Ausgabe 
9.11.1915
 
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Organ für die

ztitu.

f Juteressen des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Nr. 263

Gießen, Dienstag, den 9. November 1915

10. Jahrgang

Im Plane der Vorsehung?

Mit den Problemen des Weltkrieges hat nicht z di utholische Kirche schwer zu ringen. Ju der Gefchrbung ihr ternationalen Organisation infolge der nationalen Gegensätze te am schärfsten in dem heftigen Streit zwischen französischen und kutschen Katholiken in die Erscheinung treten, gesellen sich Kon- ikte anderer Art, die sich ganz allgemein aus der Stellung zum kriege ergeben und das Thema Krieg und Christentum berühren. Jabei stoßen wir denn auf die schärfsten Widersprüche und ein ge⸗ udezu chaotisches Durcheinander. Während das römische Ober- hupt der katholischen Kirche der bittern Klagen über die entsetz⸗ iche Völkerzerfleischung nicht müde wird und die Fürsten beschwört, re Herzen dem Frieden zuzuneigen, dem Greuel und Elend ein de 1 machen, jubeln die Historisch⸗politischen Blätter, daß es ine Lust zu leben sei in dieser großen Zeit. Ein namhafter satholit und Zentrumsmann aber veröffentlicht in der Presse E, Artikel, worin er England Schrecken und Tod durch unsere eppeline wünscht und dazu sagt:Wenn wir es verstehen, Feuer n regnen zu lassen, warum sollte es nicht angewendet erden?

Womöglich noch schärfer sind jedoch die Widersprüché bei der rage nach dem Warum des Krieges. Ist der Krieg Gottes ber Menschenwerk: Lag er im Plane der göttlichen Vorsehung wer ist er auf rein irdische Ursachen zurückzuführen? Hat Gott de fündige Menschheit furchtbar strafen wollen oder ist der Krieg

ildkonto einer verbrecherischen Cligne von Diplomaten 10 Sähelraßlern zuzuschreiben? Diese Fragen schwirren durch nander, ihre Beantwortung zeigt klaffende Gegensätze. Wir be agnen einem kühl realpolitischen Denken auf der einen, einer ver segenen Ideologie auf der anderen Seite. Abermals wirken sich ber, wenn auch unter ganz anderen Bedingungen als bisher, die begensätze aus, bie dem in den letzten Jahren innerhalb des Katho bismus tobenden Streit ihren Inhalt gaben.

Für heute nur zwei konkrete Beispiele. Das führende Blatt Is österveichischen Klerikalismus, die Reichspost, veröffentlicht eine recht laug geratene Darstellung, wie es zum Ausbruch des heltkrieges gekommen sei. Die Reichspost erinnert an das Wort Joltkes, wonach die großen Kriege der neueren Zeit gegen Wunsch nid Willen der Regierenden entbrannt seien: die Börse habe in Useren Tagen einen Einfluß erlangt, der die bewaffnete Macht lie ihre Interessen ins Feld zu rufen vermöge. Moltkes Wort sei der, so sagt das Wiener Blatt,auch auf den gegenwärtigen Welt⸗ leg, mit all seinem Elend und seiner Not anzuwenden. Die le te Entscheidung habe bei der Londoner City gelegen; der eng⸗ lich⸗französisch⸗russische Dreiverband sei aufgebaut auf bie Er⸗ wagungen und Sorgen internationaler Finanzkreise, auch der Teubruch Italiens sei finanziell⸗kapitalistischen Kreisen aufs

mto zu setzen. Das katholische Organ sagt schließlich:e Auch der für philosophische Deduktionen nicht Zugängliche erschaudert heute bis ins tiefste Herz, wird von Scham und Wut lugleich überwältigt beim Gedanken, daß wir den Jammer des Weltkrieges mit seinen Toten, Krüppeln, zerstörten Stä 11 serstampften Provinzen letztlich einein Klüngel habgieriger uii⸗ onäre und Milliardäre verdanken; und das Ende des Welt⸗ krieges zu guter Letzt das sein wird, daß eine reiche Oberschicht in underthalb oder zwei Jahren zwanzig fette Jahre erlebte, wäh⸗ dend die Mittelschichten und die Kleinen Leben und Gut aufs Spiel setzten und nur mit großen Opfern an den heimischen Herd Aurückkehren. 5 7 8

