Ausgabe 
9.12.1915
 
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Gegen eine weitere Zuckervertenerun 9

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Hessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung.

Der Verein der Deutschen Zucker-Induf Reichsamt des Innern beantragt, den Roh 1916/17 schon jetzt auf 15 Mark ohne Sack für 5 55 Die Erfüllung der Forderung würde trotz der reichlichen Bestände gegenüber g den Preise von 12 Mark für den Zentner 0 155 5 Prozent, gegenüber dem letzten Friedenspreise so. 35 Prozent verteuren! e

Im Interesse der deutschen Verbraucher muß n re Verteuerungsbestrebungen ganz energisch e 900 Die beantragte enorme Preissteigerung des Zuckers 90 15 unserer Volksernährung gegenwärtig eine so bedeutende N le spielt, besonders auch deswegen, weil er das wichtigste Erie 0 mittel für Fett ist, müßte die schlimmsten Folgen nach erh n hen. Dazu liegt aber nicht der geringste Zwang vor 118 155 verhältnismäßig nur gering gestiegenen Herstellungskosten sind durch die sehr fühlbare Erhöhung der Zuckerpreise ache wie reichlich ausgeglichen worden. Die Zuckerfabrikation hat schon, bevor die jetzt geltenden Höchstpreise zur vollen Wir⸗ kung kamen, überaus glänzende Gewinne erzielt. Die Divi⸗ denden der Zuckerfabriken sind durchweg ganz erheblich, teil⸗ weise um das Doppelte und Dreifache gestiegen Manche Fabriken, die bisher keine Dividenden verteilten haben dies⸗ mal 6 und 8 Prozent Gewinn abgeworfen. Nachfolgend da⸗ für einige Beispiele. Neben vielen anderen haben nach den letzten Abschlüssen an Dividenden verteilt die Zuckerfabriken:

1914/15 1913/14 0 4000 0% 1914/15 1913/14

1 hat beim sckerpreis für 50 Klg. festzu⸗ den Rohzucker

Trachenberg Kruschwitz

8 150% 0 Bahnhof Marienburg Fröbeln 1090 1100 . A.-G. 50% 0% Wreschen 18% 140% Jülich 6¼0% 00% Glauchzig 200% 80% Dirschan 8% 0% Halle 25% 100% Neuwerk 9% 8% Kujavien 290% 105% Ktörbisdorf 12% 4½¼% Truczuo 30%, 150% Brühl 14% 4% Schroda 450% 240%

Angesichts solcher Gewinnergebnisse ist eine weitere Er⸗ höhung des Zuckerpreises völlig unberechtigt. Sie würde zu einer überaus schädlichen Einschränkung des Zuckerver⸗ brauches führen müssen, trotzdem wir reichlich mit Zucker ver⸗ sehen sind. Eine vernünftige, den Interessen der großen Massen des Volkes gerecht werdende Preispolitik müßte viel⸗ mehr auf eine Herabsetzung der viel zu hohen Preise hin⸗ arbeiten. Es darf wohl erwartet werden, daß die Regierung die maßlosen Forderungen der Zuckerinteressenten gebührend zurückweist.

Die Rente der unehelichen Kriegskinder.

Es ist leider noch nicht genügend in der Oeffentlichkeit bekannt, daß auch unehelichen Kindern gefallener Kriegs⸗ teilnehmer eine Versorgung zuteil wird. Darüber enthält zwar das Militärhinterbliebenengesetz nichts, aber ent⸗ sprechend einem Verlangen des Reichstages in seiner Mai⸗ tagung haben die verbündeten Regierungen beschlossen, an uneheliche Kinder von Gefallenen oder infolge von Kriegs⸗ dienstbeschädigung verstorbenen Kriegsteilnehmern, wenn die Unterhaltspflicht des Vaters festgestellt oder bei nach dem Tode desselben Geborenen glaubhaft gemacht ist, e in ma;

lige, nach dem Jahrestage bemessene und in Monatsraten zahlbare Zuwendungen zu gewähren. Diese Zuwendungen sind als vorläufige Regelung des Anspruchs unehelicher Kin⸗ der gedacht; die endgiltige Regelung soll nach Beendigung des Krieges im Gesetzeswege geschehen. Zuwendungen der gleichen Art sollen übrigens auch Stief⸗ und Adoptivkindern zuteil werden, für die verstorbene Kriegsteilnehmer ge⸗ sorgt hatte. Ansprüche der unehelichen Kinder, der Stief. und Adoptivkinder sind durch Vermittlung der Polizeibe⸗ hörde zu stellen.

