären nach und nach wieder beigelegt werden.

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d⸗ er New⸗Nork, 9. Dez.

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Washington, 10. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus wird in der Note der ameri⸗ kanischen an die österreichisch-ungarische Regierung wegen der Ver⸗ senkung derAncona nachdrücklich gefordert, daß die österreichisch⸗ ungarische Regierung eine Gewähr für die Sicherheit der Amerikaner gebe. Die Note ersucht um Aufklärung über die Be⸗ schuldigung, daß das Unterseeboot, nachdem der Dampfer bereits gestoppt hatte, Granaten abschoß und einige Passagiere tötete. Präsident Wilson hieß Lansings Entwurf gut, ohne etwas daran ab⸗ zuändern. Die Kürze der Note wird dem Wunsch der Vereinigten Staaten zugeschrieben, die Angelegenheit so rasch als möglich zu er⸗ ledigen.

Amtliche Personen in hohen

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Stellungen erklären, daß der Zu⸗

stand infolge der Berichte über Angriffe von Unterseebooten auf

amerikanische Schiffe im Mittelmeer ernste Erwägung erheische.

Eine Regierungserklärung über die Behandlung der Sozialdemokratie in Baden.

Der badische Ministerpräsident v. Dusch gab in der Budgetkommission der badischen Zweiten Kammer namens der Regierung die Erklärung ab, daß sich die Stellung der badischen Regierung zur Sozialdemokratie angesichts der vaterländischen Haltung dieser Partei im gegenwärtigen Kriege geändert habe. Als Grundsatz solle gelten, daß wegen der Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei allein eine ungleiche Behandlung in staatsbürgerlicher Beziehung nicht stattfinden solle. Inzwischen sei bereits ein Sozialdemokrat zum Bezirksrat ernannt worden. Es müsse im monarchischen Staate daran festgehalten werden, daß ein Beamter anti⸗ monarchische Gesinnung nicht zeigen dürfe, weil dies mit dem Treueide unvereinbar wäre. Eine Untersuchung der politi- schen Gesinnung der Staatsbeamten werde aber nicht erfolgen. Der Finanzminister führte aus, daß die badische Staatseisen⸗ bahnverwaltung zur Einführung eines Eisenbahnreverses keine Veranlassung hätte.

Ministerkrise in Oldenburg.

Wie wir bereits gestern berichteten, richtete der oldenburgische Finanzminister Ruhstrat ein Rücktrittsgesuch ein, weil die steuer⸗ feindliche Mehrheit des Landtages seinen Vorschlag, das Staats⸗

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mal be⸗ be⸗

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tionen in Aus sicht gestellt wurde. Das die Rettung der sozia⸗ 2 5 0 2 5 5 1 der Welt! Das die Entscheidung der die, Ci durch Steuerzuschläge zu decken, ablehnte und die Rücklagen 7 be⸗ an Eisenbahnüberschüssen zur Deckung der Fehlbeträge heranziehen

wollte. Der oldenburgische Großherzog hat das Rücktrittsgesuch nicht angenommen. In der großherzoglichen Antwort heißt es:

Da ich ungern auf Ihre langjährigen, treuen und vorzüglichen Dienste als Finanzminister verzichte und in der streitigen [Angelegenheit, die zu Ihrem Vorgehen Veranlassung ge geben hat, mit Ihnen übereinstimme, vermag ich im gegenwärtigen Augenblick Ihrem Gesuch nicht zu entsprechen. Ich

kon⸗ tens

in er⸗ vom behalte mir meine Entscheidung vor. ähn⸗ Der Landtagsmehrheit wird nun wohl nichts bleiben, als die Rogierungsvorlage doch anzunehmen.

anderes übrig

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Halbamtliche Darstellung über dis