Also; schändliches Menschenwerk ist dieser Krieg, verschuldet 15 witalistischer Habgier, in Szene gesetzt von der unersättlichen 95 anz der Entente. Wir hören es und lassen es gelten, wenn 9 5 lot in der l engen Umgrenzung der Schuldigen, wie es 2 185 Jwichspost beliebt. Aber wir wissen auch, daß das mu uf⸗ mung aller Katholiken ist. Gerade die konsequentern 99 igen 05 über den Ursprung des Krieges ganz eutgegengesetzter Munz serwollen nicht, daß aus dieser furchtbaren Katastrophe 1 8 e die göttliche Vorsehungausgeschaltet werde. An 1

fündigen Großkapitals setzen sie den Willen des 11 51

e kers aller Weltgeschicke. Zwei Tage darauf, nachdem 1 5 lich Juchspost die Hochfinanz der Enteffte für den Krieg 17 0 0 euacht hatte, veröffentlichte die nicht minder katholisch. 15 f 188 urger Chronil eine Betrachtung, die sich, e 10 0 direl anzeigte:Der Krieg im Plane der göttlichen Vorsehung. id da lesen wir nun; 5 105 1 0 e der on d löttlichen Vorsehung gelegen, und durch die 1 50 will Gott seine bestimmten Zwecke e e Urieg ist eine Geißel Gottes, und zwar eine. 177.5 0 0 en gon geit zu Zeit schwingt der liebe Gott diese Cecheh bh luhm bann, wenn sich die Völker in ihrem Hochmut und 9 7 chgewendet haben, damit sie durch Kriegsleiden, enschen wer⸗ selend geläutert, wieder zu ihm zurückkehren. 1 05 5 ver⸗ en nur allzu leicht im Glücke, in guten, Tagen Schuld sich aufe gessen den lieben Gott und laden Schuld auf 75 den vielen arum kann die Strafe nicht ausbleiben, Einen unn der Krleg: züchtigungsmitte ln in der Hand 1 ai zarum gab es zu allen Zeiten Krieg und wir 4 5 5 bei e zeiten noch geben... Diese Erkenntnis sicker Krieg mit allen zur allmählich, langsam durch. nur ein 7 Gemeingut aller 0 einen Schrecken wird dieses bessere Erkennen zu ürde diesbezüglich nachen. 1 155 nur einigen Monaten wi 1 zur wenig Wandel schaffen. 112 5 übersteh⸗ e

Zwei katholische Zeitungsstimmen, die sich, egenetden i bene

der und Wasser! Denn wenn es gutrisst, daß dercheißel schwingt,

Vorsehung liegt und Gottvon Zeit zu 16 0 Weltkrieg was kann

s kann die gelästerte Entente für den jetzigen 1 Heimsuchung Großkapftal daffir, wenn der Herrgott 0 de naheliegenden g Menschheit beschließt! Wir verzichten auf den denn 4

Krieg ist im Plane der lange Dauer desselben

k zu folgen

ö 155 Spuren der Salgburger Ehren setzt, es widerstrebt

daß derVurgfriede uns Schran

Städten und

uns auch, den Krieg und die von ihm heraufbeschworenen geistigen Konflikte zum Objekt der Satire zu machen. Noch weniger aber ist es unsres Amtes, die Salzburger Chronik und ihresgleichen darauf hinzuweisen, wie sie dem kirchlichen Gottesglauben durch die Hinein⸗ ziehung der göttlichen Vorsehung in den Krieg einen schlechten Dienst erweisen. Zweifellos werden die furchtbaren Erlebnisse dieses Krieges das Deuken der Menschheit tief beeinflussen, mancher wird das seelische Gleichgewicht verlieren, manch einer auch zu einer ernsten Nachprüfung seiner religiösen Anschauungen gelangen. **

Zur Eiunahme von Nisch.