Kriegsgewinn einer Großmühle.

Das Organ des Verbandes deutscher Handelsmüller ver⸗ öffentlicht die Bilanz einer Großmühle, die im leßten Bilanzjahre bei einem Aktienkapital von 600 000 Mk. einen Reingewinn von

577 000 Mk. erbrachte, also etwa 90 Proz, nd e teilen können, während sie in weiser Dividendenpolitik nur 15 Proz.

zur Ausschüttung gebracht habe. Aus d 18 sich, daß 5 engem die Beer Bube Wußerorhen hoch ist die Höhe der Abschreikeingen: sie sind zehnmal so hoch als im Vorjahre und betrag des Aktienkapitals. Ffir solche Wuchergewinne der Staatsanwalt interessieren!

Gegen Ueberforderungen mitteln und notwendigen Bedar 5 5 5 jedermann für seine Pflicht halten. Wir machen e darauf aufmerksam, daß die Preis pr 1 15 n 1 e 1 Gießen Bürgermeistereigebäude Zimmer 4 beißt 1 entgegennimmt. Natürlich muß jeder sich e. anzugeben, was auch wirklich den Tatsachen entspr.

Konsumverein Gießen. Wir werden en 15 5 775 Stelle nochmals auf die nächsten Sonntag stattfinden 15 1 neralversammlung hinzuweisen. e 5 25 5 nachmittags 3 Uhr im Saale des Gewerksae n 18 85 zenstraße 18. Zum ersten Punkt der Tage sor 5 der Herr Geschäftsführer Bal. Lieb mann 45 1 ed 17 camierigtet ne Warenbesgh zac. die Neige Teuerung Mitgliedern zeigen, auf 0 5 5

im Handel mit Lebens fsartikeln vorzugehen, muß

eine Ausnutzung

Ke mpff beschloß die Verteilung von 6 Prozent Dividende. Von einer Notlage der Brauereien kann also keine Rede sein. Abzugsfähigkeit geleisteter Kriegsunterstützung bei der Ein⸗ dommensteuer⸗Veranlagung. Das Finanzministerium hat eine neue Verfügung erlassen, in der es heißt: Es war in vielen In⸗ dustriellen⸗ und Fabrikantenkreisen mit Recht als unbillig empfun⸗ den worden, daß die Unterstützung, welche sie freiwillig an die Familien ihrer zum Heeresdienst eingezogenen Bediensteten leisteten, nicht am steuerbaren Einkommen der Arbeiter abgezogen wurden. Wenn auch wohl zweifellos vom rechtlichen Standpunkt aus die betreffenden Unterstützungen als freiwillig geleistet ange⸗ sehen werden müssen, also nicht zum Abzug geeignet erscheinen, so ist es dennoch nicht zu verkennen, daß man diese Leistungen als sogigle Pflicht erachtet und deshalb als Ausgaben im Sinne des Artikels 19 des Einkommensteuergesetzes erachten kann. Das Finanzministerium steht deshalb auf dem Standpunkt, daß die Unterstützungen bei Berechnung des steuerbaren Einkommens der Arbeitgeber in Abzug zu bringen sind.

