Bald darauf wurde aus dem preußischen Ministerium heraus diefer
auf die diese Zeichen hinweisen? Wir müssen vor allem die öffentliche Meinung mobil machen, damit sie verlangt, daß die Regierung dem Beispiel Briands folgt, endgültig alle Angriffspläne als aufgegeben erklärt und ihre Ziele so klar umschreibt, daß Deutschland nicht länger zu fürchten braucht, daß wir seine legitime Entwicklung hindern wollen.“
Nach derselben Quelle kündigt Ramsey Macdonald einen großen öffentlichen Feldzug der unabhängigen Arbeiter⸗ partei gegen den Krieg an.
Eine Demonstration gegen Björnson,
Kopenhagen, 15. Nov. Der Frankf. Itg. wird telegraphiert: Der Vortrag, den Björn son gestern hier halten wollte, wurde durch Demonstrationen verhindert, was heute lebhaft von der
Presse besprochen wird. Es wird festgestellt, daß eine verhältnis⸗ mäßig kleine Minderheit der Versammlung die Demonstrationen in Szene gesetzt hat. Das brutale Auftreten gegen die fremdländischen Redner wird allgemein scharf mißbilligt; andererseits wird hervor⸗ gehoben, Björnson hätte die Warnungen seiner Freunde in Kopen⸗ hagen beherzigen müssen. Björnfon habe die Stimmung in Däne⸗ mark nicht gekannt. Die Dänen seien erbittert, weil Björnson als Angehöriger eines neutralen Staates in eifrig agitatorischer Weise einseitig für Deutschland Partei genommen habe. Die Demon⸗ strationen hätten sich aber ausschließlich gegen Björnson und nicht gelte Deutschland gerichtet. Politiken schreibt im heutigen Leit⸗ arkikel, daß es höchst bedauerlich wäre, wenn Björnsous Unbesonnen⸗ heit unliebsame ausländische Diskussionen um Dänemarks großwali⸗ tische Stellung bewirken sollte. Dänemarks loyales neutrales Auf⸗ treten während des Weltkrieges sei nicht anzuzweifeln.
Japan und Indien. Aus Amsterdam wird der Frankf. Zig. gemeldet, daß japanische Emissäre eine umstürzlerische Bewegung in Indien fördern. Die
Nachricht, daß der japanische Ministerrat sich mit der Lage in Indien
befaßte, hat deshalb in englischen Regierungskreisen lebhafte Beun⸗ ruhigung hervorgerufen.. 1 4 Es verdient die größte Aufmerksamkeit, daß ein japanischer Mi⸗ nisterrat sich mit der Lage in Indien befaßte und dabei ausdrücklich auf die Verpflichtungen des englisch⸗japanischen Vertrages hinwiez. Der Zweck des englisch⸗zapanischen Vertrages ist die Aufrechterhaltung und die Besesligung des allgemeinen Frieden⸗ in den Gebieten Ostasiens und Indiens,— dann aber auch die Aufrecht⸗ ö erhaltung der territorialen Rechte der beiden kontrahierenden Par⸗ teien in den Gebseten Ostasiens und Indiens und die Verteidigung der speziellen Interessen in den genannten Gebietsteilen. Artikel 1
besagt, daß im Falle, daß eine der beiden Parteien diese Interessen
für bedroht erachtet, die beiden Regierungen miteinander in Ge⸗ dankensaustausch treten fallen, um diese Interessen zu schützen. Wird der eine der beiden Kontratlschließenden, so heißt es im Artikel 2, angegriffen, daun hilft die andere der lanivahlerenden Partesen, die Interessen des Angegriffenen zu schützen. Zaugn erkennt in Artikel 4 das Recht Englands an. in den Grenzen des indischen Reiches alle Maßregel treffen zu können, die zur Vertedigung der indischen Be⸗ sitzungen nötig sind.