Budapest, 7. Nov. Einzelheiten über die Einnahme von Nisch sind in Sofia noch nicht eingetroffen, doch wird bekannt, daß um den Besitz der Stadt erbitterte Nahlämpfe der mit Todesverachtung stür⸗ menden bulgarischen Infanterie stattfsanden. Vor dem Einzug der Bulgaren hatten die Serben alle Munitionsmagazine in die Luft gesprengt. Nach ziemlich verläßlichen Angaben soll auch ein ser⸗ büscher General gefangen worden sein. In Nisch wie auch in den umliegenden Ortschaften wurden zahlreiche französische und eng⸗ lische Fahnen mit die Entente begrüßenden Aufschriften vorgefunden.

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Sofia, 7. Nov. Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Agentur. Der Generalissimus Schekow hat an den Ministerpräsidenten Radoslawow folgendes Telegramm gerichtet:

Es ist mir besonders angenehm, Ihnen zu melden, daß nach hartnäckigen, blutigen Kämpfen, die drei Tage gedauert haben, heute

nachmittag um 3 Uhr die Festung Nisch von unseren tapferen

Truppen erobert und dort die Flagge Bulgariens für immer gehißt worden ist. Dieser glänzende Erfolg, der die

siegreichen Fahnen des bulgarischen Volkes in Waffen mit neuem Ruhm bedeckt, weist den Weg für Ihre patriotische Politik zur

Einigkeit der ganzen Nation unter der Majestät des Königs. Radoslawow erwiderte:Der glänzende Ausgang des dreitägigen Kampfes unserer siegreichen Truppen gegen einen zähen Feind unter den Mauertn von Nisch, dessen Eroberung ein histo⸗ risches Ereignis ist, und wo die bulgarische Flagge für immer zu Ehren des Königs und der Dynastie und zum Ruhme der tapferen Soldaten wehen wird, be⸗ reitet mir und meinen Kollegen große Freude. Der Ministerrat ver⸗ neigt sich vor den siegveichen Fahnen, die eine vollkommene Stütze der Politik der nationalen Einheit sind. Die Stärke der englisch⸗ranzösischen Truppen. Kopenhagen, 7 Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) National Tidende meldet aus Petersburg: Nach hier eingetroffenen Be richten erreichten die englisch-französischen Truppen auf dem Balkan nunmehr die Stärke von 150000 Mann. Da diese Zahl zur Einleitung einer kräftigen Offensive nicht genügt, sollen weitere Verstärkungen aus Frankreich, England

und Rußland abgewartet werden.

Fyranzösische Verluste in Serbien.

Nach einer Bukarester Meldung haben die in Serbien kämpfen⸗ den französischen Truppen bisher über 1000 Verwundete und über 500 Tote. Nach Bulgarien sind bisher 3600 französische Gefangene gebracht worden. 5 55 25 Die englische Hilfe.

Die englische Gesandtschaft in Athen erhielt ein Tele⸗ gramm, wonach gegenwärtig zwei englische Divisionen (40 000 Mann) den Bulgaren entgegenmarschieren.

Die griechische Krise.