Größte Vorsicht ist bei Einkauf von Konserven boten. Vom württembergischen Kriegsausschuß für Konsumenten⸗ Interessen ist eine Untersuchung konservierter Lebensmittel ver⸗ anstaltet worden, die höchst bedenkliche Resultate zutage förderte. Zum Beispiel wird folgendes Ergebnis von unserem Stuttgarter Parteiblatt mitgeteilt: Eine ganz befondere Aufmerksamkeit wurde den Büchsen gewidmet, die mit Schweinefleisch und Sauer⸗ braut oder mit Würsten und Sauerkraut gefüllt waren. Die Büchsen enthielten zum Teil 38 bis 70 Gramm Fleisch mit mehr oder weniger Sauerkraut. Der Preis der einzelnen Büchsen schwankte zwischen 80 Pfg. und 1,20 Mk. So enthielt z. B. eine Büchse Stuttgarter Saftenwürste mit Sauerkraut zwei Würstchen, die zusammen 56 Gramm gewogen haben. Sauerkraut und Würst⸗ chen repräsentieren einen Wert von 23 bis 25 Pfg. Die Büchse kostet aber 1 Mk. im Laden. Dabei sah das Sauerkraut ganz grau und trocken aus. Von verschwindenden Ausnahmen abgesehen, ist

ge⸗

der Preis um 100 Prozent bei all den Konservenbüchsen mit Sauerkraut und Fleischinhalt zu hoch. Also Vorsicht bei Ein⸗ kauf solcher Waren! Ueberhaupt muß man der ganzenLiebes⸗

gaben⸗Industrie eine ziemliche Portion bringen. 5

Die Großstadtluft. Der im Stadttheater am Diens⸗ tag aufgeführte Schwank von Blumenthal und Kadelburg dürfte schier dreißig Jahre alt sein, aber er mutet doch noch frischer an, als manches neuere und weueste Lustspielfabrikat. Er weckt in dem Zuschauer eine behaglich⸗heitere Stimmung, trotz der beschränkt⸗ spießbitrgerlichen Gesellschaft, die uns vorgeführt wird. So war es kein übler Griff der Direktion, daß sie dieses Stück wieder aus dem Archiv ans Tageslicht brachte. Ob es freilich viele Frauen geben wird, welche die Seitensprünge des Ehegatten so gutmütig⸗ philosophisch aufnehmen, wie es im Spiele die Frau Rechtsanwalt Lenz tut, muß doch bezweifelt werden. Den Berliner Ingenieur und Schwiegersohn des Fabrikanten Schröter in der Kleinstadt Ludwigswalde spielte Ernst Theiling flott und schlagfertig und Walter Dworkowski war ein Schwiegervater, mit dem sich schließlich reden läßt. Seine Tochter Sabine wurde von Else Burghoff gegeben, sie zeigte Verständnis für die Sehnsucht ihres Gatten nach der Berliner Großstadtluft, obwohl sie in der Klein⸗ stadt aufgewachsen und in ihrem Geiste erzogen ist. Herr Stein⸗ hofer schien sich in der Rolle des Rechtsanwalts Flemming, der seine Frau liebt und sie doch immer wieder hintergeht, nicht recht wohl zu fühlen; als seine Frau war dagegen Anna Rubens frisch und temperamentvoll. Rudolf Goll stellte den in kleinständtischer Enge verspießerten Dr. Crusius lebensvoll auf die Bretter und erzielte lebhaften Beifall. Arthur Eugens war als ewiger Freier, dem immer die besten Gedanken zu spät kommen und die Mädchen vor der Nase weggeschnappt werden, ebenfalls recht gut. Else Jüngling und Toni Schönke verstanden es ausgezeichnet, ein paar giftzüngige Klatschbasen darzustellen.

Kreis Alsfeld⸗Lauterbach.

Unfall oder Selbstmord. Zwischen Lauterbach und Angers⸗ bach wurde am Dienstag der Rentner Wilh. Becker aus Lauter⸗ bach in der jetzt ziemlich angeschwollenen Lauter als Leiche auf⸗ gefunden. Ob ihm ein Unfall zugestoßen ist, oder er seinem Leben selbst ein Ende gemacht hat, konnte noch nicht festgestellt wer⸗ den, wahrscheinlich ist aber das letztere, weil B. in letzter Zeit sehr

leidend war. Kreis Wetzlar.