Man sieht also, daß Japan verpflichtet ist, den indischen Besitz Englands zu schützen, falls ich dort Vorfälle ereignen, die den eng⸗ lischen Interessen zuwiderlaufen. Bei der großen Meuterei in Singa⸗ pore waren die Japaner auch sosort bereit, Truppen zu landen, wa⸗ sie auch ausführten, um die dortigen„englischen Interessen“ zu schützen. Dieser japanische Schutz ist allerdings eine zweischnei⸗ r Wie wir(8. h. der holländische Berichterstatter der Frankf, Zig. D. Red.) von ausgezeichnet unterrichteter Seite er⸗
ae Aus der Tatsache, daß der japanische Ministerrat sich mit der
dischen Angelegenheit befaßte, muß man schließen, daß wichtige, für
die Engländer ungünstige Ereignisse in Indien stattgefunden haben.
Ob diese Ereignisse tatsächlich die Absetzung des Nischam von Hender⸗
. oder andere sind, läßt sich von hier aus natürlich nicht teilen.
Amtliche Beeinflussung der Presse?
Berechtigtes Aufsehen erregte kürzlich der Erlaß des preußischen Ministers des Innern vom 19. April 1915 zur amtlichen Beein⸗ flusfung durch einen großen Korrespondenzapparat. Dem Vorwärts war es zu danken, daß er diesen Erlaß der Oeffentlichkeit übergab.
Erlaß als durchaus harmlos hingestellt mit der Behauptung,„daß die angeordnete Fühlungnahme sich nur darauf erstrecke, densenigen Organen, die bisher die im Erlaß erwähnte, ehemals halbamtlich in⸗ formierte Korrespondenz benutzt hatten, für die Zunkunft die Be⸗ nutzung des neu bereitgestellten Korespondenzapparates nahezu⸗ legen“. Nun veröffentlicht aber der Zeitungsverlag einen Erlaß des Ministers, der schon am 7. August— also wenige Tage nach Kriegsgusbruch— ergangen ist, worin die Landräte angewiesen werden,„dafür zu sorgen, daß die Korrespondenz von sämtlichen Kreisblättern und soweit ihnen gleiches Material nicht von anderer
zuverläfsiger Seite auf schuellstem Wege zugeht, auch von den übri⸗ gen kleineren Zeitungen Ihres Bezirks abgedruckt werden, Die mit einem T versehenen Artikel müssen in allen Zeitungen Ihres Krei⸗ ses abgedruckt werden. Euer Hochwohlgeboren(Hochgeboren) mache ich persönlich dafür verantwortlich, daß diese Anwelsung auf das streugste durchgeführt und die Durchführung von Ihnen, dauernd kontrolliert wird. Um die Korrespondenz mit größter Beschleuns⸗ gung in die Hände der Presse gelangen zu lassen, wird die Versen⸗ dung von hier gus unmittelbar erfolgen. Sollten nicht alle kleineren Zeitungen Ihres Bezirks die Neue Korrespondenz erhalten, so er⸗ suche ich, mir diese umgehend mit genguen Adressen unmittelbar zu bezeichnen.“ 5 5
Auf Grund dieser Anweisung des Ministers hat dann eine Be⸗ hörde im August 1914 an eine Zeitung ein Schreiben gerichtet, wo⸗ rin sie um Abgabe einer vorbehaltlosen schriftlichen Erklärung„er⸗ sucht“, daß das Blatt sich verpflichte, sofort die Neue Korrespondenz zu halten und deren Artikel, die von Reichs⸗ oder Staatsbehörden als aufzunehmen bezeichnet seien, binnen 24 Stunden unverändert abzudrucken. Sie fügt hinzu, daß sie binnen 24 Stunden die enk⸗ sprechende Erklärung in Händen haben müsse. ir haben“— so bemerkt dazu der Zeitungsverlag—„das kurze und, wie man sieht, in schroffem Besehlston gehaltene Schrift⸗ stlick nur deshalb nicht im Wortlaut hierhergesetzt, um dem betreffen⸗ den Beamten keine persönlichen Ungelegenbeiten zu bereiten.“