Die ft Athen ausgebrochene Krise beherrscht die Presse der Welt, nicht nur ihres eigenen Gesichtes wegen, als wegen der Zu sasummenhänge der ganzen Entwicklung auf dem Balkan. Die Entente hofft? daß der Sturz des griechischen Kabinetts eine Machtprobe ihrer Anhänger in Griechenland herbeiführen wird, sie spielt sogar schon mit dem Gedanken einer inneren griechischen Revo⸗ lution, um Griechenland in einen Krieg gegen die Zentralmächte hincinzuzwingen. griechischen Königs und die ruhige kräftige Haltung des bisherigen Ministeriums jeden scharsen Konflikt vermeiden und wenn die Sympathieen des Königs auch sicher auf Seiten der Zentralmächte stehen, doch nicht aus einer ruhigen Neutralität heraustreten zu wollen. Jute xressant ist übrigens, wie diese jetzt so aufgebauschte Krise aus einer ganz kleinen ÜUrsache in der Kammer entstanden ist. Nach einem ausführlichen Bericht der Times hat es sich lediglich um eine parlamentgrische Eutgleisung des Kriegsministers General Nankitsa gehandelt, der einen Vorschlag an die Kammer machte (wozu nur das Gesamtministerium berechtigt ist) obwohl er kein Ab⸗ geordneter ist. Dies ist nach griechischem Parlamentsgebrauch un⸗ zulässig und wurde als Beeinträchtigung der parlamentarischen Rechte angesehen. Als Venizelos in kluger Ausnutzung dieser Situation sich mit großem Wortschwall die Einmischung eines ein⸗ zelnen Ministers, der nicht Abgeordneter sei, verbat, soll der Kriegs⸗ minister seine Papiere zusammengeparkt und mit wütenden Gesten sowie mit der Erklärung, daß er nicht wieder erscheinen werde, das Haus verlassen haben. Daraus entstand ein mächtiger Tumult, Zu⸗ rufe und Proteste, und es soll nicht viel gefehlt haben, daß die Herren Abgeordneten gegeneinander handgreiflich wurden. Der Ministerpräsident Zaimis erklärte in diesem Tumult, daß nach seiner Meinung die Haltung des Kriegsministers vollkommen kor⸗ rekt sei und stellte die Vertrauensfrage. Die Abstimmung fiel zu Ungunsten des Kabinetts aus. 5 0

Würde der König hieraus die verfassungsmäßigen Konsequenzen ziehen, so hieße das nichts anderes, als das Parlament auflösen und Neuwahlen anordnen oder was natürlich bei seiner bisherigen Haltung ganz ausgeschlossen erscheint Venizelos zu berufen. Nach der griechischen Verfassung würden die Wahlen 45 Tage nach der Auflöfung, also Ende Dezember stattzufinden haben und die neu⸗

Auf der andern Seite scheint die Energie des-

Vom Mieltkrieg.

gewählte Kammer würde spätestens Mitte Februar zusammen⸗ treten. Ein großer Teil der Wähler steht jetzt unter den Waffen. Es ist anzunehmen, daß die militärische Entwicklung auf dem Bal⸗ kan in den nächsten Wochen nicht gerade Anhänger einer neuen Machtprobe des Herrn Venizelos gewinnen wird. Der Sieg der Zentralmächte und Bulgariens dürfte eher entschieden sein, als die Neuwahlen einer griechischen Kammer. Damit rechnet wahrschein⸗ lich auch Herr Venizelos; ihm liegt weniger an Neuwahlen, da er jetzt über eine sichere Mehrheit verfügt, als daran, daß Griechenland in Unruhe kommt und in diesem Wirrwarr hin und hergeworfen mird, so daß er noch immer die Möglichkeit behält, das griechische Volk auf die Seite der Ententemächte hinüberzuziehen. Er hat mit zweifellos großem agitatorischen Geschick jetzt den besonderen Haß des Griechenvolkes auf Bulgarien konzentriert, indem er behauptet, Bulgarien werde, nachdem es Serbisch-Mazedonien fest in der Hand halte, auch das griechische Mazedonien haben wollen und es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Auseinandersetzung zwischen Bulgarien und Griechenland durch eine bulgarische Offensive herbeigeführt werde; es sei daher klug, jetzt wo die Zentralmächte und Bulgarien noch nicht endgiltig auf dem Balkan gesiegt hätten, gegen Bulgarien vorzugehen.

Dieser Agitation gegenüber hat der König Konstantin bisher große Festigkeit gezeigt, ja geradezu ostentativ gegen Venigelos da⸗ durch Stellung geno n, daß er den Kriegsminister zu seinem Generaladjutanten ernannte. Der König weiß und daran zwei⸗ felt auch niemand in der Entente daß er sich auf den Generalstab und auf die Führer der Armee für seinen Standpunkt vollkommen verlassen kann. Aus dieser militärischen Machtstellung des Königs kann erwartet werden, daß der griechische Wirrwarr allmählich ge⸗ klärt und der Welt das Schauspiel einer noch weiteren Ausdehnung des Krieges erspart wird.