Zum Jahresabschluß der Firma Krupp. Die Metallarbeiter⸗ Zeitung, das Organ des Deutschen Metallarbeiter⸗Verbandes, schreibt zum Jahresabschluß der Firma Krupp:Für ein kapi⸗ talistisches Unternehmen gehört zweifellos sehr viel Selbstüber⸗ windung dazu, wenn es auf die Hälfte des erzielten Ueberschusses verzichtet, wie es die Firma Krupp mit ihrem Gewinn für 1914/15 getan hat. Das ist nicht jedermanns Sache, namentlich danm nicht, wenn es sich um große Summen handelt. Wir wollen hier nicht untersuchen, ob die Stiftungen der Firma Krupp nicht etwa auch politischen Erwägungen entspringen. Wenn es sich für die Firm Krupp neben einem patriotischen Opfer aber um ein Beispiel dafür handeln sollte, wie das dem Unternehmen zugrunde gelegte Leit⸗ wort:Der Zweck der Arbeit soll das Gemeinwohl sein, beachtet wird, dann läßt sich über den Geschäftsbericht auch noch manches kritische Wort sagen. Wir haben uns bei der Firma Krupp, diesem größten Fabrikunternehmen der Welt, an Riesenzahlen gewöhnt; die bedeutende Gesamtsumme der Millionenstiftungen und Wohl⸗ fahrtsausgaben darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß es immer noch zu bessern unter den Kruppschen Arbeftern und Ar⸗ beiterinnen gibt. Wohl haben die Verdienste während der Kriegs⸗ zeit eine Steigerung erfahren. Mit dieser Steigerung ist aber auch der Betriebsmittel verbunden und vor allen Arbeitskraft, die auf die Dauer nicht aufrechterhalten werden kann, ohne daß Schäden für die Gesundheit der Arbeiterschaft eintreten. Auf die gesteigerte Ausnutzung von Betriebsmitteln und Arbeitskraft ist nicht zuletzt der große Ueber⸗ schuß zurückzuführen. Und wir erinnern daran, wie schwer die Arbeiterinnen zu ringen haben, die in den Zündbetrieben beschäftigt werden. Auf dem Gebiete der Lohnfrage, der Ueberstunden⸗ und Nachtarbeit ließe sich wohl viel Gutes schaffen. Die Direktion der Gußstahlfabrik lehnt es ab, Zuschläge für Ueberstunden⸗ und Nacht⸗ arbeit zu zahlen. Sie weiß es genau so wie die Arbeiter, daß die Wechselschicht den davon Betrossenen höhere Unkosten für Ernährung und Wohnung auferlegt. Trotzdem lehnt sie die Anträge der Ar⸗ beiter nicht aus finanziellen, sondern aus Gründen der Solidarität gegen die Hüttenbetriebe ab. Bei voller Würdigung des darge⸗ brachten Opfers hegen wir den lebhaften Wunsch, daß wir bei dem näächstjährigen Geschäftsabschluß davon reden können, daß der Ar⸗ beiterschaft noch mehr als bisher ihr Recht geworden ist.

Westerwald und Unterlahn.

n. Regelung des Butterhandels im Oberwesterwaldkreise. Ueber den Handel mit Butter hat der Kreisausschuß neue Bestimmungen erlassen: Der Höchstpreis beträgt für ein Pfund Landbutter beim Verkauf durch den Hersteller an Händler 1,60 Mk., an den Ver⸗ braucher 1,70 Mk., beim Verkauf des Händlers an den Ver⸗ braucher im Kreis 1,70 Mk., außerhalb des Kreises 1,80 Mk.

Mißtrauen entgegen⸗

Dingen auch der menschlichen

welche Ursac ee zurückzuführen ist und was die Konkunwereime nien talen Linderung der Not tun können. Ehegatlen der Mitg haben Zutritt, jedoch nur als

Zuhörer. 5 1 Eine Entgleisung. Gestern früh sprang ein S raßen bahnwagen an der Weiche

Theater aus den Schienen vor dem Theater 0 f Dabe ede der Wagen und rannte an eine Gartenmauer. Vabnm monde tit aun stark beschädigt, sonst aber glücklicherweise 9

gerichtet.