Der Zeitungsverlag veröffentlicht im Anschluß hieran einige Schrelben von Landräten, in welchen die Zeitungs redaktionen eben⸗ falls nachdrücklichst ersucht werden, auf die Korrespondenz zu abon⸗ nieren. In einem dieser Schreiben heißt es:„Die mit einem Stern verfehenen Artikel müssen abgedruckt werden. Gegen Zeitungen, die sich weigern, die Artikel abzudrucken, muß nach höherer Anordnung mit Zensurmaßnahmen vorgegangen werden.“
Ein anderer Landrat schrieb sogar folgendes an eine Zeitung seines Kreises, die keineswegs amtliches Kreisblatt ist:„Um dem Inhalt der Neuen Korrespondenz die weiteste Verbreitung zu sichern, ordne ich hierdurch auf Weisung des Herrn Ministers an, daß die Korrespondenz von der dortigen Zeitung abgedruckt wird! Die mit einem Stern versehenen Artikel müssen in der Zeitung abgedruckt werden. Daß diese Anweisung auf das strengste gusgeführt wird, werde ich d end kontrollieren. Sollte dabei festgestellt werden, daß die Geschäftsführung dieser meiner Anordnung nicht pünktlich und auf das genaueste nachkommt, so werde ich genötigt sein, unver⸗ züglich die erforderlichen Maßnahmen zu beantragen.“
Eine Reihe von Blättern beschwerten sich bei den höheren Re⸗ gierungsbehörden. Darauf drohte ein Regierungspräsident einer Zeitung, er werde ihr Weitererscheinen verbieten lassen, falls sie nicht willfahre, und ein Oberpräsident erklärte nach dem Zeitungsverlag, ebenfalls auf eine Beschwerde, er köune von der Durchführung dieser Bestimmungen nicht absehen, die Regierung habe unter dem Kriegs⸗ zustande das Recht zu solchem Vorgehen. Das war ein offenbarer Rechtsirrtum.
Diefe Praxis geht selbst der Kreuzzeitung zu weit, die hierzu bemerkt:„Wir sind kürzlich gelegentlich eines anderen in der Presse vielfach kritisierten Erlasses des Minister des Innern durchaus für 8
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das Recht der Regierung zur Beeinflussung der Presse, wie es poli⸗
tische Parteien und andere Organisationen auch gusüben, eingetreten, üben gber nicht an, die obigen Zwangsmittel für unzulässig zu er⸗ klären. Abänderung der Kriegsbesoldungsordnung. Der Reichstag hat in seiner letzten Tagung eine Reso⸗ lution, lediglich gegen die Stimmen der Konservativen, an⸗ genommen, in der der Reichskanzler ersucht wird, den Ent⸗ wurf einer Kriegsbesoldungsvorlage dem Reichstag schleunigst vorzulegen. Damit hat der Reichstag ganz klar zum Aus⸗ druck gebracht, daß die Festsetzung der Kriegsbesoldungen durch Gesetz, nicht durch Verordnung geschehen muß. Die Regierung will diesen Weg aber offenbar nicht beschreiten. Das Armeeverordnungsblatt veröffentlicht nämlich eine Kabinettsordre, durch welche die gröbsten Auswüchse der Kriegsbesoldungsordnung, die von dem sozialdemokratischen Redner, Abg. Stücklen, sowohl in der Kommission wie auch im Plenum scharf kritisiert worden waren, beseitigt werden. Die Tagegelder der höheren Begmten sind ganz erheblich ge⸗ kürzt worden. Mit all dem kann man natürlich rückhaltlos einverstanden sein. Trotzdem aber muß unter allen Um⸗
denn die Festsetzung der Kriegsbesoldungen kann ganz un⸗ möglich als unter die Kommandogewalt des Kaisers fallend bezeichnet werden. Es wäre ja auch ein ganz unlösbarer Widerspruch, daß die erheblich niedrigeren Friedensbezüge der Zustimmung des Reichstags unterliegen, daß es aber dem Reichstag versagt sein sollte, in die hohen Kriegs⸗ besoldungen hineinzureden. Der Reichstag kann gar nicht anders, er muß darauf bestehen, daß diese Angelegenheit gesetzlich geregelt wird. Zum Fliegerangriff gegen Verona. T. U. Lugano, 16. Nov. Die beiden österreichischen schwebten trotz heftigen Feuers si
Flieger
ständen auf einer gesetzlichen Regelung bestanden werden,!