Das neue griechische Kabinett.

Athen, 7. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Vorsitz von Skuludis gebildet, der das Ministerium des Aeußern übernimmt. Die übrigen Mitglieder des Kabinetts Zaimis werden beibehalten. Das Kabinett wird morgen den Eid leisten.

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Der neue griechische Ministerpräsident Skuludis ist ein Mann von 80 Jahren. Er steht dem politischen Parteigetriebe seit langem fern. Seine politischen Anschauungen decken sich ungefähr mit denen von Rhallis und Trikupis. Er trat als junger, sehr be⸗ güterte Mann in die Diplomatie ein. Seine politische Laufbahn be⸗ schloß er vor ungefähr vier Dezenien als Gesandter Griechenlands in Madrid. Der Staat erinnerte sich seiner diplomatischen Leist⸗ ungen nach dem unglücklichen Feldzug gegen die Türkei im Jahre 1897. Damals übernahm er unter dem Ministerium Rhallis das Portefeuille des Auswärtigen und führte die Verhandlungen mit der Türkei mit ganz besonderem Geschick. Zum letzten Male trat er an die Oeffentlichkeit, als er nach dem Balkankriege als Delegierter Griechenlands an der Londoner Konserenz teilnahm und dort mit außerordentlichem Erfolg die Interessen Griechenlands vertrat.

Zwang gegen Griechenland? London, 7. Non. Morning Post veröffentlicht einen Leit⸗ artikel über Salonik als neue militärische Basis, worin das Blatt auf die Gefahr hinweist, daß die Truppen des Vierverbandes von der Seite Griechenlands bloßgestellt seien und Griechenland jeden

es nicht allein für möglich, sondern für wahrscheinlich. Das Blatt empfiehlt deshalb die von Carson vorgeschlagene Politik, Griechenland vor allen Dingen mit Hilfe der Flotte zu zwingen, sich dem Vierverband anzuschließen.

Verstärkung des ariechischen Heeres. Lyon, 6. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Nouvelliste meldet aus

Salonik: Der griechische Generalstab hat beschlossen, den Be st and des griechischen Heeres möglichst bald durch Aus⸗ bildung derjenigen, die bisher keinen Militärdienst getan haben, zu erhöhen. Man erwartet, daß durch diese Maßnahme die Stärke des griechischen Heeres auf eine halbe Million gebracht werden

wird. 4 Numänieun.

Eine Rechtfertigung Bratiauns. Budapest, 7. Nov. Bei dem neuerlichen Empfang einer

Meier e Truppen internieren könne. Die Morning Post

Gruppe von Abgeordneten betonte der rumänische Minister⸗

präsident Bratianu, er sei von Anfang an überzeugt gewesen, daß der Krieg lange dauern würde. Rumänien als kleiner Staat habe die Pflicht gehabt, ruhig abzuwarten. Nichts wäre leichter gewesen, als das Land in den Krieg zu hetzen. Er glaube, seine Politik sei die beste gewesen. Ein so kleiner Staat wie Rumänien wäre durch eine Niederlage vernichtet wordon. Er verweise auf das Schicksal Belgiens und Serbiens. Er werde keine abenteuerliche Politik befolgen. Wenn die

weiteren Agitationon der Unionisten das Interesse des Landes

bedrohen sollten, sei er gewillt, auch andere Mittel in An- spruch zu nehmen.

Die Internierung russischer Dampfer. Bukarest, 6. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Blättermeldungen

zufolge fuhren gestern abend von Turn Severin flußabwärts fünf russische Dampfer, ein Torpedoboot und 10 Serben beladene Schlepper.

mit Munition für Alle Schiffe führten die xumänische 0 und waren von zwei rumänischen Kriegsschiffen begleitet.

Das neue Kabinett wurde unter dem