Die Geschäftslage der Brauereien. Die Generalver⸗

e Stern in Frankfurt genehmigte ö N der Brauerei Stern m. N neh besrechung und die Ausschü en 5 3 ben 8 Prozent, die Generalversammlung

Händler mit Butter müssen einen vom Kreisausschuß ausgestellten Telaubnisschein besitzen. Von Nah und ffern.

Jugendliche Mörderinnen. Das Hamburger Jugendgericht verhandelte gegen die am 23. Juli 1898 in Hamburg geborene

Martha Kopp und gegen die am 4. März 1900 ebenfalls in Hanm⸗

Henny Wiechmann wegen Totschlags. Beide er⸗ mordeten und beraubten am 14. Juli 1915 die Händlerin Bethling in deren Wohnung in der Elsässerstvaße. Das Urteil lautete gegen die Martha Kopp auf 15 Jahre Gefängnis, gegen Hennm Wiech⸗ mann auf 13 Jahre 6 Monate Gestingnis. Beantragt waren für jede 15 Jahre Gefängnis.,

burg geborene

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Lagebericht des Großen Haupttuarliers.

Erfolge in der Champagne. Am Ballan dh Geschütze und 2000 Gefangene.

W. B. Großes Hauptquartier, 8. Dez., vorm.(Amtlich.)

Weitlicher Kriegsschauplatz

Versuche des Feindes, uns den Erfolg östlich von Auberive streitig zu machen, scheiterten. Außer den Ge⸗ fangenen sind dort 3 Maschinengewehre in unsere Hand ge⸗ fallen.

Nordöstlich von Suain wurde den Franzosen die Stellung auf der Höhe 193 von einer Ausdehnung von 500 Metern entrissen. Vier Gegenangriffe wurden abgeschlagen. Ein Offizier, hundertundzwanzig Mann sind gefangen genommen, zwei Maschinengewehre erbeutet.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

An der Front der Heeresgruppe des Geueralfeld⸗ marschalls von Hindenburg wurden vereinzelte Vorstöße schwächerer russischer Abteilungen zurückgeschlagen.

Balkan.

Bei Ipek wurden achtzig Geschütze und viel Kriegsgerät erbeutet. Gestern sind über zweitausend Gefangene gemacht worden. Oberste Heeresleitung.

Der Hügel 193 norböstlich von Souain, auf dem unsere Truppen den Franzosen eine 500 Meter breite Stellung entrissen haben, liegt mordwestlich der Straße Souain⸗Tahure, die er beherrscht. Die Butte de Souain schließt sich südwestlich am die Butte de Tahure an, die bekanntlich vor einigen Wochen den Frangosen wieder ab⸗ genommen worden ist, nachdem sie, ebenso wie die gesterm zurück⸗ gewonnene Stellung, bei der letzten großen framzösischen Offensive verloren gegangen war. In dem sich westwärts anschließenden Abschnitt von Auberive haben die Deutschen gleichfalls ihre Linie wieder weiter vorgeschoben. Es ist für die Kriegslage in der Cham⸗ pagne bezeichnend, daß die Franzosen die mit ungeheurer Mühe errungenen Höhenstellungen an den Punkten, wo energische Gegen⸗ stöße erfolgt sind, nicht zu halten vermochten.