über eine Stunde lang über Verona
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und warsen etwa 20 Bomben ab, die großen Mat ri 1 255 1155 paßte Algen töteten. Eine de 5 erschlug den Gynnasialprofessor Sicher auf dem Piaaz ferner wurde der bekannte Bildhauer Spacct getroffen 1 getütet. Bei der Porta Fallio durchschlug eine Bombe de eines Hauses und verwundete pier Personen. Unter den Op definden sich bekannte Einwohner. 1 Die Bereinigung der Armee Gallwitz un Bojadjeff. 7 Dem Berl. Tagebl. wird aus dem K. und K. Kriegs pressequartier unterm 15. November gemeldet: 5 Die li Flügelgruppe der Armee Gallwitz hat nunmehr bei Prokuplj an der serbischen Heerstraße nach Kurchumlja die Vereinigun mit der bulgarischen Armee Bojadjeff vollzogen. Die zwif beiden Heersteilen eingeklemmten serbischen Nachhuten Stärke von 7000 Mann wurden abgefangen und 3 Saubitzen erbeutet. Der Armee Köveß fielen während gleichen Zeit 850 Mann und zwei Maschinengewehre Beute. 72. Nujssische Kriegsschisfe vor der bulgarischen Küst T. B. Bukarest, 16. Nov. Universul meldet aus Tultscha, ein aus 15 Einheiten bestehendes russisches Geschwader, dar drei große, erst kürzlich von Stapel gelassene Kriegsschiffe soit Tagen wieder vor der bulgarischen Küste manövrieren. Mißtrauen gegen Rumänien. 1 T. U. Sofia, 15. Nov. Die Nachrichten von der Fort. setzung der Befestigungsarbeiten Rumäniens an der ungari⸗ schen Grenze werden hier sehr kühl aufgenommen. Ungarn hier ankommende Reisende erzählen, daß auf der Linie Predegl⸗Bukarest, zwischen Predeal und Sinaf, Eisenbahnkoupees verhängt werden, da man überall Schanz und Befestigungswerke errichtet. Gewisse Symptome in Eisenbahnverkehr ähneln den Maßnahmen, welche Ita vor Ausbruch des Krieges traf. Eine bulgarische Persiznli keit warnt davor, daß Bulgarien und die Zentralmächte d Rumänien Glauben schenken. Demgegenüber weist das Blg Universul darauf hin, daß das Verhältnis zwischen Rumän und Bulgarien, sowie zwischen Rumänien und Griechenla nicht nur ein gutes ist, sondern auch stetig freudschaftl wird. 5 g Amerikanische Maßnahmen genen England Newyork, 15. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.] Durch Fu spruch von dem Vertreter des W. T. B. Sun meldet: Die ame hischen Einfuhrhändler planen Vergeltungsmaßnahmen Ae land wegen Aufhalkung der für Amerikg bestimmten Weih waren. Der Auwolt der Vereine der Abe würden zunächst non dem Kongreß ein Ausfuhrverbot für e
usm. oder höhere Ausfuhr zölle für diefe Waren verlangt werbe Die revolutionäre Bewegung in Indien. Kopenhagen, 16. Nov. Die Meldungen über eine 2 dehnung der revolutionären Bewegung Indien werden durch in Petersburg eingetroffene richte aus japanischer Quelle bestätigt. In Schanghai befi sich der Hauptsitz der antienglischen Propaganda. Von d aus sind in den letzten Monaten Flugschriften gegen die eng lische Regierung in Indien sowie Waffen und Munition ei geschmuggelt worden. J . U. Lyon, 15. Nov. Hiesige Blätter melden aus Tokio die Lage in Indien rufe in Japan reges Inter ⸗ esse hervor. Offizielle Nachrichten fehlen noch, auf jede Fall aber bestreitet Japan seine Bündnispflichten, die hm die englisch-japanische Allianz auferlegt, nicht. 1 Riesenbrand in den internationalen Docks von Gondrand in givauolo. 5 T. U. Lugano, 10, Nov. In den internationalen Docks Firma Gondrand in Rivarolo ist ein Riesenbrand gus gebrochen. Sämtliche Docks mit ihren ungeheuren Vorräten an Oel, 9 Baumwolle und Benzin find zerstört. Der Verlust geht in die Mile lionen. Der Brand wütet noch fort. Man vermutet Brandstfffung viegend ijen. Der stellvertretende kommandierende General Frhr. Vietinghoff in Stettin hat bestimmt: Der Vertrieb 1 0 f ten nachbenaunter Flugschriften: 1. Das Paysttum und der;? t- friede vom Gerichtsassessor Dr. Hans Wehberg, 2, sämtlicher im Ver⸗ lage Neues Vaterland, Berlin W. 50(L. Zaunasch) ershiene
nen und noch erscheinenden Flugschriften wird ver⸗ boten. Zuwiderhandlungen werden mik Gefängnis bis zit einen Jahre bestraft. ö
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0 0 0 0* Der abscheuliche Simmons. Novelle von Arthur Morrison. (Schluß)
„Ganz richtig das kann sie nicht leiden,“ sagte Foro, nahm die Pfeife aus dem Munde und hielt sie in der Hand. „Ich kenne sie. Ja, was sagen Sie übrigens zu ihr? Sagen Sie: Verlangt sie von Ihnen, daß Sie ihr die Fenster putzen?“
„Jawohl,“ bestätigte Simmons beklommen,„ich helfe ihr manchmal... selbstverständlich.“
„Ah! Und die Messer auch, wette ich, und die ver— maledeiten Kesseln. Ich weiß. Hm...“ Er stand auf und beugte sich zur Seite, um Simmons Kopf von hinten zu sehen. „Ich glaube gar, sie stutzt Ihnen auch die Haare! Well! Der Teufel soll mich holen! Sie tut's, sie stutzt.“
Er besah sich den heftig erröteten Simmons von ver— schiedenen Seiten. Dann, die neue Hose hinter der Tür er— blickend, hob er ein Hosenbein empor.„Ich wette, die hat sie gemacht. So etwas macht sonst niemand.“
Der kleine Teufel in Simmons begann wieder zu argu— mentieren. Wenn dieser Mann seine Frau zurückholt, dann muß er wohl auch diese Hose mitnehmen und anziehen...
„Ah!“ seufzte Ford,„sie hat sich nicht gebessert.“
Simmons begann zu fühlen, um was es sich jetzt handelte. Es war ganz klar: sie war dieses Mannes Frau, und er, Simmons, war in Ehren gebunden, dies anzu⸗ erkennen. Der kleine Teufel in ihm legte ihm das als Pflicht aus.