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Ein mißglückter Sturm der Italiener. Die Beute von Ipek. Wien, 8. Dez.(B. T. B.) Amtlich wird verlautbart, 8. Dezember 1915: Ruffischer Kriegs schauplatz a Nordöstlich von Czartorysk vertrieb österreichische Land⸗ wehr stärkere russische Erkundungsabteilungen. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Geschützkfämpfe an der JIsonzofront waren gestern heftiger als in den letzten Tagen. Nachmittags schritt der Feind zum Angriffe auf den Nordteil der Hochfläche von Doberdo. Gegen den Monte San Michele brach die ita⸗ lienische Infanterie in dichten Massen vor. Am nördlichen Hange des Berges gelang es ihr, in einen Teil unserer Front einzudringen. Unsere Truppen gewannen durch Gegenangriff in erbittertem Handgemenge ihre Gräben wieder vollständig zurück; im übrigen wurde der feindliche Ansturm durch Feuer unter schweren Verlusten der Italiener zurückgeschlagen. Auch im Abschnitte von San Martino scheiterten mehrere Vorstöße des Gegners. Abends wurde Sistiana von mehreren italienischen Torpedofahrzeugen beschossen. 8 Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Angriffe gegen die montenegrinischen Stellungen nörd⸗ lich von Berane haben Erfolg. Wir erstürmten an mehreren Punkten die feindlichen Linien. Ipek ist vom Gegner gesäubert. Unsere Truppen erbeuteten 80 Geschütze, 160 Mun itions⸗ wagen, 40 Automobile, 12 fahrbare Feldbacköfen, einige Tausend Gewehre und viel anderes Kriegsgerät. Die Zahl der gestern von der Armee des Generals von Koeveß eingebrachten Gefangenen übersteigt abermals 2000 Mann. Unter ihnen befinden sich 300 Montenegriner. Die Arnauten nehmen überall an den Kämpfen gegen die Reste der serbischen Armee teil. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. 0

Die Beschießung von Giovanni di Medua.

(Montenegrinischer Bericht.) 5 Cetinje, 6. Dez. Amtlicher Bericht. Am Morgen des 4. De⸗ zember beschoß ein österreichisch-ungarisches Geschwader, das aus einem Kreuzer und sieben Torpedobootszerstörern bestand, San Giovanni di Medua; zwei Dampfer, darunter ein italienischer, sanken, ebenso zehn montenegrinische, mit Lebensmitteln beladene Segelschiffe. Ein französisches Unterseeboot wurde an der Küste nahe Bojana zerstört und die Besatzung gefangen.

Bulgarischer Bericht.

Sofia, 8 Dez.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 6. Dezember: Die Verfolgung der Franzosen auf beiden Was⸗ darufern wird unaufhaltsam von unseren Truppen fortgesetzt,. Die von Kischewo gegen Ochrida vorrückende Kolonne erreichte die Linie Cerna Voda BesocanVelmei(15 Km. nördlich des Ochridasees). In Monastir wurden unsere Truppen feier⸗ lich mit großem Gepränge empfangen. Die ganze Bevölke⸗ rung war ausgerückt, um unsere siegreichen Truppen mit be⸗ geisterten Zurufen zu begrüßen. Die Beute in Monastir be⸗ trug: zwei Depots mit Gewehren und Kriegsmaterial sowie Handbomben, ein Depot mit Uniformen, Decken, Automo⸗ bilen, Benzin und vielem anderen Material. In Dibra wur den 1000 Gewehre, 120 Kisten mit Patronen und 22 Kisten mit rauchlosem Pulver erbeutet, sowie 750 Mann gefangen. In Dibra ist ein Lager mit österreichisch-ungarischen Kriegs⸗ gefangenen angetroffen worden, die seit zehn Tagen kein Brot erhalten hatten. 80 von diesen waren halbtot. Es wurde sofort angeordnet, daß sie ärztliche Hilfe und Nahrung erhielten.

Griechenland wird energisch?

Nach einer Mitteilung der Bukarester Minerva hat die griechische Regierung im Einvernehmen mit dem König und dem Generalstab beschlossen, dem gegenwärtigen zweifelhaften Zustand ein Ende zu machen. In einer Note wird allen kriegführenden Parteien unter nochmaliger Be⸗ tonung der Neutralität Kenntnis von folgenden unabänder⸗ lichen Verfügungen gegeben werden:

Alle auf serbisches Gebiet flüchtenden Truppen werden entwaffnet.

Das englisch⸗französische Kommando in Saz lonik wird aufgefordert, die Truppen, die vom Feinde

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