„Well,“ sagte Ford plötzlich„die Zeit drängt; so wickelt man keine Geschäfte ab. Ich will nicht grausam sein, mein
mit einem rechtschaffenen jungen Manne zu tun habe, der hier ein ruhiges und friedliches Heim hat. Ich will“— und das brachte er ungemein wohlwollend heraus—„die mir angetane Felonie gegen eine... Entschädigung vergessen und will verschwinden. Ich werde Ihnen einen Betrag sagen .. als Mann zu Mann, ein für allemal, nicht mehr und nicht weniger... fünf Pfund genügen.““
Simmons hatte keine fünf Pfund— er hatte nicht ein⸗ mal fünf Pence. Das sagte er ihm auch und fügte hinzu: „Ich werde mich übrigens nicht zwischen einen Mann und seine Frau stellen... nein nein. Wie immer das ausgelegt werden mag... ich halte es für meine Pflicht. Ich mach' mich auf die Socken.“
„Nein,“ sagte Ford eilig und ergriff Simmons beim Arme,„tun Sie das nicht! Ich.. ich mach' es meinetwegen ein bißchen billiger. Sagen wir: drei Pfund... na also, darüber läßt sich doch reden, nicht? Drei Pfund... das ist doch wirklich keine große Entschädigung für mein Nimmer⸗ wiederkommen, also dafür, daß ich meine Frau nie wieder⸗ sehen werde. Nun: zwischen Mann und Mann.. drei Pfund. Und ich verschwinde. Das ist doch nett von mir, nicht?“
„Gewiß, gewiß ist es nett,“ erwiderte Simmons in über⸗ fließendem Tone.„Es ist mehr als nett, es ist nobel, direkt nobel, sage ich. Aber ich wage es nicht, auch nur den mindesten Nutzen aus Ihrer Gutherzigkeit zu ziehen, Herr Ford. Sie ist Ihre Frau und es gehört sich nicht, daß ich dazwischentrete. Ich gehe und Sie bleiben... bleiben in Ihrem Rechte. Ich halte es für meine Pflicht, so zu handeln.“ Und er tat einen Schritt näher zur Tür.
„Halt!“ kommandierte Ford und stellte sich rasch zwischen Simmons und die Tür.„Handeln Sie nich“ so unüberlegt
Freund. Ich verlange bloß mein Recht. Ich sohe, daß ich es
eilig! Denken Sie doch, was Sie verneren wenn Sie kein
Heim besitzen und niemanden, der nach Ihnen sieht und so weiter. Das wäre ja schrecklich! Sagen wir daher bei Pfund. Aber nein, wir wollen nicht streiten: sagen wir dus — ein Pfund. Zwischen Mann und Mann. Damit Si sehen, daß ich entgegenkommend bin! Ein Pfund können Sie doch leicht geben. Ein Pfund genügt! Und ich will, 7 Ein lauter Doppelschlag war jetzt an der Haustür hörbar. Im East⸗End geht ein Doppelschlag immer die obe Wohnenden an. „Was ist das?“ fragte Bob Ford beklommen. 8 „Ich will nachsehen,“ sagte Simmons und machte eine Satz nach der Treppe. 1 Bob Ford hörte ihn die Haustür öffnen. Dann ging er zum Fenster und sah— gerade unter ihm— einen Damen hut, der aber sogleich verschwand. Hingegen hörte er im nächsten Augenblick den Schall einer wohlbekannten ppeib⸗ lichen Stimme an seine Ohren klingen. 1 „Wohin gehst du ohne Kopfbedeckunge“ Stimme da unten mit scharfer Betonung. a N „Ach du, Anna, es.. es ist jemand oben, der dich seh will,“ antwortete Simmons. Und Bob Ford konnte sehe wie ein Mann, die Straße überquerend, in der Dämmern verschwand. Und siehe da— es war Thomas Simmofzs. Ford erreichte die Treppenstaffel in drei Schritten. un N Frau stand noch immer vor der Haustür und starrte Sim- mons nach. Ford rannte nun ins Hinterzimmer, mochte das Fenster auf, stieg aufs Waschhausdach und lies 1 den hinteren Hof hinab, kletterte desperat über den Zaun und verschwand im Dunkel. Er entkam glücklsch ohne des einer Menschenseele gesehen worden zu sein. 3 1 0 so ist die Nachbarschaft über— Simmons ucht(unter den Augen seiner Frau noch g verwundert Aae fenter Bean nee 5
sengte die


